23.05.2013 08:27 Merkliste 0

Rücktritt bei Anklage? Kanzler bleibt Antwort schuldig

10.09.2012 | 23:20 |   (DiePresse.com)

Ticker Nachlese: Faymann und ORF-Mann Wolf streiten lange über Inserate. Den U-Ausschuss vergleicht der Kanzler dann mit den "Sommergesprächen": Er komme, wenn er eingeladen werde.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Es war die entscheidende Frage des finalen ORF-Sommergesprächs 2012: Würde SP-Bundeskanzler Werner Faymann im Falle einer Anklage in der Inseraten-Affäre zurücktreten? Faymann blieb eine Antwort schuldig. Begründung: Es handle sich um eine hypothetische Frage. Eine Anklage wäre nämlich "kompletter Unsinn", Inserate schalten sei nicht verboten. Nur so viel: Ein Politiker-Rücktritt wegen einer Anklage ist für den Kanzler nicht zwangsläufig nötig. Man müsse sich das von Fall zu Fall ansehen, erklärte er beim ORF-Livegespräch im Gartenhotel Altmannsdorf.

Der - mitunter etwas reizbar wirkende - Kanzler versuchte Fragen zu der Inseraten-Affäre mehrmals zu parieren, indem er Vergleiche mit dem ORF zog: So zeigte Faymann seinem Gegenüber auch Inserate des ORF, mit dem Hinweis, dass das Kopffoto von Wolf darauf größer sei als sein eigenes in der umstrittenen "Krone"-Anzeigenserie aus seiner Zeit als Infrastrukturminister. Er wäre jedenfalls auch ohne "Krone" Kanzler geworden, gab sich Faymann überzeugt.

Die Inseraten-Affäre soll demnächst auch den U-Ausschuss erreichen -  falls dieser die nächsten Tagen überlebt. Schlüsselfigur Faymann fehlte aber ohnehin auf dem ersten Zeugenlisten-Entwurf von ÖVP und SPÖ. Ob der Kanzler aussagen würde? Faymann hat sich eine – etwas eigenwillige – Antwort zurecht gelegt: Er komme, wenn er "eingeladen" werde - genau wie beim ORF-Sommergespräch.

Studiengebühren lehnt Faymann weiter ab, eine Diskussion darüber, wie von SP-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller angeheizt, dagegen nicht.

Der Kanzler lüftete dann auch das Geheimnis um das siebenjährige "Loch" in seinem Lebenslauf: Er habe den Taxischein gemacht, auf der Uni Einführungsvorlesungen in Jus und Kunstgeschichte besucht und sich in der Sozialistischen Jugend engagiert, so Faymann. In einem Einspielbeitrag grübelte die Deutsch-Lehrerin des jungen Werner Faymann über den Bundeskanzler: Er bleibe für sie "rätselhaft".

--> Ticker-Nachlese:

Schon vor der ersten Frage des ORF-Moderators an den Bundeskanzler und SPÖ-Parteiobmann herrschte dicke Luft: Wolf fühlte sich nämlich von der SPÖ am "Schmäh gehalten", wie er auf Twitter mitteilte. Die Terminvereinbarung mit Faymanns Team soll nämlich alles andere als reibungslos über die Bühne gegangen sein.

Hintergrund: Die bisherigen Sommergespräche mit den Parteichefs von ÖVP, FPÖ, Grünen und BZÖ wurden jeweils vormittags aufgezeichnet und dann abends ausgestrahlt. Der Bundeskanzler ging aber als erster und einziger Parteichef live auf Sendung.

Nach Angaben von Wolf erklärte die SPÖ, dass eine Aufzeichnung am Montag untertags nicht möglich sei. Der Kanzler weilte da noch im Ausland. Eine vorgeschlagene Vorab-Aufzeichnung am Freitag lehnte dem "Getwittere" zufolge der ORF ab, Kompromiss: Liveausstrahlung am Montagabend. Dumm nur, dass der Kanzler gar nicht im Ausland war, weshalb sich Wolf nun eben am "Schmäh gehalten" fühlte: "Monatelang hat SP erklärt, Aufzeichung heute (untertags) ginge nicht".

"So kurzfristig? Ungewöhnlich"

Ein Sprecher Faymanns versuchte via Twitter zu kalmieren: Es hätte Pläne für weitere Auslandstermine Faymanns auf der Rückreise gegeben, die aber kurzfristig geändert worden seien. Die Terminplanung sei bei einem Bundeskanzler eben komplexer als bei anderen Parteichefs. Wolf reichte das nicht: "So kurzfristig, dass man uns das nicht mehr mitteilen und die Aufzeichnung organisieren konnte? Ungewöhnlich."

vergrößern

Der Kanzler hätte aber untertags auch ohne Auslandsreise keine Zeit gehabt - Termine im Inland, wie sein Sprecher auf Twitter versichert. Auch das ließ Wolf nicht gelten:  "Seltsam, andere Parteichefs hätten ev. auch tagsüber Termine gehabt. Hatten trotzdem Zeit für die Aufzeichnung." Was den ORF-Mann stört: Eine Live-Ausstrahlung sei "teuer".

 

 

 

(jst)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
523 Kommentare
 
12 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Gast: alatheus
12.09.2012 20:07
0 0

Ich sehe mir das Sommergespräch gerade an.

Eine unglaublich schwache Vorstellung des sogenannten "Bundeskanzlers". Dauerbeleidigt, arrogant und ständig um sich schlagend und ausweichend, als die Inseratenaffärer zur Sprache kam. Dass so jemand der österreichische Regierungschef ist, ist kaum zu fassen.

Einen Faymann kann man sich nur "ehrlich" saufen.


4 1

Re: Einen Faymann kann man sich nur "ehrlich" saufen.

wobei die unterste wirksame Dosis ein Doppler vom Doppeltgebrannten & Hochprozentigem auf ex ist.

Antworten Antworten Gast: aufex 334
12.09.2012 11:14
1 1

Re: Re: Einen Faymann kann man sich nur "ehrlich" saufen.

Ein Doppler vom Doppeltgebrannten & Hochprozentigem auf ex.

Diese Dosis ist auch als "Doppelter Burgamasta" bekannt. Unerfahrene lassen bitte die Finger davon.

Gast: Orange-in-Wien
11.09.2012 20:33
3 0

Neujahr2013 im Kino

Werner Faymann in "Taxifahrer" einSPÖ-Werbe-Film...(da wird es aber Urheberrechtsklagen hageln aus Hollywood =>siehe Film Taxidriver ; das wäre dann Faymanns 2.Vergehen)

Gast: KHG
11.09.2012 20:22
2 0

Rücktritt bei Anklage? Kanzler bleibt Antwort schuldig.

Dumm ist er sicher nicht.

6 1

Dumm ist er sicher nicht.

sicher nicht - er ist so hintertrieben, bösartig, verschlagen wie inhaltlich naturblöd

Antworten Antworten Gast: Spin Doktor
11.09.2012 22:00
1 0

Re: Dumm ist er sicher nicht.

Das trifft aber so generell gesagt, auf die ganze Berufsgruppe zu.

6 1

Schwarzarbeiter ?

Die im Dunklen liegenden 7 Jahre, ein schwarzes Loch eines in der Jugendarbeit (?) tätigen Parteiponzen.

War der Bursche sozialversichert, hat er Steuern gezahlt. In wessen Sold ist er gestanden? Das ist doch nachprüfbar oder wird dies alles unter den roten Teppich gekehrt. Vielleicht kann ein einschlägiger Kampfposter eine nachvollziehbare Antwort darauf geben.

Werner Faulmann

Lieber Faulmann!

Ich freue mich schon, wenn Du bei den nächsten Wahlen abgewählt wirst und dann niemand mehr helfen wird! Auch Deine roten Freunde werden Dir nicht mehr helfen!

Die Politik Dir zu schwer, für die Weiber zu schwach, das ist der Faulmann, das korrupte
Ars......!

Re: Werner Faulmann

jede kritik an seiner person interressiert den werna so viel, wie wenn in china a TAXI ned anspringt ...

Gast: Sepp
11.09.2012 17:50
1 0

Rechts so

wiel es ist jedenfalls eine politische Sauerei. Die Parteien sollen den Sch... selber blechen und nebenbei gehört die Parteiförderung gezehntelt. Warum wir Bürger für die Müll-Informationen zahlen sollen versteh ich zumindest nicht. Aber ich zieh die Konsequenz aus der schamlosen Selbstbedienung der Parteien ohnehin bei der nächsten Wahl ... meine Stimme geht sicher nicht an die Ankassierer Parteien

Gast: supersauber
11.09.2012 17:04
1 7

Lustig ...

... wie die FPÖ-Anhänger, die Armin Wolf nach dem Gespräch mit Strache noch am liebsten geteert und gefedert hätten, jetzt plötzlich jubeln, weil er (Wolf), Faymann live (völlig zu Recht) so zerlegt hat. Hach ja, blaue Parteisoldaten, Fähnlein im Wind, wie die Parteiführung.

Gast: BLAUER ZOMBIE
11.09.2012 16:36
0 7

Nur der Strache war super! Nur der Strache war toll!

Kein anderer als der Strache kann uns alle 2013 retten!
Kapiert das doch.
(GRÖÖÖL! Sabber aus dem Mudwinkel rinn!)

Antworten Gast: Ambulance
12.09.2012 07:13
0 1

Re: Nur der Strache war super! Nur der Strache war toll!

Unabhängig von HC steht mal fest - dieser BK kann niemanden retten!

Gast: dagibtes
11.09.2012 16:18
3 0

aber

schon besser ausgebildete Taxifahrer :

die können doch ein wenig englisch sprechen

Gast: LeoXI
11.09.2012 16:13
7 3

Wo Faymann aber Recht hat: Der Vergleich mit Graf passt wirklich nicht

Faymann ist nämlich ein echter Hochstapler, während Graf nie selbst behauptet hat, Rechtsanwalt zu sein.
Auf der Parlaments-Homepage ist unter "Werner Faymann, Biographie" (jedenfalls bis heute Vormittag) zu lesen: BILDUNGSWEG - Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Es bedarf keines Kommentars, was damit ausgedrückt wird und man damit ausdrücken will. Es findet sich weiters der Beisatz des Parlaments, dass Angaben (ab 1945) ungeprüft von den jeweiligen Parlamentariern selbst stammen !

21 3

Faymann ist ganz der Alte...

Man fühlt schrecklichen Ekel, es reckt einen, man schämt sich für so eine Wanze als BL und in ohnmächtiger Wut greift man zur hilfreichen bottle.

Gast: Weissack P
11.09.2012 14:47
16 3

In einem Einspielbeitrag grübelte die Deutsch-Lehrerin des jungen Werner Faymann über den Bundeskanzler: Er bleibe für sie "rätselhaft".

nicht nur für sie Frau Lehrer!

Es ist uns allen ein Rätsel, wie dieser Mann an die Spitze des Staates kommen konnte.

Antworten Gast: Held der Arbeit
11.09.2012 17:33
1 1

Re: In einem Einspielbeitrag grübelte die Deutsch-Lehrerin des jungen Werner Faymann über den Bundeskanzler: Er bleibe für sie "rätselhaft".

wieso ist das rätselhaft. die dümmliche mehrheit hat halt den ebenso dümmlichen, aber durch die paddei auf machterlangung und -erhalt getrimmten bk, den sie verdient. so ist das halt in einer demokratie mit allgemeinem, gleichen wahlrecht. ist überhaupt nicht schwer zu verstehen.

15 2

Re: In einem Einspielbeitrag grübelte die Deutsch-Lehrerin des jungen Werner Faymann über den Bundeskanzler: Er bleibe für sie "rätselhaft".

Wieso rätsel, frag mal die bescheuerten Bürger warum sie Ihn gewählt haben!

12 3

Im Vergleich zum Taxifahrer, der Studenten zu Grundvorlesungen bringt

ist der Herr Strache als selbständiger Zahntechniker ja schon ganz extrem überqualifiziert. Der hätte in seinem Brotberuf ja möglicherweise mehr verdient, als wie ein Bundeskanzler. Für Faymann muss die Politik tatsächlich sowas wie ein letzter Strohhalm gewesen sein.

Antworten Gast: persil %.0
11.09.2012 14:37
3 10

Lern Deutsch !


Antworten Gast: xxxx
11.09.2012 14:33
2 10

Re: Im Vergleich zum Taxifahrer, der Studenten zu Grundvorlesungen bringt

Naja, mit den Strohalmen kennen Sie sich ja aus.
Mit denen haben Sie ja am Würschtelstand promoviert.

Erstaunen...

Mit einer Mischung aus Erstaunen und Ekel od. Überdruss haben wir miterlebt, wie ein Bundeskanzler seine Würde für ein paar lässige Taugenichtsjahre und vor allem für ein paar Korrumptions-Euros (u.Propaganda Millionen) verspielte und dabei die unsere in Mitleidenschaft (als Steuerzahler) zog - und wahrscheinlich wird er am Ende bzw. eines Tages nur Mitleid ernten.

Es ist zwar gemein...

...aber ich frage mich, wie der nächste Kommentar eines Taxifahrers sich anhören könnte, wenn er zum Bundeskanzleramt bestellt wird?

Etwa so: Wos brauchts mi no?

 
12 3 4 5 6 7 8 9 10 11