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Katzian: "Sechste Urlaubswoche ausweiten"

07.09.2012 | 18:44 |   (Die Presse)

GPA-Chef Katzian fordert mehr Freizeit und droht mit "Wickeln" bei Teilung der Metalllohnrunde. Gewerkschafterinnen lehnen ÖAAB-Vorstoß zum Frauenpensionsalter ab.

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Wien/Ett. Vor dem Start der Herbstlohnrunde verschärft jetzt die größte Einzelgewerkschaft im ÖGB, jene der Privatangestellten und Drucker (GPA-DJP), den Ton und die Schlagzahl. GPA-Chef Wolfgang Katzian macht jetzt Druck für eine „Ausweitung“ der sechsten Urlaubswoche für Arbeitnehmer. Jedenfalls will die Gewerkschaft der Privatangestellten den längeren Urlaub bei Verhandlungen in der Sozialpartnerschaft, also mit den Arbeitgebervertretern, vorantreiben.

Für Katzian kommen für die Ausdehnung der sechsten Urlaubswoche auf mehr Beschäftigte als bisher zwei Varianten infrage: Entweder gibt es die sechste Urlaubswoche schon früher als bisher nach 25 Dienstjahren in einem Unternehmen oder ab einer bestimmten Altersgrenze. „Wir sind offen für eine Diskussion, wie wir es machen“, betont der GPA-Vorsitzende, der auch Chef der SPÖ-Gewerkschaftsfraktion im ÖGB ist.

 

Bundesdienst als Vorbild

Vorbild ist dabei für Katzian der öffentliche Dienst, wie er im Gespräch mit der „Presse“ erläuterte. Im Bundesdienst, in dem grundsätzlich eine 40-Stunde-Woche gilt, gibt es ab dem 43. Geburtstag den Anspruch auf eine sechste Urlaubswoche. In der Privatwirtschaft ist das nach 25 Jahren Berufstätigkeit in einem Unternehmen der Fall.

Möglich ist für Katzian auch ein Modell, bei dem der Anspruch auf eine sechste Urlaubswoche ab 25 Dienstjahren künftig von einem Betrieb zur nächsten Firma mitgenommen werden kann. Dieses „Rucksackprinzip“ kam schon bei der Umstellung auf die Abfertigung neu 2002 zum Tragen. Der Effekt dieser Maßnahme wäre, dass wesentlich mehr Beschäftigte als bisher in den Genuss einer sechsten Urlaubswoche kämen. Katzian begründet seinen neuen Vorstoß zur Ausweitung des Urlaubsanspruchs damit, dass der Arbeitsdruck zunimmt. Gerade ältere Beschäftigte bräuchten aber längere Regenerationsphasen. Der GPA-Vorsitzende nannte als Grund für seinen Vorschlag außerdem, dass aufgrund der häufigeren Jobwechsel und der kürzeren Zugehörigkeit zu einem Betrieb weniger Beschäftigte in den Genuss einer sechsten Urlaubswoche nach 25 Jahren kommen.

Zur Arbeitszeit wird es von der Gewerkschaft der Privatangestellten im heurigen Herbst noch weitere Aktivitäten geben, um der Fünf-Tage-Woche für Beschäftigte im Handel zum Durchbruch zu verhelfen. Kopfzerbrechen bereiten Katzian auch die vielen Überstunden: „Es ist nicht länger tolerierbar, dass jede fünfte Überstunde nicht bezahlt wird“, wetterte er.

Drohende Worte richtet Katzian die Arbeitgebervertreter wegen der Überlegungen, die Lohnverhandlungen im Metallbereich zu splitten. „Wer die Augenhöhe verlässt, muss damit rechnen, dass die Sozialpartnerschaft nicht funktioniert und dass es Wickel gibt.“

Im vergangenen September hatte die GPA mit der Forderung nach Sonderlohnrunden aufhorchen lassen. Katzian sieht außertourliche Gehaltserhöhungen für weibliche Beschäftigte seither in anderer Form sichergestellt. Denn in 75 Branchen sei nunmehr in den Kollektivveträgen verankert, dass Karenzzeiten bei den Gehaltsvorrückungen einberechnet werden. Davon würden 850.000 Arbeitnehmerinnen profitieren.

 

„Solidarabgabe ein Mosaikstein“

Der GPA-Vorsitzende lässt bei der Forderung zur Wiedereinführung der Erbschaftssteuer nicht locker. Lob zollte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter ÖAAB-Generalsekretär August Wöginger, der sich im „Presse“-Gespräch offen für eine Verlängerung der Solidarabgabe für Spitzenverdiener nach 2016 gezeigt hat. „Es ist erfreulich, dass ein weiterer Mosaikstein dazukommt“, so Kräuter.

Heftige Proteste mehrerer Gewerkschafterinnen gab es hingegen wegen der Forderung des ÖAAB-Generalsekretärs, schon ab 2014 und nicht erst ab 2024 das Frauenpensionsalter schrittweise anzuheben. Zuerst gebe es bei der Gleichstellung von Frauen immer noch „einen gewaltigen Nachholbedarf“, sagte die Chefin der ÖGB-Frauen, Brigitte Ruprecht. Allein die Verringerung der ungerechtfertigten Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen würde die Situation verbessern.

Der Generalsekretär des ÖVP-Seniorenbundes, Heinz Becker, sprang Wöginger in der Auseinandersetzung mit den Gewerkschafterinnen zur Seite: „Ja, das Frauenpensionsalter soll schon ab 2014 in Schritten angehoben werden.“

Auf einen Blick

Wolfgang Katzian (55) ist seit 2005 Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-DJP), der größten Teilgewerkschaft im ÖGB. Er ist für die SPÖ Nationalratsabgeordneter. Seit 2009 ist Katzian Vorsitzender der SP-Fraktion im ÖGB. Diese wird sich voraussichtlich am Montag bei einer Sitzung auf Vida-Gewerkschaftschef Rudolf Kaske als Nachfolger von Herbert Tumpel als Präsident der Arbeiterkammer festlegen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)

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67 Kommentare
 
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Gast: Ellenson
11.09.2012 00:31
0 0

.. Katzian ist doch ein Träumer!

jede der auch nur seine Sinne zusammen hat weiß, dass die 6. Urlaubswoche in den kommenden Jahren nicht bezahlbar ist!
So ein politischer Nonsens diese Forderung aufzustellen1 Ja die SPÖ!

Gast: aktenzeichen xy
09.09.2012 12:46
0 0

na supa...

...wenn man über 40 ist, dann ist man für viele jobs eh noch zu teuer. eine 6 urlaubswoche macht einen dann final wirklich unvermittelbar....so sind sie halt die funktionäre, total realitätsfern und populistisch. aber so ist es halt in einem konservativen land wie österreich..

...ach ja: und bitte herr funktionör, nicht den öffentlichen dienst als vorbild nehmen....danke

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yeah! und pension gleich mit 50!!! yuhuuuu!!!


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Selbst als Angestellter finde ich das abartig.

Ich habe nichts davon, wenn Ostimporte meinen Job erledigen. Bevor er nach China ausgelagert wird.

und wer finanziert das?

Den zusätzlichen, ungerechtfertigten Beamtenurlaub finanziert der Steuerzahler, wer finanziert den Urlaub des Steuerzahlers??? Holen wir uns Anregungen von den Griechen damit wir bald deren vorbildhaftes Niveau erreichen? NEIN Herr Katzian, den Beamten gehört diese Woche gestrichen!

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Da kommts außa

Der Bundesdienst bekommt also eine garanierte Urlaubswoche, die sich der blöde Steuerzahler erst erarbeiten
muss.

Gast: MH
08.09.2012 20:11
0 4

Sechste Urlaubswoche *JA*

Wer ein wenig ehrlich ist u. denken kann u. als Arbeitnehmer schon etliche Arbeitsjahr auf dem Buckel hat u. nicht vom erarbeiteten Profit anderer oder garn von Kapitalerträgen d. h. von einem erwerbslosen Einkommen lebt, kann u. muss diese Arbeitnehmerforderungen mehrfach unterstreichen.

Wenn alle für ihr Einkommen u. im Besonderen die stetig wachsende wettbewerbsferne u. oft überbezahlte höhere Bildungsschicht fairer für ihr Brot arbeiten würden oder müssten , müsste eine schrumpfende hartarbeitende Schicht mit schrumpfenden Realeinkommen nicht immer mehr zum Wohle dieser Luxusverwöhnten Gruppe leisten müssen.

Ähnliches Phänomen ist bei Kuckucksbienen zu beobachten. Nehmen die schmarotzenden Bienen in einem Jahr überhand, so gehen im nächsten Jahr bei ungünstigen Verhältnissen allesamt zugrunde, da die Anzahl der Schmarotzer die der Wirte überstiegen hatte.

U. so ist allzu verständlich, dass die Hauptnutznießer die ersten sind, die eine Gefahr bei in der Wettbewerbsfähigkeit sehen, wenn die gestressten Arbeitnehmer weniger Wochenstunden oder mehr Urlaub zum Wohle ihrer Gesundheit wollen u. gerne auf den unnötigen Konsum verzichten.

Unsere Industrie mit ihrer hohen Wettbewerbsfähigkeit wie auch Dtl. kann/sollte sich locker mehr Urlaub u. weniger Wochenstunden leisten, da die Lohnzurückhaltungen der letzten Jahre in Relation zur Inflation ohnehin unverschämt hoch waren, was uns auch die UBS-Bank in ihrer Studie bestätigt hatte.

Re: Sechste Urlaubswoche *JA*

Nachdem Sie ehrlich sind und auch denken können, steht ja einem Studium im 2. Bildungsweg nichts entgegen, um auch zur überbezahlten Bildungsschicht aufzusteigen.

Sie müssen halt nur ein bisschen Zeit und Geld investieren, und könnten dann auf entbehrliche Kommentare verzichten!

Re: Sechste Urlaubswoche *JA*

moment! jeder hatte die chance, in diese "oft überbezahlte, höhere bildungsschicht " einzusteigen!
wenn das jemand nicht gemacht hat, dann sind zu einem großteil dessen eltern schuld, die ihm den wert einer hochwertigen ausbildung nicht klar gemacht haben, und natürlich der betreffende arbeitnehmer selbst; er hätte eben in der zeit von 15 bis 25 jahren fleissig lernen und studieren sollen, anstatt den einfacheren weg einer lehre oder "nur" einer ahs/bhs zu gehen...
jeder heutige arbeitnehmer hätte es sich leisten können! ich kenne genug heutige akademiker, die in ihrer studienzeit arm wie kirchenmäuse waren!

Gast: Seroiejroe
08.09.2012 18:15
1 0

Logo

Die die am meisten verdienen machen am meisten Urlaub. Brauchen ja mehr Erholung. Die jungen sollen Hackeln und die alten haben die fetten Gehälter, danach die fetten Pensionen. Bei uns Jungen gibts nur mehr kleine Erhöhungen, der Umverteilungsstaat besteuert alles weg und später bleibt mal eine niedrige Volkspension. Katzian und die Gewerkschaft (und die überflüssigen Zwangs Kammern aller Farben) sind Interessenvertretungen der Alten. Vergesst das nicht.

Re: Logo

bitte differenzieren: von jung und alt kann man nur sprechen, wenn es sich entweder um beamte oder fixangestellte handelt.
leihhackler, egal ob 20 oder 60, kennen altersmäßig keinen unterschied.
ein junger fix-angestellter verdient ebensoviel und hat ebensoviel urlaub wie ein 60 jähriger leihhackler. wobei der alte leihhackler aufgrund des unsicheren arbeitsplatzes wesentlich schlechter dasteht als ein junger, der kriegt immer noch einen job.

Re: Logo

"Die überflüssigen Zwangs" ist köstlich. Vielen Dank für diese Kreation. War ein toller Zwangs.

Antworten Antworten Gast: xxxx
08.09.2012 19:08
0 0

Na!

Sie sind ja leicht zu unterhalten.
Ich darf raten: im Kroneforum ist gerade Pause.

Wenn schon sechs Wochen Urlaub,

dann sollte man wenigstens zwei katholische Feiertage im Mai und Juni einsparen, die regelmäßig zu zwei halben Arbeitswochen führen, Christi Himmelfahrt und Fronleichnam.
Denn in den zwei Wochen, in denen diese zwei katholischen Staatsfeiertage anfallen, sperrt fast ganz Österreich Mittwoch um 12 Uhr Mittag zu, um dann erst am kommenden Montag wieder zu arbeiten!

Les' ich den "Spruch" vom Katzian ....

.... kann mir nicht helfen, i kotz' mi an! :o((

Katzian: "Sechste Urlaubswoche ausweiten"

Äh, 'tschuidign's scho, Hea G'werkschofta! Eine Woche hat sieben Tage, davon - zumindest - einen Tag arbeitsfrei. Wenn Sie jetzt eine Urlaubswoche "ausweiten" möchten, wieviele Tage bekommt "die" nun? A neue g'weakschoftliche Zeitrechnung?

Gast: IQ
08.09.2012 13:47
3 0

SKLAVEN DER CHINESEN

Klar doch Herr-"KOTZIAN", und in spätestens 20 Jahren arbeiten die EU-Europäer dann als-"VERLÄNGERTE WERKBANK" der Chinesen!
FAZIT: ÖGB/Kotzian-DÜMMER ALS DIE POLIZEI ERLAUBT!!
Ist das die Voraussetzung für einen TOP-JOB im ÖGB?!

Gast: joseph
08.09.2012 11:46
1 0

12 wochen urlaub

dafuer werden die produkte sowie leistungen teurer und unsere maerkte einen weiteren schritt fuer asiatische produkte geoeffnet.

2 0

Apparatschik der alten Generation

Freundschaft und raus aus der Gewerkschaft auf das uns kein Griechenland im Kleinen droht.

Gast: golfmartin
08.09.2012 11:09
6 1

Arbeitsdruck?

Ich bin Unternehmer.
Das Jahr hat 12 Monate.
Zahlen muß ich 14 Monate.
Der Dienstnehmer hat 5 Wochen Urlaub + ca. 2 Wochen bezahlte Feiertage = 7 Wochen Freizeit!
Dazu 1 Woche Krankenstand und 2 Kalendermonate sind unproduktive Kosten.
Also muß jeder Arbeitnehmer in 10 Monaten, 14 Monate verdienen.
Das will die Gewerkschaft so.
Wer ist also für den Arbeitsdruck verantwortlich?
Der Unternehmer sicher nicht.

Re: Arbeitsdruck?

Dem sollten wir noch hinzufügen, dass die Schweiz auf Platz 1 und Österreich auf Platz 16 in der Wettbewerbsfähigkeit liegen. Um diesen Platz nicht zu gefähren, haben die Schweizer in einer Volksabstimmung GEGEN die Ausweitung des Urlaubsanspruches gestimmt. Gibt Ihnen das nicht zu denken Hr Katzian?

Re: Arbeitsdruck?

nicht zu vergessen, dass jahr hat ca. 52 wochenenden. das sind dann nochmals 104 tage oder ca 15 wochen bezahlte freizeit.
also muss jeder arbeitnehmer in 7 monaten 14 verdienen!!! ja, arbeitnehmer müsste man sein

Gast: international_
08.09.2012 10:47
3 0

und nachher ...

nachher wird dann wieder laut gejammert, dass die bösen betriebe weniger ältere arbeitnehmer beschäftigen .......

Gast: ehschowurscht
08.09.2012 10:19
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Wolfgang Katzian

http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_32494/index.shtml

Bildungsweg...
"Beruflicher" Werdegang...
Politische Funktionen...

Mehr gibts dazu nicht zu schreiben!

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Re: Wolfgang Katzian

schön ist hier auch zu sehen, dass der Parteisoldat anscheinend nach einem Jahr in der HAK aufgegeben hat, denn für die Matura dürfte sein Intellekt nicht gereicht haben, aber zu einer Parteikarriere allemal ... wir werden von absolut minderwertigen Kreaturen verarscht.

Antworten Gast: Klaus
08.09.2012 11:39
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Re: Wolfgang Katzian

Da sieht man mal wieder was für Kapazunder wir uns (indirekt) als unsere Volksvertreter wählen. Wir Wähler sind schon ganz nett doof.

 
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