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Lopatka: Keine "Uraltpolitik wie Stronach und Strache"

23.08.2012 | 18:24 |  GERHARD HOFER (Die Presse)

ÖVP-Staatssekretär Reinhold Lopatka im Interview mit der "Presse". Lopatka glaubt, dass das Vertrauen in die Europäische Union erst wieder steigt, wenn harte Sanktionen möglich sind.

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Die Presse: Herr Lopatka, vor knapp einem Monat stimmten Sie, wie alle ÖVP-Nationalratsabgeordneten, dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu, jetzt wollen Sie gemeinsam mit Außenminister Spindelegger Eurosünder aus der EU werfen. Wie erklären Sie das?

Reinhold Lopatka:In unserem Vorstoß geht es nicht um die aktuelle Griechenland-Krise, sondern um eine zukünftige Regelung. Wenn wir das Vertrauen der Bevölkerung wiedergewinnen wollen, müssen wir auch signalisieren, dass es klare Regeln gibt. Wir hätten uns viel erspart, hätte es auf europäischer Ebene von Anfang an klare Richtlinien gegeben.

Dieses Signal hätten Sie aber auch Anfang Juli setzen können, als Sie für einen 500-Mrd.-Euro-Rettungsschirm stimmten, bei dem Österreich immerhin 19,5 Mrd. Euro beizutragen hat.

Noch einmal. Die Schuldenkrise, etwa in Griechenland, ist jetzt zu lösen. Aber ich halte es zu 100 Prozent für richtig, die EU weiterzuentwickeln. Und neben der Solidarität braucht es auch Kontrolle und Sanktionen. Diese Diskussion muss jetzt geführt werden.

Wann soll diese Weiterentwicklung stattfinden? Wenn die Krise irgendwann einmal hoffentlich überstanden ist?

Wer kann schon sagen, wann es überstanden ist. Es geht darum, das Vertrauen der Bürger in die EU zurückzugewinnen. Und das wird nur gelingen, wenn einzelne Staaten nicht mehr tun und lassen können, was sie wollen und damit ungeschoren davonkommen. Das war jetzt etwas zu drastisch formuliert.

Formulieren Sie es halt diplomatischer.

Wir brauchen eine EU, die aufgrund fehlender Regelungen nicht mehr so zahnlos agieren muss.

Andererseits scheint Ihre Aufgabe im Außenministerium ohnehin nicht die internationale Diplomatie zu sein, sondern vielmehr der EU- und Euroskepsis in der Bevölkerung zu begegnen. Würden Sie auch sagen, dass diese Skepsis in Österreich noch nie so groß war?

Das ist auch nicht verwunderlich. Noch nie wurden die Menschen über so eine lange Strecke mit so vielen Problemen konfrontiert. Dass diese Entwicklung das Vertrauen in die EU nicht stärkt, ist logisch und verständlich.

Frank Stronach hat für diese Menschen eine einfachere Lösung parat. Er ist für die Rückkehr zum Schilling. Was meinen Sie dazu?

Ich will den Menschen klarmachen, dass mit einem Konzept aus der Vergangenheit nie die Antwort für die Zukunft gegeben werden kann. Das ist Uraltpolitik, da unterscheiden sich Stronach und Strache nicht. Es ist nur die Frage, wer da der Schmied und wer der Schmiedl ist. Und das BZÖ will natürlich auch in diesem Teich fischen.

 

Aber der gute alte Schilling, der steht doch für viele Menschen für Geborgenheit und Sicherheit, oder?

Österreich ist ein kleines, exportorientiertes Land. Sechs von zehn Arbeitsplätzen hängen an der Exportwirtschaft. Glauben Sie, dass die Exportchancen mit einer Rückkehr zum Schilling steigen? Das einzige, was steigen wird, ist die Arbeitslosigkeit. Zur Zeit hat Österreich eine der niedrigsten Arbeitslosenraten weltweit.

Stronach gilt doch als einer, der Arbeitsplätze schafft – nicht vernichtet.

Er soll einmal erklären, wo er den Nutzen aus einem alleinigen Ausstieg aus dem Euro sieht. Die volkswirtschaftliche Rechnung hätte ich gerne einmal gesehen.

Stronach zieht in diesem Fall gerne das Beispiel Schweiz heran.

Aber die Schweiz ist mit Österreich in vielerlei Hinsicht nicht vergleichbar. Die Schweiz ist in so vielen Bereichen mit der EU gleichgeschaltet, aber sie sitzt nicht wie wir am EU-Tisch. Außerdem erwarten die Schweizer vom Staat viel weniger als die Österreicher.

Und was heißt das für Stronach?

Herr Stronach wird die Österreicher nicht zu Schweizern machen können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

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315 Kommentare
 
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Lopatka: Keine "Uraltpolitik wie Stronach und Strache"

Herr Lopatka, uralt Politik dürfte wohl auf Sie zutreffen. Ewig gestrig....

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Das Vertrauen in die EU steigt erst wieder wenn...

wenn nicht alle dabei verlieren und nur wenige gewinnen. Wenn Lissabonner Verträge eingehalten werden, der ESM nicht faschistoid in Kraft tritt, der Demokratieabbau sofort rückgängig gemacht wird, die Reglementierungswut aufhört, Kerosin als Mineralöl in der Besteuerung wahrgenommen wird. Die wahllose grenzelose Umverteilung aufhört etc.
Die EU lösst keine Probleme welche Regionalstaatlich nicht zuvor gelöst werden müssen. Aber man hat sich immer auf die EU ausgeredet. Die Österreicher sind die grössten Verlierer des EURO!

Re: Das Vertrauen in die EU steigt erst wieder wenn...

Bitte, belegen Sie Ihre Behauptung, wonach die Österreicher die größten Verlierer des Euro wären.

Ich bin schon gespannt auf Ihre Zahlen, mit denen Sie das beweisen werden.

Gast: schüsselfekter
26.08.2012 18:03
5 0

wenn der spindelegger...

...noch ein paar so finstere gestalten aus der dunklen zeit auftreibt, brauchen wir ein paar exorzisten.

Frank, der Patriot...

Ich bin geneigt zu erkennen, zu sagen : Frank St. ist ein großartiger und erfolgreicher Mensch, Ex-Unternehmer und Bürger bzw. Mutbürger, der sich das noch antut (in seinem Alter) u.a. Ö... zu helfen eine bessere u. eigenständigere Politik zu finden.
Muss wohl ein riesengroßer Patriot sein !

ÖVP --- No Go seit ESM-Zustimmung !!!!


Gast: Lopatkas Wählerpflanzerei
25.08.2012 15:14
4 0

Die ESM-Zustimmung vergessen wir ÖVP+Lopatka NIE!!! Zum Glück gibt es nun Stronach und Strache als ÖVP-Keulen!!

Der Wählerbetrug der ÖVP (ESM, Korruption, Bürgerverarmung) muß sanktioniert werden!

Da hilft kein Wischi-waschi eines verwöhnten Sunny Boys (braungebrannt vom Nichtstun und Blödsinnfaseln auf Steuerzahlerkosten)!

Mit Uralttricks lassen wir uns nicht mehr pflanzen oder gar ködern!


Gast: Anonymus 13
25.08.2012 13:57
2 0

Das letzte Aufgebot?

Ich glaub's ja nicht, dieser unsägliche Lopatka will keine Uraltpolitik machen, sein einziger Vorteil ist wohl, das man Ihn, im vergleich zu seinen Blau/Schwarzen Kumpanen der damaligen Regierung noch nicht erwischt hat.
Dieser Herr war zu Zeiten von Blau/Schwarz keine Leuchte, und wird sie auch jetzt nicht sein, ausser Anpatzten von Gegnern der ÖVP wird zur Kunst erhoben.

Gast: Vergrasserte SunnyBoys
25.08.2012 13:16
2 0

Nicht mit hohlen Sprüchen, erschreckender finanzpolitischer Inkompetenz, opportunistischer EU-Gläubigkeit und hirnloser Verschwendungssucht läßt sich das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen!

Erschreckend das obige Blabla eines Entscheidungsträgers.

Erschreckend Spindeleggers Realitätsverlust zu glauben, ein ESM-Volksvergewaltiger und exSchüsselmann könne das Wählervertrauen zurückerobern!

Dirty Campaigning wird nicht genügen!

Die von der verräterischen ÖVP enttäuschten, schwer geschädigten Wähler flüchten nun zu Stronach & Strache!

Die volksverachtende Superreichen-Klientelpolitik der ÖVP wird sie am Wahltag 2013 uralt aussehen lassen!


ach so?

ach so?

"Außerdem erwarten die Schweizer vom Staat viel weniger als die Österreicher."

umkehrschluss:
was erwarten sich die österreicher mehr wie die schweizer vom staat?
werter herr lopatka?

mehr obrigkeit?
mehr fremdbestimmung?
mehr abhängigkeit?

so einen dummen satz vom lopatka hätte ich als interviewer gleich mal hinterfragt.

aber wenn man ihn hinterfragt und nachdenkt, sieht man , wohin die reise gehen soll...

Gast: Attila
24.08.2012 21:50
2 0

irgendwie kommt mir der vor....

...wie ein Boxer der einen Lucky Punch kassiert hat....als alle weg waren und nur mehr die Puztfrau den Ring reinigt, wird er munter und fragt die Putzfrau ob er eh gewonnen hat, freilich sagt die Putzfrau, du bist der Sieger, es gewinnen immer die, die zuviel Schwarz vor Augen haben!

Lopatka: Keine "Uraltpolitik wie Stronach und Strache"....
Besser "Neue Korruptionspolitik wie Strasser und Martinz"???

Gast: dynamis
24.08.2012 21:35
7 0

Lopatka?

Herr Lopatka, warum sollen wir der ÖVP glauben? Habt Ihr nicht versprochen, der Schilling wird bleiben? Habt Ihr nicht versprochen, wir würden wohlhabender werden? Habt Ihr nicht versprochen, die Neutralität bliebe unangetastet (versus Petersberger Verträge jetzt)? Habt Ihr nicht versprochen, wir müßten nie für andere haften? Warum sollen wir jetzt glauben? Warum schüren Sie Angst wie die Altvorderen, die uns erzählt hatten, Österreich könne nur per Anschluß überleben? Warum hat die ÖVP den Kniefall vor Banken und EU und Co gemacht und alle ihre Werte aufgegeben? Die SPÖ ist um keine Deut besser, aber Lüge & Täuschung & Enteignung/Versklavung des Volkes ist zumindest genuin solzialistisch. Sie haben aber mit Ihren christlich-sozialen Wurzeln gar nichts mehr zu tun. Mir wäre lieber, die ÖVP wäre alt und weise und liebte Österreich. Sie ist aber respektlos, rotzfrech und räuberisch geworden. Schade. Moral aus der Geschicht: Ihren Sprüchen gaub' ich nicht.

Gast: gustav 1
24.08.2012 19:14
3 1

die

Scheinheiligkeit der ÖVP ist durch nichts zu übertreffen

Gast: Tacitus1963
24.08.2012 19:11
2 0

Bravo!

Gerade jemanden wie diesen Egomanen brauchen wir noch ... Besser wäre es, er wäre bei den Amis geblieben ... dort (zu der "Tea-Party") gehört er auch hin. Persönlichkeitsstörungen gehören zwar offensichtlich zur Politik, aber was zu viel ist, ist zu viel.

Wenn man seine Prinzipien und vor allem seinen Hausverstand

bei der EU-Partie abgegeben hat.........

Gast: Hybris kommt vor den Fall
24.08.2012 18:26
1 1

Im Vergleich zu Stronach & Strache sieht der Neo-EU-Wunderheiler mit seiner obigen Wundermedizin methusalem-alt aus


ÖsterreichVernichterPartei = null Wirtschaftskompetenz der bürgerverarmenden EU-Freaks

Das Vertrauen der ESM-geneppten Wähler müßte sich der bürgerfeindliche EU-Schleimi samt seiner ÖsterreichVerludererPartei erst einmal hart erarbeiten. Märchenerzählen und Gewäsch daherplappern genügt nicht mehr!

Gast: EU = Europs Untergang
24.08.2012 17:13
2 1

Weiß der holde Marathonflitzer überhaupt, wovon er redet? Das obige Gebrabbel läßt Böses erahnen ... wer klug ist weiß, wann/wo/worüber er besser schweigt ...


EU- und Euro-Politik als Dirty Campaigning?

Ist die ÖdesseVerbreitungsPartei durch den altaussehenden (siehe Photo!), inhaltlich nur veraltete EU-Jubelbroschüren nachplappernden Möchtegern-SunnyBoy noch vor 2013 zu retten?

Evident wird der eklatante Personalengpaß an geeigneen Leuten mt Wirtchaftskompetenz in der vergrasserten ÖsterreicherVergraulerPartei.

Mit alten Schüssel-Haberern als deus ex machina schlittert Schwindelegger unaufhaltsam seinem Waterloo und dem der ÖVP entgegen.

Gast: Rene gamer
24.08.2012 16:44
4 1

övp

alle partein alle haben angst vom reichen mann, besonders die övp! mit den schlecht reden schadet sich die övp selbst nicht herren stronach!

Gast: Hans von Vienna
24.08.2012 16:23
7 1

Die Österr. Verlogenheits Partei

hat ein Riesenproblem.
Es glaubt ihr keiner mehr was, egal was sie versprechen und ankündigen.

Z.B: Spindelegger sagte noch vor 1 Monat, dass er bei Delikten von ÖVP-Mitgliedern hart durchgreifen werde und diese die ÖVP verlassen müssen.

Und was ist mit Berlakovich? Der RH hat festgestellt, dass Agrarförderungen ohne Rechtsgrundlage ausbezahlt wurden. Das ist Amtsmißbrauch. Verantwortlich: Berlakovich !

Wo ist die Anklage der StA ?
Warum schmeißt Spindelegger diesen mutmaßlichen Verbrecher nicht aus der ÖVP?

Weil er und die ganzen ÖVP´ler nur daherplappern und lügen.

"Wer kann schon sagen, wann es überstanden ist. Es geht darum, das Vertrauen der Bürger in die EU zurückzugewinnen. Und das wird nur gelingen, wenn einzelne Staaten nicht mehr tun und lassen können, was sie wollen und damit ungeschoren davonkommen."

Also das...

Das... Hört sich für mich als absolute Diktatur an.

Re: "Wer kann schon sagen, wann es überstanden ist. Es geht darum, das Vertrauen der Bürger in die EU zurückzugewinnen. Und das wird nur gelingen, wenn einzelne Staaten nicht mehr tun und lassen können, was sie wollen und damit ungeschoren davonkommen."

Natürlich hört es sich NACH absoluter Diktatur an.
Verzeihung.

1 1

Re: Re: "Wer kann schon sagen, wann es überstanden ist. Es geht darum, das Vertrauen der Bürger in die EU zurückzugewinnen. Und das wird nur gelingen, wenn einzelne Staaten nicht mehr tun und lassen können, was sie wollen und damit ungeschoren davonkommen."

he - das ist edle AltPolitik - seit Dionys.

Gast: Lollipop-Politik
24.08.2012 16:18
2 0

Mit Lopatkas Singlish und Cocktail-Französisch wird dank Spinny nun die Brüsseler Anekdotenbörse rasch um unglaublich amüsante Histörchen bereichert ... koste es, was es wolle!

Der Marathonlauf Österreichs knapp hinter Griechenland ins Finanzdebakel (man denke nur an das irre Griechenland+ClubMed-Obligo der österr. Bankster, allen voran Schmieds Kommunalkredit) erreicht nun den Endspurt.

Der im Washingtoner Hokuspokus geschulte märchenerzählende EU-Büttel wird dank krass fehlender Wirtschafts- und Geldpolitikkompetenz zum Totengräber der ÖsterreicherVeräpplerPartei. Bravo!

Fehlt nur noch Kurz als Finanzminister ...

Und Laura als Bundeskanzlerin.

Schmied als ÖIAG-Chefin.

Faymann als EZB-Chefberater Draghis.

Und der wahabitenfreundliche Spindelegger als EU-Erweiterungskommisar.

Was wie eine bitterböse Satire klingt, kann schon ab 2013 knallharte Realität sein. Dann, wenn Stronach Wunderkanzler und Strache sein Witze sein werden.

Dann, ja dann wird Österreich keine Uniprobleme mehr haben, denn spätestens dann wird jeder ab IQ 80 fluchtartig das Land verlassen...


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Außerdem erwarten die Schweizer vom Staat viel weniger als die Österreicher.

Das kommt daher, weil der Schweizer Wähler seine Steuernselbst bezahlen muss. Diese wird nicht in Form eines verschleierten Dienstgeberbeitrag eingehoben. Und wenn in einer Kommune Geld verplempert und verludert wird, dann muss der Wähler dies unmittelbar bezahlen.
Aber bei uns träumen alle von reichen Katpitalistenonkel, der im Keller einen Topf mit goldenen Dukaten hat, den es nur zu besteuern gilt. Das ist dann die Steuer-Gerechtigkeit, mit der die Wiederwahl der Politker finanziert wird. Da aber die Goldtöpfe noch nicht gefunden worden sind, wird das imaginäre Gold ein Kredit auf Kosten der künftigen Generation aufegommen. Als Sicherstellung dienst die Arbeitsleistung der Kinder!

Re: Außerdem erwarten die Schweizer vom Staat viel weniger als die Österreicher.

als Sicherstellung nicht zu vergessen das ersparte und erarbeitete Vermögen der Leistungswilligen und Fleißigen, welches bereits jetzt durch die reale, nicht getürkte, Inflation an Wert verliert.

1 0

korrekt!


 
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