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Zuwanderung: Leitl mahnt Hundstorfer

20.08.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Sozialminister Rudolf Hundstorfer lehnt die Rot-Weiß-Rot-Card für ausländische Bachelorabsolventen ab. Die Wirtschaftskammer drängt auf fällige Überprüfung und fordert mehr Information an Universitäten.

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Wien/Ett. Soll es für Akademiker auch mit einem Bachelorabschluss bereits eine Rot-Weiß-Rot-Card zur Zuwanderung und als Arbeitsbewilligung geben? An dieser Frage scheiden sich in der Regierung zwischen Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) die Geister, weil Hundstorfer anders als Kurz derzeit keinen Grund für eine Änderung und Ausweitung sieht.

Schützenhilfe für Kurz kam am Montag von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (ÖVP). Dieser wird, wie er der „Presse“ mitteilen ließ, bei der Forderung „nicht lockerlassen“. Der Wirtschaftskammerchef erinnert den Sozialminister daran, dass eine Überprüfung der Rot-Weiß-Rot-Card im Hinblick auf eine Ausweitung auf ausländische Bachelorabsolventen ausdrücklich vorgesehen sei. Denn in den Erläuterungen zum Gesetz ist explizit verankert worden, dass das Gesetz über die Rot-Weiß-Rot-Card, das seit 1.Juli 2011 ein Punktesystem für die Zuwanderung nach Österreich vorsieht, spätestens nach einem Jahr – dies wäre also seit heuer im Juli der Fall – evaluiert werden müsse. Auf die Einhaltung dieser Bestimmung pocht Leitl nun.

Vor dieser Mahnung hatte Hundstorfer Kurz abblitzen lassen. Der Staatssekretär hatte verlangt, die Rot-Weiß-Rot-Card nicht nur an ausländische Akademiker mit Master- oder Diplomabschluss, sondern auch an Bachelorabsolventen nach dem Bologna-System zu vergeben. Hundstorfer ist zwar bereit, „darüber zu reden“. Er sieht aber „ad hoc keinen Handlungsbedarf“, wurde in seinem Büro betont. Es gebe auch in der EU einen hoch qualifizierten Arbeitsmarkt, den man nützen solle.

„Niemand kümmert sich“

Der Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer, Martin Gleitsmann, sieht neben „Nachbesserungsbedarf“ bei einzelnen Punkten auch die Universitäten gefordert. Uni-Verwaltungen und die Serviceeinrichtungen der Hochschülerschaft müssten ausländische Akademiker verstärkt über die neuen Möglichkeiten durch die Rot-Weiß-Rot-Card informieren. „Niemand kümmert sich um die Studienabsolventen. Der ganze universitäre Bereich ist da angesprochen“, erklärte Gleitsmann der „Presse“.

Hundstorfer stellt sich auch gegen die Forderung der Wiener Wirte, den Kochberuf in die Liste der Mangelberufe zur Rot-Weiß-Rot-Card aufzunehmen. Der Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wiener Wirtschaftskammer, Willy Turecek, warnte, Fachpersonal werde dringend gesucht.

Für Hundstorfer sprechen gleich mehrere Gründe dagegen. Nachdem Österreich 2011 seinen Arbeitsmarkt gegenüber EU-Oststaaten geöffnet habe, seien bereits tausende Arbeitnehmer im Tourismus beschäftigt worden. Aufgrund der bisherigen Liste der Mangelberufe könnten bereits jetzt Rumänen und Bulgaren, für die die Ostöffnung noch nicht gilt, als Köche eingestellt werden. Die Regelung für Stamm-Saisonniers aus Ländern außerhalb der EU führe dazu, dass langjährige Saisonkräfte bis zu zehn Monate ohne Prüfung des Arbeitsmarkts beschäftigt werden könnten. Schließlich gebe es auch in der EU sehr viele arbeitslose Köche.

Hundstorfer kündigte ferner an, sich verstärkt um die Integration Behinderter am Arbeitsmarkt zu kümmern. In Summe werden 725 Millionen Euro bis 2016 lockergemacht, um Jobbarrieren für Behinderte zu beseitigen.

Auf einen Blick

Rot-Weiß-Rot-Card. Seit Juli 2011 gibt es in Österreich für Zuwanderer aus dem Ausland (außerhalb der EU) die Rot-Weiß-Rot-Card. Diese wird nach einem Punktesystem vergeben. Für ausländische Akademiker, die in Österreich studiert haben, gibt es derzeit die Rot-Weiß-Rot-Card nur mit einem Master- oder Diplomabschluss, nicht aber für Bachelorabsolventen. Daneben erhalten aber auch Facharbeitskräfte in Mangelberufen (diese sind in einer Verordnung aufgelistet) Zugang.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

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60 Kommentare
 
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ich freu mich auf den tag wo die maerchenerzaehler wie dieser ins gefaengnis muessen...

viel lärm um nichts...

...während jahr für jahr tausende spitzenqualifizierte österreicher dieses hochsteuer- und umverteilungsland (erstickend im rot-schwarzen sumpf) richtung ausland verlassen, kümmern die sich schon wieder um ein paar halb ausgebildete migranten!


Gast: frick
22.08.2012 11:21
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grenzen schon ganz offen

typische wirtschaftspartei. die oevp vertritt nur die wirtschaft und selber sind sie korrupt bis zum geht nicht mehr. der OEABB ist sowieso nur eine Farce. Nach dem Studium sind die Gehaelter schon im keller und die Pensionsjahre in dieser zeit zaehlen auch nicht. Die Entscheidungstraeger sind alle 50 jahre alt und haben keine ahnung. wer die OEVP jetzt noch waehlt muss bloed oder ahnungslos sein.

erst mal den Bachelor ueberhaupt anerkennen in der wirtschaft

denn als bachelorabsolvent in oesterreich hast kaum berufschancen - die unternehmen sehen dich als besseren maturanten, der mehr Geld will, aufgrund der laengeren ausbildung, sehen den master erst als gleichwertig zum diplom, obwohl man 1 jahr laenger studiert hat.
fazit: der htl/hak/hlw maturant wird dem bachelor vorgezogen bei neueinstellungen, erst als master kannst in oesterreich die behandlung als akademiker erwarten.
(im deutschland haben die unternehmen, vor allem bei wirtschaftsabsolventen, schon angefangen umzudenken und sehen chancen in bachelorabsolventen, sie werden in traineeprogramme der firmen aufgenommen, durchlaufen in 1-2 jahren mal alle abteilungen des unternehmens, werden danach da untergebracht, wo sie am besten passen - was ihnen am meisten liegt, natuerlich auch wo eine stelle frei ist - und dann gibts sehr oft die moeglichkeit waehrend der berifstaetigkeit den entsprechenden master zu machen)

rotweissrot bachelor bleiben ueber, wie bisher ungelernte zuwanderer

Gast: cf1
21.08.2012 22:42
0 1

kümmert sich österreich auch um gleichwertige rechtliche abkommen für österreicher mit dem nicht eu-ausland? dzt ja nur sehr eingeschränkt abkommen abgeschlossen!

in anderen ländern braucht man mindestens ein abgeschlossenes doktoratsstudium, einen nachweis über die finanzielle situation im heimatland sowie einen wohnsitznachweis im heimatland (um im falle eines negativen aufenthaltsbescheids oder bei problemen wie arbeitslosigkeit etc unmittelbar in die heimat zurückkehren zu können, da teils erst nach 15 aufenthaltsjahren eine jejährliche befristung zu einem fünfjährigen aufenthaltstitel führen kann, so kein gleichwertig qualifizierter einheimischer mit staatsbürgerschaft des landes für diese stelle in frage kommt), gesundheitsnachweis (mit vorerkrankungen wird der aufenthaltstitel nicht ausgestellt, da sonst zu erwarten ist, daß man beruflich seinen pflichten nicht ausreichend nachkommen kann bzw über das als normal eingestufte eines gesunden hinaus das gesundheitswesen übermäßig in anspruch nimmt), man hat keinen anspruch auf sozialleistungen (diesen gewinnt man teils erst nach 15 beitragsjahren, wenn überhaupt, da bestimmte familiäre voraussetzungen erfüllt sein müssen), hat keinen anspruch auf familiennachzug sowie auf eine arbeitsgenehmigung des partners, muß mehr steuern zahlen als einheimische, bekommt aber aus der pensionskasse nur etwas heraus wenn man in der pension einen seiner wohnsitze im land hat und eine gewisse anzahl an tagen im jahr vor ort ist (sonst verfällt der pensionsanspruch fristlos), hat keinen anspruch auf kostenlose kindergarten- oder schulausbildung etc.
die situation für österreicher im nicht eu-ausland

Antworten Gast: Bachelor
22.08.2012 16:39
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Re: kümmert sich österreich auch um gleichwertige rechtliche abkommen für österreicher mit dem nicht eu-ausland? dzt ja nur sehr eingeschränkt abkommen abgeschlossen!

Also um nach Amerika zu gehen braucht man aber nur ein Bachelor Studium um Specialized Knowledge vorzuweisen und Amerika ist wohl bei weitem das schwierigste land zum Immigrieren (von der Lotterie abgesehen).

Re: Re: kümmert sich österreich auch um gleichwertige rechtliche abkommen für österreicher mit dem nicht eu-ausland? dzt ja nur sehr eingeschränkt abkommen abgeschlossen!

hm, ja stimmt - die amis verstehen gar nicht, warum bei uns so viele leute einen master machen - das ist bei ihnen wie bei uns ein doktor. ( laut meinen amerikanischen quellen, menschen, die da leben, arbeiten, studieren)
allerdings ist das schulsystem dorr generell anders, auch das studium ist anders als bei uns. da ist ein bachelor einer eigtl. komplett andere ausbildung, als bei unserem uni-naehert-sich-der-fh-an-system.

aber es geht glaub ich eher darum - wie viele amis wollen nach aut?
wieviele aut's in die usa?
und wie viele aus dem osten wollen nach aut? und wie hoch sind die huerden fuer aut's in ein land im osten zu gehen? warum man das will, sei dahingestellt, darum gehts nicht - aber beispielsweise in die tuerkei kommst nur wegen deines bachelors so schnell nicht, wie ein tuerke/tuerkin dann mit bachelor zu uns kaeme (ja tuerkei ist vl. unguenstig gewaehlt - soll niemanden verurteilen - aber auf cnn lief grade in invest in turkey spot)

1 1

60 jahre lang haben sie das letzte vom letzten ins land hineingelassen und auf einmal werden die österreicher wählerisch? hmm... etwas versäumt vielleicht?


Gast: Jammernigg B
21.08.2012 20:19
3 2

Besser "Betschelors"

Als tausende, familienzusammengeführte Analphabeten, die unser Sozialsystem schädigen!

Jede Woche eine Menge

Unsinn vom Leitl!

Gast: Plach2
21.08.2012 09:02
8 1

Wenn die Wirtschaft gut ausgebildte Leute benötigt,

muss sie diese selber ausbilden!

Wir haben eine Rekordarbeitslosigkeit und die ÖVP schwärmt von mehr Zuwanderung.

Re: Wenn die Wirtschaft gut ausgebildte Leute benötigt,

moment,
es handelt sich dabei hauptsaechlich um tuerkischen familienzuzug, der es aufgrund einer gesetzesluecke des assoziierungsabkommens von 1964 zu verdanken st, dass sie von der deutschlernpflicht ausgenommen sind.
bachelors lernen oder koennen deutsch und tragen zum BNP mehr bei als die umsatzsteuer in tuerkischen supermaerkten....

Gast: General Schnitzelsemmel
21.08.2012 08:47
6 0

Tja warum sollten wir auch

selbst nur marginal Qualifizierte zu uns holen wenn wir Massen an arbeitsscheuen und unqualifizierten RotGrünwähler haben können?

Gast: man merkt die Absicht
21.08.2012 06:22
5 0

Kandidaten für Nürnberg 2.0

Dann werden wir sehen, wer wen mahnt.

Gast: Dreckiger
21.08.2012 03:26
6 0

Wirtschaftskämmerer, musst

nicht schwitzen, weil 70% der angehenden portugiesischen Akademiker vorhaben auszuwandern. Da kannst dir 'ne Menge Studierte als Taxifahrer ausleihen bzw. anwerben. Auch der eine oder andere Schweißer würde vielleicht gebraucht, mit einer dreijährigen Zusatzausbildung ist ja fast alles zu machen. Die Studiosi machen dann die Jobs der normalen Leute in Österreich und die normalen Österreicher kannst dann ans AMS, das eigentlich schon lange geschlossen gehörte, senden. Mal schaun, wie lange die Portugiesen es dann mitmachen, diese arbeitslosen Austrianer finanziell auszuhalten.

Apropos "geschlossen gehörte": Die WK gehört natürlich zuerst weg, hat mich immer nur beschissen.

Gast: Dreckiger
21.08.2012 03:26
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Wirtschaftskämmerer, musst

nicht schwitzen, weil 70% der angehenden portugiesischen Akademiker vorhaben auszuwandern. Da kannst dir 'ne Menge Studierte als Taxifahrer ausleihen bzw. anwerben. Auch der eine oder andere Schweißer würde vielleicht gebraucht, mit einer dreijährigen Zusatzausbildung ist ja fast alles zu machen. Die Studiosi machen dann die Jobs der normalen Leute in Österreich und die normalen Österreicher kannst dann ans AMS, das eigentlich schon lange geschlossen gehörte, senden. Mal schaun, wie lange die Portugiesen es dann mitmachen, diese arbeitslosen Austrianer finanziell auszuhalten.

Apropos "geschlossen gehörte": Die WK gehört natürlich zuerst weg, hat mich immer nur beschissen.

wieso

wenn man einen Bachelorabschluss hat, kann man in österreich als akademiker karriere machen.

im beamtenschema bist gleich besser bezahlt, siehe wr. polizei...

Re: wieso

Nein, kann man nicht.

Eine interessante (wissenschaftliche) Karriere kann man erst mit einem Dr. respektive PhD machen.

7 0

EU

also, wenn man in der EU die nötigen Arbeitskräfte nicht findet, macht man aber schon selber auch was falsch!

Gast: So_siehts_aus...
20.08.2012 20:51
11 0

Integration von Behinderten

Ich wurde behindert.
Nichts hat man getan.
Das AMS zwang mich ("Zwangsvermittlung") in meinen Beruf zurück, den ich nicht mehr ausüben konnte...
die Behinderung, der Druck der Firma, der Zusammenbruch, Krankenstand, Abschreibung, wieder zum AMS und die ständige Androhung den Bezug zu streichen, wieder "Zwangsvermittlung" ein neuer Arbeitsbeginn , der nächste Zusammenbruch und das ganze wiederholte sich bis zur Invaliditätspension
DAS tat man.
Soviel zur Rehabilitation.
Das ist Psychoterror pur!
So arg war es wohl nicht einmal im Kommunismus!
Das ist Menschenunwürdig.
Das ging jahrelang so!

Re: Integration von Behinderten

ich nenne das ams nur mehr arbeitslosen nötigungs-stelle. ist leider üblich. ich empfehle eine beschwerde beim ombudsmann des ams und beim volksanwalt.
der betreuer kann sogar persönlich belangt werden, wenn er seine kompetenzen überschreitet und nötigend tätig wird.

1 0

Re: Integration von Behinderten

Anzeigen wg Koerperverletzung usw auch anonym helfen auch nicht sehr, sollte man aber machen, auch Wiederbetaetigung kommt in Frage...

Antworten Gast: Walter44
20.08.2012 22:08
3 1

Re: Integration von Behinderten

"Sozialistisch heißt nicht sozial"!

Gast: Plach2
20.08.2012 20:45
9 2

Gehts noch ein wenig blöder?????

Wir haben eine Rekordarbeitslosigkeit und diese ÖVP träumt von mehr Zuwanderung????

Darum wählen auch immer weniger diese ÖVP!

Gast: Scherzbold
20.08.2012 20:40
9 0

Hundstorfer stellt sich auch gegen die Forderung der Wiener Wirte, den Kochberuf in die Liste der Mangelberufe zur Rot-Weiß-Rot-Card aufzunehmen...

War mitsamt der Lehre 11 Jahre Koch. Flüchtete dann in andere Berufe. Und warum? Der Gehalt ist ein Witz, eine Frechheit! Wären Arbeitsbedingungen besser und Löhne fairer, gäbe es sicher genug Köche...
denn es gibt sie ja, die Berufsschule war voll, wo sind sie geblieben???
Sie sind in andere Berufe abgewandert!

Re: Hundstorfer stellt sich auch gegen die Forderung der Wiener Wirte, den Kochberuf in die Liste der Mangelberufe zur Rot-Weiß-Rot-Card aufzunehmen...

Ja, so geht das in vielen Berufen. Die Jugendlichen sind idealistisch und lernen einen Beruf, der sie begeistert. Und dann, nach dem Lehrabschluss finden sie keine Stellen oder nur solche mit miesen Arbeitsbedingungen und miesem Gehalt. Kein Wunder, dass die dann abwandern.

 
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