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FPK-Parteitag: "Wir haben leider keine gekauften Medien"

02.09.2012 | 15:59 |   (DiePresse.com)

Die FPK hielt unter dem Motto "Jetzt erst recht" ihren Parteitag ab. Kurt Scheuch wurde zum neuen Parteichef gewählt. Unterdessen wurden weitere Vorwürfe gegen Landeshauptmann Dörfler erhoben.

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"Ihr könnt's ruhig schlafen, da ist nichts dran", meinte Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler am Sonntag in seiner Rede beim FPK-Parteitag im Villacher Kongresshaus. Die Korruptionsvorwürfe gegen ihn ziehen nämlich immer weitere Kreise. SPÖ-Klubobmann Reinhart Rohr bestätigte gegenüber der Austria Presse Agentur einen Bericht des Nachrichtenmagazins "profil", wonach er von einem Zeugen erfahren habe, dass Dörfler einen "Genehmigungsvorbehalt" bei der Auswahl von einzuladenden Unternehmen verfügt habe. "profil" schreibt auch von einer Liste von Geschäftsfällen mit "merkwürdigen Zahlungen", die der Korruptionsstaatsanwaltschaft vorliege.

Laut dem Magazin sollen in den kommenden Tagen mehrere Zeugen in der Causa Dörfler einvernommen werden, unter ihnen einige Beamte. "profil" schreibt, Dörfler habe Baufirmen, die sich um Aufträge bewarben, in Hinblick auf mögliche "Sponsoringgeschäfte" vorselektiert. Rohr: "Offenbar wollte Dörfler Einfluss nehmen auf die Auswahl der Unternehmen, die zur Teilnahme an der Ausschreibung eingeladen werden." Die Vermutung liege auf der Hand, dass nur jene Unternehmen zum Zug gekommen seien, die sich durch "bisherige Spendentätigkeit profiliert haben".

"Rechnungen an Unternehmen geschickt"

Rohr erklärte bei seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft auch, ihm sei 2008 vom Geschäftsführer einer Baufirma erzählt worden, "dass es üblich sei, dass Rechnungen, die wohl vom Land, von der FPÖ oder vom Straßenbaureferat zu zahlen gewesen wären, auf Veranlassung von Dörfler an Unternehmen geschickt würden". Dörflers Sprecherin wies die Vorwürfe kategorisch zurück, es könne ausgeschlossen werden, dass Rechnungen, die von der Partei zu zahlen gewesen wären, an Unternehmen weitergegeben worden seien. Die betroffene Baufirma wollte "profil" gegenüber keine Stellungnahme abgeben.

97,3 Prozent für Kurt Scheuch

Die FPK blieb unbeirrt von den Vorwürfen und fand sich am Sonntag im Villacher Kongresshaus unter dem Motto "Jetzt erst recht" zum Landesparteitag ein. Dabei haben die Delegierten Kurt Scheuch mit 97,3 Prozent zum neuen Parteiobmann wählen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Von FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache gab es Glückwünsche via Aussendung. Kurt Scheuch folgt auf seinen Bruder Uwe, der am 1. August das Handtuch geworfen hat.

Kurt Scheuch nahm die Wahl "mit ganzem Herzen" an, von seinem Bruder, der als Wahlleiter fungierte, erhielt er als Geschenk unter anderem ein Sortiment an Krawatten. Zu stellvertretenden Parteichefs wurden Christian Ragger, Wilma Warmuth, Josef Lobnig, Harald Dobernig, Gerhard Dörfler und Gernot Darmann gewählt.

Pompöser Auftakt

Zu den Klängen des Films "Fluch der Karibik" ist  die FPK-Spitze in den Saal eingezogen. Kurt Scheuch erklärte eingangs, die Stimmung zeige, dass man "unbesiegbar" sei. Geschwungene Kärntner Fahnen, zahllose Kärntner Anzüge und Trachtenjoppen sowie Dirndlkleider prägten das Bild. Scheuch begrüßte sämtliche prominente Freiheitliche, unter ihnen den ehemaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler Herbert Haupt. Die Bundes-FPÖ war durch den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf vertreten, auch der Kärntner FPÖ-Obmann Christian Leyroutz hatte den Weg nach Villach gefunden. Als Kurt Scheuch einen "besonderen Mann" begrüßte, nämlich "meinen Bruder Uwe", gab es heftigen Applaus und "Uwe, Uwe"-Rufe samt Standing Ovations.

Medien als Sündenböcke abgestempelt

Die "bösen Medien" mussten mehrfach als Sündenböcke herhalten. FPÖ-Obmann Christian Leyroutz warf Journalisten vor, die Objektivität zu ignorieren und Politik machen zu wollen. Dörfler unterstellte der "Kleinen Zeitung" gar, für ein in der Sonntag-Ausgabe erschienenes Interview mit Frank Stronach Geld erhalten zu haben. Stronach habe in der Zeitung vier Seiten für ein Interview erhalten, "das kriegt nicht einmal der Regierungschef", so der Landeshauptmann. Da müsse man sich schon fragen, ob da "der Euro, den der Stronach nicht will, nachgeholfen hat". "Wir haben leider keine befreundeten oder gekauften Medien", beklagte Dörfler. Die "Kleine Zeitung" hat die Vorwürfe von Dörfler als "absurd" kategorisch zurückgewiesen.

Der Landeshauptmann begann seine Rede mit einem Zitat des Dalai Lama: "Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln". Dazu verlas er auch an ihn gerichtete E-Mails, um "das Stimmungsbild aus der Bevölkerung zu transportieren" und die ihn auffordern würden, weiter zu machen, "die gehässigen Journalisten zu beruhigen und im Land Ordnung zu schaffen".

"Wie ein gallisches Dorf"

Kurt Scheuch bezeichnete die Kärntner Landesregierung als "letzten Hort" gegen übermächtige Gegner. Man werde "wie ein gallisches Dorf gegen das Römische Reich" Widerstand leisten. Auch er attackierte die Medien: "Freiheitliche Gesinnung ist vogelfrei". Der Korruptionsstaatsanwaltschaft warf er Einseitigkeit vor, der "rote Skandal" um die "Top Team"-Affäre werde verschleppt und von den Medien totgeschwiegen.

Vor dem Kongresshaus hatte sich ein Grüppchen Grün-Sympathisanten eingefunden, angeführt von Landessprecher Frank Frey. Sie begrüßten die Delegierten und Gäste mit Trillerpfeifen und "Neuwahl jetzt"-Taferln. Mit Beginn des Parteitags packten sie ihre Sachen zusammen und räumten das Feld. Die Filmmusik von "Fluch der Karibik" war übrigens bereits beim freiheitlichen Parteitag am 16. Jänner 2010, bei dem man sich vom BZÖ trennte und wieder der Bundes-FPÖ zuwandte, zum Einsatz gekommen.

(APA)

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240 Kommentare
 
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ein paar Monate später

sieht die Sache anders aus :-)
FUAT SIND SE DE FPK

Gast: Wolfsbergerin
13.10.2012 21:08
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Wo ist das Geld....

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden verursacht hat in Kärnten?

Immobilien garniert mit hohen Förderungen für FPÖ & FPK nahe Firmen???????

In Wien gibt es trotz allem noch immer die Kärntnerstraße!

Daß diese wahrhaften Demokraten dort damit überhaupt leben können?

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Re: In Wien gibt es trotz allem noch immer die Kärntnerstraße!

und eine "Wienerstrasse" gibts in jedem Bundesland sogar mehrfach (jede halbwegs grössere Stadt hat eine) !

Man munkelt in der Löwelstrasse sogar schon, dass es bald einen Platz oder Strassennamen für den grenzwerten Michi geben soll, nachdem aus seinem Lebensdenkmal (Wintersporthalle in Wien) nichts wurde ;-)

versuchen sie mal eine "fpö-strasse" einzurichten und warten sie auf die reaktionen...

aber bleiben sie in deckung.

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Re: In Wien gibt es trotz allem noch immer die Kärntnerstraße!

Als Nettozahler für Kärnten darf man sich doch eine Erinnerung daran behalten, wohin das Geld fließt...

Re: Re: In Wien gibt es trotz allem noch immer die Kärntnerstraße!

Als Wiener würde ich bei diesem Thema sehr, sehr leise sein!!!

Wien ist der weitaus größte Profiteur am österreichischen Steuerkuchen !

belegen, sie das bitte, herr "doktor".


Re: belegen, sie das bitte, herr "doktor".

Das können Sie selbst aus den offiziellen Budgetzahlen entnehmen und brauchen es nur auf die Einwohnerzahl umlegen !!

und dass dicht besiedelte areale mehr an teurer infrastruktur brauchen, interessiert sie vermutlich nicht?

nanonaned. vergleichen sie mal die investitionszahlungen vom bund zw. wien und kärnten und filtern danach die pos./neg. auswirkungen aufs pro-kopf einkommen raus!

gell, dottore? da schauts gleich ganz anders aus!

dann vergleichen wir mal ruhig jene gelder, die IN die länder geflossen sind und WO sie ankamen? kotztüte bereithalten, mister!

Und bei allen diesen Betrachtungen

kommt immer wieder heraus, daß alle Österreicher für ihren geliebten Wasserkopf Wien tief in die Steuertasche greifen dürfen.....

Re: Re: Re: In Wien gibt es trotz allem noch immer die Kärntnerstraße!

dafür hat Wien aber auch fast 4 mal so viele Einwohner und knapp 100.000 davon kommen aus Kärnten, wenn ich mich nicht irre...;)

kärnten ist NICHT die fpx


die Kärntner Nachrichten

die jeder Haushalt bekommt und eine Jubelbroschüre der FPK ist...da sind alle FPKler im braunen Anzug zu sehen beim Heimatherbst und all das , was sie für ihr Kärnten getan haben....und da steht auch, dass sie unbesiegbar wären.....daher auch keine Neuwahlen brauchen....und über s Krokodil erfährt man auch alles.....einfach Kurt oder so ???

ein gekauftes medium halt...

übrigens sind die "leistungen" von koralm-, katschbergtunnel und bahnhof die glatte unwahrheit. wird alles weder von kärnten finanziert noch geleitet.

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gekaufte Medien haben sie nicht,

dabei sollte man im Süden aber nicht übersehen, dass der ganze Kader gekauft ist (wobei die "Käufer" step by step ans Licht kommen).

"Wir haben leider keine gekauften Medien"....


.....meinen die damit den Faymann und seine Inserate?

Wenn ja, eine Frechheit.

Schließlich hat unser Bundeskanzler mit ein paar Inseraten die ÖBB saniert.

Darum ist er auch lt. Krone unser "Lieblings-Bundeskanzler" , bzw. "der Obama Österreichs"


Re: "Wir haben leider keine gekauften Medien"....

Wie, Faymann als Obama Österreichs? Dabei ist er ja nicht einmal ein Schwarzer.

Gast: nereiren
03.09.2012 10:07
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Da wurden wohl die Mitstreiter auf die kommende Materialschlacht im Wahlkampf eingeschworen..

Man hat ja keine "objektive" Berichterstattung, weil eh alle Medien "linkslink" sind.

Die FPK wird mMn also bald verlautbaren, sich nicht am Plakatverbot beteiligen zu können und ganz Kärnten zumüllen zu müssen, weil man ja "neutrale" Information an die Bevölkerung braucht und "böse Medien" etc.. Stronach wird das Gleiche tun, weil er "nicht in den ORF eingeladen" wird.

Fraglich bleibt für mich nur, welche neuen Kanäle die FPKler in der Zeit bis zur Wahl für die Finanzierung aufmachen können bzw. wie sehr sich trauen, die Partei zu verschulden.

Hoffe daher, dass zB die Grünen bzgl. neuer Geldflüsse an die FPK wachsam bleiben, es ist ja nicht zu erwarten, dass sich die FPK diesmal (auch wegen des Zeitdrucks) bei der Verschleierung klug anstellen wird.

Gast: Linker Pirat
03.09.2012 09:29
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Typisch...

...FPÖVPZÖ.

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Strafvollzugsanstalten

In Österreich werden drei neue Strafsvollzugsanstalten gebaut. Eine in Wien, eine in Niederösterreich und über ganz Kärnten kommt ein Dach.

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Re: Strafvollzugsanstalten

Die Kärntner sollten "Scheuch" zuallererst mit VERSCHEUCHEN assoziieren - erst dann wird´s besser!

Antworten Gast: wowundtrotzdem
03.09.2012 13:00
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Re: Strafvollzugsanstalten

gibts dann immer noch 10 x so viel kriminelle in wien als in KTN

einfach einmal nachdenken vorm posten

Re: Strafvollzugsanstalten

der ist gut, muss ich mir merken!

jetzt erst recht:

neuwahlen!!!

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Um solchen Zirkus zu verstehen...

muss man sich nur einmal fragen, was all diese Politiker machen, wenn sie abgewählt sind, und man in der Presse über sie nur mehr im Rahmen ihrer Strafsachen hört. Da fast alle bisher ausschließlich von der Öffentlichen Hand und dem nicht ganz so öffentlichen Handaufhalten gelebt haben, wissen die genau was dann auf sie zukommt. Das gilt im uebrigen nicht nur für die Herren in Blau.
Amtserhalt ist finanziell und persönlich überlebenswichtig.

 
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