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ÖAAB-Generalsekretär: "Solidarabgabe ist in Ordnung"

06.09.2012 | 18:30 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

ÖAAB-Generalsekretär Wöginger ist "gesprächsbereit" über Verlängerung der vorerst bis 2016 befristeten Solidarabgabe. Die Steuerreform soll 2014 kommen. Über eine neue Pendlerhilfe wird nun mit Fekter verhandelt.

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Wien. Der ÖVP-Arbeitnehmerbund (ÖAAB) macht sich dafür stark, dass es rasch nach der Nationalratswahl 2013 die nächste Etappe der Steuerreform gibt. „2014 ist das Zieldatum“, betont August Wöginger, der neue ÖAAB-Generalsekretär, im Gespräch mit der „Presse“. Beim Wahltermin im Herbst 2013 sei dies „ein logischer Zeitrahmen“. Schwerpunkt müsse dabei eine Entlastung der Familien mit einem Steuerfreibetrag von 7000 Euro pro Kind sein. Zur Finanzierung seien etwa die Mehreinnahmen aus der Lohn- und Mineralölsteuer zu verwenden. „In Summe muss der Konsolidierungskurs beibehalten werden“, stellt er auch an die Adresse des Koalitionspartners SPÖ klar.

Für eine Verlängerung der vorerst bis 2016 befristeten Solidarabgabe ist der ÖAAB-Generalsekretär offen. Die Koalition hat heuer eine Solidarabgabe beschlossen, mit der Bezieher von Einkommen ab rund 186.000 Euro im Jahr gestaffelt mehr Steuern zahlen müssen. Wöginger steht dazu: „Wir haben die Spitzenverdiener mehr belastet, das ist in Ordnung.“ Und: „Wenn jemand ein hohes Einkommen hat, muss er auch seinen Beitrag leisten in schwierigen Zeiten.“ Ob er für eine Verlängerung der Solidarabgabe sei? „Da sind wir gesprächsbereit, aber das hängt von der künftigen Wirtschaftslage ab“, so Wögingers persönliche Meinung. Im August hat bereits SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter das Ende der Befristung der Solidarabgabe als einen zentralen Punkt der SPÖ-Steuerpläne genannt.

 

Gegen Erbschaftssteuer

Auf Granit beißt die SPÖ hingegen mit der Forderung nach einer Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Für den ÖAAB-Generalsekretär kommt dies nicht infrage, weil das trotz der von der SPÖ angekündigten Freigrenzen nicht nur die „Reichen“ träfe: „Wir wollen den Mittelstand und die Häuselbauer schützen.“

Nicht bis 2014 will der ÖAAB bei der Neuregelung des Pendlerpauschales warten: „Das Ziel ist früher. Das Pendlerthema brennt uns unter den Nägeln.“

 

Kilometerabhängige Hilfe

Das Pauschale solle in einen kilometerabhängigen Unterstützungsbeitrag für Pendler umgewandelt werden, von dem möglichst auch jene, die keine Steuern zahlen, profitieren sollen. Gespräche laufen: „Da sind wir in Verhandlungen mit dem Finanzministerium.“

Die ÖVP-Arbeitnehmervertreter drängen aber nicht nur auf eine Entlastung der Familien im Zuge der Steuerreform, sondern auch auf eine Anhebung der Leistungen: „Die Familienbeihilfe gehört auch valorisiert.“ Allerdings schränkt Wöginger selbst ein, dies sei erst ab 2017 „realistisch“: „Wenn wir das Nulldefizit erreicht haben, kann man das Thema angehen.“ Da unterstütze der ÖAAB Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Der Generalsekretär kritisiert hingegen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) heftig, die rasch eine Erhöhung der Familienbeihilfe und eine Abschaffung von Steuerfreibeträgen etwa für die Kinderbetreuung fordert. Für Wöginger ist das bloß populistisch: „Wir können nicht verteilen, was wir nicht haben. Das glaubt zwar die SPÖ immer, aber das geht nicht. Wir wollen nicht auf Kosten der nachkommenden Generation neue Schulden aufbauen, denn damit ist auch den Familien nicht geholfen.“

Der ÖAAB spricht sich dafür aus, die Anrechnung der Kindererziehungszeiten von Müttern für die Pension zu erhöhen, indem für alle Kinder vier Jahre pro Kind angerechnet werden. Derzeit ist das nicht der Fall, wenn jemand die Kinder in einem kürzeren Abstand bekommt.

 

Für höheres Frauenpensionsalter

Im Gegenzug müsse das Pensionsalter der Frauen schon ab 2014 in kleinen Schritten bis 2024 an jenes der Männer angeglichen werden. Nach der jetzigen Regelung würde die Angleichung erst 2024 beginnen. Diese Pensionsfragen seien eine ÖVP-Forderung für künftige Koalitionsverhandlungen – „außer die SPÖ bewegt sich vorher“.

Weitere Schwerpunkte für den ÖAAB: Ausbau der Beteiligung von Beschäftigten an ihren Unternehmen samt steuerlicher Begünstigung bei Gewinnausschüttungen; mehr betriebliche Gesundheitsvorsorge, um beispielsweise auch Burn-out besser vorzubeugen.

Was die ÖVP betrifft, so sieht der ÖAAB-Generalsekretär keine Notwendigkeit für Personaldebatten: „Wir sind gut aufgestellt mit unserem Bundesparteiobmann Spindelegger.“ 2013 werde „das Jahr der ÖVP“ sein.

Zur Person

August Wöginger (37) ist seit Ende August Generalsekretär des ÖVP-Arbeitnehmerbundes (ÖAAB). Der Oberösterreicher aus dem Bezirk Schärding wurde in Passau geboren und war schon seit dem Vorjahr Stellvertreter von ÖAAB-Obfrau Johanna Mikl-Leitner. Der Betriebsratsvorsitzende des Roten Kreuzes Oberösterreich ist seit Ende 2002 im Parlament und ist auch Sozialsprecher der ÖVP.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)

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9 Kommentare
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Erbschafts- und Schenkungssteuer oder Vermögenssteuer!

Die Bauern sind stur und die Häuslbauer auch, aber entweder Erbschafts- und Schenkungssteuer oder Vermögenssteuer. Sucht es euch aus, anders geht es nicht, wir kommen nie auf ein Null-Defizit und die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer und die Schulden werden immer höher. Die Armen werden weniger Geld in der Wirtschaft ausgeben, dann kommen die Aasgeier und hedgen, die Reichen verlassen schnell das Land und wir sind doppletüberschuldet und können alles notliberalisieren (wie Wasser) und die Mittelschicht zwangsenteignen oder in Staatsbankrot gehen.
Das Wetten gegen Staaten funktioniert sogut, weil sich die Reichen und die Mittelschicht so berechenbar verhalten und ja nichts abgeben wollen. Das einzige Land, wo sich die unberechenbar gezeigt haben war Island und gegen das wird nicht mehr gewettet.

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Einmal nachdenken bitte

Erbschaftssteuer mal kurz vergessen, dazu später. Durch die Schenkungssteuer und anderen KHG Freizonen wurde nicht nur der unaustricksbare Karl Heinz sondern auch einige nette sizilianische oder sonstige Familienbetriebe, deren Sinn es ist Geld im größeren Stil zu waschen hierher eingeladen. 2 waren so dumm, Spuren im Web zu hinterlassen, die ich gesehen habe, aber in solche Sachen selbst als verrückter Bürger hineinzugeraten, ist mir doch etwas zu unangenehm. Es könnte natürlich sein, dass die heimischen Banken auf Familiengelder im Moment angewiesen sind. Aber bin ich diesen Löchern im System eher skeptisch eingestellt.

Gast: Jonny Weissmüller
07.09.2012 10:01
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Gerecht ist wenn auch die reichen Bauern ihren Beitrag leisten!


Auf nix is Verlass

Da ist die ÖVP FÜR eine Verlängerung der Solidarabgabe und die SPÖ dagegen?
Verdienen die roten Politiker soviel, dass es sie hart trifft?

Gast: Der Herzmayr
07.09.2012 08:45
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Nun denn

Der wievielte Selbstmordversuch der ÖVP ist das eigentlich?

Gast: 1. Parteiloser
06.09.2012 21:06
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Her mit dem Zaster, her mit der Marie!

Das ist das Motto des ÖAAB!

Das ist das Motto der GÖD!

Das ist das Motto der Bünde!

Das ist das Motto der ÖBB!

Das ist das Motto der OeNB!

Das ist das Motto der Stadt Wien!

Das ist das Motto der Beamten!

Das ist das Motto aller Parteien und deren Interessensgruppen.

Diese Interessensgruppen waren auch so erfolgreich, dass Österreich 2012 schon gesamte Staatsausgaben von 155 Mrd. Euro brauchen wird, also 44.000.- Euro pro Haushalt.

Logisch, dass diese Gruppen mit allen Mitteln versuchen müssen die Mitmenschen auszurauben.

Logisch, dass diese Gier niemals gestillt werden kann.

Logisch, dass so das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche System, samt den Strukturen, zusammenbrechen muss.

Erst dann, wenn das Bewusstsein kommen wird, dass jede Gesellschaft nur so viel hat wie die Gesellschaft zusammen auch geschaffen hat, dann wird vielleicht wieder von Allen geschaffen werden.

Re: Her mit dem Zaster, her mit der Marie!

Was Sie geschätzter Parteiloser als die 7 Mottos der ÖVP kritisieren, sind nichts anderes als alte sozialistische Motten, die sich dank des Proporzes in Österreich durch alles fressen! Wenn nun ein neuer Generalsekretär des ÖAAB sich wieder mit diesen alten Motten beschäftigt, dann beweist er nur sein Niveau als Vertreter des echten Herz-Jesu-Sozialismus! Die ÖVP ist nicht mehr zu retten, ich freue mich schon auf die Alternative der neuen Frank Stronach Partei!!

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lieber Geldfux

Alte sozialistische Motten wohl kaum! Es gibt die, die was leisten. Es gibt die Armen. Es gibt die Gauner. Es gibt die ganz Reichen. Und es gibt die Privilegierten.
Den Gaunern kann man nicht voll beikommen, die Reichen und Privilegierten sind a priori tabu und bei den Armen und Leistungsträger wird gekürzt und geholt, wo es nur geht.
Österreich wird im Prinzip von hohen Beamten für Reiche verwaltet, keine Regierung kann das ändern, deswegen kann Rot-Grün nur Schulden machen und Blau-Schwarz nur privatisieren und das Staatsvermögen wird von Legislaturperiode zu Legislaturperiode immer weniger und weniger, bei immer höheren und höheren Schulden.
Österreich hat viel Glück, aber ich weiß nicht, wie lange es das noch haben wird. Und die Elite der Verwaltungsbeamten denkt in alten Maßstäben, sie sind auf das zukünftige nicht vorbereitet. Das wird noch eine sehr ungute Geschichte werden, mir schwant nichts gutes.

Antworten Gast: Zyni
07.09.2012 08:25
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Wenn ich daran denke

dass diese Schleimschei.er einen Versorgungsposten nach dem anderen auf unsere Kosten schaffen und uns das Fell über die Ohren ziehen, dann kann ich die Gefühle der Pariser im Juni 1789 irgendwie gut nachempfinden.