Die Partei des Milliardärs Frank Stronach hat offenbar einen weiteren Nationalrats-Abgeordneten an Bord. Das teilte am Dienstag zumindest Ex-BZÖ-Mandatar Robert Lugar, der unlängst zu Stronach gewechselt war, mit. Details wollte er aber noch nicht preisgeben. Die Präsentation sei für Mittwoch geplant.
Nach einem Bericht von "derStandard.at" wechselt die bisherige BZÖ-Abgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger "Gerüchten zufolge" zur Partei des Industriellen. Kaufmann-Bruckberger ist im Dezember 2011 ins Parlament eingezogen. Sie folgte Ewald Stadler nach, der ins EU-Parlament gewechselt ist. Offiziell bestätigen wollte den Wechsel zwar niemand, die Gerüchte dürften APA-Informationen zufolge aber recht fundiert sein.
Bereits zu Stronach bekannt haben sich bis dato neben Lugar auch noch der aus der SPÖ ausgetretene Abgeordnete Gerhard Köfer und der "wilde" Mandatar Erich Tadler (früher BZÖ).
Wenn der Milliardär fünf Nationalratsabgeordnete zusammenbekäme, könnten sich seine Vertreter um Klubstatus bemühen. Für den Wahlkampf brächte dies einen beträchtlichen Vorteil.
Partei tritt in Kärnten an
Die Partei will auch bei der Landtagswahl in Kärnten antreten. Spitzenkandidat wird der Ex-SPÖ-Abgeordnete und Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer. Das wurde am Dienstag via Aussendung bekanntgegeben.
Beschlossen wurde die Kandidatur am Montagabend bei einem "Arbeitsmeeting" am Hafnersee in der Gemeinde Keutschach. "Ich habe mit maximal 50 Personen gerechnet, gekommen sind dann um die 100", sagte Köfer. Die Diskussion über ein mögliches Antreten bei der Landtagswahl habe dann rasch ein einstimmiges Ja ergeben, ebenso die Frage, ob er als Spitzenkandidat fungieren solle.
Man trete als "Team Stronach für Kärnten" auf, die offizielle Bekanntgabe des Parteinamens werde im September erfolgen. "Ob wir dann noch eine Zusatzbezeichnung hinzufügen, steht noch nicht fest", erklärte Köfer. Momentan seien Teams in den Bezirksstädten in Gründung: "Wir müssen jetzt eine Infrastruktur aufbauen".
Die von SPÖ, ÖVP und Grünen am Montag angekündigten Kostenbeschränkungen im Wahlkampf stören Köfer nicht: "Materialschlacht hätte es von uns ohnehin keine gegeben, wir können mit all diesen Beschränkungen gut leben."
Noch im September ist eine Gründungsversammlung der neuen Bewegung geplant. Ein Antreten bei der Landtagswahl würde sich laut Köfer auch bei einem Wahltermin im November noch ausgehen. Mit dem Sammeln von Unterstützungserklärungen - 100 je Wahlkreis sind nötig - werde demnächst begonnen. "Wir sind für jeden Wahltermin gerüstet."
(APA)
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