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Prölls Wille geschehe? "Die Idee kam von der ÖVP"

07.09.2012 | 18:45 |  THOMAS PRIOR (Die Presse)

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch über die Volksbefragung, Vorbilder aus den USA und eine Obmanndebatte, die es nie gegeben hat.

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Die Presse: Herr Rauch, ich nehme an, Sie sind jetzt ein glühender Befürworter einer Volksbefragung über die Zukunft des Bundesheeres.

Hannes Rauch: Aufgrund der Misspolitik von Verteidigungsminister Norbert Darabos hat sich die Lage zuletzt dramatisch verschlechtert. Das Heer wird kaputt gemacht. Daher ist es richtig, jetzt die Bürger zu befragen.

 

Interessant ist, dass Sie erst vor zehn Tagen erklärt haben, dass die ÖVP nur dann über eine Wehrpflicht-Befragung verhandlungsbereit sei, wenn die SPÖ dem Demokratiepaket zustimmt. Können Sie mir diesen Meinungsumschwung erklären?

Ich gebe zu: Mein Lieblingsszenario wäre gewesen, zuerst das Demokratiepaket zu beschließen und dann die Bevölkerung nach den neuen Regeln zur Wehrpflicht zu befragen. Aber wir konnten nicht länger zuschauen. Es geht um die Sicherheit des Landes.

 

Es gibt auch eine andere Erklärung: Der niederösterreichische Landeshauptmann will diese Befragung, weil er im März eine Wahl zu schlagen hat. Deshalb hat er der Bundespartei via Zeitung ausgerichtet, was sie zu tun hat. Und Erwin Prölls Wille geschieht nun einmal in der ÖVP.

Man soll doch nicht immer so tun, als dürften nur ein, zwei Personen in der ÖVP Vorschläge machen. Wir sind eine föderale Partei. Und ich habe Verständnis dafür, dass sich die Landeshauptleute Sorgen um den Katastrophenschutz machen.

 

War vereinbart, dass Pröll mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit geht?

Wir reden permanent miteinander. Aber ich bin ja beinahe schon amüsiert: Medial geht es nur um den Wetteifer, wer die Idee als Erstes hatte. Sie kam von der ÖVP – Punkt.

 

Wussten Sie, was Pröll vorhatte, oder nicht?

Ich plaudere sicher keine internen Gespräche aus. Fakt ist: Es gibt eine Volksbefragung – und die gesamte Partei ist dafür.

 

Wie viel wird denn die ÖVP-Kampagne für die Beibehaltung der Wehrpflicht kosten?

Kampagnen gibt es im Wahlkampf. Wir sprechen hier von einer Informationsoffensive.

Gut: Wie viel wird diese Informationsoffensive kosten?

Wir werden sicher nicht Millionen in Inserate und Plakate investieren.

 

Wie viel? Weniger als eine Million Euro?

Schauen Sie: Es kostet schon eine halbe Million Euro, wenn wir einen Brief an alle Mitglieder schreiben. Daher werden die Kosten sicher höher sein als eine Million Euro.

 

Ich frage deshalb, weil es nächstes Jahr erstmals eine Wahlkampfkostenobergrenze von sieben Millionen Euro pro Partei geben wird. Für die Volksbefragung gilt die allerdings nicht.

Also davon sind wir meilenweit entfernt. Das wollen wir auch nicht – es soll ja keine Marketingshow werden. Wir werden informieren.

 

Haben Sie dieses Wording aus den USA mitgebracht? Sie waren in der Vorwoche beim Parteitag der Republikaner in Tampa. Was kann die ÖVP von den US-amerikanischen Kollegen lernen?

Die Republikaner setzen im Wahlkampf stark auf Hausbesuche. Das kann ich mir durchaus auch für die Nationalratswahl vorstellen.

 

Für die Volksbefragung auch?

Selbstverständlich. Gespräche sind das beste Mittel, um die Bevölkerung von unseren Argumenten zu überzeugen – und davon, dass sie überhaupt zur Urne gehen. Die Voraussetzung ist allerdings, dass das Ergebnis als bindend betrachtet wird. Daher erwarte ich von allen anderen Parlamentsparteien, dass sie sich dazu öffentlich bekennen.

Während Sie in den USA waren, hat sich in der ÖVP einiges getan. Zwischenzeitlich stand sogar die Ablöse von Parteichef Michael Spindelegger im Raum. Wie konnte es so weit kommen?

Ich habe mit Schmunzeln verfolgt, wie sich die Medien in einen Fantasierausch geschrieben haben. Ich kann Ihnen nur sagen: In der Partei selbst war die Lage ganz normal.

 

Sie werden doch nicht leugnen, dass es massive Widerstände gegen die Personalpläne des Parteichefs – Spindelegger selbst Finanzminister, Maria Fekter Klubchefin etc. – gegeben hat.

Wenn etwas an den Gerüchten dran gewesen wäre, wäre ich bestimmt nicht in den USA gewesen. Das ist doch ein Indiz, oder?

 

Das weiß ich nicht. Es gab jedenfalls den Vorwurf, dass es in der Vorbereitung der Personalrochaden schwere Kommunikationsfehler gegeben hat. Die Kritik war vor allem an Sie adressiert.

Erklären Sie mir bitte, wie ich etwas kommunizieren soll, was nicht stattfindet. Diese Kunst ist noch nicht erfunden.

 

Spindelegger hat zugegeben, dass es Überlegungen gab. Und man kann Pläne auch wieder verwerfen – aus welchen Gründen auch immer.

Die Gedanken sind Gott sei Dank frei in diesem Land. Und nicht jeder Gedanke muss umgesetzt werden. Die Sache ist erledigt.

 

Können Sie ausschließen, dass es vor der Wahl zu einer Umstellung im ÖVP-Team kommt?

Hundertprozentige Sicherheit hat man in der Politik nie. Aber derzeit ist keine geplant.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)

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17 Kommentare
Gast: Jiri Wondracek
10.09.2012 14:46
0 0

Wieso nur

kann ich den Politikern der Österr. Verlogenheits Partei nichts mehr glauben, egal was sie sagen ?

Prölls Wille geschehe?

Hoffentlich zum Nutzen von Österreich nicht mehr lange!

500.000 Euro

wenn die ÖVP Zentrale allen Mitgliedern einen Brief schickt???? Träumt Er ein bischen oder?

und war das nicht der K. o . m . i . k . e . r. der gesagt hat eine ÖVP läßt sich nicht kaufen?

Gast: suppenkaspar
09.09.2012 09:27
1 1

wie oft geht der

pro Tag eigentlich beichten ?

Gast: graeflicher adlergruß
09.09.2012 09:14
0 0

Hart aber herzlich

Ohne gutes Feindbild sind die ganzen erlogenen Heilsversprechen der FPÖ nur halb so wirkungsvoll.

Erst das gemeinsame Feindbild schafft den so wichtigen Zusammenhalt der dummen Herde.

0 0

Ergänzung

Und die Erde ist eine Scheibe !

Gast: TT1
09.09.2012 07:19
0 1

Hausbesuche durch Rauch

Sollte der bei mir klopfen, ruf ich die Polizei.

Gast: adlerhorst
08.09.2012 19:05
1 0

Ein PAAR österreichische Milliardäre - die nicht ihre eigenen Interessen - sondern wirklich die Staatsinteressen vertreten wären von Nöten.

Wir werden wieder eine ror-schwarze Koalition haben.

Antworten Gast: adlerhorst
09.09.2012 09:04
0 0

Re: Ein PAAR österreichische Milliardäre - die nicht ihre eigenen Interessen - sondern wirklich die Staatsinteressen vertreten wären von Nöten.

Die virtuellen FPÖ Poster füllen keine Wahlurne. Dafür sorgt das Volk aus guter Gesellschaft.

schön wäre es - ganz allgemein gesprochen - nur....

...wenn diese PolitikerInnen nicht andauernd lügen und damit die Bürger, die das natürlich größtenteils durchschauen, nicht für dumm verkaufen würden.

...wären wir jetzt in der NATO...

Na und?
Dann hätten wir diese lächerliche Diskussion nicht, keine lächerlichen Statements von Generalsekretären, keinen lächerlichen Minister-ZickZacks, keine lächerliche und abenteuerliche Interpretation unserer Neutralität, und Österreich würde auch insgesamt weniger belächelt werden.
Aber natürlich geht's so auch, die österreichische Operette im Land des Lächelns, und Politiker delegieren ihre eigentliche Arbeit in lächerliche Volksbefragungen, damit ihnen das Volk dann die Entscheidung abnimmt. Und das "Volk" durchschaut gar nichts, es wird von der Politik als bloßes Alibi mißbraucht. Die schwarz-blaue Koalition war auch nicht "vom Volk gewählt". Und es wird auch weiterhin nichts durschauen, weil dies gar nicht nötig ist. Unsere Politiker kommen auch so recht gut zurecht.
Also was wäre nun wirklich, wenn wir bei der NATO wären, mit oder ohne Volksbefragung, mit oder ohne Rauch, mit oder ohne ihres guten Rates....? ;-)


Re: ...wären wir jetzt in der NATO...

hoppala, das sollte als Antwort auf Friedrich Berger stehen (Die ÖVP sollte ihre Fehler zugeben), nicht als neuer Beitrag...

Gast: Friedrich Berger
08.09.2012 10:27
0 3

Die ÖVP sollte ihre Fehler zugeben

Hätte es schwarz-blau länger gegeben, wären wir jetzt in der NATO und das ohne Volksabstimmung.

Daher haben ja schwarz-blau dieses Kampfflugzeug Eurofighter gekauft. Jetzt herzugehen, Darabos würde das Bundesheer zerstören ist einfach skandalös und durchsichtig. So kann man halt seine Fehler schön kaschieren.

Das Volk durchschaut aber Ihre Machenschaften und wird dann bei der nächsten Wahl ihre Abrechnung ausdrücken.

Herr Rauch, wie man von ÖVP-Insidern (ich kenne ein paar davon) hört, sind Ihre Tage als Generalsekretär längst gezählt. Ich rate Ihnen, noch heute abzutreten, um sich nicht vollkommen lächerlich zu machen. Ein guter Rat.

Gast: ieu
08.09.2012 08:46
0 0

WIRKLICH ?


Die Idee kam eher vom Sozi-BP Fischer, der diese den roten HÄUPL beim obligaten Heurigentreffen dem schwarzen PRÖLL suflieren liess.

Ein Indiz dafür, neben dem offensichtlichen Nutzen für eine rot-schwarze Privatarmee zur Unterdrückung einer aufmüpfigen Bevölkerung, ist eindeutig in der Zustimmung der schwarzen "Zaster HER" Gewerkschaftstussi zur dargestellten TEXTIERUNG einer Volksbefragung anstelle einer Volksabstimmung zu erkennen.

Gast: Hermann Köll
07.09.2012 23:14
0 0

Zur Information

Wenn Ihr kommt, bin ich nicht zuhaus.

Also erspart Euch das.

Gast: Martin B
07.09.2012 23:12
0 2

Die Unwahrheiten der ÖVP

Die Wahrheit, warum das Bundesheer am Ende ist:

Die schwarz-blaue Skandalregierung hat durch den völlig "nutzlosen" Eurofighter-Kauf das Bundesheer an die Wand gefahren. Die Raten des Kampfflugzeuges (das ist halt der Eurofighter und kein Abfangjäger, wie die ÖVP behauptet) wird dem Bundesheer zugerechnet. Da bleibt halt kein Geld mehr für die Ausrüstung und Ausbildung.

Also, Herr Generalsekretär Rauch, behaupten Sie nicht falsch, Darabos wäre dafür verantwortlich.

Gast: ohnerauchgehtesauch
07.09.2012 23:06
0 1

Die ÖVP sollte bei ihren Leisten bleiben

Die ÖVP-Experten über die Wehrpflicht hat man ja in der ATV-Talksendung "Am Punkt" gesehen. ÖVP-Wehrsprecher Klikovits ist nur durch Beschimpfungen und Schreierein aufgefallen. Argumente hatte er nicht.

Der ÖVP kann man in der Frage Bundesheer daher nicht glauben.

Da kann auch ein ahnungsloser Generalsekretär Rauch nichts ändern.