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Rettungsorganisationen fordern Ersatz für Zivildienst

29.08.2012 | 12:33 |   (DiePresse.com)

"Bevor man so ein erfolgreiches Modell kübelt, sollte man genau wissen, was kommt danach", warnt das Rote Kreuz.

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Die Rettungsorganisationen fordern Ersatz für den Zivildienst, wenn dieser durch die Volksbefragung zur Wehrpflicht abgeschafft werden sollte. Der Bundesgeschäftsführer des Arbeitersamariterbunds Reinhard Hundsmüller warnte am Mittwoch vor Leistungseinschränkungen, sollten die Zivildiener nicht adäquat ersetzt werden. "Bevor man so ein erfolgreiches Modell kübelt, sollte man genau wissen, was kommt danach", sagte Rotes Kreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum.

Rund 13.000 Jugendliche leisten jedes Jahr Zivildienst. Rotes Kreuz und Samariterbund sind die beiden größten Trägerorganisationen. Beim Roten Kreuz sind rund 4000 Zivis beschäftigt, beim ASBÖ etwa 1400.

SPÖ will "freiwilliges soziales Jahr"

SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer schlägt als Ersatz für den Zivildienst ein rundum erneuertes "freiwilliges soziales Jahr" vor. Es soll mit einem Mindestkollektivvertragslohn von 1.300 Euro 14 mal pro Jahr bei vollem Sozialversicherungsschutz abgegolten werden. Hundsmüller und Kerschbaum können sich dieses Modell grundsätzlich vorstellen - aber mit Einschränkungen.

So glaubt Hundstorfer, dass man die Zahl der Einsatzkräfte durch einen optimierten Einsatz reduzieren könnte. In diesem Fall seien wohl Leistungseinschränkungen zu befürchten, kritisierte Hundsmüller. In Wien sei man mit 120 Rettungsfahrzeugen unterwegs, die 1000 Patienten transportierten. In jedem Fahrzeug sei ein Hauptamtlicher und ein Zivildiener. Weniger Zivildiener bedeute automatisch, dass die Transportmöglichkeiten sinken würden.

Kerschbaum stört alleine schon der Name "freiwilliges Jahr", da Hundstorfers Modell ja einen Bezahl-Job vorsehe. Nicht sicher ist er, ob man tatsächlich die vom Sozialminister anvisierten 6500 Menschen finde, die solch einen vormaligen Zivildiener-Job auch ausüben wollten - Bedenken, die auch Hundsmüller für konjunkturstarke Jahre hat. Gäbe es weniger Mitarbeiter, komme für das Rote Kreuz noch das Problem hinzu, dass es wohl weniger Freiwillige geben würden, befürchtet Kerschbaum. Denn 50 Prozent der Ex-Zivis würden zumindest im ersten Jahr nach ihrem Dienst noch freiwillig mitwirken.

Letztlich ist es für Kerschbaum aber eine politische Frage, wie man den Zivildienst-Ersatz gestalte. Man könne durchaus auch mehr hauptberufliche Mitarbeiter in den Rettungsorganisationen einsetzen, nur koste das eben. Müssten die Zivildiener durch Hauptamtliche ersetzt werden, würde das alleine beim Roten Kreuz Kosten von 140 Millionen Euro im Jahr 2013 bedeuten, gab Kerschbaum zu bedenken.

(APA)

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69 Kommentare
 
12
Gast: sherlock
17.10.2012 00:33
0 0

meinungsfreiheit


...tja jedes unternehmen hat das recht billige arbeitskräfte zu fordern

...ich hätte auch gerne einen zivi für mich alleine

Gast: Ein Rettungsdienstler
30.08.2012 17:53
1 0

Chancen nutzen

Bitte lassen wir nicht wieder die Rettungsorganisationen bestimmen, wie Rettungs- und Krankentransport in unserem Land auszusehen zu haben. Genau dieser Grund hat dazu geführt, dass wir in Sachen Rettungswesen in Österreich noch im Mittelalter umherwandern und das Rote Kreuz praktisch die unangefochtene Aleinmacht darstellt.

240h Ausbildung für Rettungssanis sind einfach NICHT vertretbar und werden nur durch das Arugment des Zivildienstes und der Freiwilligkeit gestützt.

Vergleichen sie doch mal, wie es in anderen Ländern aussieht. Ein Richwert wären 3-4 Jahr Ausbildung auf Hochsculnievau. Ein Notarzt ist keine Ausrede.

Klar wird es teurer, aber diese Kosten kann man durch ein wesentlich bessers Outcome der Patienten mehr als kompensieren.

Gast: Lukas
30.08.2012 08:34
1 0

beim Inseratenkanzler zahlen ohnedies die "Reichen"

die übernehmen locker die Kosten für 13.000 Zivildienstler um € 1300,- /Monat und zusätzlich die Sozialversicherungskosten. Da haben die Roten gleich eine Menge neuer Arbeitsplätze geschaffen. Da ist dann auch ein Betriebsrat fällig und womöglich ein rotes Parteibuch für jeden Zivi. Die Roten denken eben voraus..

Gast: Moderndenkender
30.08.2012 00:08
2 1

Ab ins Ausland...

Wenn ich mir die Pro-Wehrpflicht und Pro-Zivildienst Kommentare so lese, dann kann ich mir gut vorstellen, dass sich so mancher ueberlegt, fix abzuhauen.

Kenne nicht wenige, die das schon vor Jahren gemacht haben.

Es ist eine Schande, dass in einem kleinen mitteleurpaeischen Land ein daemlicher Haufen von 8.000.000 minus Berufsheer-Anhaenger tatsaechlich das OEVP-"Modell" favorisiert.

Wie durchgeknallt und krank muss man in der Birne sein, um die Wehrpflicht beibehalten zu wollen ?

Zynismus

"Erfolgreiches Modell"?
Selbstverständlich ist das Modell erfolgreich für die Rettungsorganisationen: Sie bekommen ohne sich dafür bemühen zu müssen regelmäßig kostenlose Zwangsarbeiter zugewiesen, die dann zum Teil 55 Stunden in der Woche schuften dürfen und dafür nichts bekommen. Besser geht's nicht, oder?

Ja, sehr erfolgreich, das Modell.

Gast: karhub
29.08.2012 22:47
6 1

diese Scheinheiligkeit stinkt zum Himmel,

alle wirklichen Zahlen werden vertuscht und uns ein Bär für die aufwändige Bundesheer-Aristrokratie und das ebenso aufgeblähte RK-Beamtentum verheimlicht. Die sicheren und gut bezahlten Jobs werden uns verschwiegen und nun sollen wir über eine verschlüsselte und bedrohliche Befragung unser Einverständnis zum Weiterwursteln geben. Da gibt es ja schon bald mehr Häuptlinge als Diener.

Gast: Andere Lösung
29.08.2012 22:24
2 0

Mein Vorschlag, auf Freiwilligenbasis, Arbeitslose und Mindestsicherungsempfänger, der Staat braucht dann den Betrag nur mehr Ergänzen.

Freiwillig, nicht jeder ist für den Job geeignet, und zwang in der Tätigkeit ist vollkommen fehl am Platz! Vom Windelwechseln in der Geriatrie bis Tätigkeiten in der Gruft, das ist bei Gott und der Welt kein Ding für JederFrau/Jedermann....

Arbeitszeit 4 Stunden, einerseits damit Alleinerziehende sich beteiligen können, anderseits, das viele die Möglichkeit haben, die Tätigkeit zu verrichten.

Den Katalog der Tätigkeiten könnte man noch an eine Erweiterung nachdenken im Staatsdienst, als Hilfs Beamte, sowohl Gerichte als ach Gefängnisse und Polzei jammern über ständigen Personalmangel...

Und schließlich kostet es nur die Ergänzung, zu dem was Papa Staat ohnedies zahlt. Damit wäre auch ein Umfeld geschaffen für all jene die die Wirtschaft nicht mehr will, oder für jene die mit den Anforderungen und der Situation nicht mehr klar kommen.

Das es Probleme mit der Besetzung gibt, denke nicht, zumindest solange nicht, solange die Freiwilligen nicht schikaniert und sekiert werden!

(Das es nicht kommt liegt daran das es eine Ernsthafte Alternative zur Wirtschaft darstellt, die damit schon aus Prinzip nicht einverstanden sein können!)

Jammertal

Damit wird auch klar, in welchen Bereichen die BefürworterInnen der Abschaffung der Wehrpflicht (wie sperrig...) noch Überzeugungsarbeit leisten müssen. Grundsätzlich könnte man den Wechsel auch mit einer Sozialkarenz bzw. unbezahlte Freistellung mit Wiedereinstellungsgarantie (noch mal sperrig) schmackhaft machen, die es berufsmüden Arbeitnehmerinnen erlaubt, für einige Zeit im Sozialbereich tätig zu sein. Höchste Zeit wird es auch für die Einführung eines zivilen Friedensdienstes im Ausland, der schon im Vorfeld Konfliktherde aufspürt und auf allen Ebenen pragmatische Lösungen sucht, bevor es zu irgendwelchen kriegerischen Eskalationen kommt. Es könnte so spannend werden...

Gast: Das Ekel Alfred
29.08.2012 19:03
2 1

Der Fußballklub-Präsident aus Kroatisch Minihof


versucht sich an der Zerschlagung von Wehr- und Zivildienst.

Auf der SPÖ-Internetseite verschweigt Darabos großzügig seinen Zivildienst, den er interessanterweise neben seinem Studium absolviert hat.






9 1

Vorschlag

Warum schafft man das Heer nicht ab und führt ein kleines Berufsheer ein, dass insbesondere dem Katastrophenschutz zu Gute kommt?

Weiters würde ich vorschlagen, dass Männer und Frauen einen 6 - monatigen Zivildienst machen der in mehreren Teilen absolviert werden kann?

Ich selbst habe noch einen einjährigen wirklich schlecht bezahlten (320 pM) Zivildienst im Altersheim gemacht.

Anfangs war es furchtbar aber ich muss ehrlich sagen, dass es rückblickend eine positive Lebenserfahrung für mich war.

Frauen, die statistisch länger leben und früher in Pension gehen sollten mMn auch einen Dienst leisten müssen.

Wir alle werden mal früher oder später auf einen Zivildiener angewiesen sein.

Immerhin leben wir in einem Sozialstaat - da wären 6 Monate Einsatz für den Staat durchaus ok oder?

Antworten Gast: 1ter_bezirk
30.08.2012 10:29
1 0

Re: Vorschlag

Das ganze Geschwaffel von wegen "Dienst für die Gemeinschaft leisten" etc. kann ich schon nicht mehr hören!

Mein Dienst an der "Volksgemeinschaft" ist folgender: ich bin berufstätig, zahle meine Steuern (hohe Progressionsstufe) und fínanziere das österreichische Sozialsystem(Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung).

Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
30.08.2012 14:09
1 0

Re: Re: Vorschlag

"Dienst an der Gemeinschaft":

Ja, wir haben uns alle lieb. Geld ist nicht wichtig. Jeder ist fuer jeden da. Ohne Zivildienst geht die Welt unter.

Laut Spinner...

jede Rettungsfahrt und jeder Krankentransport ...

wird von den Organisationen, bzw. Unternehmen voll verrechnet!
Warum wollen sie dann den Mitarbeitern keine "normalen" Gehälter zahlen?

Antworten Gast: hoola13
29.08.2012 17:40
1 1

Re: jede Rettungsfahrt und jeder Krankentransport ...

weil dann der "voll verrechnete betrag" steigen würd

Klar doch

Wer freut sich denn nicht über tausende unbezahlte Zwangsarbeiter jedes Jahr...die hätte wohl jeder gern. Die Vorstellung, dass durch den Wegfall des Zivildiensts unser Sozialsystem „zusammenbricht“, ist absolut lächerlich. Wenn RK und Co. anständig bezahlen, finden sie auch genügend Leute, die die Arbeit machen.

Antworten Gast: Moderndenkender
29.08.2012 21:09
1 0

Re: Klar doch

Richtig ! Wenn die Marie passt, kommen die Leute von selbst.

ARBEITSLEISTUNG HAT BEZAHLT ZU WERDEN !

Re: Re: Klar doch

Tatsächlich mag so etwas fürs Erste herzlos gegenüber den Einsatzorganisationen klingen. Aber es gibt ja auch den Grudnsatz, dass ordentliche Arbeit auch ordentlich bezahlt werden muss. Immerhin muss man ja auch den volkswirtschaftlichen Schaden berücksichtigen, der dadurch entsteht, dass zwar Unsummen unbezahlter Dienstleistungsstunden erbracht werden, für die sich aber letztendlich niemand etwas kaufen kann.

Gast: HUBERTUS
29.08.2012 16:49
12 0

Lösung...

Für die Rettungsorganisationen habe ich eine einfache Lösung. Die Zigtausenden nicht indizierten Fahrten der Rettungsorganisationen gehören endlich den Verursachern direkt verrechnet. Prompt würde sich die Anzahl der Fahrten erheblich verringern und es wäre wieder genügend Personalresource da. (arbeite selbst ehrenamtlich bei einem Solchen Verein als Sani) Leider ist dieses Harte aber notwendige Erziehungsmittel politisch nicht durchsetzbar. Über Herrn Küberl kann man sich auch nur wundern, beschäftigt die Caritas als diozösaner Verein doch mehrere tausend "Zwangsarbeiter" (ZIVIS). Aüßerst mitmenschlich die Kirche, oder etwa nicht? Eine bodenlose Frechheit ist es auch Frauen darüber abstimmen zu lassen ob Männer weiterhin Zwangsweise Sozialdienste bzw. Dienst an der Waffe tun müssen oder nicht. !Gleichberechtigung! JETZT

Re: Lösung...

Sie sprechen mir aus der Seele; eine Wohltat. Ich war Zivildiener bei der Rettung und teile Ihre Ansichten.

Re: Lösung...

da kann ich Ihnen nur absolut zustimmen! (bin eine Frau)

Re: Lösung...

danke für den Hinweis auf die Frauen!
Es sollten tatsächlich nur Männer abstimmen.

Antworten Gast: scwarzseher
29.08.2012 17:13
4 0

Re: Lösung...

sie haben vollkommen recht. in keinlerei weiße betrifft frauen dieses thema. absurd darüber eine volksbefragung abzuhalten.

Antworten Gast: auwe
29.08.2012 17:03
1 2

Re: Lösung...

...das käme aber einer auflösung der krankenversicherung gleich.

Antworten Antworten Gast: HUBERTUS
29.08.2012 23:09
0 0

Re: Re: Lösung...

Nein, dem ist nicht so. Nicht indizierte Fahrten müssen auch jetzt schon selbst berappt werden. Da aber niemand die Verantwortung darüber übernehmen will zu entscheiden welche Rettungsfahrten gerechtfertigt sind und welche nicht zahlen die Krankenkassen aus "Kulanz".

Zivildienst ist unnötige Schikane die niemand benötigt!

Weg damit.

Antworten Gast: asu
29.08.2012 16:39
4 4

Re: Zivildienst ist unnötige Schikane die niemand benötigt!

ich habe bei meinem zivildienst (kantinenbetreueung in einem haus für ehemals obdachlose) sehr viel gelernt, mit leuten zu tun gehabt, mit denen ich sonst so nie in kontakt getreten wäre. natürlich wollte ich den zivildienst am anfang nicht machen, aber jetzt im nachhinein war er die absolut richtige entscheidung.
schikaniert wurde ich nicht (von wem auch?).
zudem lebt unser land von sozialen leistungen...

 
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