Strache: Euro-Volksabstimmung ist Bedingung für eine Koalition

27.08.2012 | 18:28 |   (Die Presse)

Der FPÖ-Chef will das Volk über einen Euro-Ausstieg befragen und wirft im ORF-Sommergespräch Neo-Politiker Stronach Politikerkauf vor.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien/Red. Diesmal war es Heinz-Christian Strache, der sich am Montag im ORF-Sommergespräch den Fragen von Journalist Armin Wolf im Wiener Kursalon Hübner stellte: Der FPÖ-Chef nutzte den Medienauftritt, um für eine Volksabstimmung über einen Austritt aus der Währungsunion zu plädieren – und machte daraus auch gleich eine Koalitionsbedingung nach der nächsten Nationalratswahl. Denn: „Ein Euro-Austritt ist ein Weg, über den wir nachdenken müssen.“

Der FPÖ-Chef musste auch zur Karikatur Stellung nehmen, die er auf seiner Facebook-Seite postete und die ihm internationale Kritik wegen Antisemitismus einbrachte: „Ich wollte aufzeigen, wie heute Umverteilung stattfindet“, meinte Strache nur dazu. Und: „Ich habe viele israelische und jüdische Freunde, die nichts Antisemitisches erkennen.“ Die kritischen Stimmen interpretierte er als Ausdruck „der Angst, die man hat, dass Heinz-Christian Strache stärkste politische Kraft wird“.

Ähnlich wie im „Presse“-Interview vom Samstag wollte Strache den Industriellen und Neo-Politiker Frank Stronach nicht als ernst zu nehmende Konkurrenz sehen: Mit den hohen Umfragewerten für Stronachs (noch nicht existierende) Partei werde lediglich versucht, „künstliche Bilder zu schaffen, die davon abzulenken versuchen, dass es bei der nächsten Wahl das Duell Strache gegen Faymann geben wird“. Stronach selbst sei immer Teil des Systems und Netzwerker gewesen. Er habe sich auch Politiker als Berater gekauft.

 

Keine Neuwahlen ohne Verfassungsklage

Dass die Freiheitlichen in Kärnten regelmäßig den Landtagssitzungssaal verlassen und damit den Neuwahlantrag von SPÖ, ÖVP und Grünen blockieren, verteidigte Strache. Sein Argument: „Die freiheitliche Landesregierung in Kärnten ist die Einzige, die eine Verfassungsklage gegen den ESM-Rettungsschirm sicherstellen kann.“

Auch wenn die Mehrheit im Landtag für eine Neuwahl ist, so heißt das laut Strache noch lange nicht, dass auch die Mehrheit der Bevölkerung diesen Wunsch hat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

4 Kommentare
Gast: schwarzblauistsicher
28.08.2012 00:34
0 0

Armin Wolf demaskierte diese Witzfigur

Dieser Mann ist nur noch lächerlich, ungebildet (was erwartet man ja von einem Zahntechniker) und ungustiös.

Hoffe, dieser Mensch verschwindet bei den nächsten Wahlen

Ich fand das Gespräch sehr gut!

Armin Wolf hat immerhin die besten Beweise dafür geliefert, wie die bürgerlich bezahlten Medien (z.B. ORF) versuchen HC ins rechte Licht zu rücken, ganz im Sinner der Koalas am Futtertrug.

Seine Argumente waren schlüssig und vor allem hat er klare Ziele vor Augen.


"Seine Argumente waren schlüssig"

sie sollten sich das gespräch zuerst ansehen, bevor sie solch gewagte thesen aufstellen.

Gast: Mammamia
27.08.2012 21:08
1 0

Angst, dass Strache stärkste politische Kraft?

Nichts gegen ein starkes Selbstbewusstsein, aber wenn Strache glaubt, es gegenüber dem Wähler nicht nötig zu haben, sich von der Kärntner Baggage zu distanzieren, schätzt er die Stimmung in seiner Zielgruppe völlig falsch ein. Zuviel in Ibiza, zuwenig im Tankstellenbeisl.

Umfrage

  • Sollen U-Ausschüsse im TV übertragen werden?
  • Ja, das schafft mehr Transparenz.
  • Nein, dann verkommt der U-Ausschuss zur Show.
  • Weiß nicht; egal.

Mein Parlament

AnmeldenAnmelden