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Das ewige Dilemma der ÖVP

31.08.2012 | 18:34 |  ULRIKE WEISER UND THOMAS PRIOR (Die Presse)

Wie Michael Spindelegger an sich und seinen Parteifreunden scheitert. Über die Gründe, warum die ÖVP schon wieder in der hausgemachten Krise steckt. Und wer die Schuld trägt.

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Wer den Überblick verliert, steigt gern auf die Berge, heißt es. Im Fall von Michael Spindelegger muss ein Hügel reichen. Nach der offiziellen „Nichtkrisensitzung“ Donnerstagabend wanderte der ÖVP-Obmann am Freitag mit Funktionären aus Bezirks- und Landesparteien zur Josefswarte und Kammersteinerhütte bei Perchtoldsdorf. Geplant war eine lockere Plauderei, geworden ist es wohl eine anstrengende Debatte. Über die Gründe, warum die ÖVP schon wieder in der hausgemachten Krise steckt. Und wer die Schuld trägt.

Spindeleggers Dilemma wirkt vertraut: So sehr er sich bemüht – in einer komplizierten, auf Machtansprüchen und Eitelkeiten basierenden Parteistruktur aus Bünden und Landesorganisationen scheint er wie viele seiner Vorgänger zum Scheitern verurteilt. Spindelegger wollte seine Partei personell neu aufstellen: Er selbst wäre Finanzminister geworden in der – nicht ganz unberechtigten – Hoffnung, dass ihm die Eurokrise im letzten Jahr vor der Nationalratswahl mehr Medienpräsenz einbringen würde. Maria Fekter sollte in den Parlamentsklub wechseln und Karlheinz Kopf ablösen, der nicht als Spindelegger-Freund gilt. Kopf sollte an Fritz Neugebauers Stelle Zweiter Nationalratspräsident werden, und Reinhold Lopatka Außenminister.

Doch die Bünde verhinderten diese Rochade – aus Eigeninteresse: Vor allem der Wirtschaftsbund fürchtete durch die Rochade Spindelegger/Fekter um seinen Einfluss im Finanzministerium und formierte sich beim ÖVP-lastigen Forum Alpbach zum Widerstand. Als Drohkulisse stand sogar eine Ablöse des Vizekanzlers im Raum.

 

Schlechte Kommunikation

Wie es so weit kommen konnte? Zum Teil banal durch schlechte Planung. Einige geben ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch die Schuld, der zu der Zeit in den USA beim Parteitag der Republikaner weilte: Er hätte die Personalrochaden besser akkordieren müssen, stattdessen habe man die Betroffenen über „Vasallen“ informiert, lautet der Vorwurf. Es wäre nicht das erste Mal, dass es mit der internen Kommunikation schlecht läuft: Auch das Festlegen auf das Ja zur Wehrpflicht und das umfassende Demokratiepaket habe viele „kalt erwischt“, klagt man in der Partei über die Friss-Vogel-oder-stirb-Vorgangsweise. Dazu kommt der Frust durch uneingelöste Versprechen: Spindelegger soll Parteifreunden verschiedene Ämter zugesichert haben, unter anderem Justizministerin Beatrix Karl die Führung des Arbeitnehmerbundes ÖAAB.

 

Kampf gegen Länder, Bünde

Gleichzeitig steht Spindelegger selbst als Befehlsempfänger des niederösterreichischen Landeshauptmanns da, der aus eigenen Interessen in einem Zeitungsinterview eine Wehrpflicht-Volksbefragung diktiert hat – eine Idee, die die übrigen Landeschefs bereitwillig aufnahmen. Dass sich Spindelegger erst kürzlich dafür starkgemacht hat, mit einem Durchgriffsrecht die Macht der Länder zumindest symbolisch einzudämmen, wirkt ironisch. Tatsächlich hat es manche wie den langjährigen Wiener Landespartei-Obmann (von 1992 bis 2002) Bernhard Görg überrascht, dass es im aktuellen Streit die Bünde waren, die rebellierten. „Ich dachte, sie hätten in den vergangenen Jahren an Einfluss verloren.“

Die wahre Macht der ÖVP liegt nach wie vor in den Ländern, die die Finanzen der Bundespartei und die Sitze im Parlament in Wien bestimmen. „Für Niederösterreich ist das beflügelnd, für die Bundespartei nicht, wenn Landesparteichefs den Eindruck erwecken, sie wären stärker als der Bundesparteiobmann“, sagt Görg. Gerade in einer angespannten Situation: Abgesehen vom letzten Zwischenhoch dank des Umfragetiefs der FPÖ ist die Lage der Partei seit der Übernahme durch Spindelegger anhaltend schwierig.

 

Toxisches Erbe

Das liegt auch am toxischen Erbe: U-Ausschuss, Strasser, Grasser, Kärnten, dazu kam die Stronach-Partei. Manche, sagt ein erfahrenes Parteimitglied, würden aber lieber Realitätsverweigerung betreiben: „Die glauben wirklich, Wolfgang Waldner wird in Kärnten Landeshauptmann.“ Vorerst ist das Zeitfenster für Personalrochaden geschlossen, aber: „Zu glauben, dass sich seit Donnerstag alle wieder lieb haben, ist Unsinn. Die Obmanndebatte ist da“, so eine ÖVP-Politikerin. Die Frage, ob nicht Maria Fekter oder Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner seinen Job besser gemacht hätte, wird Spindelegger nicht los. „Ein Parteiobmann der ÖVP ist nur kurz nach seiner Wahl oder nach einer erfolgreichen Nationalratswahl fest im Sattel. Denn die ÖVP ist nur mit einem Parteichef zufrieden, der entweder schon Kanzler ist oder den Eindruck vermittelt, dass er es werden kann“, sagt Görg. Das sei derzeit nicht der Fall.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)

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160 Kommentare

Auch, aber nicht nur

Es fällt uns nicht auf, dass einer bei uns Verteidigungsminister ist, der für sich selbst nach wie vor die Bedienung einer Kriegswaffe ausschließt, aber einem ganzen Bundesheer die Bedienung von Waffen befiehlt. Auch einsatzmäßig.

In den meisten europäischen Ländern würde so jemand politisch keinen Tag überleben. Weil das etwa so ist wie wenn ein Finanzminister wirtschaftlich tätig ist und sich selbst prüft.

Re: Auch, aber nicht nur

Darabos wäre in einem zivilisierten Land niemals Verteidigungsminister geworden.

Bündestruktur nicht zetigemäß und asymmetrisch gewichtet

Was kommt raus, wenn die ÖVP vor Weichenstellungen steht? Ein Chaos!
In der ÖVP-Spitze hatten schon immer Beamte und Wirtschaftstreibende das Sagen! Dass dies extrem krass im Gegensatz zur großen Mehrheit der Wähler steht, hat die Partei in suizidgefährdeter Manier bis heute nicht begriffen! Dazu ist bei Wirtschaftsbund-Vertretern offensichtlich das Strickmuster doch zu einfach verflochten!
War in meiner Jugend zwei Mal bei einer ÖVP-Sektionssitzung der ÖVP im dritten Wiener Gemeindebezirk anwesend.
Wer waren (und sind es heute noch) die dortigen Sitzungsteilnehmer? Es waren praktisch nur Lehrer und einige Beamtinnen anwesend.
Das spricht ganz sich nicht die Jugend an! Beamte (Pensionisten) profitieren; ASVG-Pensionisten werden aufs schlimmste abgezockt. AK und ÖGG kümmern sich ebenso wenig um sie. Die Kassa stimmt ja.

Den ungeheuren Einfluß des BAuernbundes und der Raiffeisenorganisation sollte man nicht außerachtlassen!

Der Bauernbündler ERwin Pröll hat Spindelegger mit der Bundesheerfrage ins Dilemma gebracht und noch ein Schäuferl via Interview nach der Katastrophensitzung nachgelegt. Nur traut sich offenbar niemand Spindelegger abzuschießen, man müßte ja selbst Verantwortung übernehmen.
WEr einmal ÖVP Mitglied war der kann an dieser Pseudoelite nur verzweifeln.

Krise der ÖVP...Diese Partei war u. ist dabei den Blick für das Wesentliche verlieren,

das Wesentliche ist und sollte das Bürgertum sein bzw. bürgerliche Politik, insbes. österr. Interessenspolitik d.h. auch mehr Realpolitik wäre angesagt. Man sollte auch über polit. Qualität sprechen, u.a. geht es um "höhere, bessere Politik" (Vernunft u.Nachhaltigkeit ?) od. nur um Klientelpolitik und Ideologie s. sozialist.Dominanz in d.Regierungspolitik.

Die üblichen Koalitions Diskurse innerhalb der Regierung sind ziemlich lasch, notwendige Debatten finden bis auf Weiteres eher " lauwarm " statt, lt. Insider – und zwar deshalb, weil Spindelegger " der interne Streit zu mühsam ist " wie es ein hochrangiges Parteimitglied einmal formulierte. Die Dominanz der Sozen in der Regierung kommt daher nicht von ungefähr !

Konklusio: die Bürgerlichen Allianzen müssten wieder gestärkt werden.

Gast: unbelievable
01.09.2012 13:14
5 1

övp-dilemma

leitl,die hinterfotzigkeit in persona,der sich und seine getreuen mit zwangsbeiträgen der inzwischen völlig ausgebluteten SVA-SKLAVEN versorgt,hat nun wohl der ÖVP den todesstoss versetzt,indem er fleissig allen voran meuchelte...

2013: Platz 4


net bös sein, aber

die ÖVP hat Ihr eigenes Klientel bereits vor Jahrzehnten verscheucht mitder Tatsache nur mehr für eigene Bünde und int. "Große" zu "stehen.

Bauern: "kleinstrukturierte Lndwirtschaft -> nicht Lebensfähig" so die Aussage, wer bekam Förderungen?
Kleingewerbe: Müß´ma kaputtmachen, um einigen "Grossen" den Weg zu ebnen.
"der kleine Hackler": war der ÖVP schon immer wurscht
Die eigene Partei: eigentlich nur mehr für "freundschaftl. Gschaftln und Versorgungshackln" da.

Absturz bereits vor´m Propellerbeamten vorprogrammiert gewesen!

Gast: Travnik A
01.09.2012 12:33
3 2

Wie kann man nur so betriebsblind sein?

Fragen sie einmal die religiösen Bauern und die Landbevölkerung, was sie von den Aktivitäten des Herrn Kurz hält!

Anbiedern bei islam. Würdenträgern, mit bestens integrierten Migranten wie Vastic, Kiesbauer, .. durch die Schulen ziehen, der Finanministerin Millionen für Sprachförderung herauslocken für Leute, die gar nicht Deutsch lernen wollen, Ständig betonen wie arm Migranten sind und dass man sie nie genug fördern kann, dass können die hart arbeitenden Menschen am Land nicht mehr hören.

Und einen Spindelegger, der sich für die Wahabiten (die den Islam am strengsten auslegen) einsetzt und ihnen ein Dialogzentrum in Wien einrichtet, versteht auch kein gläubiger Christ.

Wo bleibt der Christliche Ansatz im Tun der Verantwortlichen, wo in den Herkunftsländern der "Hofierten", Christen verfolgt und getötet werden?

Re: Wie kann man nur so betriebsblind sein?

Kurz ist halt ein typischer Wiener, sein Horizont endet an der Stadtgrenze.
Was den christlichen Ansatz betrifft, kann ich nur sagen, dass Glaube und Religion Privatsache sind und in der Politik nichts verloren haben.Ich will in der Poltik weder christliche, noch muslimische oder jüdische oder sonst irgendwelche religiösen Ansätze.Wir leben im 21. Jahrhundert in einer hoffentlich aufgeklärten Zeit, da hat Religion in der Politik nichts aber auch gar nichts zu suchen.

Gast: zzz
01.09.2012 12:19
4 1

in Zeiten

wo man Arbeitnehmer und Pensionisten abstiert bis zum gehtnichtmehr braucht sich eine Beamten und Bauernpartei über einen Wählerschwund eigentlich nicht wundern.

1 2

Re: in Zeiten

Hallo @Gast: zzz
Im Prinzip korrekt, doch muss man sich auch fragen, was AK und ÖGB für die ASVG-Pensionisten unternehmen. Nichts! Absolut Null!
Ist ja bereits genug, dass die Alten seinerzeit brav jahrzehntelang in die jeweiligen Kassen eingezahlt haben!
Viel wichtiger sind da die hohen Eigenpensionen/-Privilegien von AK und ÖGB!
Außerdem werden ASVG-Pensionisten schon arithmetisch bedingt stark geschröpft, damit sich Bund, Länder und sonstige Körperschaften die stattlichen Ruhebezüge der zahlreichen Beamten leisten können.

auflösen

Die Partei auflösen dan braucht man sich keine Gedanken um etwaigen Posteschacher machen!

Re: auflösen

Weniger trinken und Deutsch lernen.

Gast: wer, wenn nicht er?
01.09.2012 11:39
5 5

Und was sagt der ÖVP-Oberstratege, der einst gefeierte Westentaschenmachiavelli Schüssel dazu?

Man hört nichteinmal das leiseste Pieps.
Ist er abgetaucht? Verschwunden?
Oder bei RWE und Bertelsmann unabkömmlich beschäftigt (womit? mit dem Geldscheffeln?)?
Oder hatscht er schon wieder um den Kailash, diesmal 100.000 kniebeugenmachend, wie er uns weismachen will?
Oder sitzt er etwa an der Cote d'Azur auf Elsners Terrasse. von Ruth eigenhändig servierten Maison Rothschild schlürfend, um in bester Feiertagslaune gemeinsam mit Flöttl, Taus, Schlaff, Nemsic, Strasser, dem Eurofightergrafen und dem extra aus Capri angereisten Augenstern Fionas die nächsten Unschuldsvermutungen auszuhecken?

Eigenartig, daß der napoleonische Generalissimo der ÖVP in dieser schwierigen Phase nicht seiner Herzblutpartei mit seinen vielen lieben Bussi-Bussi-Freunden mit Rat und Tat zur Seite steht?

Wo bleibt nur der goldene Schlüssel ins Reich der ewigen Wählergunst namens Schüssel?

Re: Und was sagt der ÖVP-Oberstratege, der einst gefeierte Westentaschenmachiavelli Schüssel dazu?

Sind Sie wirklich so dumm oder naiv, zu glauben, die Roten hätten keinen Dreck am Stecken, nur weil von unseren linkslastigen Medien nicht darüber berichtet wird?Sie sind halt ein typischer dummer Rotwähler.Kein Hirn und selbständiges Denken ist für Sie fremd.

Antworten Antworten Gast: exÖVPler an der Donauuniversität
01.09.2012 20:00
0 0

Re: Re: Und was sagt der ÖVP-Oberstratege, der einst gefeierte Westentaschenmachiavelli Schüssel dazu?

Das Thema hier ist "Dilemma der ÖVP" und nicht "Das Dilemma der SPÖ". Also bitte sinnerfassend lesen lernen.

Und Ihre unfundierte Beschimpfung sei Ihnen verziehen, weil morgen Sonntag ist. Ich weiß, bei Euch ÖVP-offspring-Funktionärslemmingen liegen jetzt die Nerven blank (ÖVP nurmehr bei 7,8 % laut Umfragen und der Plasser ist urlaubsbedingt noch nicht als Wählerstimmenstratege verfügbar, also brennt der Hut!), denn ohne feinen ÖVP-Job müßtet Ihr bald denken und arbeiten zu weit geringeren Bezügen; und da Euch Denken noch weit schwerer als wenigstens symbolisch Arbeiten fällt, droht demütigendes Schlangestehen vor den Unvermittelbarenschaltern des roten AMS, eingeklemmt zwischen Euren Importösterreichern. Und das ist keine feine oder gar ruhmreiche Perspektive.

Da war das Kaffeekochen für Euren Säulenheiligen Schüssel um einiges erfreulicher, gell?

Schüssel war der beste Kanzler der Republik

Nach ihm Klaus, dann Kreisky.

Es ist sehr schwer in Zeiten, wo man draufkommt, dass die Mittel nicht unbegrenzt sind, steuernd so einzugreifen, dass ohne Rücksicht auf eigene Klientel nur die Vernunft regiert. Unsere Republik steht heute noch gut da, weil sich Schüssel etwas getraut hat.
Dass man dann nicht die freudige Zustimmung jener hat, die dabei ein Scherzerl verlieren, liegt auf der Hand. Vernunft hört bei uns auf, wenn es darum geht, dass ein Teil etwas abgeben muss. Drart gründlich, dass es bei uns keine Presse mehr gibt, die die Dinge neutral beleuchtet.

Skandale gabs unter Schüssel bedeutend weniger als in anderen Regierungen der 2. Republik. Noricum und Lucona lassen grüßen.

Antworten Antworten Gast: Schüssels Enteignungsökonomie vergessen wir der ÖVP nie!!
01.09.2012 20:32
1 0

Wolferl, bist Du's?

Das unter Schüssel verlorene "Scherzerl", wie Sie es als neoliberaler (Super-)Reicher einlullend nennen, war für die von Schüssel frivol abkassierte Mittelschicht zumindest die Butter auf dem Toastbrot; dazu der lebensplanungzerstörende Pensionsraub und das dubiose Eurofightergeschäft und und und: Ihr Gedächtnisschwund grenzt schon fast an Demenz.

Der von ihnen schönfärbend "Scherzerl" genannte Enteignungsprozeß und der erlittene empfindliche Perspektivenverlust der schwer frustrierten (klein-)bürgerlichen exWähler wird der ÖVP noch teuer kommen, nämlich dann, wenn sie als Revanche von der wütenden Mittelschicht demnächst zur Kleinpartei dezimiertt wird.

Bis dahin bleibt es Ihnen unbelassen, Ihren realitätsentfremdeten Träumereien und Illusionen nachzuhängen. Ihr unsanftes Erwachen wird dann umso böser sein.

Wer glaubt, Kreisky (SPÖ!!) und Klaus seien mit Schüssel die besten Kanzler gewesen, der desavouiert sich selbst!

Warum bitte....

...löst man diese Partei, die nichts (mehr) bewegt außer sich um sich selbst, nicht einfach auf.

Weil sie ja doch das meiste bewegt

Sir dürfen den Widerhall, den Medien bei uns der Vernunft gönnen, nicht überschätzen. Dort findet der Populismus von SP und FP wesentlich mehr Zuspruch.

Im Grunde ist die ÖVP - nicht ganz freiwillig - am modernsten organisiert: Viele sehr unterschiedliche Strömungen, die um die Vorherrschaft rittern. Führerfirguren, die das beherrschen sind selten. Im Österreich 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg liebt man aber immer Personen, die uneingeschränkt Führer sind. Weniger die geschickten Moderatoren.
Untr Pröll wurde es besonders deutlich: Alle, ausnahmslos alle neuen Ideen kamen von der ÖVP. Andere Parteiien hatten viel damit zu tun, diese runterzumachen.

Gast: Ernst Holt
01.09.2012 11:10
6 0

ZUSTAND

Das schlechte Abschneiden der ÖVP in den Umfragen und wohl auch bei der kommenden Wahl hat einen wesentlichen Grund: den mangelnden Einsatz für die Arbeitnehmer. Seit Jahren wird deren Gehalt immer wneiger Wert und rundum wird alles weniger. Die Arbeitnehmer sind auch für die ÖVP die wesentlichsten Stimmenbringer und ein Wahlsieg geht sich nur mit ihnen aus. Die sogenannte "Wirtschaftskompetenz" zieht bei den Arbeitnehmern nur, wenn dabei auch für sie etwas herausschaut. Und das ist schon seit langer Zeit nicht mehr der Fall. Dass der Todestrieb bei der ÖVP extrem stark ausgeprägt ist, zeigt sich schon daran, dass mit Claus Raidl ein Banker als Obmann im Gespräch ist. Daran sollte man nicht einmal im Traum denken, wenn man Wahlen gewinnen will.
Alle verlorenen Wahlen der letzten Zeit haben eines gemainsam: Die Wahlwerbeschiene Sparen, Sparen, Sparen ohne Perspektiven für diejenigen, denen etwas weggenommen wird. Da kommt dann die SPÖ daher und verspricht soziale Wärme. Na, wen werden die gemolkenen Arbeitnehmer dann wohl wählen?
Es gibt also für die Unselbständigen, sprich die Mehrheit der Wähler fast nichts mehr, warum sie die ÖVP wählen sollten. Das ist die derzeitige Lage der Partei und einer der Hauptgründe für den fatalen Zustand der ÖVP.

Re: ZUSTAND

Sie vergessen aber, dass die "soziale Wärme" der SPÖ nur finanzierbar ist, indem der Masse immer mehr weggenommen wird.Oder glauben Sie ernsthaft, dass durch eine Reichensteuer, die vielleicht 1% der Bevölkerung trifft, unser Sozialsystem aufrecht erhalten werden kann?Und wer sichert denn Ihren Arbeitsplatz, das machen die Unternehmer, die immer mehr geschröpft werden und ich spreche hier nicht von Großkonzernen.Ein Politiker schafft keinen einzigen Arbeitsplatz, das macht die Wirtschaft.Sie sollten erst denken, bevor Sie solchen Unsinn posten.

Antworten Antworten Gast: Ernst Holt
01.09.2012 21:46
0 0

Re: Re: ZUSTAND

ich habe nicht gesagt, dass die SPÖ dann auch soziale Wärme schafft, sie verspricht es aber wenigstens. Mit den Kleinunternehmern haben Sie recht, denen gehts genauso ans Eingemachte wie den Unselbständigen.

Re: ZUSTAND

Gleiches gilt doch bitte für die Pensionisten! Alljährliche Pensionskürzungen, laufende Verschlechterung der ASVG-Pensionen (im Gegensatz zu jenen der Beamten!) noch mehr Schikanen bei den Invaliditätspensionen (im Gegensatz zur Dienstunfähigkeitspension der Beamten!) uswuswusw.

ÖVP Dilemma - Länder und Bünde

Die ÖVP hat es sich angewöhnt für die Interessen einzelner Bevölkerungsteile einzutreten und zieht sich damit automatisch die Ablehnung der anderen zu.
- für die Beamten
die Mehrheit der Österreicher sind keine Beamten und wünscht sich gerade in diesem Bereich eine massive Einsparung
- für die Bauern
die Mehrheit der Österreicher sind keine Bauern und stöhnt über die hohen Lebensmittelpreise. Wenn man dann noch hört, dass um 740 Mill. Euro zu viel an Förderung ausbezahlt wurde, sinkt wirklich jedes Verständnis für diesen Bereich
- für die Superreichen
die Mehrheit der Österreicher muß schauen wie sie mit ihrem Einkommen "über die Runden kommen". Dass sich die ÖVP massiv gegen jede zusätzliche Belastung von sehr Vermögenden stemmt aber zum Beispiel kein Problem damit hat, dass der Alleinverdienerabsetzbetrag gestrichen wurde wird nicht sehr viel Zustimmung finden.
- die Macht der Länder ist ÖVP Domäne
dem "normalen Bürger" sind Länder bzw. deren Behörden egal. Ob auf meinem Baubescheid das Landeswappen oder Bundeswappen prangt ist so bedeutungsvoll wie ein umfallender Reissack in China. Der Büger braucht keine Länder, Österreich ist klein genug für eine Regierung. Für die ÖVP ist dieser Gedanke sicher viel schrecklicher als für alle anderen Parteien. Für den steuerzahlenden Leistungsträger wäre jede Einsparung willkommen.
Wenn die ÖVP breiteren Zuspruch will muß sie "breitere Politik" machen.

Gast: Never More Mitzi
01.09.2012 10:47
4 2

Der Spindliche und seine Komiker ...



die övp:

nicht anders als politiker anderer parteien: zu dumm um zu erkennen, dass sie mit voller kraft auf den abgrund zusprinten.

*facepalm

Gott erbarme dich unser.

Diese Leute entscheiden über uns und unsere Familien. Das ist wirklich erschreckend.

Wer solche Freunde hat...

Mein Mitleid mit Herrn Spindelegger hält sich in engen Grenzen, da er schlicht und einfach der falsche Mann in dieser Funktion ist. Trotzdem gilt, dass wer solche Freunde hat keine Feinde braucht. Wie sich der Chaos- und Haxelbeißerverein ÖVP als staatstragend verstehen kann, ist mir aus der Beobachtung deren Politik der letzten 30 Jahre völlig unverständlich.

Naja zumindest hat es Spindelegger geschafft Strache wieder auf den Dritten Platz zu verweisen

Man kann über den farblosen Michel denken was man will aber in der Kärntern-Korruptions-Affäre hat er entschlossen gehandelt, während Strache geglaubt sich in den Urlaub vertschüssen zu können und bis heute keine klaren Worte findet.

Im Endeffekt zählen auch beim Wähler die Taten und nicht die großen Worte.

Wenn Spindelegger noch sein direkte Demokratioe Paket durchbringt ist das nicht so schlecht.

Re: Im Endeffekt zählen auch beim Wähler die Taten und nicht die großen Worte.

Sie haben es auf den Punkt gebracht. Das ist es ja, was die Wähler(-innen) bei der OeVP bemängeln!

Was bemängeln sie?

Dass es dem Wähler viel lieber ist, wen zu wählen, der keine Ideen hat - und die ÖVP ist hier seit 20 Jahren thematisch führend - sondern viel mehr Lust daran entwickelt, eine neue Idee niederzumachen?

Bei uns büßt die ÖVP dafür, dass es zwei Parteien gibt bei uns - SP und FP - die unter Einsatz aller Mittel dafür sorgen, dass sich ja nichts ändert.

Was ich mich frag: Warum machen die Grünen da mit?

Gast: lustig tralala
01.09.2012 09:55
5 1

Das kommt davon, wenn


man mit dem Häupl beim Heurigen zu tief ins Glas schaut
und dann als Marionette vom Fischer agiert.

1 0

Befehlsempfang?

Was macht Karl Heinz Kopf beim Parteitag der Republikaner? Befehlsempfang?

Re: Befehlsempfang?

Ideen für die ÖVP holen? Da drüben passierts offiziell: wer sich die meiste finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft holen kann, gewint (meistens) die Wahlen - und der, der den "Sponsoren" am glaubhaftesten vermittel, dass er dann als Präsident für sie ideale Rahmenbedingungen schafft, bekommt das meiste Geld.

Kopf wird studieren, wie das funktioniert, wenn das, was in Österreich "unter der Tuchent" passiert, offiziell gemacht wird.

2 2

Re: Re: Befehlsempfang?

Na und? Werden Sie lieber von Leistungsträgern oder von Leistungsempfängern regiert?

Antworten Antworten Antworten Gast: Mehrheiten
01.09.2012 13:18
0 0

Re: Re: Re: Befehlsempfang?

Natürlich von Leistungsempfängern,
denn diese verstehen naturgemäß die Nöte und Sorgen in der berufstätigen Bevölkerung besser.

Re: Re: Re: Befehlsempfang?

wenn es immer Leistungsträger wären, aber da gibt es auch solche, die ihr Vermögen erheiratet haben (John F. Kerry -hat zu wenig Geld aufgestellt) oder nur Marionetten sind (G.W.Bush jun.)

Eine Partei,die

tlw.von Bauernbonzen regiert wird,kann immer nur Probleme haben.

4 1

Re: Eine Partei,die

Die Frage ist, ob Bauernbonzen besser oder schlechter sind als Gewerkschafts-, Burschenschafts-, und Greenpeacebonzenbonzen.

4 0

Delete Taste drücken!

Der Rest, der von dem Haufen übriggeblieben ist, soll sich anderen Parteien anschließen bzw. etwas Neues gründen.

Gast: MittelschichtPlünderungsProfi ÖVP
01.09.2012 09:02
5 5

Eine Partei, die unfähig ist, ihre eigenen Probleme zu lösen, ist unfähig, ein Land zu regieren - wie wir gerade erleiden müssen!!


Die Mittelschicht wird nur verraten und enteignet:

NIE WIEDER ÖVP !!!

EU-Beitritt, EU-Nettozahler, EU-Hörigkeit, Euro, ESM, Eurofighter, Glühbirnenskandal, Pensionsraub, ELGA, Überwachung, Arbeitsdruck, viele unbezahlte Überstunden, kaum Urlaub, Ausbeutung, Wahabitenzentrum, Migranten-Bankomat Kurz, Arigona, Asylantenheime, offene Grenzen, Einbrüche und Kriminalität (Rotlichtmilieu, Drogen, Buntmetallräuber etc.), Gesamtschule, Studiengebühren, Unichaos, Intransparenz der Parteienfinanzierung, Privatisierungen zum Schnäppchenpreis, Realeinkommensverluste, schleichende Enteignung der Ersparnisse durch niedrigfrisierte hohe Inflation, 70 % Abzüge bei Mittelschichteinkommen, immens teure Wohnraumbeschaffungskosten, Grundstücksumwidmungen, Kostenüberwälzungen, Leistungskürzungen, Klientelpolitik, Versorgungsposten, Günstlinge, Lobbyisten, Experten, Berater, PR-Firmen, Korruption, Freunderlwirtschaft, Machtmißbrauch, Geldverjuxen, hohe Lebenshaltungskosten, genverseuchte und giftangereicherte Nahrungsmittel und Medikamente, sündteure Pflege, Pflegemisere, Pflegegeldwillkür, Frauenbenachteiligung, Spitalsmisere, vertuschte Medikamentenskandale, hohe Gesundheitskosten, teure Verkehrsmittel, schlechte Straßen und Infrastruktur, Bawag, BO, Bankenskandale, Taus, Telekom, ÖIAG, Milliardengräber, Nationalbankgold, Grasser, Schüssel, Strasser, Pouilly, Parteibuchwirtschaft, Vertuschen, Manipulation, Desinformation, Inkompetenz, Verschwendungssucht,

Lügen, Lügen, Lügen

u.v.a.m.

3 0

Re: Eine Partei, die unfähig ist, ihre eigenen Probleme zu lösen, ist unfähig, ein Land zu regieren - wie wir gerade erleiden müssen!!

Die von ihnen aufgelisteten Skandale sind gleichmäßig über die Konten aller Parteien verteilt.

Antworten Antworten Gast: Verteilungsgerechtigkeit?
01.09.2012 12:34
0 0

Re: Re: Eine Partei, die unfähig ist, ihre eigenen Probleme zu lösen, ist unfähig, ein Land zu regieren - wie wir gerade erleiden müssen!!

Ah, Sie sind der Steuerberater oder gar der Fluchtgeldkofferbote mit eigenhändig von Spindy signiertem Diplomatenpaß für die alle Couleurs reflektierende ehrenwerte Gesellschaft ?

Sie scheinen den Schmiergeldverteilungsschlüssel zu kennen?

Sie sind demnach Insider? Mit 4 oder 5 Parteibüchern?

Haben Sie den Eurofightergrafen mitgezählt?

Zählen Sie auch Aufsichtsratsposten u.ä., Beraterverträge etc., Privatisierungen, Scheinverträge und diverse andere Kick-backs dazu?


Re: Eine Partei, die unfähig ist, ihre eigenen Probleme zu lösen, ist unfähig, ein Land zu regieren - wie wir gerade erleiden müssen!!

furchtbar, dieses Österreich: warum wandern Sie nicht aus?

Antworten Antworten Gast: Es muß nicht Nemsics Dubai sein
01.09.2012 12:58
0 0

Re: Re: Eine Partei, die unfähig ist, ihre eigenen Probleme zu lösen, ist unfähig, ein Land zu regieren - wie wir gerade erleiden müssen!!

Wir sind deshalb schon ins Ausland übersiedelt. Einige unserer Freunde sind gerade dabei, ebenfalls ihre Zelte abzubrechen. Immer mehr beginnen zu überlegen, Möglichkeiten zu sondieren, Sprachkenntnisse aufzufrischen. Es ist längst ein schleichender Auszug aus dem korrupten Bonzen- und Migrantenparadies Ö im Gange. Bös wird eines Tages in nicht zu ferner Zukunft das Erwachen sein, wenn nurmehr Politiker und ihre Günstlinge, Funktionäre und Beamte, Pensionisten und Kranke, Staatskünstler und viele viele Migranten, allesamt versierte Mehrwertvernichter, sich als letzte übriggebliebene Österreichbewohner um die nurmehr dürftig tröpfelnde Mittelaufbringung werden raufen müssen: hahaha!

Ihr habt uns ja immer blind EU-gläubig euer Mantra vorgebetet:

Freizügigkeit des Personenverkehrs +
Flexibilität.

Ihr quasselt, wir tun es!
Ihr werdet dann eure Moneten mit der Lupe im leeren Staatssäckel suchen müssen, während wir längst die uns zustehenden 80 % unseres Bruttobezuges selbst einkassierend die Taschen mit Kaufkraft und echtem, hartem Geld vollgestopft haben werden. Mit euren Euro-Scheinen könnt ihr dann selbstgedrehte Brennessel-Zigaretten anzünden.

Finito sind eure Hirngespinste Euro, EU und ÖVP.

Doch um das zu erkennen müßtet ihr Basiswissen oder wenigstens Hausverstand haben, doch selbst daran fehlt es eklatant in der Verlierer-ÖVP. Das ist das ewige Dilemma dieser sprechblasenerzeugenden, menschenverachtenden Abkassiererpartei mit all ihren gierigen Möchtegerns+Schnöseln.

1 0

Re: Re: Eine Partei, die unfähig ist, ihre eigenen Probleme zu lösen, ist unfähig, ein Land zu regieren - wie wir gerade erleiden müssen!!

Diese Frage stellt man sich in diesem Forum permanent.

ÖVP, Föderalismus, Budgetsanierung

Beim Föderalismus liegt ein so großes Einsparungspotential, dass damit wahrscheinlich relativ schmerzfrei das Budget saniert werden könnte.

Wenn ich mir aber anhand dieser Aktion die Entscheidungsstrukturen in der ÖVP anschaue und wer in dieser Partei das Sagen hat, bezweifle ich, dass hier solange man dazu die ÖVP braucht, etwas bewerkstelligt werden kann.

Antworten Gast: Julius Raab
01.09.2012 09:44
3 0

Re: ÖVP, Föderalismus, Budgetsanierung

Man sollte die Kompetenzen genauer durchforsten, die die Länder erledigen. Oft sind es Kompetenzen, die sich aus der Generalklausel zugunsten der Länder ergeben.

Vielleicht kommt man dann drauf, dass es wenig sinnvoll ist, zB 9 Bauordnungen zu haben. Dagegen ist die Raumordnung durchaus was, was Bund, Land und Gemeinden wie bisher erledigen könnten.

Naja, resignierend muss man feststellen: in Österreich ist das Beharrungsvermögen zu groß: von selbst wurde kaum jemals was modernisiert. 1920 und 1938 kamen aufgrund weltpolitischer Ereignisse Erneuerungsschübe (das nazideutsche Eherecht gilt in Ö im Grunde bis heute - in D schon lange nicht mehr); und mit dem Beitritt zur EU kommt auch regelmäßig eine Aufforderung aus Brüssel, etwas umzusetzen.

Aber sonst: ewiges Palaver; endloser politischer Hickhack, kein Mut zur Veränderung. Das zieht sich durch die gesamte österreichische Geschichte ...

Irgendwie hat die Schweiz jedenfalls die letzten 30 Jahre besser gemeistert als wir und die haben noch mehr Kantönlis. Vielleicht liegt es auch daran, dass in der Schweiz - letztendlich - auch das Volk einen gordischen Politknoten durchschlagen kann.


Gast: Schwarzbeobachter
01.09.2012 07:37
1 0

Angst vor der eigenen Courage

So sagt sich die oeVP von der Schuessel-Wende los. Und laesst die Umbenennung des nach dem Gruender der Christlichsozialen benannten Ring zu, ohne die Umbenennung des Rings, der nach dem Putschisten und zweimaligen Vaterlandsverraeter benannt ist, zu fordern.
Ich bin Christlichsozial seit Beginn. Jedoch werde ich NIE WIEDER die oeVP waehlen.