Wien/Aich. Ob sich die Bürger für oder gegen die Wehrpflicht entscheiden, hängt auch von der Frage ab. Das zeigen Umfrageergebnisse.
Der ÖVP wird es nutzen, dass sie den Zivildienst auf den Stimmzettel reklamieren konnte. Denn sie will abseits der Wehrpflicht eine Kampagne über Auswirkungen von fehlenden Zivildienern starten. Für die SPÖ wäre es besser gewesen, wenn nur die eher unpopuläre Wehrpflicht auf dem Stimmzettel steht. Nun aber wird sie bei ihrem Modell neben dem Berufsheer auch den freiwilligen Sozialdienst anführen. Damit beinhaltet auch ihr Modell eine Komponente, die die Kranken- und Altenversorgung abdeckt. Das ist bei einem Wahlvolk mit zwei Millionen Pensionisten nicht unwichtig. Zudem setzte sich die SPÖ insofern durch, als nun über Modelle abgestimmt wird. Die ÖVP hatte sich eine Ja/Nein-Frage zu einem gemeinsamen Thema Wehrpflicht und Zivildienst gewünscht.
Resümee: Die Frage ist ein kleiner Punktesieg für die ÖVP, doch das Rennen bleibt spannend.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)
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