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Wehrpflicht: Tauziehen um Referendum übers Heer

26.08.2012 | 19:14 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Nach dem Vorstoß Erwin Prölls bröckelt der ÖVP-interne Widerstand gegen eine Abstimmung. Die Bundespartei zögert zwar weiterhin, die SPÖ sieht dennoch gute Chancen.

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WIEN. Wieder einmal war es Erwin Pröll, der parteiintern den Ton vorgab: Das Volk solle noch vor der Nationalratswahl vom Herbst 2013 über die Wehrpflicht abstimmen, sagte der niederösterreichische Landeshauptmann am Wochenende im „Kurier" und folgte damit der SPÖ-Linie zum Referendum. Und mehrere ÖVP-Landeshauptleute stimmten ihm daraufhin zu: „Ich hätte gar nichts gegen eine Abstimmung im Herbst 2012 oder im Frühjahr 2013", meinte im „Presse"-Gespräch Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer. Dann wäre die strittige Frage in der Koalition im Bund - Wehrpflicht (ÖVP) versus Berufsheer (SPÖ) - endlich durch den Souverän geklärt: je früher, desto besser.

Auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter erklärte am Sonntag, dass „bei einer so wichtigen Frage wie der Beibehaltung der Wehrpflicht die Bevölkerung gefragt werden" müsse. „Und das noch vor der Nationalratswahl", so Platter, der im Frühjahr 2013 selbst eine Wahl zu bestreiten hat. Das Gleiche gilt für Erwin Pröll. Beide ÖVP-Landespolitiker sind sich aber sicher, dass das Volk ohnehin gegen ein Berufsheer stimmen würde: Nur die Wehrpflicht - und kein „Experiment" mit dem Heer - garantiere Stabilität, beispielsweise auch, was den Katastrophenschutz (etwa bei Hochwasser) betreffe.
Das ist auch die Linie der Salzburger ÖVP, deren Chef, Landeshauptmannstellvertreter Wilfried Haslauer, sich schon früher mehrfach für ein Referendum ausgesprochen hat. Landesgeschäftsführer Wolfgang Mayer meinte nun, man freue sich über die „Unterstützung aus Niederösterreich".

Abtausch mit Demokratiepaket?

Nach diesen jüngeren Bewegungen geht man „Presse"-Informationen zufolge auch parteiintern davon aus, dass eine Volksabstimmung vor der Nationalratswahl „kaum noch aufzuhalten ist". Offiziell gab man sich in der Bundes-ÖVP am Sonntag allerdings zurückhaltend bis ablehnend: Vizekanzler und Parteiobmann Michael Spindelegger habe seit jeher eine „klare Linie" in der Frage, „und dabei bleibt es", so ein Sprecher des ÖVP-Chefs auf „Presse"-Anfrage.

Und Spindelegger Position ist bekanntlich: keine Volksabstimmung - denn im Koalitionsabkommen mit der SPÖ sei nirgends die Rede von einer Abschaffung der Wehrpflicht. Denkbar wäre eine Volksabstimmung nur über den Weg eines Volksbegehrens, das von zehn Prozent der Wahlberechtigten unterstützt wird: Für diesen Fall sieht ein ÖVP-Modell ein (Pflicht-)Referendum vor, dieses Paket für mehr direkte Demokratie ist in der Regierung aber nicht akkordiert.

Darabos „bereit", Fischer warnt

SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos will unterdessen den Pröll-Vorstoß für das Heer nützen: „Wir stehen für ein Referendum bereit", sagte sein Sprecher namens des Ministers. Schon beim nächsten Ministerrat am Dienstag wolle man einen Termin mit der ÖVP ausloten. Darabos drängt seit Monaten auf ein Ende der sechsmonatigen Wehrpflicht. Stattdessen solle ein Berufsheer aktiv werden.

Bundespräsident Heinz Fischer wies noch am Sonntag darauf hin, dass eine Volksabstimmung nur über einen Gesetzestext abgehalten werden kann, der bereits vom Nationalrat beschlossen wurde. „Das Instrument der Volksabstimmung kann nicht helfen, den Konsens über den Gesetzestext herbeizuführen", sagte er der Austria Presse Agentur. Und ein solcher Konsens sei offenbar in weiter Ferne.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)

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687 Kommentare
 
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die SP gaukelt zwar der Bevölkerung die Neutralität...


...... vor, will aber gleichzeitig das BH abschaffen. Rote Politik eben. Komplettiert wird das Ganze noch mit einem kompetenten Minister, der es in jeder Firma maximal zum Magazineur gebracht hätte.

Antworten Gast: Hemingway
27.08.2012 07:25
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Re: die SP gaukelt zwar der Bevölkerung die Neutralität...

Hmmmm...Magazineur ist eine verantwortungsvolle und anständige Tätigkeit - was man dem angeführten Herrn nicht 'vorwerfen' kann.

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Irgendwas ist daran faul!

Von einem Tag auf den anderen soll plötzlich eine Volksabstimmung gemacht werden. Und noch dazu kann es offenbar nicht schnell genug gehen.

Da weder für die Volksabstimmung noch für die Eile ein zwingender Grund besteht, stellt sich die Frage: Was steckt wirklich dahinter?

Wahlkampf als Grund scheint mir da zu wenig.

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Re: Ablenkung

Durch dieses Thema versucht man ganz einfach wieder vom ESM abzulenken und ausserdem, was noch viel wichtiger ist, Werner Faymann kommt wieder aus den Schlagzeilen!!!

Heinz Fischer wollte den Rücktritt von Scheuch, jedoch bei grösseren Ver - brechen von Faymann schweigt er!!! Das sind unsere Politiker, einfach grauslich!!!

Gast: grashüpfer
26.08.2012 20:52
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war höchste Zeit, dass er

dem Spindi Bescheid gestossen hat, dann wissen wenigstens alle ,ob die Bevölkerung das Heer zur
Landesverteidigung oder als Hilfstruppe beim Katastrophenschutz haben will.

Gast: polly4
26.08.2012 20:10
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Pröll nimmt den Sozis den Wind aus den Segeln, und das ist gut so.

Jetzt müssen sich die Roten ein neues Wahlkampfthema suchen. Zweimal auf dem Rücken des Bundesheeres Wahlen gewinnen zu wollen,ist einmal zuviel.Was hat Darabos bisher geleistet? Außer immer nur mit der Abstimmung zu drohen,aber so vergehen die Jahre und im Endeffekt wollten die roten "Kellerleuchten" die Abstimmung ganz gezielt gemeinsam mit der NR-Wahl durchführen.Das Thema ist viel zu ernst,um daraus Sozi-Stimmen zu lukruieren

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heuchler

Die, die das berufsheer eingeführt haben, und den staatsbürger in uniform aushungerten wollen sich jetzt als retter des zwangsdienstes hinstellen.

Re: heuchler

etwas wirr und ich weiß ehrlich nicht was sie meinen ... daher ein rotes Stricherl

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Re: Re: heuchler

M-schema, kse-bvg, finanzrahmenplan

Gast: UKW
26.08.2012 19:20
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"Vizekanzler und Parteiobmann Michael Spindelegger habe seit jeher eine „klare Linie“ in der Frage"

HaHaHa! Wenn Pröll sagt, "spring", fragt Spindi: Wie hoch denn, Gebieter? Und hüpft wie ein Karnickel.

Häupl sagt dann irgendwann "Stopp" und Pröll gibt den Befehl an Spindi weiter.

Super Idee....

Weil die Kosten für dieses Referendum ohnedies anfallen, könnte man gleich ein paar Fragen zusätzlich anhängen:

1) Sofortige Neuwahlen
2) Abschaffung des Föderalismus
3) Untersuchungsausschuss zur Unabhängigkeit des ORF

Antworten Gast: Hemingway
27.08.2012 07:28
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Re: Super Idee....

Dieser manipulative Rotfunk und Selbstbedienungsladen ist und war schon immer mein besonderes Anliegen.

Diese Organisation ist mitschuldig, dass die Österreicher(innen) in krimineller Weise in diese verhängnisvolle Europäische Union gelockt wurden.

Wer für diesen Saftladen eine Gebühr bezahlt, ist selbst schuld und wird von den Herrschaften, die überdurchschnittlich 'verdienen', nur ausgelacht !

Daher: Abmelden und keine GIS Angst, weil diese Geldeintreiber haben überhaupt keine Exekutivrechte !

 
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