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Bucher: Stronach auf "Rachefeldzug"

29.08.2012 | 18:52 |  Von REGINA PÖLL UND PHILIPP AICHINGER (DiePresse.com)

Der BZÖ-Chef wirft dem Milliardär den "Kauf" von Mandataren vor. Selbst wenn die Stronach-Partei bald fünf Abgeordnete zählt, sieht Parlamentspräsidentin Prammer den Klubstatus „nicht automatisch" gegeben.

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Wien. Frank Stronach nimmt schon vor der Nationalratswahl 2013 Kurs auf das Parlament. Doch sein erhoffter Siegeszug wird zum Hindernislauf. Mit Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (bisher BZÖ) wechselte am Mittwoch zwar die nächste Mandatarin ins Lager Stronachs. Auch eine fünfte Abwerbung könnte dem Milliardär in seinen Verhandlungen mit Abgeordneten noch gelingen. Aber selbst wenn er bald den fünften Mandatar - Grundvoraussetzung für den begehrten Klubstatus im Parlament - haben sollte, ist der Klubstatus nicht sicher.

„Sollte dieser Fall eintreten, werde ich mir das sehr genau anschauen", sagte dazu am Mittwoch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) zur „Presse". Sie würde sich „wie seinerzeit Heinz Fischer bei der Abspaltung des Liberalen Forums" 1993 ausführlich mit der Präsidialkonferenz des Nationalrats beraten. „Automatisch geht jedenfalls gar nichts." Denn aus der Geschäftsordnung zum Nationalrat lasse sich beides - Klubstatus oder nicht - herauslesen. Prammer: „Ich muss leider mit dieser Ungenauigkeit leben."

Ein Vergleich mit dem LIF treffe jedenfalls „nur bedingt zu", so die Parlamentschefin unter Bezugnahme darauf, dass sich das Liberale Forum nur aus Abgeordneten einer Partei, der FPÖ, zusammensetzte. „Im Fall der Stronach-Partei hingegen dürften Parlamentarier aus verschiedenen Parteien zusammenfinden, was meiner Meinung nach eine andere Situation darstellt." So stelle sich auch die Frage, ob nach ihr auch das Nationalratsplenum aus allen 183 Abgeordneten über den Klubstatus entscheiden muss.
Doch nicht nur der Klubstatus, auch die Frage, wie Stronach eigentlich seine Abgeordneten „ködert", bringt den Magna-Gründer in die Kritik: Am Mittwoch warf BZÖ-Chef Josef Bucher Stronach vor, ihm bei einem Gespräch, bei dem der Unternehmer eine Kooperation mit dem BZÖ vorgeschlagen habe, „schon nach 20 Minuten 500.000 Euro geboten" zu haben. Er habe dies „selbstverständlich sofort" abgelehnt, so Bucher zur „Presse".

„Rachefeldzug" gegen Bucher?

Weil er nicht mit Stronach zusammenarbeiten wolle, sei dieser wohl jetzt auf „Rachefeldzug": So beurteilt Bucher die Tatsache, dass ihm mit den „Überläufern" nun insgesamt bereits ein Drittel der Mandatare abhandengekommen ist. Der Parteichef stellt in dem Zusammenhang auch einen „Kauf" von Abgeordneten durch Stronach in den Raum - mit Geld und Jobs bei „seinem" Autozuliefererkonzern Magna. Mandatare, die von dem Milliardär Angebote bekommen haben sollen, bestätigen derlei gegenüber der „Presse" nicht.

Könnte sich Stronach strafbar gemacht haben, sollte er Politikern doch Geld geboten haben? Das hängt davon ab, was vereinbart wurde. Eine Partei mit Geld zu unterstützen ist nicht verboten. Komplexer wird es, wenn Parlamentariern persönlich etwas geboten wurde, damit sie gemeinsam einen Stronach-Klub im Parlament gründen. „Das wäre problematisch, man könnte aber nicht hundertprozentig sagen, dass das strafbar wäre", sagt die Wiener Jus-Professorin Susanne Reindl-Krauskopf mit Blick auf das Strafgesetzbuch. Denn strafbar ist momentan nur der Stimmenkauf, also das Zahlen von Geld für ein Abstimmungsverhalten. Man müsste somit beweisen, dass die Parlamentarier das Geld nicht nur bekommen haben, um die Partei zu wechseln, sondern auch, um bei Abstimmungen in eine bestimmte Richtung zu votieren. Spannend könnte es auch noch werden, wenn Stronach konkret Geld geboten hat, damit drei Mandatare für ihn unterschreiben, sodass er bei der Nationalratswahl antreten kann. Diese Unterschrift würde ein Amtsgeschäft darstellen und wäre illegal, wenn sie entgegen den Regeln der Geschäftsordnung des Nationalrats erfolgt.
Stronach-Team: Geld nur für Wahlkampf
Eine Stronach-Mitarbeiterin, die beim Gespräch mit Bucher dabei war, dementiert: Man sei sich damals schlicht inhaltlich „nicht einig" gewesen. Geld für Bucher persönlich habe Stronach nie angeboten. „In den Gesprächen ging es auch um das Thema Wahlkampf, und Frank Stronach hat in Aussicht gestellt, dass er bei einer Einigung und weiterem gemeinsamen Vorgehen den Wahlkampf der Partei finanziell unterstützen würde, beginnend mit 500.000 Euro für Plakate."

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232 Kommentare
 
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Gast: NichtrotgrueninWien
30.08.2012 22:27
2 0

trost

Bisher gab es Spaltungen nur in guten Parteien, links stehend die betroffene Partei, daneben der Spaltungsverursacher: (SPÖ-Olah, FPÖ-Schmidt , FPÖ-Haider, BZÖ-Scheuch, BZÖ -Stronach).

Es kann also mit dem BZÖ nicht mehr nach abwärts gehen!

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jetzt

AUSGRENZER ( = EdelDemokraten ) ans Werk !

Gast: Sondersitzung
30.08.2012 18:22
1 1

Hinter vorgehaltener Hand hört man das möglicherweise

Maria Fekter auf Befehl Prölls demnächst zur Stronach Partei wechseln wird,

2 2

Mir gefällt Herr Stronach sehr:


Seine Ansichten, seine Persönlichkeit, sein Engagement und überhaupt was er aus kleinsten Anfängen geleistet hat überzeugen mich.
Nur seine Sympathien zu diesen Rechts populistischen Typen irritieren mich zutiefst.

Gast: joe1233
30.08.2012 17:39
6 1

warum die Aufregung

Die Kandidaten, die zu Stronach gewechselt sind, werden ohne Ihn alle vermutlich nicht mehr im nächsten Nationalrat sitzen. Also einfach nachzuvollziehen,warum die wechslen. Das ist Anreiz genug und somit brauch man die gar nicht "kaufen".

Antworten Gast: Gast4711
30.08.2012 19:01
2 0

Re: warum die Aufregung

Kennen Sie das 11. Gebot nicht?
Du sollst Dich nicht täuschen. ;-)

Gast: africano
30.08.2012 17:27
1 0

Alles läuft schon aus dem Ruder, aber ich bin der Meinung

das alles was zur Zeit passiert ,dahinter, ein System steckt.z. B.: Beim richtig geplanten Chaos ,werden bestimmt EINIGE davon voll PROFITIERN. "Geiz ist doch GEIL" ?

8 1

Wenn die Altparteien

nicht alle soviel Dreck am Stecken hätten, bräuchten sie sich auch nicht vor Stronach so zu fürchten.

Bei all der Anpatzerei was jetzt betrieben wird ist nur die nackte pure Angst vor dem Verlust des eigenen der Treibstoff.


2 1

Stronach hat zwar kein...

...vernünftiges Parteiprogramm, er ist nicht imstande Fragen zu beantworten. Aber er hat das Geld ein paar Abgeordnete einzukaufen und wird, so er antritt, massiv im Wählerpool der FPÖ fischen. Die FPÖ wird nicht mehr automatisch die Proteststimmen einsammeln. Zumal das Programm ja sehr ähnlich ist, allerdings Stronach im Gegensatz zu Strache Wirtschaftskompetenz vorweisen kann. Lassen wir uns überraschen, wie die Reden in naher Zukunft aussehen, die der Kickl dem Strache schreibt.

Antworten Gast: Gast4711
30.08.2012 19:05
4 1

Re: Stronach hat zwar kein...

Stronach wird definitiv allen Parteien Stimmen wegnehmen. Den einen mehr, den anderen weniger. Nun haben aber auch die vielen Nichtwähler eine Alternative.

Gast: unser Österreich
30.08.2012 15:50
6 1

keine Klientelpolitik!

Die Övp ist seit 26 Jahren ununterbrochen in der Regierung, die aktuelle Steuerbelastungslawine hat sie zu 80% mitverursacht!

Herr Spindelegger und seine ÖVP Mannschaft hat soviel STABILITÄT wie eine Sandburg...,
so oft wie der umfällt!

Bei der Stronach Partei weiß man wenigstens, woher das Geld kommt!

Bei ÖVSPÖ weiß man meist nicht, woher es kommt.
Es wird nur dauernd versichert, dass es nicht von Mennsdorff-Poully, der Asfinag, den ÖBB etc. kommt.

Antworten Gast: unser Österreich
30.08.2012 15:52
8 1

Re: Bei der Stronach Partei weiß man wenigstens, woher das Geld kommt!

Auf scharz-rot kann man nur mehr im Casino setzen!

Antworten Antworten Gast: you made my day
30.08.2012 17:50
1 0

Re: Re: Bei der Stronach Partei weiß man wenigstens, woher das Geld kommt!

:-)

Re: Bei der Stronach Partei weiß man wenigstens, woher das Geld kommt!

Na ja!

Und woher kommt das Geld für die Blauen?

Aus Argentinien und der Schweiz?

0 1

Re: Re: Bei der Stronach Partei weiß man wenigstens, woher das Geld kommt!

Eher aus Kärnten...

Antworten Antworten Gast: Flattaxx
30.08.2012 16:00
1 2

Re: Re: Bei der Stronach Partei weiß man wenigstens, woher das Geld kommt!

egal woher, die blauen haben keine bzw. nur eine mässige wirtschaftskompetenz, kein wunder, es fungieren ja dort zu 93% Beamte!

Gast: unser Österreich
30.08.2012 15:38
1 2

Neuer Wind, neue Hoffnung

Sprich gibt es niemand bzw. keinen der den Leistungsorientierten Bürger aus dem Mittelstand anspricht, ausser Josef Bucher und auch der Frank Stronach!

Ich weiss nicht ob nach der Wahl alles besser wird, aber es muss anders werden, wenn`s gut werden soll..!

Gast: unser Österreich
30.08.2012 15:33
2 0

....und die grosse Koalition ist GIFT fürs Volk!

Der Bucher ist ein anständiger Wirtschaftsliberaler Politiker, andere Obmänner könnte sich da eine Scheibe abschneiden..
Leider gehts mit dem BZÖ bergab ...
Ich glaube das BZÖ und Stronach im Parlament verbleiben wird, die möchtegern Wirtschaftspartei sich ÖVP bei 10-14% einfedeln wird :)
Meine Prognose war keine Bauchentscheidung bzw. nach einem Farbspiel, sie ist auf sachlicher Ebene zurückzuführen!

Wir brauchen Reformen, Reformen und harte Sparpakete und keine "Reförmchen und laufende Wahlversprechen!

Der Österreicher muss sich dessen bewusst sein das unser Staat bzw unsere Umverteilungspolitik radikal geändert werden muss, wir leben weiterhin über unsere Verhältnisse !
9,4 Milliarden zahlen wir alleine an Zinsen für unsere Staatsschulden,Österrich hat 3,8 Millionen Erwärbstätige und nur 1,9 Millionen die mehr ins System einzahlen als sie an Leistungen empfangen, nahezu 6,5 Millionen profitieren davon!!!

Mittelstand zählen wir in gleichem Maße Arbeiter und Angestellte, Beamte, Selbständige, Unternehmer und Bauern. Aber genauso leistungsbereite Pensionisten als Wissens- und Erfahrungspotential, auch Studenten und Jungakademiker, die noch in Ausbildung sind aber durchaus bereits in beruflicher Praktikantentätigkeit stehen – und das gilt auch für die zahlreichen tüchtigen Lehrlinge und Gesellen auf ihrem dualen Bildungs- und Ausbildungsweg. Aber ganz und gar nicht zu vergessen ist sicher auch der positive Beitrag, den vor allem Frauen, aber auch Männer in unbezahlter Hausa

Gast: beimLIF u.der heide schmidgings
30.08.2012 15:05
4 0

stronach und die fpö werden leicht die absolute mehrheit bekommen- und die spö(1.öst.sozialabbaupartei gegen die asvgarbeitnehmer) mit faymann u. prammer müssen wieder auf die oppositionsbank.


Gast: Onkel Franz
30.08.2012 13:22
5 1

...die Rechnung - bitte sehr...

...meine Damen und Herren Abgeordnete, Minister und Konsorten - zahlen heissts - ohne Wenn und Aber - jetzt wirds ernst ! Endlich !!!

Ob das eine gute Idee ist?

Man kann Hrn. Stronach einschätzen wie man will. Aber bei der derzeitigen Lage (und dem eh schon nicht mehr vorhandenen Ansehen der Berufspolitiker beim Wähler) dürfte es kontraproduktiv sein, ihm unter Ausnutzung aller Tricks Steine in den Weg zu legen.

Wir wissen aus Erfahrung, dass der "Arme, von den Altparteien ausgeschlossene" schon aus dieser Positionierung heraus einen Vorsprung bekommt. Denselben Fehler jetzt zu wiederholen (und den Elfmeter auch noch selbst aufzulegen) wäre kein Zeichen von Intelligenz.

Dass der SP ein starker Stronach nützt, ist kein Geheimnis. Von einer Parlamentspräsidentin hätte ich mir allerdings auch etwas weniger Parteitaktik erhofft (wenn auch nicht erwartet).

Gast: Parteifilz
30.08.2012 11:52
15 4

Die Frau Parlamentspräsidentin ist Parteipolitikerin geblieben.

Die Frau Prammer ist die alte Parteipolitikerin geblieben, die den Parlamentarismus nur als Hindernis und Etappe zur Regierungsmacht für ihre SPÖ betrachtet.

Re: Die Frau Parlamentspräsidentin ist Parteipolitikerin geblieben.

In diesem Fall hat Prammer aber durchaus recht. In der Geschäftsordnung steht:

"Abgeordnete derselben wahlwerbenden Partei haben das Recht, sich in einem Klub zusammenzuschließen. [...] Abgeordnete, die nicht derselben wahlwerbenden Partei angehören, können sich in einem Klub nur mit Zustimmung des Nationalrates zusammenschließen."

Re: Re: Die Frau Parlamentspräsidentin ist Parteipolitikerin geblieben.

Aber sobald diese neue wahlwerbende Partei OFFIZIELL mit neuen Mitgliedern(innen) gegründet ist,gilt dieser Ausschluß-Passus nicht mehr!

Und soweit mir bekannt ist,sind ja Heide Schmidt und Konsorten kurz nach der Gründung ihrer HPH-LIF-Party sofort aus der FPÖ ausgetreten und waren quasi nur mehr wilde Abgeordnete,die man parteipolitisch eigentlich nicht mehr klar zuordnen konnte.

Also ist dieses Prammer-Argument falsch.

Antworten Antworten Antworten Gast: unser Österreich
30.08.2012 15:54
4 0

Re: Re: Re: Die Frau Parlamentspräsidentin ist Parteipolitikerin geblieben.

so sehe ich das auch!

 
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