Der Montag sollte endgültig Klarheit darüber bringen, wer Herbert Tumpel als Präsident der Arbeiterkammer folgt. Die Granden der sozialdemokratischen Gewerkschafter haben sich intern bereits auf "vida"-Chef Rudolf Kaske festgelegt und obwohl der nicht nur Freunde in den eigenen Reihen hat, kann bei der wohl entscheidenden Präsidiumssitzung der sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG) praktisch nichts mehr dazwischen kommen. Wann Kaske die Führung von Österreichs größter Arbeitnehmer-Organisation übernimmt, steht indes unverändert nicht fest.
Tumpel, der im kommenden Jahr 65 wird, hat zuletzt nach einem APA-Bericht über einen baldigen Wechsel zu Kaske früher als eigentlich geplant bekanntgegeben, bei der AK-Wahl 2014 nicht mehr anzutreten. Ob er sein Präsidentenamt davor abgeben wird, ließ der Kammer-Präsident freilich offen.
Montag sollen Weichen gestellt werden
In Gewerkschaftskreisen wird jedoch davon ausgegangen, dass Kaske das Ruder Anfang 2013 übernehmen wird. Bis dahin könnte er in einem ersten Schritt zum Vize-Präsidenten der Wiener Arbeiterkammer aufrücken und dann in weiterer Folge von der AK-Vollversammlung zum Präsidenten gekürt werden. Dass dies noch heuer geschieht, ist unwahrscheinlich - so gut wie ausgeschlossen ist, dass Tumpel bis zur AK-Wahl durchdient und Kaske als eine Art Beiwagerl nur in der Rolle des Spitzenkandidaten für die FSG auftritt.
In der "vida" dürfte es mit der Kaske-Nachfolge noch etwas dauern. Jedenfalls soll aber auch hier noch heuer die Entscheidung fallen, wer neuer Vorsitzender wird. Als fix gilt, dass diesmal ein Eisenbahner zum Zug kommt. Ob die Aufgabe der junge Roman Hebenstreit übernimmt, der erst seit kurzem ÖBB-Betriebsratschef ist, soll noch offen sein. Als Alternative gilt Gottfried Winkler, Obmann der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau.
Neuer Finanzchef noch offen
Ebenfalls noch warten muss man auf den neuen Finanzchef im ÖGB. Eigentlich soll Clemens Schneider bereits mit Oktober zur Westbahn wechseln, allerdings bemüht man sich nun dem Vernehmen nach, dass er dem Gewerkschaftsbund noch ein paar Wochen erhalten bleibt. Sein Nachfolger wird daher nach derzeitigem Stand beim FSG-Präsidium noch nicht bestimmt.
Die Situation stellt sich derzeit ein wenig kompliziert dar, da mit Monika Kemperle auch die Leitende Sekretärin für Organisationsfragen den Job gewechselt hat, womit aus dem bisherigen Trio lediglich der für Grundsatzfragen zuständige Bernhard Achitz übrig bleibt. Nun soll bis Oktober die Entscheidung fallen, ob man weiter mit drei Leitenden Sekretären operiert oder nur noch Achitz und eine Finanzreferentin quasi die Geschäftsführung des ÖGB bilden.
Frauen in Leitungsfunktionen
Klar ist, dass zumindest eine Frau in die Leitungsfunktion aufrücken muss. Dazu gibt es derzeit zwei Optionen: entweder die noch Unbekannte übernimmt die Bereiche von Schneider und Kemperle oder nur die Funktion der Finanzchefin. In letzterem Fall würde nach APA-Informationen der stets ambitionierte Vorsitzende des Mauthausen-Komitees Willi Mernyi beste Chancen haben, dritter "Leitender" zu werden. Die Option, den fachlich unumstrittenen, aber nicht von allen Gewerkschaftsspitzen sonderlich geschätzten Achitz zum alleinigen Generalsekretär zu machen, dürfte mittlerweile vom Tisch sein.
Endgültig die Weichen beim Finanzchef stellen können ohnehin nur die überparteilichen ÖGB-Gremien. Formal bestellt werden die Leitenden Sekretäre vom Bundesvorstand und der hat seine nächste Sitzung erst im Oktober.
Damit bleibt neben der Causa AK für die montägige Sitzung des FSG-Präsidiums eigentlich nur noch eine spannende Frage - nämlich die, wie der Antrag der sozialdemokratischen Gewerkschafter für den SPÖ-Parteitag Mitte Oktober aussehen wird. Dieser soll in der Besprechung abgesegnet werden.
(APA)
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