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Mitterlehner: "Jugendcheck" für alle Gesetze

22.08.2012 | 07:06 |   (DiePresse.com)

Familienminister Mitterlehner startet eine Jugend-Initiative. Künftig sollen bei allen Gesetzen die Auswirkungen für die Jugend berücksichtigt werden.

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Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat beim Forum Alpbach eine Jugend-Initiative in Bewegung gesetzt. Bei einem Pressegespräch kündigte er die Ausarbeitung einer Jugendstrategie an und gab kund, dass der sogenannte Jugendcheck bereits am heutigen Mittwoch in Begutachtung geht. Ferner angepeilt wird vom Minister, dass informell erworbene Kompetenzen, etwa die Organisation einer großen Jugendveranstaltung, zertifiziert werden sollen und somit Jugendlichen bei Bewerbungsgesprächen behilflich werden können.

Auch Mitterlehner ließ es beim Forum, das heuer die Perspektiven der Jugend zum Thema hat, nicht aus, eine Studie zum Thema zu präsentieren. Das Ergebnis des vom Politikwissenschaftler Peter Filzmaier durchgeführten aktuellen Jugendmonitors zeigt eine ziemlich optimistische Jugend. 80 Prozent sehen der Zukunft zuversichtlich entgegen. Das ist - Krise hin, Krise her - gerade einmal ein Prozentpunkt weniger als Anfang 2010.

Erwartungen an Europa sinken

Dass die Jugend dabei durchaus zu differenzieren weiß, sehen Mitterlehner und Filzmaier dadurch belegt, dass die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage auf Österreich bezogen in den letzten Jahren ziemlich stabil geblieben ist, während die Erwartungen für Europa insgesamt merkbar gesunken sind.

Was die persönlichen Berufswünsche angeht, spielen Geld und Karriere offenbar eher Nebenrollen. In der Prioritätenliste ganz oben stehen Interesse an der Aufgabe und ein angenehmes Betriebsklima. Gespalten ist Österreichs Jugend, was die Mobilität angeht. Zwar hält man die zu vier Fünftel für wichtig, jedoch wollen trotzdem zwei Drittel in der Nähe des aktuellen Wohnorts arbeiten.

Workshops sollen zu Ergebnissen führen

Um den Erfordernissen der Jugend möglichst gut entsprechen zu können, lässt Mitterlehner nun eine Jugendstrategie entwickeln. Bereits ab September werden in allen Bundesländern Workshops abgehalten, um auf möglichst breiter Basis unter Einbindung unterschiedlichster Milieus die Wünsche und Probleme von Jugendlichen zu eruieren und davon vernünftige Maßnahmen abzuleiten. 2013 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Bereits auf den Weg gebracht hat Mitterlehner einen Gesetzesentwurf zum "Jugendcheck", der nun drei Wochen begutachtet wird. Dieser schreibt bei allen Gesetzesmaterien vor, dass die Auswirkungen für die Jugend berücksichtigt werden müssen. Interessant würde dies etwa bei Fragen zur Erhaltung der sozialen Systeme, meinte der Minister.

Sinnvolle Mediennutzung

Schließlich propagierte Mitterlehner noch eine Ausweitung seines Medienkompetenzpakets, das sich in Wien bewährt habe. Jugendliche lernen dort, wie sie das Internet sinnvoll für die Berufswahl nützen können. Zudem gelehrt wird etwa das Schreiben von Bewerbungen. Das entsprechende Angebot soll ab Herbst auf die Bundesländer ausgeweitet werden.

(APA)

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18 Kommentare
Gast: sozisforbanker
23.08.2012 12:04
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jetzt wo die politik 29 mrd.steuergelder an eu banker- und eurogarantien beschlossen hat- will man einen jugendcheck. ein wenig einseitig das ganze

die offizielle jugendarbeitslosigkeit liegt schon bei 52,7%;(SP) und die SPÖ lässt die menschen die sehr bald angefangen haben zu arbeiten nicht mehr früher in pension gehen. 40 ves.jahre wäre sogar europaweit noch immer spitze, aber die SPÖ hat kein soziales gespür mehr. was da nun wegen der falschen eu-euro bankenlobbypolitik auf europas bürger zukommt, kann man schon leider als katastrophal bezeichnen; im selben ausmaß wie die bankenmärkte und damit die vermögenden kapital und geldeliten gefördert und subventionert werden, wird bei der arbeitenden bevölkerung radikal eingespart. mit unabsehbaren folgen für den sozialen frieden und sozialen wohlstand der bürger in europa. auch hundstorfers und faymanns(SPÖ) sozialabbaupolitik bei den asvg pensionen und asvg invalidenpensionen gehen in die gleiche unsoziale richtung. wer schon bald angefangen hat zu arbeiten, soll nun genauso spät in die pension gehen könnenl, die mit 25 oder 30 angefangen haben zu arbeiten und spät erst beiträge leisten. die armut und das soziale ungleichgewicht in der bevölkerung wird durch solche unsoziale aktionen massiv steigen. aber die banken und geldeliten wollen dies mit allen mitteln durchsetzen und diese eliten haben nun bereits jeden bezug zur bevölkerung verloren und die politik muß daher diese rücksichtslosen maßnahmen gegen die asvg versicherten und arbeitende bevölkerung durchsetzen. und überall wo die sozialisten federführend mit dabei sind, gehts noch ungerechter und rücksichtsloser ab.

Herr Mitterlehner

Herr Mitterlehner sollte sich lieber um die Regelung der gemeinsamen Obsorge kümmern, da in seiner Untätigkeit die Kampffeministin und "Anders"-Lobbyistin H-H das Thema ursurpiert hat und gerade versucht, alle möglichen Grauslichkeiten durchzubringen.

Hoffentlich auch bei Abtreibung -

aber kostet eh nur einem Drittel das Leben.

Gast: Gedankenreiche
22.08.2012 17:44
2 0

Billiger Populismus

Man sollte von Politikern generell annehmen,dass sie allgemein vor Gesetzesbeschluss auch auf die Auswirkungen für die zukünftigen Generationen Überlegungen anstellen; wenn man sich jedoch die sinnlose Geldvernichtung in Milliardenhöhe der derzeitigen Regierung betrachtet kònnten man durchaus annehmen,dass der gedankliche Horizont schon im Jahr 2013 endet

Re: Billiger Populismus

da zb das geld für den esm weder unsere enkel noch unsere urenkel jemals erwirtschaften können, ist die entscheidung bereits unter dem aspekt der zukunft gefallen: mit der aktuellen bevölkerungsentwicklung wird das ein türkisches problem ;-)

Gast: Generationslose
22.08.2012 17:21
2 0

Wirtschaftsminister wird allmählich unzumutbar

Dieses Schmankerl von Mitterlehner ist schon ein einzigartiger Aussetzer, zuerst vernichtet er mit der Bundesregierung Milliarden, die Blutspur zieht er bis Athen und dann tritt er prepotent auf und verkündet, dass Gesetze inkl. seiner Fehlentscheidungen einem Jugendcheck unterzogen gehören;dies sollte generell üblich sein,Entscheidungen auf Auswirkungen auf die nächsten Generationen zu prüfen;bis dato hat dies die Regierung jedoch kaum gemacht, da dies konträr zu den Milliardenvernichtungen wie Griechenlandhilfe,ESM,Hypo AA, AUA, Kommunalkredit, Volksbankenrettung usw. steht

Gast: ökono-mist
22.08.2012 16:37
0 0

Und ans Monetäre hat dabei ganzganzbestimmt keiner gedacht - ganzganzganzgroßes (Politiker-)Ehrenwort!


"Regierung will mehr auf Jugend hören"
schlagzeilt der ORF-Ticker.

Das "nur" zwischen "will" und "mehr" wird nicht lange auf sich warten lassen...

(Als gelernter Österreicher tut man gut daran, die eigentlichen Schlagzeilenbotschaften zu entschlüsseln!)

Herr Mitterlehner...

wollen Sie uns weiß machen, dass gerade Sie - als Generationenvernichter - einen auf Verständnis für die nachkommenden Generateionen machen?

bitte erklären....

Mitterlehner in Alpbach?

Sollten dort nicht nur Menschen mit hoher Kompetenz sein?

Gast: prison planet
22.08.2012 13:39
5 0

Hr. Mitterlehner,


und hat irgendwer von ihnen an die Jugend und Kinder gedacht, wie sie den ESM durchgenickt haben?

Workshop, Medienkompetenzpakt - klingt schon wieder nach Kasperl larifari.

Von der ÖVP kommt nur mehr substanzloser Mist.

Zitat
...dass die Auswirkungen für die Jugend berücksichtigt werden müssen. Interessant würde dies etwa bei Fragen zur Erhaltung der sozialen Systeme, meinte der Minister.
------------------------

Ja, Herr Minister, wie wirken sich denn die Milliardentransfers im kuscheligen EU - Zirkus auf UNSERE sozialen Systeme aus? Erklären sie das den Jugendlichen, das wird sicher interessant.

Künftig sollen bei allen Gesetzen die Auswirkungen für die Jugend berücksichtigt werden.

Man darf gespannt sein. In einem Land, das seine Zinsen mit neuen Schulden finanziert, dürfte es in Zukunft schwierig werden, noch einen Haushalt zu beschliessen.

Gast: ABCLehrer
22.08.2012 11:43
2 0

Kehren

Sie bitte im ÖVP Club einmal aus, dann haben Sie das Recht über andere Themen zu sprechen.

5 0

Nur die Jugend?

Werden nicht automatisch alle Gesetze auf ihre Auswirkungen geprüft? Sollte das nicht der Fall sein so haben die Regierungen seit Jahren etwas wichtiges verabsäumt!
Diese "Vorausschau" nur auf die Jugend zu beschränken ist ein Gag! Denn was die Jugend beeinflusst beeinflusst auch alle anderen und muss mit der selben Genauigkeit geprüft werden!

Re: Nur die Jugend?

Naja, das ist natürlich völlig richtig! Aber es würde gleichzeitig systemisches Denken erfordern. Und im Ernst: trauen Sie das irgend einem dieser völlig inkompetenten PolitikerInnen zu? Ich wüßte nicht welcher(em)

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Re: Re: Nur die Jugend?

Ich geben Ihnen vollkommen Recht. Wobei ich den Politiks nicht absprechen möchte, systemisch denken zu KÖNNEN. Aber wenn die Ergebnisse dieser Denkrichtung nicht der gewünschten Machterhöhung oder mindestens - erhaltung dient dann ab damit in den Müll.
(Politiks ist KEIN Rechtschreibfehler - siehe dazu Artikel "Hallo Welt" auf blog.kokolo.at)

Jugend braucht

weder irgendeinen Check noch dummschwatzende "Experten" noch allesregulieren wollende Politiker noch alltagsverblödete, gehirngewaschene Eltern. Was die Jugend bräuchte, sind Freiräume, Eigenverantwortung und jemanden, der die Grenzen verbindlich aufzeigt und verständnisvoll auch durchsetzt.

Also Mr Mitterlehner, wenn Sie für die Jugend wirklich etwas tun wollen, dann wird es mehr bedürfen, als eines zusätzlichen Hakerls bei jedem Gesetz. Überdenken würde ich in diesem Sinne anfangs gleich einmal die Zuwanderungsfantasien in den eigenen Reihen... ;-)
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1280746/Kurz_RotWeissRotCard-auch-fuer-auslaendische-Bachelorabsolventen

PS: Wenn es denn schon ein zusätzlicher Check sein muss, dann würde ich vorschlagen, JEDES zu beschließende Gesetz VORHER auf die Vollziehbarkeit und vor allem auf die entstehenden Kosten zu prüfen...

Antworten Gast: hk1190
22.08.2012 12:47
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Re: Jugend braucht

Bravo!

Antworten Gast: Eleonora K.
22.08.2012 09:57
4 0

Re: Jugend braucht

@ kritikus
Danke für Ihren Beitrag, damit ist alles gesagt.