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Dörfler: Landesaufträge nur nach "Sponsoring"?

29.08.2012 | 13:52 |   (DiePresse.com)

Anzeige gegen Kärntens Landeshauptmann: Es sei "ungeschriebenes Gesetz, dass ohne Zahlungen eine Auftragserteilung nicht zu erreichen ist".

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Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) ist erneut mit Korruptions-Vorwürfen konfrontiert. Dörfler habe als Straßenbaureferent von Firmen, die an Aufträge des Landes kommen wollten, "Sponsoring" verlangt und kassiert, wird in einer anonymen Anzeige behauptet. Wie die "Kleine Zeitung" in ihrer Mittwoch-Ausgabe berichtete, gibt es den Aktenvermerk eines Beamten im Verkehrsreferat, der dies untermauert. Dörfler bestreitet die Vorwürfe.

Der Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft, Erich Mayer, bestätigte das Vorliegen der Anzeige. Die Aufnahme von Ermittlungen werde derzeit noch geprüft.

Laut der Anzeige ist es in Kärnten "ungeschriebenes Gesetz, dass ohne Zahlungen an die Dörfler-Partei im Ausmaß von bis zu zehn Prozent des Vergabevolumens eine Auftragserteilung für ein Straßenbaulos nicht zu erreichen ist". Das sei seit Dörflers Antritt als Straßenbaureferent so. Früher seien die Zahlungen direkt an das BZÖ, Vorläufer der FPK, zu zahlen gewesen. Seit der Landtagswahl 2009 müssten die Firmen, einige davon werden namentlich genannt, in den "Verkehrssicherheitsfonds" einzahlen. Von dem Geld bezahle Dörfler dann etwa Inserate, so heißt es in der Anzeige.

Vorwurf: Dörfler verlangte "Sponsoring"

Der in der "Kleinen Zeitung" zitierte Aktenvermerk soll aus dem Jahr 2004 stammen. Ein Beamter des Verkehrsreferats protokollierte die Beschwerde eines Bauunternehmers. Dieser klagte, dass Dörfler im Zusammenhang mit einem Auftrag ein "Sponsoring in der Höhe von ein Prozent der Auftragssumme" verlangt habe. Das Geld sollte "im Sinne der Verkehrssicherheit" verwendet werden, so zitiert das Blatt.

Die "Kleine Zeitung" zitiert aus einem weiteren Schreiben. Es handelt sich dabei um einen von Dörfler unterzeichneten Brief aus dem Jahre 2007, in dem der damalige Landeshauptmannstellvertreter die Adressaten "als Partner der Kärntner Landesregierung im Besonderen des Straßenbaus" um einen Druckkostenbeitrag in der Höhe von 1000 Euro netto für die dritte Auflage des "Kärnten Baut"-Magazins bittet. Im Gegenzug werde das Firmenlogo auf der "Partnerseite" des Magazins präsentiert.

Selbstbeweihräucherung auf Steuerzahler-Kosten

Das Magazin erschien am 25. Februar 2007 in einer Auflage von 151.200 Stück als Beilage zu Tageszeitungen. Die SPÖ kritisierte Dörfler in einer Aussendung für die "32-seitige Selbstbeweihräucherung auf Kosten der Steuerzahler". Weitere Kritik gab es von der FPÖ. Dörfler ließ daraufhin wissen, dass das Druckwerk ausschließlich über Werbeeinschaltungen finanziert worden sei. "Wir hatten im Nu genügend Werbeeinschaltungen für das Magazin lukriert", so Dörfler damals.

Aufregung um das "Kärnten Baut"-Magazin gab es dann vor zwei Jahren gleich noch einmal. Die SPÖ kritisierte in einer Aussendung die "Jubelbroschüre", aus der der Straßenbaureferent "gezählte 32 Mal grinst". Dörfler rechtfertigte sich, er habe wie alle Jahre als Straßenbau- und Verkehrsreferent einen großen Leistungsbericht herausgegeben, der ausschließlich von der heimischen Bauwirtschaft finanziert worden sei. 

Dörfler: "Völlig haltlos"

Dörfler erklärte am Mittwoch in einer Aussendung, die Vorwürfe gegen ihn seien "völlig haltlos". Die Anzeige dienten nur dem Zweck, ihn anzuschwärzen. Den Zuschlag für Bauaufträge des Landes erhalte immer der Bestbieter. Der Landesrechnungshof prüfe außerdem die Vergabeverfahren auf Korrektheit. "Ich kann definitiv ausschließen, dass Bauzusagen von Sponsoring abhängig gemacht werden." Auch Geld für die Partei habe er nie gefordert. Der Vorwurf von Zahlungen von Baufirmen in den Verkehrssicherheitsfonds seien "Unsinn".

Zur Finanzierung des "Kärnten Baut"-Magazin, das laut Dörflers Sprecherin Larissa Herzog-Sternath 2004 zum ersten Mal und dann ungefähr jährlich erschien, sei die "heimische Bauwirtschaft" zwar eingeladen worden, die Teilnahme sei aber in jedem Fall freiwillig erfolgt. Die Unternehmen konnten auch ihre Bauprojekte präsentieren. Die Kosten für die Produktion des Magazins entsprächen "einem Bruchteil der kolportierten Summe". Wie hoch die Kosten tatsächlich waren, könne sie aber nicht sagen, so Herzog-Sternath.

Das Magazin sei ein "Gemeinschaftsprodukt" mit der Mediaprint, die auch die kaufmännische Abwicklung übernommen hätte. Aus Steuergeld sei jedenfalls nichts in das Magazin geflossen.

(APA)

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159 Kommentare
 
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Gast: buichhalterin
02.09.2012 23:32
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warum

schaut sich niemand einfach das "Konto" des sogenannten Verkehrssicherheitsfonds an? Die Einzahlungen hinterfragen, die Ausgaben nach Belegen und deren Stichhaltigkeit überprüfen. Die betreffenden Verantwortlichen dazu befragen, fertig! man hätte auch den Birni fragen können (und müssen), was denn mit all den Millionen gemacht hat, da müsste doch noch einiges da sein, wenns nicht an die Politiker geflossen ist!

Gast: scheuchtgebieter
02.09.2012 23:23
0 0

witzig

dass das so neu sein soll....

aha, seit wann kann denn der werte Herr Dörfler einen Sachverhalt beurteilen, der juristische Fragen aufwirft?


"Immer diese Versuche von Anpatzereien ..."

wie sich Dörfler heute gegenüber ATV beschwert.

Aber vielleicht waren die 1% und die paar Parteirechnungen die von Baufirmen bezahlt wurden einfach zu wenig, damit sie (bei aller Unschuldsvermutung) die Wahrnehmbarkeitsschwelle des LH überschritten hätten.

Oder es war "Mister 1%" LH Dörfler einfach nicht klar, dass es sich dabei um strafbare Tatbestände handelt. Nachdem ihm die Justiz bereits einmal einen Dummheits-Freibrief erteilt hat, könnte das hier möglicherweise auch funktionieren ;-)

Dörfler hat Narrenfreiheit,

denn er weiß, daß er von der Gerichtsbarkeit nichts zu befürchten hat: Diese hat ihm bereits bescheinigt, daß er wegen (partieller) Unzurechnungsfähigkeit schuldunfähig ist ...

Ich frage mich....

...warum die Staatsanwaltschaft das nicht einfach in ein paar Wochen aufklären kann. Die sollten endlich Mal schnell und kompetent arbeiten.

Gast: Erster_Sprecher
02.09.2012 13:13
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Ich verstehe die Aufgeregtheit nicht!

Folgendes Gedankenexperiment: Ersetzen Sie "Kärnten baut" durch Boulevardzeitung, die Bauunternehmer durch ÖBB und ASFINAG und Kärntner Landeshauptmann durch Bundeskanzler......!
Siehe da! Es ist gelebte Praxis überall in Österreich , quer über alle Parteien!
Schauen Sie sich diverse Amtsblätter von Wien bis Dornbirn an. Dort grinsen sie alle herunter! Ach wie toll sind wir und nicht die nächste Wahl vergessen!
Gute Nacht Österreich!

Antworten Gast: Zweiter Sprecher
02.09.2012 16:15
1 0

Re: Ich verstehe die Aufgeregtheit nicht!

Aber die FPÖ & FPK ist als Saubermacher Partei angetreten!

Wasser und Brot prdigen und selber Kalbsbraten essen und Wein trinken!

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Nichts gewußt, gesehen, gehört..

Mag schon sein, dass es wirklich so gewesen ist. Um ihn herum wurde getrickst und geschumelt, allein ihm blieb alles verborgen. Was er nicht abstreiten kann, ist sein Mitmachen bei der schändlichen Ortstafelverrrückun, gemeinsam mit Haider.

Gast: Kärntenurlauber
02.09.2012 08:12
1 0

Bei euch ist aber ned viel los

Schaut a bisserl traurig aus!

Vielleicht hättet ihr euch mehr um das Land kümmern sollen und nicht um das Füllen der Säcke.

Gast: Gerald aus dem Salzburger Landle
31.08.2012 21:57
1 0

Wielange dauert das Kasperltheater der FPÖ&FPK noch?

Kann jemand den Jungs die Gehälter kürzen?
In der Privatwirtschaft fliegst bei solchen Aktionen raus!

Wann werden die FPÖ&FPK&BZÖ Träumer endlich aufwachen?

Gast: africano
31.08.2012 06:43
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Das passt treffend

http://www.youtube.com/watch?v=chfDIIFtEIQ

Was wird noch alles aufkommen von denen?

Ist dies der Grund, warum die Neuwahlen hinausgezögert werden?

Gast: Wolfsbergerin
30.08.2012 18:03
3 1

Wo ist das Geld.....

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden verursacht hat in Kärnten?

Immobilien garniert mit hohen Fördergeldern für FPÖ & FPK nahe Firmen???


Re: Wo ist das Geld.....

Noch einmal, werden Sie konkret! Bitte!

Antworten Antworten Gast: beschämende
31.08.2012 22:01
0 0

Re: Re: Wo ist das Geld.....

Was ist den da schon wieder los?
http://www.format.at/articles/1234/932/339549/fpoe-connection-fall-rebasso

Antworten Antworten Gast: beschämend
31.08.2012 10:31
0 0

Re: Re: Wo ist das Geld.....



..sunbeam ist ein eingetragener Markenname..

Wenn die der Eigentümer dieser Marke sind, würde es mich doch etwas betroffen machen, wenn der Seglerbauer aus Mattsee soche ablenkenden Meinungen verteilt.

Gast: burro
30.08.2012 17:59
2 0

Ein Steher ,im wahrsten Sinne ist dieser LH.

Mein Name ist Hase ,ich weiss von Nichts.
Als ehemaliger Bierversilberer ,weiss er doch wie der Hase läuft.

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Re: Ein Steher ,im wahrsten Sinne ist dieser LH.

Nocheinmal, ich werde nicht zulassen", dass man mir Dinge umhängt, die es nicht gibt. Dörfler hat am System Haider nicht mitgemacht, ja, nicht einmal angestreift, hat er. Und wer `s nicht glaubt ist selber schuld.

Gast: africano
30.08.2012 17:55
1 1

Ist doch nichts Neues !

Wer schmiert ,fährt GUT ,aber nicht nur in Kärnten.
Auch Kärntens Politiker haben es von den Wienern gelernt und abgeschaut .
Zu Kreiskys Zeiten wurden dieses Praktiken sogar hofiert.

Gast: lei lossn
30.08.2012 17:03
1 0

die story stinkt...

...denn wer glaubt schon, dass der werte herr, der nicht immer weiß was er tut, zum telefonhörer greift, um nur ein einziges (!) % zu verlangen?

Gast: Korrupteur
30.08.2012 15:54
1 0

..ich nix war, ich nix andere

..

Aufruf an alle Beufirmen und andere Firmen die eine solche Aufforderung bekommen haben.

Nur der Erste geht frei. Der Rest hängt auch drin..

http://derstandard.at/1345165663085/Kaernten-Neue-Details-zu-Korruptionsvorwuerfen-gegen-Doerfler

unmöglich

ich finde die Diskussion um Herrn Dörfler unmöglich und unangemessen - wo es doch allgemein bekannt ist, dass Herrn Dörfler durch das Gericht bestätigt wurde, dass er vergleichbar einem Entmündigter zu führen ist - das damalige Urteil entspricht einer Erklärung der Unzurechnungsfähigkeit. Dem zu Folge ist es natürlich eine Verletzung der Rechte psychisch Kranker bzw. entmündigter Personen ihn als Verbrecher zu bezeichnen, denn er kann wie bestätigt die Tragweite seiner Entscheidungen nicht erfassen.

Gast: supersauber
30.08.2012 13:19
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Personifizierte Unfähigkeit

"DÖRFLER: Noch einmal: Wenn Sie so mit mir reden, können wir das Gespräch gleich abbrechen." (http://www.kleinezeitung.at/kaernten/3104285/doerfler-kann-jedenfalls-nicht-erinnern.story)

Da wagt es doch glatt ein Journalist kritische Fragen zu stellen. Frechheit!

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Auffällig

dass sich Dörfler vorweg einmal auf seine fehlende Erinnerung beruft, und des weiteren lapidar darauf hinweist, dass alle Vergaben korrekt nach den BVG-Gesetz erfolgten. Verdächtig erscheinen mir Antworten wie: "Soweit es mir bekannt ist", dafür bin ich nicht zuständig", "daran kann ich mich nicht erinnern". Eine starke Rechtferigung müßte anders lauten.

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Sumpffelsen

Dörfler sah sich bis auf den Tag als supersauber - und jetzt das. Während andere um ihn herum im Sumpf versanken oder noch im Gatsch stecken, ragte er als trockener Felsen aus der Sumpflandschaft heraus. Sollte auch er vom System Haider angesteckt worden sein? Fürs erste werden Erinnerungslücken strapaziert. Ob sich das noch ausgehen wird?

Gast: Blankensteiner Husar
29.08.2012 21:09
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Wie soll denn das bitte gehen? Da müssten ja die Beamten mitmachen

Und die machen überall mit. Nicht wegen der Partei, sondern wegen ihrem eigenen Geldbörserl

 
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