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ÖVP-Rochade als Rettungsversuch

22.08.2012 | 22:42 |  THOMAS PRIOR, REGINA PÖLL UND ULRIKE WEISER (Die Presse)

ÖVP-Chef Michael Spindelegger schickt Wolfgang Waldner als Landesrat nach Kärnten. Mit Reinhold Lopatka als Staatssekretär will er die steirische Landespartei befrieden.

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Wien/Klagenfurt. Die Entscheidung soll bereits Anfang der Woche gefallen sein – doch bis zuletzt war nur der engste Kreis um ÖVP-Obmann Michael Spindelegger informiert: Wolfgang Waldner, bisher unauffälliger Staatssekretär im Außenministerium, wird neuer ÖVP-Landesrat in Kärnten. Er folgt Achill Rumpold nach, der wegen seiner Nähe zu Ex-Landesparteichef Josef Martinz verdächtigt wird, in die Birnbacher-Affäre involviert gewesen zu sein (was Rumpold dementiert). Obmann der Kärntner ÖVP bleibt aber Gabriel Obernosterer.

Der Wechsel wurde am Mittwoch vom Landesparteivorstand der Kärntner ÖVP besiegelt und führt notgedrungen auch im Bund zu einer Regierungsumbildung: Reinhold Lopatka, ehemals Sport- (2007 bis 2008), danach Finanzstaatssekretär (bis 2011) und zuletzt außenpolitischer Sprecher der ÖVP im Nationalrat, übernimmt Waldners Agenden im Außenministerium – wenn der Bundesparteivorstand heute, Donnerstag, Spindeleggers Vorschlag zustimmt. Aber davon ist wohl auszugehen.

 

„Garant“ für die Erneuerung

Das Kalkül des ÖVP-Chefs hinter dieser Rochade? Mit Waldner soll der skandalgebeutelten Kärntner Landespartei – und damit auch dem Vizekanzler selbst – ein Befreiungsschlag gelingen. Ein als Saubermann geltender Politiker wie Waldner, der noch dazu von außen kommt, soll dem Wähler signalisieren, dass die ÖVP ernsthaft um einen Neuanfang bemüht ist. Spindelegger formulierte es gestern in einer Aussendung so: Gemeinsam mit Obernosterer, der in die Entscheidung eingebunden war, sei der 57-Jährige ein „Garant für den Kurs der Erneuerung in Kärnten“.

Offen blieb vorerst, wer die VP Kärnten als Spitzenkandidat in eine allfällige Neuwahl führen wird: Waldner oder Obernosterer? „Ich bin keiner, der sich um Ämter reißt“, sagte der designierte Landesrat. Doch parteiintern glaubt niemand, dass der Diplomat nach Kärnten wechseln würde, wenn er sich hinterher in die zweite Reihe zurückziehen muss. Obernosterer erklärt die Arbeitsteilung im Gespräch mit der „Presse“ so: Waldner werde „der Botschafter nach außen“ sein, der auch im Ausland das Image Kärntens verbessern soll. Obernosterer selbst will sich um die Erneuerung der Partei kümmern. In der „ZiB 2“ sagte Waldner dann Mittwochabend, er schließe nach der Wahl in Kärnten eine Koalition mit der FPK nicht aus. Seinen Wechsel begründete Waldner, nach eigenen Angaben "mit Leib und Seele und Herz Kärntner", mit der "einmaligen Chance", die Politik in seinem Heimat-Bundesland mitzugestalten.

Ob Waldner die zahlreichen Referate seines Vorgängers übernimmt, ist noch unklar. Klar ist hingegen, dass der künftige Landesrat in der kommenden Woche vom Landtag in seine neue Funktion gewählt wird. Dafür ist die Mehrheit der Stimmen der sechs ÖVP-Abgeordneten notwendig. Danach muss in einer Regierungssitzung die Referatseinteilung neu beschlossen werden.

 

„Friedensangebot“ Lopatka

Die Bestellung Lopatkas zu Waldners Nachfolger als Staatssekretär kam für viele in der ÖVP überraschend – hatte ihn Spindelegger doch bei seinem Amtsantritt als ÖVP-Chef und Vizekanzler im April 2011 als Staatssekretär im Finanzministerium abgelöst. Um sich zu entlasten, schuf Spindelegger damals ein Staatssekretariat im Außenministerium. Und besetzte es mit Waldner. Proteste der steirischen ÖVP, der Lopatka entstammt, inklusive.

Insofern ist die Personalie Lopatka wohl auch ein Friedensangebot an die Parteifreunde in Graz. Beziehungsweise ein kluger Schachzug Spindeleggers, sofern der eine oder andere Unzufriedene mit dem Gedanken gespielt hat, sich dem Steirer Frank Stronach und dessen Partei anzuschließen. Namentlich wurden Ex-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic und der in Ungnade gefallene frühere Bauernbund-Chef Fritz Grillitsch genannt. Doch beide haben einen Wechsel dementiert. In Spindeleggers Umfeld wurden am Mittwoch andere Argumente vorgebracht: Als außen- und europapolitischer Sprecher der ÖVP und mit der Erfahrung als Staatssekretär habe sich Lopatka fast aufgedrängt. Das frei werdende Mandat im Nationalrat dürfte wieder der 31-jährige Steirer Jochen Pack erhalten Er musste seinen Sessel im April 2011 räumen, als Lopatka Abgeordneter wurde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2012)

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78 Kommentare
 
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Seit Herr Obernosterer

übernommen hat, sind einmal die Martinz-Buberln entschärft worden,die Steigbügelhalter für dieses korrupe FPK-System....umgedreht hat die Partie im wahrsten Sinne der Grüne Holub, die Gerichtsprozesse kommen ja noch...jedenfalls dem Land tut es gut, eine ÖVP mit einem Obernosterer zu haben, der sich schon als Kammerfunktionär nichts gefallen hat lassen (Kärntenwerbung und die damit verbundene Korruption)....

Re: Seit Herr Obernosterer

Und in der ÖVP-Kärnten regieren jetzt endlich die oberkartnerisch

ehrlichen

und aufrechten

Kleinbauern-Kinder

aus den Lesach-bzw Gail-Tal

und nicht mehr

diese SCHLITZOHRIGEN schwarzen Großbauern aus Unterkärnten,

die ihre Seele dem blauen Jörgi verkauft haben.

Gast: dd if=0 of=Y
23.08.2012 13:24
1 0

ÖVP?

Für mich nicht mehr wählbar.

http://www.youtube.com/watch?v=34MmedprPyU

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ÖVP-Rochade als Rettungsversuch

mehr als ein versuch wirds jedoch nicht werden !

Man erkennt aber die Panik vor den beiden wirklich ernstzunehmenden opposetionellen Parteien ;-)

Eine Erneuerung würde weit mehr verlangen als derartig strategische Versuche, das Wahlvolk bei Laune halten zu wollen.

Solange die Landesfürsten (auch der roten) in Wahrheit die Politik bestimmen, kann, darf und wird sich in diesem Land auch leider nichts zum Wohl des Volks verändern.

Armes Kärnten

gut das die Leute im ORF immer wider zu sehen sind
denn ihr solltet schon beim Wählen den Richtigen ankreuzen X X X alles nix.

ÖVP am abgrund

In Kärnten ist Waldner auf verlorenenPosten denn die FPK werden weiterhin donminieren und der Josef Bucher wird gut angenommen und sicher 10% erhalten die Genossen sind auch nicht zu vergessen und die Grünen bleiben über da kennt sich ja keiner aus bei dieser chaotentruppe.

Gast: joseph
23.08.2012 10:59
1 0

waldner

unverständlich ist, dass sich waldner nach NY in kärnten durch spindelegger verheizen lässt.

schade !

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sorry

das ist das letzte aufgebot. nur bei den roten ist es nicht anders

Gast: ggg gast
23.08.2012 10:28
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Natürlich

Lopatka! Auch so ein Überbleibsel aus der Schüssel/Haider-Gang, das wir nie wieder loswerden.


Gast: Sepp
23.08.2012 10:22
2 0

Eh wuascht

Zumal die ÖVP nicht in der Lage ist sich radikal von einem Parteigänger und Klientelversorgungsverein in eine Partei (zurück) zu wandeln, die im Interesse der Bürger handelt ist sie ohnehin tot (wie wärs zB mit Parteiförderungen aller Art kürzen, Subventionen runter auch in der Landwirtschaft, Pensionsalter konsequent an die Lebenserwartung anpassen, Bürokratie für Unternehmen abbauen statt immer neuer Verwaltungsaufgaben schaffen in der Folge Steuern insb. auf Arbeit runter [und oh Wunder wir hätten mehr Geld in der Tasche statt im Beamten und Politmoloch]; gleichzeitig in Bildung (nicht in die Lehrer sondern den Inhalt)und Forschung investieren). Es ist auch nicht schad um die ÖVP ... Spindelegger wirkt ja nett aber er wird die ÖVP nicht verändern können

ÖVP Hampelmann übernimmt die Vormundschaft in Kärnten

Das die ÖVP keinen Hausverstand besitzt, ist mir seit 15 Jahren klar. Dass sie aber auch das logische Denken aufhebt, erschreckt mich zumindest mal menschlich, wie tief ein Parteiobmann sinken kann. Politisch freut es mich natürlich.

Obernosterer wurde vom Bund de facto enteignet. Der kann ja mal Herrn Gusenbauer fragen, wie erfolgreich seine "Doppelspitze" gewesen ist.

Und die Medien verweigern wie so oft wieder einmal Ihre Arbeit! Zitat: Garant für den Kurs der Erneuerung in Kärnten

1. Weder ich selbst, noch kenne ich Leute die eine Partei wählten, weil es irgend eine "Verschiebung" eines Landesrates gegeben hat. Das ist jeden Wähler gleichgültig.

2. Herr Obernosterer ist neu und weitere Spitzenfunktionäre wurden durch Rücktritte erneuert. Da stellt sich die Frage, wie Herr Spindelegger diese Situation definiert?

Ich halte fest: Die Erneuerung wurde bereits mit der Ernennung von Herrn Obernosterer sowie durch die Neubesetzung der Rücktritte vollzogen. Danach forderte der Bund mehr Mitspracherecht. Jetzt wurde Obernosterer entmachtet und der Bund gibt die Politik vor.

Zitat: "Wolfgang Waldner, bisher unauffälliger Staatssekretär". Mit anderen Worten, der Hampelmann für Wien! Ein Spitzel in Kärnten.

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Das Problem der ÖVP

Diese befindet sich in Geiselhaft des Landeskaisers von NÖ. Josef Pröll war sein Neffe und Spindelegger ist auch nicht mehr wie seine Marionette. Wer da wie personell herumgeschoben wird, ist letztlich eigentlich egal. Erwin hat das letzte Wort und wenn er sagt: "Spring!" dann wird gesprungen. Die ÖVP kann man jedenfalls getrost abschreiben, mit dieser Machtkonstellation ist sie zum Untergang verurteilt. Denn der Volkswille spielt dort überhaupt keine Rolle und das merkt der Wähler.

Antworten Gast: Umgekehrt in Wien...
23.08.2012 08:58
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...macht das Häupl genauso!

In Wahrheit haben sich zwei Mannsbilder Österreich aufgeteilt!

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Re: ...macht das Häupl genauso!

Nicht ganz. Denn der Parteichef der SPÖ Faymann ist sicher keine Häupl-Marionette, tatsächlich wird ja immer wieder kolportiert, dass sich die beiden nicht gerade freundschaftlich verbunden sind, sich allerdings auch nicht wehtun. In Wien hat natürlich Häupl unumschränkt das Sagen. Bundesweit ist es allerdings die Faymann-Clique.

Gast: Abraham B
23.08.2012 08:16
2 0

Rettungsversuch?

Mit diesem farblosen Politiker den niemand kennt und der als Staatssekretär des Aussenministeriums dahingedämmert hat.

Gast: tc_t
23.08.2012 08:02
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der wird die övp retten... glaubt das wirklich wer???


Postenschacher ...

Offenbar dient so gut wie jede Postenbesetzung der Befriedigung von Landespartei-Bedürfnissen nach dem Motto "Wenn du ... dann ich ...". In jeder Partei.

Dass dabei Talente und Qualifikationen keine wesentliche Rolle spielen ist augenscheinlich.

Wo kämen wir auch hin, wenn beispielsweise ein Minister (oder eine Ministerin) ein ausgewiesene/r Fachmann/-frau bezogen auf das zu besetzende Ressort wäre und zudem noch Managerqualitäten, Charisma usw. aufweisen würde?

Wo kämen wir hin, wenn dann auch noch Entscheidungen nach objektiven Kriterien vorbereitet und gefällt werden würden und nicht nach ihrer populistischen Wirkung oder danach, ob sie irgendeinem Landesfürsten gefällt?

Tja, die politische Welt würde dann wohl anders aussehen ... wäre ja nur neugierig wie ;-)

Kärnten ist anders

und ein hartes Pflaster, Mister Waldner!

Denn in der heutigen Kärnten-Krone steht,

dass der FPK- Kurti Scheuch vor 3 Jahren sogar eine 400 Jahre alte Gletscherleiche HEIMLICH mit einem Geologen im Rucksack zu Tal gebracht hat!

Ich bin erschüttert,was in dieser Provinz unter der Patronanz von Jörg Haider alles passiert ist.

Re: Kärnten ist anders

mit einem Geologen im Rucksack? war der Gletscherfund nicht schwer genug? ;-)

Re: Re: Kärnten ist anders

Nein!

Ein bekannter Geologe und Mineraliensammler

aus dieser Gegend

hat dem Halstuch-Kurti als Freund der Familie bei der Leichenfledderei und Transport der Leichenteile mit Rucksack geholfen!

Was mit dieser Gletscherleiche("Kärntner Ötzi") WEITER passiert ist,wird noch ermittelt. Auch ein diesbezügliches Gerichtsverfahren wird eingleitet werden.

Jetzt verstanden?

Re: Re: Re: Kärnten ist anders

Sein Name ist ibrigens Dr.Georg Kandutsch und intimer Freund der Scheuch-Brüder!

Diese

unnötigen Rochaden können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Parteien sich von Grund auf erneuern müßten. Sie haben jeden Bezug zu den Wählern verlören und arbeiten nur mehr gegen den eigentlichen Souverän, das Volk.

Gast: Markus Trullus
23.08.2012 06:47
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Letztes Aufgebot?

Ich vermute schwer, dass das das letzte Aufgebot der VP ist. Sie ist vollkommen versteinert und verkrustet. Wenn einer innerhalb der Partei den Mund mit einer neuen Idee nur aufmacht, wird er sofort, reflexartig abgeschossen. Die Machthaber glauben so richtig zu handeln, und werden die einzige Bürgerpartei in den Konkurs treiben.
Und bei den Linken wie auch GrünInnen schaut es nicht anders aus; die FP vergeht in der Schlammschlacht, sich von nur korrupten Leuten lösen zu müssen, es aber nicht zu können.
Eigentlich bräuchten wir keine neuen Parteien, sondern eine Basisrevolution in allen Vorhandenen, so kommt es mir vor; das ganze System Politik ist im Ar..h in Österreich. Leider!

Gast: Ludmilla Auinger / Ruden
22.08.2012 23:33
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Der Michael Spindelegger kann einem ganz schön leid tun!

Der Michael Spindelegger kann einem ganz schön leid tun! Er probiert eh alles, aber leider gelingt nichts und der Sumpf, in den die ÖVP festgefahren ist, ist überall - im Bund und in den Ländern - so grauenvoll schwarz und dreckig. Und bei der Justiz geht auch nix weiter, da gibt es noch nirgends Urteile. Nicht einmal beim Grasser und bei den vielen Anderen. Aber das hat der Michael Spindelegger sicher im Auge, dass da nix passiert. Waldner soll es also nun in Kärnten richten. Der stammt ja von dorten und kennt sich möglicherweise bei den dortigen Verhältnissen aus. Mal sehen, was er bewirken kann und ob doch noch Licht dorten hinn kommt. Und der Lopatka wird sein Nachfolger in Wien. Der hat eh schon einiges geleistet. Mal sehen, was er jetzten zusammenbringt. Der kennt die ÖVP und ihre Funktionäre, wie sie so ticken. Er ist ja selber einer. Der weiß, was da abgeht. Ja, ja, der Michael Spindelegger kann einem ganz schön leid tun!

Gast: nestbeschmutzer
22.08.2012 23:18
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übertrifft bald alles Vorstellbare... am Dummheit

Diese VP gebe ich bei Wahlen unter 10%... und der SP maximal 15%-Groko hat sich vollkommen ins Out geschossen. es ist unglaublich, aber beide Parteien schaffen immer noch größere Blödheiten. Die "regieren uns"???!!! sind wir uns dieser Schande bewußt????
Wir haben diese Saubande gewählt!!! Es fehlen einem die Worte...
S'wird schon was mit dem Stronach, werds sehen...

Re: übertrifft bald alles Vorstellbare... am Dummheit

SPÖ hat leider ihre unverwüstliche Stammwählerschaft. unter 25 % wird es nicht gehen. Wenn Gro Ko nicht geht, werden die Grünen eingeladen. Ob das besser wird?

 
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