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ÖVP: Keine Alternative zum Zivildienst

08.09.2012 | 18:06 |   (Die Presse)

Die PR-Offensiven für die Volksbefragung haben längst begonnen. Die ÖVP äußerte große Bedenken gegen Freiwilligen-Modelle als Ersatz für den Zivildienst. Das brachte ihr umgehend scharfe Kritik ein.

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Am Tag, nach dem sich die Regierungsparteien auf den Text und das Datum (20.Jänner 2013) der Volksbefragung über die Zukunft des Bundesheeres geeinigt hatten, verlautbarte die ÖVP Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ihre Rechtfertigung für die Beibehaltung von Wehrpflicht und Zivildienst: Letzterer habe sich in den vergangenen Jahren zu einer „europäischen Erfolgsgeschichte“ entwickelt, sagte Mikl-Leitner am Samstag im ORF-Radio.

Daher ist die Innenministerin im Gegensatz zu den Hilfsorganisationen nicht bereit, schon im Vorfeld der Befragung über eine Alternative zu verhandeln – etwa über ein freiwilliges Sozialjahr, das die SPÖ vorschlägt: Auf Modelle, die auf Freiwilligkeit beruhten, sei kein Verlass, „weil wir natürlich wissen, wie sich die Demografie entwickelt“. Der Zivildienst lege hingegen die Basis für das spätere ehrenamtliche Arbeiten und sei „ein Garant“ dafür, dass es ausreichend „helfende Hände“ gebe.

Die Grünen, die den Zivildienst – ähnlich der SPÖ – durch ein freiwilliges „Zivildienstjahr“ ersetzen wollen, übten umgehend Kritik: Mikl-Leitners Argumente seien „nur mehr abstrus“, so Zivildienstsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill. Zu behaupten, der Zivildienst sei für die spätere Freiwilligenarbeit ausschlaggebend, „ist Humbug“. Zumal Frauen, Jugendliche und Männer, die ihren Grundwehrdienst beim Bundesheer geleistet hätten, schon jetzt freiwillig tätig seien. Dem BZÖ, das ebenso für ein freiwilliges Sozialjahr eintritt („Bürgerhilfe“), missfiel die „totale Fokussierung“ „auf den „Zwangszivildienst“.

FPÖ-Vizeparteichef Norbert Hofer zeigte sich hingegen ungewöhnlich einträchtig mit der ÖVP. Die demografische Entwicklung erfordere den Zivildienst – mit Freiwilligen allein sei die Basisversorgung nicht zu decken.

Die Bevölkerung jedenfalls hat am 20. Jänner die Wahl zwischen zwei Modellen: „Sind Sie für die Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres?“ oder „Sind Sie für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes?“. Auf diesen Text haben sich die Koalitionsparteien am Freitag geeinigt.

Die Inhalte der ÖVP-Werbeoffensive wollte Mikl-Leitner am Samstag nicht vorwegnehmen. Wie die SPÖ wird allerdings auch die ÖVP ein überparteiliches Personenkomitee aufstellen. Dem sollen unter anderem die Skilegende Karl Schranz und der Genetiker Markus Hengstschläger angehören. Die SPÖ zählt auf die Unterstützung von Ex-Vizekanzler Hannes Androsch.


„Erwin Pröll hat meistens recht.“ Die Innenministerin nahm die Volksbefragung auch zum Anlass, um dem zuletzt umstrittenen ÖVP-Obmann öffentlich den Rücken zu stärken: Michael Spindelegger habe in der Heeresdebatte „ganz klar Leadership“ gezeigt und sei in der Partei „sehr akzeptiert“.

Dass der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll, der in einem Zeitungsinterview Ende August eine Volksabstimmung über die Wehrpflicht gefordert und damit die neuerliche Debatte vom Zaun gebrochen hatte, der heimliche ÖVP-Chef sei und eine Sonderrolle in der Partei spiele, wollte Mikl-Leitner so nicht bestätigen. Gefragt, ob Pröll eigentlich immer recht habe, meinte sie jedoch: „Nein, nicht immer, aber meistens.“ RED./APA

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2012)

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84 Kommentare
 
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Gast: Leser 1
10.09.2012 06:41
0 0

Brett vorm Kopf

Bitte der Frau einmal erklären um was es geht !

Blutspenden schadet niemanden .. also alle einmal dazu gesetzlich verpflichten

oder wenn tot, Entfernung der Organe als Spende für alle ohne die Hinterbliebenen zu fragen

Antworten Gast: rzmpf
09.09.2012 20:32
0 0

Re: Blutspenden schadet niemanden .. also alle einmal dazu gesetzlich verpflichten

"oder wenn tot, Entfernung der Organe als Spende für alle ohne die Hinterbliebenen zu fragen"

Das ist in Österreich schon so, nur Sie selber können zu Lebzeiten widersprechen, Ihre Angehörigen haben gar nichts zu sagen.

Nein

gibt's nicht
keine Alternative
wird nicht diskutiert
ÖVP

Gast: Reichenstein
09.09.2012 13:51
3 0

Unerträgliche Diskussion

Ich war unter Strasser Zivildiener. Damals wurden die Zivis von den ÖVP Granden als Wehrdienstverweigerer gesehen. Alles wurde unternommen um Ihnen das Leben schwer zu machen. Jahrelang waren sie am Rande der schwarzen Gesellschaft. Und jetzt wo sie sehen was Zivis für dieses Land leisten biedern sie sich an.
Mir wird echt übel...

Immer alles nur anders machen als die SPÖ macht, weil die ja als Klassengegner gesehen wird.
ÖVP wach auf! Wenn es so weitergeht bist du bald nicht mal mehr dritte Kraft.
In der Steiermark ist das angekommen, der Schützenhofer hat bitter gelernt dass er sich mit dieser Fundamentalopposition nur schadet und jetzt geht etwas was für das Land weiter.
Das würd der Bundes ÖVP auch ganz gut tun.
Ob dies Schulpolitik oder Wehrpflicht ist.

Und die SPÖ sollte genauso mit dieser Blockade Haltung aufhören, die Studiengebühren haben schon Sinn. Aber nicht als Finanzierung der Unis sondern als Steuerinstrument. Wenn man bedenkt wie viele deutsche Studenten sich mittlerweile in Österreich tummeln sollte man steuernd eingreifen und das ist ein gutes und adäquates Mittel...

Re: Unerträgliche Diskussion

Man muss sich die ganze Geschichte ja nur mal überlegen, die ÖVP war mal pro NATO und für ein Berufsheer die SPÖ eher für die Wehrpflicht und Zivildienst.

Heute ist es genau umgekehrt, mehr oder weniger weil der politische Gegner es anders macht.

Einen Plan wie der jetzt mehr oder weniger nur für Katastropheneinsätze zu gebrauchende Grundwehrdienst verbessert werden kann gibt's von der ÖVP nicht und wie man den Zivildienst ersetzen kann von der SPÖ nicht.

Es geht wie immer nicht um Lösung sondern um Stimmenfang für die nächste Wahl.

Eine konservative Zeitung soll sich schämen,

gestörte Leute mit lächerlichen Forderungen so einen Rahmen zu bieten.

Gast: Pfeiffdrauf
09.09.2012 11:47
0 1

Typisch

... ÖVP.

Eine fantasie- und orientierungslose Truppe zur Vertretung einer konservativen Minderheit.

Das einzige Glück, das diese Nie... haben könnten, ist, dass der Darabos und sein Lokführer ebenso bestenfalls dazu geeignet sind, die Idee des Berufsheeres an die Wand zu fahren (siehe hochbezahlte Freiwillige für Katastropheneinsatz vs. Freiwillige Feuerwehr).

2 1

hier irrt die övp

ich bin davon überzeugt daß sich mehr als genug für einen freiwilligen,bezahlten sozialdienst melden würden.
meiner empfindung nach haben sich die rollen vertauscht.ich habe freiwilligkeit u. berufsheer(mehr privat,weniger staat) eher der övp zugeordnet.

Re: hier irrt die övp

Schön, das ihrer "Überzeugung" und "Empfindung" nach sein solches Modell von Erfolg gekrönt wäre.

Setzen Sie sich in ihr Auto, fahren sie auf die nächste Bezirksstelle einer Rettungsorganisation und fragen Sie doch dort bitte mal nach wie sehr doch die Zahl der Freiwilligen in den letzten Jahren explodiert ist....

Bezgl. "Freiwilliges Sozialjahr" von Hundstorfer können Sie den Diensthabenden Hauptamtlichen dann dort auch gleich fragen ob er sich schon drauf freut, vom Sozialministerium neue Arbeitskollegen zu bekommen die um ein Drittel weniger Lohn als er für die gleiche Arbeit mit gleicher Ausbildung kriegen werden.

Hundstorfer, der liebe Sozialist, provoziert einen Arbeitskampf dieser Leute. So schauts aus.

Ich möcht mir anschauen was Sie dazu sagen, wenn ihrem Chef plötzlich Arbeitskräfte zur Verfügung stehen die freiwillig für weniger Geld als Sie arbeiten gehen! Stichwort: Ostöffnung.


Das ist ja das Absurde an unserer Parteipolitik

Historisch war die ÖVP stets für ein Berufsheer, während die SPÖ Bedenken (1934!) hatte.

Wenn die SPÖ nun ihre Meinung ändert, würde jeder vernünftige Mensch sagen: "Gut, daß ihr es endlich kapiert habt - packen wir's an!"

Die ÖVP hingegen fühlt sich eines Alleinstellungsmerkmals beraubt und dreht aus purem Oppositionsgeist einfach ihre eigene Meinung um 180°.

Und da soll einem als Wähler nicht das Kotzen kommen...

Gast: Plach2
09.09.2012 10:15
1 0

Richtíger wäre:

Die ÖVP weiß keine Alternative zum Zivildienst!

wie immer

Österreich ist wie immer das Schlusslicht, wenn es um essentielle Themen geht, die auf internationaler Ebene bereits längst erfolgreich gelöst sind. Siehe Ladenöffnungszeiten Sonntags, oder die Bundesheerdebatte, oder viele andere Dinge mehr. Ich bin müde darüber zu diskutieren und frage mich in welchem Hinterland ich da eigentlich lebe, wo die Politiker immer noch versuchen in Ihre eigenen Taschen zu wirtschaften.
Bundesheer abschaffen, aber sofort! Ohne viel zu diskutieren. Leute, das ist der Trend und er wird auch Österreich ereilen, nur leider immer mit unglaublicher Verspätung. Wir diskutieren hier in unserem Land alle Dinge in den Boden und bis zum Stillstand!
Ich komme wirklich sehr sehr viel in der ganzen Welt herum, ich bin fast jede Woche unterwegs. Aber so ein "vorbeischauen" an der Realität habe ich selten erfahren.....(natürlich nur was die hochentwickelten Länder betrifft, und dazu zähle ich auch Österreich)

Gast: ZARA
09.09.2012 09:50
1 1

Wenn man das Heer ersatzlos abschafft, dann gibt es genug Geld für die Hilfsorganisationen.

Oder wollen die Politiker und Beamten die Milliarden gleich wieder selber einstecken?

Gast: Lukas
09.09.2012 09:39
0 1

ehrenamtliche Tätigkeiten

sind kein Thema für die Linken. Der Staat zahlt für alles - von der Wiege bis zur Bahre. Nur, der Staat sind nicht die "Reichen" sondern die Bürger selbst, die ungeniert vom Scheinsozialismus versklavt werden.

Gast: Cokabär
09.09.2012 09:26
1 0

Zivigegner

die schwarzen waren bei Einführung der grösste Gegner des Zivildienstes.
Jetzt, wo sie erkannt haben das die Billigarbeit auch in ihre Taschen fliessen, sind sie plötzlich der Gralshüter desselben.

Gast: zzz
09.09.2012 09:16
1 0

Gratispersonal

ja, die schwarze Landeselite braucht immer Gratispersonal damit für sie selber mehr im Sackl bleibt.

Gast: wansuk
09.09.2012 09:07
1 0

muesste heissen

keine alternative zur sklaverei.
ist aber falsch . auch die usa haben deren ende ueberlebt.

Verpflichtender Zivildienst

für Frauen und das Problem ist gelöst!

Kostet aber mehr als ein Berufsheer mit freiwilligem Sozialdienst.

2 0

Re: Verpflichtender Zivildienst

Es wäre nur eine Wehrpflicht für Frauen mit Zivildienst als Ersatzleistung möglich.

Ein verpflichtender Zivildienst widerspricht Art. 4. MRK 'Verbot der Sklaverei und der Zwangsarbeit'.

Re: Re: Verpflichtender Zivildienst

Ist verpflichtender Wehrdienst nicht auch Sklaverei und Zwangsarbeit?

1 0

Re: Re: Re: Verpflichtender Zivildienst

Nach Art. 4 MRK 3b nicht:
http://dejure.org/gesetze/MRK/4.html

Eine Änderung in diesem Punkt würde einem Verbot der Wehrpflicht gleichkommen. Ich glaube nicht daß man sich in dem Punkt europweit einig wird.

Die ganze Diskussion über die Wehrpflicht vermischt sowieso viele Themen die getrennt behandelt und gelöst gehören. Katastropheneinsatz, Pflegedienst und Landesverteidigung sind voneinander unabhängige Themen.

Außerdem wird z.b. im Gesundheitswesen die Notwendigkeit von billigen Zivildienern als gegeben hingenommen. Ich persönlich habe den Verdacht daß Unsummen an Geld im gesamten medizinischen Bereich versickern. Normale Anstellungsverhältnisse statt Zivildienern wären vielleicht genauso möglich.

Die Dinge sind sehr viel komplizierter als eine Ja/Nein Frage bei einer überhastet anberaumten Volksbefragung.

Antworten Antworten Gast: Gasttt
09.09.2012 10:14
0 0

Artikel 4...

Nicht verboten ist unter anderem als Punkt d.)

"jede Arbeit, die zu den normalen Bürgerpflichten gehört".

2 0

Re: Artikel 4...

Ja. Das ist auch schön schwammig formuliert. Man kann theoretisch alles als 'normale Bürgerpflicht' definieren.

z.b. fünf, zehn oder noch mehr Jahre verpflichtender Zivildienst, oder 3 Monate verpflichtende Erntehilfe pro Jahr etc. etc.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast1234
12.09.2012 09:59
0 0

Re: Re: Artikel 4...

Soweit ich weiß, wurde schon gerichtlich geklärt, dass der Zivildienst keine normale Bürgerpflicht ist.
Bsp für "normale Bürgerpflichten" sind z.B. die Einberufung als Geschworener oder den Gehsteig vor seinem Haus sauberzuhalten.

Gast: stormtrooper
09.09.2012 08:26
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Der Zivildienst bringt eh nur Zivilversager und Fördert das österreichische Gen namens Drückeberger!

Kann jede Frau bestätigen, dass es Zivildiener nicht bringen!
Weil sie nämlich keine Befehle entgegennehmen käönnen und keinen Kadavergehorsam auch gegenüber den dümmsten Ansagen ertragen.
Nur Ex-Bundesheerler können das. Die können die Unerträglichkeit der Frauencharaktere aushalten.
Und wenn es unter rücksichtslosen und totalen Einsatz von Alkohol ist!

 
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