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Antisemitisch? Strache wehrt sich - und gerät erneut unter Druck

10.09.2012 | 18:19 |   (Die Presse)

Fischers Kritik prallt an der FPÖ ab. Stein des Anstoßes war eine antisemitische Karikatur. Doch ein neues Buch mit dem Titel „Strache – im braunen Sumpf“ wirft ihr Verflechtungen mit der Neonazi-Szene vor.

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Wien/Pri. Die Rüge des Bundespräsidenten blieb verbal nicht lange ungesühnt: Heinz Fischer sei mit seiner Kritik „unglaubwürdig und wieder einmal parteipolitisch motiviert“, polterte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky am Montag in einer Aussendung. Wahr sei vielmehr, dass Parteichef Heinz-Christian Strache „in keiner Faser seines Wirkens“ antisemitische Seiten habe erkennen lassen.

Stein des Anstoßes war eine Karikatur, die Strache auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte. Sie zeigt einen wohlgenährten Banker mit Davidsternen anstelle von Manschettenknöpfen, dem von der Regierung – versinnbildlicht durch einen biederen Beamten – ein festliches Mahl kredenzt wird. Der dritte Mann am Tisch, eine hagere Erscheinung, die für das Volk steht, muss sich mit einem Knochen auf dem Teller begnügen.

Heinz Fischer hat diesen Cartoon am Sonntag scharf verurteilt: Das sei „der Tiefpunkt politischer Kultur, der sich allgemeine und entschiedene Verachtung verdient“, zumal es sich um „eine feige Spekulation mit Überresten des Antisemitismus“ handle, sagte der Bundespräsident in seiner Eröffnungsrede beim Linzer Brucknerfest.

 

FPÖ-Basis über Strache verärgert

Kritische Stimmen waren am Montag allerdings auch aus dem freiheitlichen Lager zu hören: Er kenne die Karikatur nicht, halte aber fest, „dass die FPÖ derartige Geschichten – dass wir immer sofort ins rechte Eck gestellt werden – nicht brauchen“, richtete der Bürgermeister von Steinhaus bei Wels, Harald Piritsch, seinem Parteiobmann aus.

Denn ob bewusst oder nicht: Indem er diese Karikatur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte, warf Strache einmal mehr eine alte Frage auf: Ist die FPÖ eine rechtsextreme bzw. antisemitische Partei, die – entgegen anderslautenden Behauptungen – nicht gewillt oder jedenfalls nicht in der Lage ist, sich von ihrer Vergangenheit zu lösen?

„Ja und nein“: Zu diesem Schluss kommt der Journalist und Autor Hans-Henning Scharsach, der Monatgabend ein Buch mit dem Titel „Strache – im braunen Sumpf“ präsentierte. Man könne zwar nicht alle Freiheitlichen in einen Topf werfen. Doch an der Verflechtung der politisch salonfähigen FPÖ mit „Hetzern gegen Juden, Zuwanderer und Muslime, mit Hitler-Nostalgikern, Auschwitz-Leugnern und Gewalttätern“ – kurz: mit der Neonazi-Szene – bestehe kein Zweifel.

Für Scharsach hängt das auch und vor allem mit der Person des Parteichefs zusammen: Nach einem Jörg Haider, der (letztlich erfolglos) versucht hatte, gewisse Parteikreise zu entmachten, habe die FPÖ unter Heinz-Christian Strache wieder „eine Wende in die braune Vergangenheit vollzogen“.

 

Die einflussreichen Burschenschafter

Gezielt und regelmäßig würden die Freiheitlichen heute Signale an ihre extrem rechte Anhängerschaft versenden – nicht nur in einschlägigen Internetforen. Als Beispiele führt Scharsach den Strache-Comic aus dem Wiener Wahlkampf 2010 oder das „Moschee baba“-Spiel der steirischen FPÖ an. Die Burschenschaften, deutschtümelnd und bisweilen rechtsextrem bis neonazistisch, wären in der Partei einflussreicher als je zuvor. Und so mancher freiheitliche Politiker hätte schlichtweg nichts zu befürchten, wenn er öffentlich kein Hehl aus seiner Gesinnung mache.

Strache selbst versucht der Autor als ehemaligen Neonazi zu entlarven, der in NDP-Gründer Norbert Burger einen Vaterersatz fand; der in seiner Jugend nicht Paintball spielte, sondern an Wehrsportübungen teilnahm; und der nicht „drei Bier“ bestellte, sondern die Finger zum Kühnengruß hob, einer Abwandlung des Hitlergrußes.

Scharsachs Buch, akribisch recherchiert und historisch unterfüttert, ist ein Erklärstück für alle, die jahrelang die Innenpolitikseiten in den Zeitungen überblättert haben. Wirklich neu ist der Inhalt nämlich nicht.

Zum Buch
Hans-Henning Scharsach
Strache Im braunen Sumpf
Kremayr & Scheriau, 336 Seiten, 24 Euro

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2012)

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457 Kommentare
 
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Gast: supersauber
15.09.2012 10:35
0 1

Jetzt fällt mir auf ...

... die Karikatur ist ohnehin falsch beschriftet. Statt "Die Banken" sollte dort "Hypo Alpe Adria" stehen, statt "Die Regierung" müsste man dort "FPK/FPÖ" oder zumindest "Kärntner Landesregierung" lesen.

Gast: cosmoprolet
14.09.2012 13:37
0 0

Logik a la FPÖ

Soweit ich den Erkärungsversuchen der FPÖ und deren Obmann Strache folgen konnte, so argumentieren diese, daß nicht etwa der Cartoon, oder gar die Person die diesen auf seiner Facebookseite veröffentlicht hat, antisemitisch sei, sondern vielmehr derjenige der in der Darstellung des Bankers meint einen Juden zu erkennen.

Wenn es nun aber nicht das Ziel von Herrn Strache war, eine Assoziation zwischen dem Banker und den Juden hervorzurufen, so frage ich mich doch weshalb er nicht einfach den originalen Cartoon aus den 60er Jahren gepostet hat?
(Siehe: http://kurier.at/nachrichten/4508828-klage-wegen-cartoon-auf-straches-facebook-seite.php)

Der von Strache gepostete Cartoon wurde nämlich legiglich in 2 Aspekten vom Original abgeändert: einerseits wurde die Krümmung der Nase des Bankers veränder, so dass dieser nun den Darstellungen von Juden in der Zeitschrifft "der Stürmer", welche dem ein oder anderen FPÖ Mitglied bestimmt aus seiner nostalgischen Bettlektüre bekannt sein dürfte, ähndelt. Andererseites wurden auf allen Ärmelknöpfen des Bankers der Davidsstern hinzugefügt.

Was genau sollten diese Änderungen bewirken, wenn nicht eine Assoziation des gierigen Bankers mit dem Judentum? Dies ist leider die einzige Erklärung die ich nach langem Überlegen habe finden können.
Doch bestimmt ist dieser Schluss genauso fehlgeleitet, wie meine Annahme dass die FPK, angesichts ihrer nicht-enden-wollenden Serie von Korruptionsfällen, eine Bande von korrupten Provinzlern ist.

Also ich denke, dass er besser...

...Kulterer hätte karikieren sollen....

Nur weiter so

Zauberlehrling

2 1

Liebe Österreicher

Bin Deutscher und habe gelernt am besten nichts gegen das Volk das am Südlichen Teil des Mittelmeeres sich Heimisch gemacht hat zu sagen.
Habe immer geglaubt das es bei euch mit der Meinungsfreiheit besser gestellt ist wie bei uns, was ich immer noch Glaube nur in Beziehung von diesem besagten Volk nicht.

BP-Fischer

ist eine Gefahr der Republik!MfG

Antworten Gast: Martini 1
12.09.2012 21:42
2 1

Re: BP-Fischer

Eine Gefahr für Österreich ist Kärnten mit seinen Zauberlehrlingen Dörfler, Dobernig, Scheuchs, Ragger...

Strache wieso räumst den nicht auf!!!!

Gast: happy21
11.09.2012 20:17
9 4

Wenn man sich die Pluspunkte ansieht,

kann man sagen das Strache und die FPÖ so etwa zwei Drittel Zustimmung hat.

Ich schätze da werd ich auch noch dazugesellen.

Es bleibt einem ja auch gar nichts anderes übrig!


Gast: Bruder Kain
11.09.2012 19:52
11 2

also gut, wir fassen zusammen:

H.C. Strache = böse
Lloyd Blankfein = gut


Re: also gut, wir fassen zusammen:

hahahahahaha

Gast: Hotelzimmer201
11.09.2012 19:27
1 0

Mölzer fällt Strache in den Rücken!

Zwischen Strache und Mölzer stimmts nicht mehr.
Warum sonst bezeichnet Mölzer die Karikatur als antisemtisch.
Damit fällt er Strache in den Rücken.

Mölzer ist doch dieser braune Recke ....


...der glaubt, er hat die Weisheit mit dem Löffel gefressen.

Genau dieselbe widerliche Type wie Stadler.

Strache soll diesen Mölzer aus der FPÖ hauen und ein Zeichen setzten, daß die braune Brut unter seiner Führung nichts zu suchen hat.

Antworten Gast: Hubertus
11.09.2012 20:49
1 0

Re: Mölzer fällt Strache in den Rücken!

Mölzer braucht die FPÖ jetzt nicht mehr. Er wird in der EU nicht mehr kandidieren sondern sich mit einer fetten Pension verabschieden. Man sollte aber nicht vergessen, daß er seinerzeit einer der größten Verehrer eines Jörg Haider war( der mit der ordentlichen Beschäftigungspolitik).

also ich verstehe den lärm dazu überhaupt nicht...

man bruacht lupen um diese sterndl zu sehen die in asien zum alltag gehören und die nasn......na schau ma uns mal in der u bahn um!
:-)

Gast: SiebtePosaune
11.09.2012 17:36
5 2

Opferlamm Strache

Warum wurde dieser (veränderte) Cartoon überhaupt auf Facebook veröffentlicht? Irgendwer (HC oder Kickl oder....) wird sich doch dabei irgendwas gedacht haben. Ich kann diesen Gedanken zwar nicht nachvollziehen, doch ein Grossteil der (von oben verordneten, vorgegebenen) Meinungen in diesem Forum goutieren diese Vorgangsweise. Mölzer entschuldigt sich für Strache. Warum eigentlich, wenn es nichts zu entschuldigen gibt, und sämtliche Reaktionen laut Vilimsky „unglaubwürdig und wieder einmal parteipolitisch motiviert“ sind? Und ein FPÖ-Bürgermeister tritt aus der Partei aus - das ist garantiert parteipolitisch motiviert, dafür aber glaubwürdig. Erinnern wir uns an 2002 - FPÖ 10%. HC wird diese Hürde vielleicht schaffen, wenn er nicht wieder Comics veröffentlicht oder mit bunten Kugerln herumschmeisst. Ich wette drei Bier darauf.

Hans-Henning Scharsach

Hans-Henning Scharsach (* 1943) ist ein österreichischer politischer Journalist, Autor und Antifaschist. Er war einer der Redner bei der Kundgebung gegen Rechtsextremismus und WKR-Ball am 27. Jänner 2012.

Werke:

Haiders Kampf
Haiders Clan – Wie Gewalt entsteht
Haider – Schatten über Europa
Die Ärzte der Nazis

Mehr muss man dazu eh nicht sagen.
Ach ja, Freundschaft...

Hans-Henning Scharsach

Hans-Henning Scharsach (* 1943) ist ein österreichischer politischer Journalist, Autor und Antifaschist. Er war einer der Redner bei der Kundgebung gegen Rechtsextremismus und WKR-Ball am 27. Jänner 2012.

Werke:

Haiders Kampf
Haiders Clan – Wie Gewalt entsteht
Haider – Schatten über Europa
Die Ärzte der Nazis

Mehr muss man dazu eh nicht sagen.
Ach ja, Freundschaft...

Gast: supersauber
11.09.2012 16:56
9 6

Blauer Chefideologe

Laut dem (ehemaligen?) blauen Chefideologen Andreas Mölzer handelt es sich um eine antisemitische Karikatur. Aber wenn es Strache leid tut, wie Mölzer behauptet, warum entschuldigt sich Strache nicht dafür, sondern spielt wieder auf Kindergartenniveau das arme Opfer?

http://derstandard.at/1345166795545/Moelzer-Antisemitischer-Cartoon-tut-Strache-Leid

Re: Blauer Chefideologe

Mölzer hat sich längst als trojanisches Pferd in der FPÖ entpuppt. Er besorgt, seitdem er in Brüssel sitzt, das Geschäft des politischen Gegners. Er braucht sich nicht als Gouvernante Straches aufzuspielen und man möge es diesem überlassen, ob er Entschuldigungsbedarf sieht oder nicht. Die ewig alte Crux ist allerdings, daß die Parteiideologie ein einziger Eiertanz ist und die Unterschiedlichkeit der Köche irgendwann den Brei verderben wird, wenn man als "Meinungsvielfalt" beschönigt, was nicht kompatibel ist.

Antworten Antworten Gast: supersauber
12.09.2012 17:47
1 0

Re: Re: Blauer Chefideologe

Andreas Mölzer ein linker Agent Provocateur in der FPÖ. Made my day.

Re: Re: Blauer Chefideologe

und wieder ein beweis für die überragende intelligenz der strachefans

Antworten Antworten Gast: Skydings
11.09.2012 18:23
4 1

Re: Re: Blauer Chefideologe

Wie weit rechts muss man selbst eigentlich stehen um in dem Herausgeber der ZurZeit einen Handlanger der Linken zu sehen?

Gast: ZARA
11.09.2012 16:30
5 1

Geh, hörts auf! Gerade deswegen wollen ja so viele den Strache wählen!

Er muss halt so wie die Mehrheit der Österreicher tun als ob sie anders denken würden.
Erzählts mir nichts.

7 1

ich werde Sie zwar nie wählen,

aber die Angst der anderen vor Ihnen und die daraus resultierende Idiotie macht ebendiese auch unwählbar. Armes Österreich!

Gast: Bello
11.09.2012 16:07
5 5

Immer diese Wahlhetze !

Die Wahlen stehen vor der Tür und die Parteien (SPÖ,ÖVP und Grüne versuchen den Strache so schlecht zu machen wie es nur geht. Sogar der BP Bundespräsident mischt sich da rein.
Nur dieses Mal wird es euch nichts nützen weil sich die Österreicher, die ein wenig Verstand haben schon längst entschieden haben und trotz allem Schlechtmachereien den Strache wählen werden. Auch die gefälschten Umfragen werden euch Heuchler nichts nützen. Der Strache wird Bundeskanzler! Wie sagt man so schön: Ein neuer Besen kehrt gut, und daran solltet ihr euch Österreicher halten.

taschentuch gefällig?

bevor strache kanzler wird, friert die hölle zu.

 
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