SPÖ und Grüne: Wandern und Angeln als PR-Hilfe

24.08.2012 | 18:26 |  von Iris Bonavida und Julia Neuhauser (Die Presse)

Eva Glawischnig und Werner Faymann trafen sich in Salzburg zum Spazierengehen. Sie sind nicht die Ersten, die sich so in Szene setzen.

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St. Johann/Wien. Wenn sich Grünen-Chefin Eva Glawischnig und Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zum Spazierengehen in einer Salzburger Klamm treffen, dann ist das vor allem eines: ein gut inszeniertes Polit-Treffen mit hohem PR-Faktor. Denn inhaltlich hatten die beiden am Freitag nach einem rund einstündigen, privaten Gespräch in der Liechtensteinklamm in St.Johann im Salzburger Pongau nicht viel zu sagen: Sie hätten vorwiegend über „Umwelt, Energie und Europa“ geplaudert, hieß es hinterher. Dazu ließen sie noch das passende idyllische Naturfoto von sich schießen. Auch wenn es sowohl Glawischnig als auch Faymann nicht aussprechen wollen – der PR-Termin soll wohl auch dazu dienen, Sympathiepunkte für eine mögliche rot-grüne Koalition nach der Nationalratswahl im nächsten Jahr zu sammeln.

„Private Treffen“ von Politikern haben eine lange Tradition: Im März 2003 nutzte der damalige SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer ein öffentlich gemachtes Spargelessen mit dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, um die gespannten Verhältnisse mit der FPÖ zu klären. Und gab danach zu: „Wir haben überlegt, wie Schüssels unsoziale Rentenreform zu stoppen ist. Es geht um eine Zusammenarbeit in einer Sachfrage. Da ist mir jede Stimme recht.“

Eines der wohl bekanntesten „Freizeitbilder“ heimischer Politiker ist jenes von Wolfgang Schüssel am Beifahrersitz in Jörg Haiders Porsche. Kaum ein anderer Schnappschuss sorgte für mehr Diskussionen. Dass Haider am Steuer war und Schüssel nur am Beifahrersitz saß, wurde als symbolhaft interpretiert. Immerhin hatte sich Schüssel den Kanzlerposten nur mithilfe Haiders gesichert. Nach dem schlechten Abschneiden der ÖVP bei der Nationalratswahl 1999 wäre das nicht anders möglich gewesen. Eines war das Foto sicher: ein gelungener PR-Gag.

Politische Inszenierungen erfreuen sich aber nicht nur in Österreich größter Beliebtheit. Vor allem der ehemalige italienische Premierminister Silvio Berlusconi betonte immer wieder sein freundschaftliches Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Im Oktober 2010 nutzten die beiden Berlusconis Aufenthalt in Russland, um vor den Kameras zu posieren: beide auf einem Steg, Putin wirft die Rute einer Angel aus. Berlusconi steht daneben und schaut Putin dabei zu. Sowohl er als auch Berlusconi ließen es sich aber nicht nehmen, auch beim Angeln einen Anzug zu tragen.

 

Skifahren mit Putin und Klestil

Aber auch Putins Staatsbesuch in Österreich war alles andere als gewöhnlich. Im Februar 2001 wurde er von Thomas Klestil am Arlberg empfangen – und zwar zum Skifahren. Im Nachhinein beschrieb Klestil das Treffen als „Fortschritt für die bilateralen Beziehungen“. Mehr noch: Es habe sogar eine „besondere menschliche Herzlichkeit“ geherrscht.

Doch kaum ein Politiker schätzte die „privaten“ Zusammentreffen mit ausländischen Staatsgästen so wie der frühere US-Präsident George W. Bush. Seine Ranch bei Crawford in Texas wurde zum Ausflugsziel für Politiker wie Tony Blair, Silvio Berlusconi, Wladimir Putin, den saudiarabischen Kronprinz Abdullah bin Abdelaziz und auch für den spanischen König Juan Carlos und dessen Frau Sofia. Derartige Einladungen seien ein Zeichen der besonderen Freundschaft, betonte Bush stets.

Sein Nachfolger im Amt des US-Präsidenten, Barack Obama, mag es da schon etwas bodenständiger. Er lud den britischen Premierminister David Cameron im heurigen März zu einem Basketballspiel ein. Die beiden saßen auf der Zuseherbank und führten – so Cameron bei einer Rede einige Tage später – ein Gespräch „von Mann zu Mann“. Aber nicht nur Männer nutzen Sportereignisse, um sich zu inszenieren: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel schaute am Rande des bislang letzten G8-Gipfels zusammen mit Obama und Cameron das Champions-League-Endspiel. Angeblich sei viel „spielerischer Unsinn“ geredet worden.

Eva Glawischnig hat übrigens auch schon ÖVP-Chef Michael Spindelegger zu einem Freizeit-Treffen eingeladen. Eine Antwort hat sie bislang aber nicht erhalten.

Auf einen Blick

Treffen von Politikern dienen meist der Imagepflege oder verfolgen ein bestimmtes politisches Ziel. Am Freitag ließen sich Grünen-Chefin Eva Glawischnig und Bundeskanzler Werner Faymann publikumswirksam in Salzburg ablichten. Aber nicht nur österreichische Politiker setzen sich gern bei Freizeitaktivitäten mit Politikerkollegen in Szene. So lud etwa der ehemalige US-Präsident George W. Bush zahlreiche Staatsmänner als „Zeichen der besonderen Freundschaft“ in seine Ranch nach Texas ein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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Mehr aus dem Web

140 Kommentare
 
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Rot-Grün-Gespräche


Eva:"Werner, was red ma jetzt?"
Werner:"Wurscht, schaun ma bedeutungsvoll in´s Land..."
Eva." Sitzt mei Frisur?"
Werner:"Ja.Brauch i scho an hair-cut?"
Eva:"Na, erst wenn der ESM durch is".

Gast: Gast 2012
26.08.2012 15:06
2

der Wähler wird Rot-Grün verhindern

diese beiden Kasperln in einer Regierung wäre gleichzusetzen mit Vernichtung von Arbeitsplätzen und Verlust von hart erarbeiteten Wohlstand. Auch wenn die gekauften System-Medien den Inseratenkanzler noch so toll unterstützen, die beiden haben Österreich erst kürzlich mittels ESM-Vertrag verraten und werden dafür abgestraft werden!

peinlich, peinlich für die Grünen

Die Grünen steigen auf den Bilderberger Zug von Faymann auf !!
Um an die Futtertröge der Macht zu kommen ist der Glawi wirklich nichts mehr heilig !!
Hochverrat an der Grünen Ideologie nennt man das !! Schicki Micki Baggage ...

Hochverrat an Österreich ...

... nennt man das, was die treiben. Fehlt nur mehr Schwindelegger, dann ist das Bild komplett,

an alle Roten uns Grünen

Sozialismus kann man sich nur leisten, wenn die Wirtschaft funktioniert.

Re: an alle Roten uns Grünen

Sozialismus ist eine Geisteskrankheit.

so primitiv kann inszenierungspolitik sein - und was noch schlimmer ist: scheinbar kommt das auch noch igendwo an

ich seh es direkt vor mir:
O + C betont "locker" auf der Zuseherbank in einem Baketballstadion, rundherum "unauffällig" mindestens 20 US-Sicherheitsleute, wieder rundum 50 -100 extra hin bestellte Presseleute, und ganz außen rundherum tuschelnde, mit dem Finger zeigende und Handy-Fotos schießende Zuschauer...
ein Traum an Bürgernähe, es fehlt noch dass O einen Burger einwirft und sich absichtlich das Ketchup aufs Hemd schmiert - "halllllo, alle herschauen, ich bin einer von euch...

Gast: Goiserer G
26.08.2012 10:49
5

na servas

Sie haben über Umwelt-Energie-Europa geredet .... na das kann ja was werden, wenn zwei Ahnungslose das zum Thema machen. Die beiden sollten über alles mögliche reden - nur nicht über Politik!

Gast: Gruhmann B
26.08.2012 10:21
3

Liebi!

Wie bei Bauer sucht Frau!

frauen an die spitze - bis der nächste feschak um die ecke kommt.


Gast: jagenaudas
25.08.2012 19:31
8

das dürfen die beiden

auch nach der nächsten wahl
weit weg von parlament und regierung

Gast: netzwerker5
25.08.2012 19:27
2

in Szene setzen

Denn inhaltlich hatten die beiden am Freitag nach einem rund einstündigen, privaten Gespräch in der Liechtensteinklamm in St.Johann im Salzburger Pongau nicht viel zu sagen. Zitatende.
Daher wurde der Presseartikel mit einem Bericht über die grosse Welt "gestreckt".
PR ist in der Politik derzeit schon zu wenig. Sinnvolle Vorschläge für Ö.`s Zukunft könnte der Sommer auch produziert haben...

Gast: ADVOCATUS DI
25.08.2012 19:13
4

VON EINS BIS HUNDERT

ROT & GRÜN, na klar doch, wenn der Parteiobmann/Frau das kleine 1x1 nicht beherrschen und zudem durchgehend, und ohne Fehler nicht-VON NULL BIS HUNDERT ZÄHLEN KÖNNEN-dann schaffen die sogar-EINE FIKTIVE MEHRHEIT!
Und das ins Stammbuch der Beiden:
Wenn Frank STRONCH den von mir erwarteten Erfolg einfährt-dann bleibt in diesem Lande 2013-KEIN STEIN AUF DEM ANDEREN!
Der wird nämlich nicht kalmieren auf die übliche Weise, und anderen Parteien-"IN DEN ARSCH KRIECHEN" und um Teilhabe bitten!
Der will-MITREGIEREN, und wenn ich mich nicht irre-WIRD ER DAS AUCH, und zumindest eine/er der beiden, wird dann nicht mit dabei sein!!

Rot-Grün würde ich sogar wählen

Eine Rot-Grüne Koalition wäre in Österreich nicht schlecht. BZÖ und ÖVP könnten ihre Skandale und ihren schlechten Ruf aufarbeiten aber die Korruption wäre im Land erst beendet wenn es keine korrupten Politiker mehr gibt.

Was halten Sie von einer Rot-Grünen Koalition in Österreich?

Re: Rot-Grün würde ich sogar wählen

Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen !!!!

Re: Rot-Grün würde ich sogar wählen

siehe Demokratie in Wien !

Was halten Sie von einer Rot-Grünen Koalition in Österreich?

Soviel wie von einer Marburgfieber-Epidemie.

Antworten Gast: =EHM=
25.08.2012 21:20
4

Re: Rot-Grün würde ich sogar wählen

Niemals

Rot / Grün im Bund ist die jetzige Wr. Koalition mit neunfacher Potenz.

Es reicht was die Landesregierung in Wien aufführt: Grüne Schnapsideen, dafür dürfen die Roten ungehindert ihre Feudalpolitik im tiefsten Sumpf unbehelligt fortführen.

Antworten Gast: Grrrrrrr
25.08.2012 19:06
8

Ich nicht!

Keine Korruption? Dann halten Sie das für in Ordnung, dass Inseratekanzler Faymann sich auf Gutsherrenart bei staatsnahen Betrieben bedient, wie wenn sie sein Privatvermögen wären? - Ich find das kriminell und widerlich.

Gast: b745
25.08.2012 18:15
1

da geht schwartz braun der a auf grundeis


Merkwürdig, dass es die selbsternannte

saubere Glawischnig bei Faymann nicht stört, dass er offensichtlich in einen riesen Skandal verwickelt ist.

Antworten Gast: Akli
25.08.2012 21:34
3

Re: Merkwürdig, dass es die selbsternannte

Ich bitte sie!

Dass weiss doch diese abgehobene "Schöne" gar nicht, da sie viel zu sehr mit ihrem Ego beschäftigt ist und sich schon als Vizekanzlerin sieht.

Gast: Als Gesichtsleser, kann man aus dem Gesicht die Geschicht lesen!
25.08.2012 17:40
7

Ich als Gesichtsleser.....

....kann nur sagen, dass sich beide Gesichter kurz vor der totalen Entgleisung befinden, die beiden Gesichtshälften der Frau, hängen sowieso nur mehr lose in der Gegend herum, das tritt bei jeden Menschen ein, der sich selber untreu wird und ALLES über den Haufen wirft, NUR um eines Postens Willen....das hat der liebe Gott so gemacht, als Warnung für andere Menschen, damit sie sehen mit wem sie es zu tun haben.....DANKE lieber Gott!

Gast: stay cool
25.08.2012 15:50
13

Die Roten sind sehr anfällig

Was bei dem einen der Alkohol angerichtet hat, ist bei dem anderen die Hitze.

http://www.krone.at/Kanzler_Faymann_setzt_jetzt_voll_auf_die_Gruenen-Neue_Traumpartner-Story-332123

Nächster Treffpunkt: Im untersten Kanal?


Dort könnten sich die beiden am allerbesten in Ruhe an einem Gewässer und auf demselben Niveau unterhalten.

Re: Nächster Treffpunkt: Im untersten Kanal?

wie wärs mit Nord-Korea? Präsident vorhanden.

 
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