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Berufsheer: 13.000 Zivildiener müssten ersetzt werden

28.08.2012 | 14:36 |   (DiePresse.com)

Sozialminister Hundstorfer setzt auf ein rundum erneuertes "Freiwilliges Soziales Jahr", um bei einer Abschaffung der Wehrpflicht die Zivildiener zu ersetzen.

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Die Abschaffung der Wehrpflicht hätte auch für das österreichische Sozialwesen gravierende Folgen. Denn ohne Wehrpflicht gäbe es auch keinen Zivildienst und dann bräuchte es Ersatz für jene rund 13.000 Jugendlichen, die jährlich beispielsweise in Rettungsorganisationen, Behindertenhilfe oder Pflege zum Einsatz kommen.

Ein Alternativmodell hat SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer Anfang des Vorjahres in Form eines rundum erneuerten "Freiwilligen Sozialen Jahres" präsentiert - ähnlich dem Bundesfreiwilligendienst, der in Deutschland bei der Abschaffung der Wehrpflicht etabliert wurde.

Zur Auszahlung kommen soll nach Vorstellung von Hundstorfer ein Mindestkollektivvertragslohn von 1300 Euro 14 mal pro Jahr bei vollem Sozialversicherungsschutz. Zusätzlich soll es die Möglichkeit geben, sich die im Rahmen des freiwilligen Dienstes erworbenen Qualifikationen berufsbildend anrechnen zu lassen. Bis zu welchem Alter man das freiwillige Jahr antreten kann, ließ der Minister noch offen.

Gegenüber dem Zivildienst eine Einschränkung gäbe es, was die Einsatzgebiete betrifft. Hundstorfer tritt dafür ein, das freiwillige Jahr auf die Kernbereiche Soziales und Gesundheit zu beschränken.

Diese Einsatzgebiete machen derzeit 90 Prozent der Zivildienstverhältnisse aus. Aufs Jahr hochgerechnet wären das 8500 Zivildiener. Diese Zahl möchte der Sozialminister auf 6400 senken, was durch einen optimierten Einsatz möglich werden soll. Die Kosten sah Hundstorfer bei der Präsentation seines (noch immer gültigen) Konzepts nur rund fünf Millionen Euro über jenen für den Zivildienst (142 zu 137 Millionen), was von Experten freilich angezweifelt wurde.

Würde sich das Hundstorfer-Modell durchsetzen, würden jedenfalls etliche nicht im Sozialbereich tätige Organisationen um ihre Zivildiener umfallen. Denn Zivis sind etwa auch im Gedenkdienst, in Kindergärten sowie beispielsweise als Schülerlotsen im Einsatz.

(APA)

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19 Kommentare
Gast: Nixdameineherren
29.10.2012 12:43
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Entweder Oder

Entweder schaffen wir die Wehrpflicht mit allen damit verbundenen Konsequenzen ab oder wir behalten sie bei. Aber zuerst von der Abschaffung des Zwangdienstes Wehrpflicht/Zivildienst zu sprechen und dann einen neuen einführen ist eine Augenauswischerei.

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schön wie flexibel die schwarzen sind

als mann den zivildienst einführte wurde das bis zum geht nicht mehr bekämpft und jahrelang erschwert....

jetzt wird österreich, so sagen es die schwarzen, ohne zivildienst nicht überleben....

naja man lern halt dazu.....

großartig!

Gast: wer wenn nicht er
30.08.2012 13:05
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(Un)freiwilliges soziales Jahr

Man könnte z.B. Leute dazu verpflichten, die knapp vor dem regulären Pensionsantritt ihren Job verlieren und nicht mehr mit einem neuen Job so knapp vor der Pensionierung rechnen können.

Sofern es sich um Zivildienst handelt gibt es ja keinerlei Argumentation mehr für Geschlechts- und Altersgrenzen.

Das klingt jetzt vielleicht wie Zwangsarbeit, umso klarer wird einem aber dadurch auch der Charakter der derzeitigen Regelung.

Auch dass solche Arbeitskräfte oft hochgradig unmotiviert sind und teilweise mehr Einarbeitungs- und Betreuungsaufwand kosten als sie bringen wird man sich denken können (auch in der heutigen Regelung).

Ergo: Wehr- und Zivildienst sind volkswirtschaftliche Ressourcenvernichtung. Weg damit.

In einigen Jahren wird man sich wundern, dass sich Zwangsarbeit so lange halten konnte...

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Beispiel Rettungswesen:

Pro Zivildienst: Zivildiener sind günstige Arbeitskräfte, vorallem im Krankentransport im Moment unverzichtbar. Außerhalb von Wien wird sogar ein Großteil des Rettungsdienstes, aufgrund des Versäumnisses, längst eine Berufsrettung zu gründen, durch zivis aufrecht erhalten. Auch viele ehrenamtliche sind ehemalige Zivis . Positiv ist noch zu vermerken, dass die jungen Männer eine Ausbildung erhalten und fürs Leben lernen.... Contra Zivildienst: Eine dringend notwendige Professionalisierung des Rettungsdienstes wird aufgehalten. Es ist nicht Zeitgemäß Rettungswagen mit zwei Zivis zu besetzen die lediglich als Rettungssanitäter ausgebildet sind. Für mich als Berufssanitater und dem Wunsch meine Berufsspsparte zu professionalisieren, ein zweischneidiges Schwert.

Antworten Gast: Österreicher
29.08.2012 10:43
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Re: Beispiel Rettungswesen:

Also Ehrenamtliche Rettungssanitäter, Ex-Sanis vom Bundesheer und und Zivis sind also keine Profis sondern Hobby-Sanis und Pfuscher? Haben Sie sich eigentlich schon einmal überlegt, wie der Ersatz durch Hauptberufliche Mitarbeiter finanziert werden soll??? Und in Ihrem Traum wird dann jedes Fahrzeug als "Sprinter" oder "LT" ausgeführt und mit 3 Personen die allesamt NFS mit NKI und NKV sind besetzt? Und die Wiener Rettung (MA70) ist NICHT als schillerndes Beispiel für ganz Österreich zu sehen!!! Und RTWs die NUR mit zwei Rettungssanitätern besetzt sind retten außerhalb Wiens VIELE Leben!

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Re: Re: Beispiel Rettungswesen:

Fakt ist, dass Zivildiener und ehrenamtlicher eine gute Arbeit leisten und sie könnten das auch weiterhin in einer anderen Art und Weise tun. Aber sie sind keine Profis, wenn sie die Bedeutung des Wortes überdenken. Und ich hab nicht gesagt, dass alles Pfuscher sind sondern das es einfach nicht mehr zeitgemäß ist . Zeigen sie mir ein hochentwickeltes Land, in dem zwei Leute mit jeweils 260h Ausbildung auf Notfallpatienen losgelassen werden und vielerorts nichteinmsl Blutzucker messen dürfen ! Noch scheint alles gut zugehen, sind ja genügend Notarzte vorhanden....aber irgendwann wird was passieren ( is auch schon bsp. Schussverletzter in Krems ) oder die Notärzte werden weniger , wie in Wien. Wir nehmen uns immer ein bsp an Schweden Finnland oder der Schweiz, jene Länder mit dem weltweit besten Gesundheitssystem, schauen sie sich den RD dort an! Auf längere Sicht wird ein RD mit Rettungdfachkräften und wenige spezialisierte Notarzte günstiger sein. Einen genauen

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Re: Re: Re: Beispiel Rettungswesen:

einen genauen Finanzierungsplan zu erstellen überlasse ich anderen . Ach ja und die Wiener Rettung ist sehrwohl als vorbildhaftes Beispiel für Österreich zu sehen !

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Österreicher
29.08.2012 14:21
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Re: Re: Re: Re: Beispiel Rettungswesen:

In manchen Bereichen könnte man die Kompetenzen für RS durchaus erweitern. Für die meisten Einsatzfahrten reicht jedoch meiner Erfahrung nach (16 Jahre in einer Stadt die auch noch an einer vielbefahren en Autobahn inkl. Tunnel liegt) die Ausbildung eines Rettungssanitäters vollkommen aus, ohne dass ein NA benötigt wird.

Dass Sie sich keine Gedanken über die Finanzierung machen wundert mich genauso wenig, wie das gerne strapazierte Argument, Skandinavien sei in ALLEN Bereichen eine Vorzeigeregion. Eine Verminderung der Einsatzmittel, welche Ihre Idee klarerweise mit sich bringt, würde sich massiv auf die Anfahrtszeiten und auf die Versorgung der Bevölkerung auswirken. Und in diesem Bereich ist die österreichische Bevölkerung besonders empfindlich.

Bezüglich der Wiener Rettung muss ich Ihnen nocheinmal widersprechen und als Abschluss stell ich noch in den Raum:

Ehrenamt/Berufung vs. Beruf/Geld. Läßt sich auch auf Wehrpflicht und Berufsheer anwenden ;)

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Re: Re: Re: Re: Re: Beispiel Rettungswesen:

Skandinavien ist als positives Beispiel ,was Gesundheitswesen und Bildungswesen angeht, heranzuziehen.
Die Länder sind zudem, was die ländliche Struktur angeht, Österreich sehr ähnlich.
Nochmal : Freiwillige im Rahmen eines freiwilligen Jahres, Ehrenamtliche können weiterhin im RD arbeiten.
Allerdings könnte im Rahmen einer Professionalisierung zumindes eine professionelle Rettungsfachkraft auf einem Rettungswagen sitzen. auf längere Sicht, ergaben Rechnungen, sind solche Modelle kostengünstiger. Ich brauche die gleiche Anzahl ! oder an RTWs die aber effizienter arbeiten und gleichzeitig weniger teure Notärzte. aber ja sie haben Recht, das sind Wunschvorstellungen, denn wenn die Wehrpflicht abgeschafft wird, wird sich diesbezüglich nichts ändern. Es werden andere "österreichische Lösungen " gefunden werden um die fehlenden Zivis zu ersetzen. Leider....

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ein Rettungsdienstler
30.08.2012 18:13
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Re: Re: Re: Re: Re: Beispiel Rettungswesen:

Des weiteren traue ich mich zu sagen, dass ein großer Teil ALLER Rettungsdienstmitarbeiter, obwohl sie motiviert und mit Freude arbeiten, auf einem fachlichen Stand herumeiert, der schlicht Patientengefährdend ist.

Nur als Beispiel: Zivis kommen bei uns IMMER durch die Prüfung. Wenn nicht, reicht ein Anruf und sie schaffens. Dass dieses "top-ausgebildete" Personal viel Schaden anrichten kann und es auch tut liegt auf der Hand.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ein Rettungsdienstler
30.08.2012 18:08
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Re: Re: Re: Re: Re: Beispiel Rettungswesen:

In dem Fall geben ich Herrn giulio vollkommen recht. Rettungsdienst gehört professionalisiert.

Nicht, dass die viele freiwilligen Mitarbeiter und Zivis nicht motiviert und ordenltich arbeiten würden aber die Ausbildung und die Kompetenzen reichen einfach hinten und vorne nicht aus.

Als Beispiel: Als Kompetenzen anderen Länder wären hier die eigenverantwortliche Gabe von Medikamenten und invasiven Masnahmen als Regelkompetenz mit 3- und wesentlich längerjähriger Ausbildung zu nennen. Das Argument "gibt eh nen Notarzt" kann hier nicht gelten. Dieser kommt spät und wenn er mal nicht verfügbar ist dann hat der Patient Pech gehabt.

Die nötige Abschaffung des Zivildienstes wäre das notwendige Sprungbrett, um ein neues, zeitgerechtes Modell für den Rettungsdienst schaffen zu können.

Die höheren Kosten (Großraumfahrzeuge, notwendige Ausstattung und langjährige Ausbidung) werden sich über Zeit mit dem besseren Outcome der Patienten rechnen und letztendlich denke ich, dass jeder Patient das recht hat, am neuesten Stand der Wissenschaft versorgt zu werden.

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Und die Frauen?

Immer wird von Gleichberechtigung = Emanzipation gesprochen. Wo bleibt die Gleichverpflichtung = Obligation?
Die früheren Argumente mit Doppel- und Dreifachbelastung (Kinder/Haushalt/Beruf) stimmt doch für viele österreichische Frauen nicht mehr. Ein soziales Jahr finde ich eine tolle Einführung - aber wenn, dann bitte für alle. Und die Entlohnung sollte den Anforderungen angepasst werden. Man könnte ja einen Prozentsatz der jeweils für einen Bereich gültigen Kollektivverträge vereinbaren - also z.B. 60 % -, sodass z.B. das Mitfahren in Krankenwägen anders bezahlt wird als die Unterstützung des normalen Personals in Kindergärten.

Re: Und die Frauen?

Frauen sind aber noch nicht gleichberechtigt... selbst wenn z.B. an öffentlichen Einrichtunge die Gehälter gleich sein mögen, Chefs (und somit Besserverdiener) sind immer noch überwiegend Männer, sobald Frauen schwanger werden werden versprochene Gehaltserhöhungen und Beförderungen oft ausgesetzt etc. da könnte man Romane verfassen, außerdem ist die Zahl der Frauen die tatsächlich keine Kinder bekommen wollen noch nicht ganz klar da die derzeitigen Generationen es vielfach einfach später angehen - eben wegen langer Ausbildungen hier noch mit einem Pflichtjahr aufgehalten zu werden grenzt an Sklaverei - hat doch vorher auch funktioniert wer Dienstleistung (Arbeitgeber) will soll dafür fair bezahlen (die Transporte und sonstigen Dienste sind ja für die Kranken nicht kostenlos)
Und auch in vielen anderen Bereichen sind Frauen nach wie vor benachteiligt... zumal was soll eine 50kg Frau einen übergewichtigen Menschen herumschleppen... Freiwillig ist okay... aber Pflicht nö - höchstens wenn überall 100ige Gleichberechtigung herrscht.

Re: Und die Frauen?

Genau gelesen? Es geht um ein "freiwilliges soziales Jahr", die Betonung liegt auf freiwillig – und das stünde selbstverständlich Männern und Frauen gleichermaßen offen.

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Re: Re: Und die Frauen?

Ich bin nicht für ein "freiwilliges" Jahr - ich bin für ein soziales Jahr (ob ganz oder wie viele Monate auch immer) für ALLE Jugendlichen.

Re: Re: Re: Und die Frauen?

mhm. es ist sicher ganz super, etwa als behinderter oder pflegebedürftiger Mensch von einem zwangsverpflichteten jugendlichen betreut zu werden...

(und ich musste ein jahr ZD machen, aber dafür musste man sich ja auch melden)

Re: Re: Re: Re: Und die Frauen?

Aber der zwangsverpflichtete Jugendliche wuerde dabei sicher etwas fuer sein restliches Leben lernen und was aus dem freiwilligen Jahr mitnehmen und wenn es schlicht der Gedanke der Dankbarkeit dafuer dass es ihm gesundheitlich Gut geht, ist. Ausserdem machens die Herrschaften (natuerlich nicht alle, schon klar) aktuell auch eher fuers Geld und nicht aus Naechstenliebe! Zumindest kommt mir dass so vor wenn ich in ein Altenheim gehe...

Re: Re: Re: Re: Re: Und die Frauen?

mit den "Herrschaften" war das aktuelle Pflegepersonal in Einrichtungen wie Altenheimen usw. gemeint,.. sorry

Wieso mach man nicht einen Wehrdienst für Männer und einen Sozialdienst für - gleichberechtigte und gleichverpflichtete - Frauen?

Natürlich können auch Männer aus Gewissensgründen Sozialdienst machen bzw. Fauen Dienst im Militär?

Da müsste man natürlich vorher das Militär reformieren.