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Mikl-Leitner: Keine Alternative zum Zivildienst

08.09.2012 | 14:32 |   (DiePresse.com)

Personenkomitee mit Schranz und Hengstschläger für ÖVP-Linie der Wehrpflicht-Beibehaltung

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Die ÖVP und ihre Innenministerin Johanna Mikl-Leitner halten in der Debatte um die Volksbefragung über die Abschaffung der Wehrpflicht eisern am Zivildienst fest. Dieser habe sich in den vergangenen Jahren zur "europäischen Erfolgsgeschichte" und "tragenden Säule" entwickelt, sagte die Innenministerin am Samstag in der Ö1-Radioreihe "Im Journal zu Gast". Über eine Alternative zum Zivildienst - sollte das Volk sich für ein Berufsheer entscheiden - will sie im Gegensatz zu den Hilfsorganisationen nicht verhandeln: "Ich halte am Zivildienst fest, weil wir ganz fest davon überzeugt sind, dass der Zivildienst ganz wesentlich ist. Kein Kaufmann würde ein Erfolgsprodukt aus dem Regal nehmen ohne zu wissen, dass er ein Ersatzprodukt hat."

Würden die allgemeine Wehrpflicht und somit auch der Zivildienst fallen, könnte das der "Todesstoß für die Ehrenamtlichkeit" sein, fürchtete Mikl-Leitner. Auf Modelle, die auf Freiwilligkeit beruhen, will sie sich nicht verlassen, "weil wir natürlich wissen, wie die Demografie sich entwickelt". Der Zivildienst lege die Basis für das spätere ehrenamtliche Arbeiten und sei "Garant" dafür, dass es genug "helfende Hände" gebe. Die Ehrenamtlichkeit als "Kitt in der Gesellschaft" dürfe nicht verloren gehen.

Werbeoffensiven

Nachdem sich die Koalition am Freitag über den Fragetext ("Sind Sie für die Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres? oder Sind Sie für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes?") und das Datum der Befragung (20. Jänner 2013) geeinigt hat, bringen sich die Parteien nun mit ihren Werbeoffensiven in Stellung. Wie die ÖVP ihre Position bewerben wird, wollte die Ressortchefin aber noch nicht verraten. "Das wird die Aufgabe des Kollegen (Generalsekretär Hannes, Anm.) Rauch sein." So wie die SPÖ mit dem Ex-Vizekanzler Hannes Androsch (SPÖ) dürfte es aber auch bei den Schwarzen ein Personenkomitee geben, so Mikl-Leitner. Diesem sollen die Skilegende Karl Schranz und der Genetiker Markus Hengstschläger angehören. "Ich bin über jeden Einzelnen froh, der sich hier einbringt", bekundete sie.

Zur ÖVP-internen Obmanndebatte hielt die Innenministerin fest, dass die vergangenen Tage gezeigt hätten, dass Parteichef Michael Spindelegger "sehr akzeptiert ist" und in Fall der Volksbefragung "ganz klar Leadership" gezeigt habe. Dass Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, der im August im "Kurier" eine Volksabstimmung über die Wehrpflicht gefordert und damit die neuerliche Debatte und den Beschluss für eine Volksbefragung vom Zaun gebrochen hatte, der heimliche ÖVP-Chef sei und eine Sonderrolle in der Partei spiele, wollte Mikl-Leitner so nicht sehen. Gefragt, ob Pröll immer recht habe, meinte sie allerdings: "Nein, nicht immer, aber meistens."

Reaktionen

Während die FPÖ die Position der Ministerin teilten, missfiel dem BZÖ die "totale Fokussierung" auf den "Zwangszivildienst", wie Bündniskoordinator Markus Fauland meinte. Die Argumente der Ministerin zum Erhalt des Zivildienstes seien "nur mehr abstrus", so Zivildienstsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill von den Grünen. Zu behaupten, der Zivildienst sei maßgeblich für spätere Freiwilligenarbeit ausschlaggebend, sei "Humbug", meinte sie

(APA)

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9 Kommentare
Gast: Ernsti Herb
09.09.2012 07:09
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Frau Mikl-Leitner, bitte, bitte: Abmarsch durch die Mitte !


Gast: Markus H
08.09.2012 22:33
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Keine Alternative?

Sehr geehrte Frau Mikl-Leitner,

würden sie nur einmal über den Tellerrand sehen, dann würden sie feststellen, dass es dutzende Alternativen für den Zivildienst gibt.
Am Beispiel Rettungsdienst möchte ich Ihnen zu denken geben:

Österreich, so sehr dies auch anders plakatiert wird, führt einen der qualitativ mindersten Rettungsdienste in Europa. Dies liegt am grundlegenden System Quantität vor Qualität und jenes wird nur durch den Zivildienst aufrecht erhalten. Mit 260h Ausbildung sowie zumeist völlig unzureichender Ausrüstung stemmt sich unser Land gegen jegliche moderne Erkenntnis und trägt aktiv dazu bei, , Rehakosten und unnötige Todesfälle in die Höhe zu treiben, durch Schaden, der durch die Rettungskräfte passiert.

Keine Person kann nach 2 Monaten Ausbildung eine Tätigkeit erledigen, die viel Erfahrung und hohes Fachwissen erfordert. Weder Zivildiener, noch freiwillige Mitarbeiter, die teilweise nur 144 Stunden im Jahr im Rettungsdienst arbeiten.

Das Arugment Notarzt kann und darf nicht gelten. Sanitäter sind in der Regel viel früher am Notfallort. Und was, wenn der NA nicht verfügbar ist? Medikamentöse Therapien, bewährte Rettungstechniken oder Monitoring müssen auch von Sanitätern ohne Notarzt ausgeführt werden können. Dieses wird durch das jetzige System aktiv verhindert, ja sogar sanktioniert.

Eine Reformierung des Rettungsdienstes wird auf lange Zeit Kosten, durch ein besseres Patientenoutcome sparen! Jeder Bürger verdient eine zeitgerechte Versorgung!

Markus

Gast: @MIKL-LEITNER
08.09.2012 18:24
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Warum?

...sollen wir Jungen das Sozialsystem retten? Ihr habt es zugelassen, dass uns Frühpensionen und ein überbordender Klientelversorgungsstaat das Geld aus der Tasche zieht und das für uns nichts übrig bleiben wird. Der Generationenvertrag wird gekündigt. Dazu gehört auch das Ende des Zivildienstes. Die Älteren sind unsolidarisch und Leben auf unsere Kosten. Keine Investition in Bildung und Forschung, dafür Kammern, Funktionärsversorgung, Subventionen für alle parteinahen Organisationen, Parteiförderungen die zehnmal zu hoch sind, etc. Ihr seid Versager

Gast: Moderndenkender
08.09.2012 17:37
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Ergebnis der Volksbefragung

Wer sagt denn, dass die OEVP das Ergebnis einer Volksbefragung auch wirklich anerkennt und nicht womoeglich sagt: "Wir muessen fuer die Beibehaltung der Wehrpflicht noch mehr Ueberzeugungsarbeit leisten.".

Selbst beim Ausgang fuer ein Berufsheer ist noch gar nichts sicher.

Gast: Gutmensch?
08.09.2012 17:07
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Zivildienst = Ehrenamtlich?

Ja, deswegen wird man auch verhaftet, wenn man sich weigert.

Und jetzt ist mir auch klar, wieso es nur eine Befragung ist- bei einer Volksabstimmung MÜSSTE sie verhandeln- das legt die Fragestellung klar.

Die Sklaverei war auch supertoll und billig und effizient. Das Problem- wir leben im Jahr 2012.

Unglaublich, diese Frau.

Gast: gast55
08.09.2012 16:25
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zivildienst nur für männer und schon wieder alternativlos - für wa sdemokratie, für was grundrechte, für was abgeordnete, für was ministerinnen

ohne zivildienst wäre österreich nicht überlebensfähig und den leisten nur männer, von der rohstoffförderung, und produktion bis zu all den gefährlichen jobs all das lesiten männer für den staat, und das weltweit, auch noch die hilfsdienste und sozialdienste werden von männern getragen

würden männer den frauen nicht auch noch die kinder machen, für was wären frauen eigentlich noch gut??? ach ja das hart verdiente geld der männer verbrauchen

schon bedenklich, dass sich ausgerechnet jene am stärksten für die wehrpflicht aussprechen, die sich am meisten davor drücken

Gast: Moderndenkender
08.09.2012 16:13
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Komisch

Zumindest bei den OEVP-Artikeln muessten die Foren doch voll von Pro-Wehrpflicht-Postings sein.

Gast: gegenzwangsdienste
08.09.2012 15:28
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ehrenamtlichkeit nur von männern

"Der Zivildienst lege die Basis für das spätere ehrenamtliche Arbeiten und sei "Garant" dafür, dass es genug "helfende Hände" gebe. "

jetzt ist es raus, frauen tun also nichts ehrenamtlich

ich werde keiner frau mehr in irgendeiner art helfen, egal was sie braucht

Gast: gegenwehrpflicht
08.09.2012 15:26
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also so ist die övp

wehrpflicht für zwangsdienst und billigarbeitskräfte

das erfolgsmodell der övp dieser frau, die sich im übrigen davor drückt, wie alle frauen, ist die zwangsarbeit von männern, die man nebenher noch zu tausenden in gewaltausübung trainiert