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U-Ausschuss: Verhandlungen über Zeugenliste geplatzt

31.08.2012 | 18:21 |   (DiePresse.com)

Die Zusammenkunft des Korruptions-U-Ausschusses endet im Chaos. "Wir haben heute eine grüne Diktatur erlebt", wettert VP-Fraktionsführer Amon.

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Am Freitag wollten die Abgeordneten des Korruptions-U-Ausschusses in einer nicht-medienöffentlichen Sitzung die Zeugenladungen beschließen. Doch die erste Zusammenkunft nach der Sommerpause hat im Chaos geendet: Die Verhandlungen über Zeugenladungen zur Inseratenaffäre und den weiteren Zeitplan sind am Freitagnachmittag geplatzt.

Die Grüne Ausschuss-Vorsitzende Gabriela Moser ließ einen Antrag über den Zeitplan von vier Fraktionen nicht zu. SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ sind empört über Mosers Vorgangsweise. Die Zeugenbefragungen können damit nicht wie ursprünglich angedacht nächste Woche fortgesetzt werden, denn es gibt schlicht keine Zeugenliste. Zur Diskussion gestanden war unter anderem die Ladung von SP-Bundeskanzler Werner Faymann.

Geschäftsordnungssitzung statt Befragung

Seit elf Uhr hatten die Abgeordneten über Zeugen und Zeitplan verhandelt. Unter anderem ging es um die mögliche Ladung von Faymann, Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP). SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ wollten einen Antrag für einen Zeitplan einbringen, der aber von Moser wegen Gesetzeswidrigkeit nicht zugelassen wurde und deshalb nicht zur Abstimmung gelangte. Mosers Begründung: Der Antrag enthalte auch einen zeitlichen Fahrplan für die Aktenvorlage, was nicht zulässig sei. "Ich muss mich an das Gesetz halten." Daraufhin zogen die Regierungsfraktionen auch ihren Antrag auf Zeugenladungen zurück, den sie ja eigentlich mit Mehrheit hätten beschließen können - nun gibt es keine Zeugenliste. Moser sieht Indizien, dass versucht werden könnte, den Ausschuss abzudrehen.

Am 6. September treffen die Abgeordneten nun nicht zu Befragungen, sondern wieder zu einer Geschäftsordnungssitzung zusammen. Moser hat sich mit ihrer Vorgangsweise jedenfalls den Zorn der anderen Fraktionen zugezogen.

"Haben eine grüne Diktatur erlebt"

"Wir haben heute eine grüne Diktatur erlebt", schimpfte VP-Fraktionsführer Werner Amon. Er sprach von "Missbrauch". Man müsse nun auch darüber nachdenken, das Gesetz dahingehend zu verändern, dass es künftig eine Abwahlmöglichkeit von Vorsitzenden gebe. Dass der Ausschuss durch den Antrag mit Anfang Oktober abgedreht worden wäre, sieht Amon nicht so: Es stehe ja drin, dass weitere Termine zeitgerecht festzulegen seien.

Auch SPÖ-Fraktionsführer Otto Pendl zeigte sich empört. Den Zeitplan bis Oktober begründete er mit der anstehenden Budgetdebatte, in die ja dann jeder Abgeordnete irgendwie verwickelt sei. Pendl will die Sache nun "auch in anderen Organen dieses Hauses" besprechen. Der FPÖ-Abgeordnete Christian Höbart findet ebenfalls, dass Moser "völlig daneben gegriffen" habe. Was man heute erleben musste, sei "einmalig", kritisierte auch der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner. Man könne nicht weiterarbeiten, das sei ein "Eklat".

Sollte Kanzler Faymann geladen werden?

Untergegangen ist durch das Chaos die Frage, welche aktiven Regierungsmitglieder als Zeugen vorgeladen werden sollten. Dem Vernehmen nach sollten nämlich zwar Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) auf einem Ladungslisten-Entwurf der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP zur Inseratenaffäre stehen. Bundeskanzler Werner Faymann selbst jedoch fand sich dem Vernehmen nach - anders als von der Opposition gewünscht - nicht auf der Liste.

Scharfe Kritik kam daher vom Grünen Abgeordneten Peter Pilz. Er befürchtet, dass der Ausschuss nach Plan von SPÖ und ÖVP Anfang Oktober abgedreht werden soll. Dass Kanzler Faymann nicht geladen werden soll, ist für ihn "entlarvend": "Der Erfinder der Inseratenkorruption darf nicht öffentlich über seine Geschäfte mit dem Boulevard befragt werden. Damit sind die Roten mit im schwarzen Boot."

Verschiedene Ladungslisten

Er dürfte drei verschiedene Ladungsanträge geben: von den Koalitionsparteien, den Grünen und dem BZÖ. Weiters gab es noch zwei Anträge zum Streitthema Aktenlieferungen für bereits behandelte Untersuchungsgegenstände.

Stefan Petzner vom BZÖ verwies darauf, dass der Ladungsvorschlag seiner Partei doppelt so viele Namen enthalte wie jener der Regierungsparteien, nämlich 24 zu zwölf. Christian Höbart von der FPÖ kritisierte, dass die Art der Zusammenarbeit im Ausschuss, nämlich gemeinsame Ladungslisten zu erstellen, nicht mehr vorhanden sei. Es werde über die Opposition drübergefahren.

Vorwürfe gegen Berlakovich und Ostermayer

Wieso sollen zwei Regierungsmitglieder geladen werden? Berlakovich sei "tief verstrickt in den gesamten Inseratensumpf", sagte der Grüne Abgeordnete Peter Pilz. Er verwies auf AMA-Inserate und auf einen Rechnungshof-Bericht aus dem Jahr 2011, wonach 2009 auf Wunsch des Ministeriums der Klimafonds Inserate schaltete und diese nachträglich zahlen habe müssen.I

Der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner erklärte, in parlamentarischen Anfragen zur Inseratentätigkeit der Ministerien steche Berlakovich negativ heraus. Es habe beispielsweise enorme Zuwendungen an das "Forum Land" und Publikationen des Bauernbundes gegeben.

Ostermayer soll laut dem Antrag zu Untersuchungsgegenstand 4 geladen werden. Es geht um Vorwürfe, wonach der damalige Verkehrsminister und heutige Kanzler Werner Faymann - beziehungsweise dessen damaliger Büroleiter und jetziger Staatssekretär Ostermayer - Staatsbetriebe wie ÖBB und Asfinag gezwungen haben sollen, in Tageszeitungen zu inserieren.

 

 

Inseratenaffäre im U-Ausschuss
Beim anstehenden Beweisthema 4 des U-Ausschusses geht es um Einflussnahme von Mitgliedern der Bundesregierung auf Inseratenschaltungen durch staatsnahe oder im Einflussbereich von Ministerien befindlichen Unternehmen oder Organisationen. Untersucht werden sollen die Vorwürfe, wonach der damalige Verkehrsminister und heutige Kanzler Faymann - beziehungsweise dessen damaliger Büroleiter und jetziger Staatssekretär Ostermayer - Staatsbetriebe wie ÖBB und Asfinag gezwungen haben sollen, in Tageszeitungen zu inserieren.

(APA)

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54 Kommentare
 
12

Einigkeit stinkt

Wenn sich die 4 Parteien, die sonst kein gutes Haar an den jeweils anderen lassen, sich plötzlich so einig sind, dann weiß der Österreicher: hier stimmt was nicht.
Was haben ÖVP SPÖ FPÖ und BZÖ gemeinsam zu verbergen ? Was soll der rasche Zeitplan verhindern?
Informationen aus dem Inseraten-, Sponsoring- und Partei-Spenden-Dschungel?

1 0

... Amon und die Diktatur ...

... die Korruption findet im Parlament statt.
Wenn die grüne Diktatur der Wahrheitsfindung hilft, ist sie allemal besser als die verlogene, korrumpierte, vermeintliche Demokratie von rot/schwarz.
Warum tritt Faymann nicht freiwillig ohne gebeten, geladen oder gezwungen zu werden vor diesen U-Ausschuß - weil er ein Mann ohne Charakter, Intellekt und Rückgrat ist.

Gast: Frau Holle
01.09.2012 16:46
0 0

Dieser Kanzler ist eine Schande für Österreich!

Schämen Sie sich und treten Sie zurück!
Und vergessen Sie debei nicht auf Ihren Staatssekretär!

Und der Hc Strache sagt wieder einmal DANKE!


Und der HC S


Gast: Hans M..
01.09.2012 05:36
1 0

HILFE

Ganz Österreich ist in einem Sumpf von Korruption und Freunderlwirtschaft versunken.
Normal gehören alle lebenslang hinter Gitter.
Wir brauchen dringend Hilfe aus dem Ausland alleine schaffen wir das gar nicht mehr.

Ein fürchterliches Bild der Politik....

..bietet das Parlament,die Gesetzgebung,die Politiker in diesem Land überhaupt.Dieser Sumpf zieht sich von ganz oben bis nach ganz unten,wo ohne Partei oder deren Zugehörigkeit gar nichts mehr geht.Es wird ungeniert genommen und kassiert,erhöht man nicht die Steuern,sinds eben irgendwelche Gebühren,der Bürger zahlt.Vermutliche Verfehlungen werden auch noch untereinander untersucht,da kann nie etwas
rauskommen.Was bisher ans Licht kam,geschah nicht aufgrund von Ehrlichkeit,sondern erweckt eher den Eindruck,was kann ich meinem politischen Gegner noch anhängen.Da kommt zwangsweise was ans Licht.Das ist das einzige Gute daran.Ich fürchte,dass war erst ein Bruchteil der Wahrheit.Es scheint, diesen ganzen Sumpf kann man nicht mehr trockenlegen,außer es würde ein Politiker oder Partei kommen,der noch nicht durch eine "Parteikaderschmiede"gegangen ist und endlich das macht wofür er gewählt wird.Seine Wähler,
das Volk und den Bürger zu vertreten.Nicht seine Partei,sich selbst oder andere Organisationen.Wer arbeitet noch für uns Bürger?Wo gibt es noch Volksvertreter,die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen?
Ich fühle mich von keiner Partei mehr vertreten,keine Partei im Parlament verdient mehr mein "Vertrauen".Das Land steht politisch still,dringend anstehende Entscheidungen werden nicht getroffen(Schule,Verwaltungsreform etc.)Mann lässt alles so lange laufen,bis alles den bach runter geht,Siehe Bundesheer,Lehrer etc.,einstweilen könnt ihr weiter streiten..ein fürchterliches Bild

Re: Ein fürchterliches Bild der Politik....

Im Prinzip ja, aber noch bin ich grün

Herr Fischer, Frau Prammer

wo ist ihre lautstarke Rücktrittsforderung an W.F.?

Antworten Gast: Frau Holle
01.09.2012 17:44
0 0

Re: Herr Fischer, Frau Prammer

Fischer am Klo, Bärbel mit der Verhinderung von Stohsacks Klubgründung beschäftigt
That's it!

Das war doch von Anfang an sonnenklar!

SPÖVP werden den U-Ausschuß rechtzeitig abdrehen, für Faymann oder Berlakovich bleibt leider keine Zeit mehr!

Gast: oTTo sagt, Die höchste Form der Hoffnung ist die überwundene Verzweiflung!
31.08.2012 18:49
7 0

Besser ist, Österreich zusperren.....

....an den Grenzen Schilder aufhängen "WEGEN UNÜBERBRÜCKBARER KORRUPTIONSDIFFERENZEN" derzeit geschlossen....und nach den Wahlen 2013 tauschen wir diese Schilder gegen andere Schilder aus, die da heissen "NEUÜBERNAHME!

Belohnung dafür eine mögliche Regierungsbeteiligung!

man kann nur hoffen dass ROT/GRÜN zuwenig Stimmen bekommen.

Antworten Gast: 34tw5zi
31.08.2012 21:51
0 1

klären Sie mich auf, bitte?

also die grüne moser lässt einen antrag von övp und spö nicht abstimmen, weil er eine gesetzwidrige selbstknebelung des ausschusses darstellt. die spö ist fuchsteufelswild.

worin genau liegt jetzt die leistung der grünen für die spö, die in der folge mit einer regierungsbeteiligung belohnt werden soll?

es scheint doch genau andersrum zu sein: spö, övp, fpö und bzö wollen ein ende des ausschusses, weil jetzt auch die ersten gerichtsakten zu den diversen causen in den ausschuss kömen. die grünen versuchen das zu verhindern (übrigens: mit guten argumenten und einem gutachten der parlamentsjuristen im rücken).

die grünen mögen Ihnen nicht sympathisch sein, aber hier sind sie doch die einzigen, die am aufdecken interessiert sind.

Re: klären Sie mich auf, bitte?

Lieber Freund! Das ist doch ein abgekartetes Spiel !

Alle Parteien wollen den Ausschuß abdrehen, weil sie nicht weiter Wähler an Stronach und die Piraten verleiren wollen, was bei einer weiteren Schmutzwäsche unweigerlich der Fall wäre!!!

Bananenrepublik

Alles nur Theater auf Kosten des Steuerzahlers!MfG

Gast: C-Quadrat
31.08.2012 18:27
2 4

"Haben eine grüne Diktatur erlebt"

Der arme Amon, wird er schon wieder verfolgt?

"Der Erfinder der Inseratenkorruption darf nicht öffentlich über seine Geschäfte mit dem Boulevard befragt werden....


.....der "Lieblingskanzler der Österreicher" und "Obama Österreichs"-laut Krone

....kann leider seinen lieben "Onkel Dichand" nicht mehr fragen...

...wie er aus der Sache herauskommt.

Daher untertauchen und das tun, was er am besten kann: Blenden, blenden, blenden.


Gast: laozi
31.08.2012 17:50
17 0

Faymann

Strafrechtliche Belange und Untersuchungsausschüsse prallen bei ihm ab wie an Superman.

Da fragt sich doch der kleine Mann und der Häfnbruder, ob das Recht wirklich gleich für alle ist?

So wird's aber nix mit einem BMfLV Pilz in der grün-roten Endzeit!


Warum nicht, Herr Faymann?

Sehr geehrter Herr BK Faymann,

ich glaube Ihnen, dass alles rechtens gelaufen ist. Also warum sollten Sie sich nicht vom U-Ausschuss befragen lassen? Ich sehe keine Gründe dafür, im Gegenteil:

Das hätte erstens Vorbildwirkung: Wer aus der Regierung sollte sich dann noch verweigern können? Es gibt ja viele, die hier noch zu den aktuellen oder auch neuen Themen zu befragen wären, wie Schüssel, Kopf, Strache, Bucher, ...

Das könnte zweitens vertrauensbildend sein: Offene und ehrliche Antworten, vielleicht auch das Eingestehen grenzgängerischer Aktionen, verbessert Ihr Image mehr als ÖBB-Inseratenkampagnen ...

Und drittens, wenn Sie sich nichts vorzuwerfen haben, wovon ich ausgehe: Sie stärken damit Ihre Ausgangsposition für die nächsten Wahlen, und das sicher auch deshalb, weil kaum ein anderer Politiker freiwillig den Mumm hat, sich dem U-Ausschuss zu stellen.

PS: Und wenn Armin Wolf das ORF-Sommergespräch mit Ihnen in einer ähnlichen Art wie mit den bisherigen Kandidaten führt, dann wird eine Befragung im U-Ausschuss kaum unangenehmer sein ;-)

11 0

Re: Warum nicht, Herr Faymann?

warum nicht? ganz einfach: dieser korrupte Bundeskanzler sieht sich nicht mehr in der Lage sein Lügenkonstrukt mit Argumenten aufrecht zu erhalten, deshalb stellt er sich dem Ausschuss nicht, gleiches wird's auch beim Untersuchungsrichter spielen, denn bei der ersten Einvernahme haben diese Versager und sein Osterei ja gelogen, dass sich die Balken biegen .... einen derart kriminellen BK haben wir uns nun wirklich nicht verdient .... Herr Wolf wir sind gespannt!!!!!

Re: Re: Warum nicht, Herr Faymann?

Warten wir einmal ab, ob er überhaupt beim Wolf erscheinen wird!

Re: Re: Warum nicht, Herr Faymann?

Warten wir einmal ab, ob er überhaupt beim Wolf erscheinen wird!

Antworten Gast: Mumpitzerl
31.08.2012 18:31
6 0

Re: Warum nicht, Herr Faymann?

Leider hat der Inseratenkanzler keinen "Mumm" sondern bloß einen "Muhm"

Re: Warum nicht, Herr Faymann?

Weil ihm die intellektuelle Kapazität fehlt, auf kritische Fragen eine vernünftige Antwort zu finden! Im U-Ausschuß könnte ihm kein Einsager zur Seite stehen und ohne einen solchen würde er sich nur plamieren.

 
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