Graz wählt schon am 25. November

11.09.2012 | 18:11 |  MARTINA LEINGRUBER (Die Presse)

Die Gemeinderatwahl wurde wegen der Heeresbefragung vorverlegt. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl überrumpelt sein Gegner. Nagl wollte auf das freie Spiel der politischen Kräfte setzen

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Graz. Die Bundes-ÖVP hat dem Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) wohl einen Freundschaftsdienst erwiesen. Die ÖVP wählte den 20. Jänner 2013 als Termin der Volksbefragung zur Wehrpflicht aus – just jenen Tag, an dem die Grazer ihren Gemeinderat neu wählen sollten. Doch am Dienstag hat Nagl mit der Ankündigung, die Wahl auf 25. November vorzuverlegen, überrascht. Nach der einseitigen Aufkündigung der Rathauskoalition mit den Grünen Ende Mai hatte sich Nagl gegen eine vorzeitige Neuwahl ausgesprochen.

Mehr zum Thema:

 und nicht als jener Mann dastehen, der eine Regierung zum Platzen gebracht hat. Dass der 49-Jährige nun doch früher wählen lässt, begründet er mit der Unvereinbarkeit von Kommunalwahl und Bundesentscheidungen. Mit dem „kürzesten Wahlkampf der Geschichte der Stadt Graz“ versucht er zudem, die Sparsamkeitskarte auszuspielen.

 

Nagl baut auf gute Umfragewerte

Tatsächlich dürfte er aber von den guten Umfragewerten seit dem Bruch mit den Grünen profitieren wollen. Ein Wahlerfolg wie 2008 (38,4 Prozent) scheint möglich, auch weil Nagl sein Image als Macher in den vergangenen Wochen aufpolieren konnte.

Überrumpelt hat Nagl seine politischen Mitbewerber. Vor allem Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Grüne) – sie weilt noch auf Urlaub in Griechenland. Während ihrer Abwesenheit hat sich Nagl vermehrt in deren Verkehrsagenden eingemischt und versucht, Entscheidungen rückgängig zu machen. Ein Anzeichen, dass der Verkehr ein zentrales Thema im Wahlkampf werden dürfte.

Grünen-Klubchefin Christina Jahn sagte, Nagl kapituliere vor dem von ihm selbst angerichteten Chaos. Nach außen gaben sich alle Parteien – Grüne, SPÖ, KPÖ, FPÖ sowie BZÖ – gelassen. SPÖ-Stadträtin Martina Schröck kritisierte aber: „Machtpolitiker Nagl agiert wie ein absolutistischer Herrscher.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

9 Kommentare

Alleine, dass Nagel abstimmen hat lassen, ist ihm schwer positiv anzurechnen!

In den Gebieten wo die Roten herrschen (sic!!), gibt es nur Despoten die von sich behaupten, demokratisch legitimiert zu handeln!


Gast: Martin_S
12.09.2012 12:40
2 1

!

SPÖ-Stadträtin Martina Schröck kritisierte aber: „Machtpolitiker Nagl agiert wie ein absolutistischer Herrscher.“

nein, aber sowas, das machen die Roten doch niemals nie never!!!!!

Kohle ausgegangen...

der Reininghaus-Deal ist geplatzt, die schwarze Perteikasse also nicht ganz so prall gefüllt, dann wählt er halt schon früher der schöne Sigi...

"...Während ihrer Abwesenheit hat sich Nagl vermehrt in deren Verkehrsagenden eingemischt und versucht, Entscheidungen rückgängig zu machen. ..."

wobei man sich kaum vorstellen kann, was für ein Verkehrschaos Rücker in ihrer grenzenlosen Autophobie in Graz angerichtet hat. Jedenfalls hat sie mit ihren Autofahrerschikanen eine Menge Staus ausgelöst, was wiederum sicherlich sehr gut für die Umwelt ist.....

Re: "...Während ihrer Abwesenheit hat sich Nagl vermehrt in deren Verkehrsagenden eingemischt und versucht, Entscheidungen rückgängig zu machen. ..."

Wohl kein Grazer? Vor 5 Jahren gab es viel mehr Staus und man hat viel länger in die Arbeit gebraucht als heute...

1 1

Die Kommunisten sind so stark in Graz? 11,2%?

Bin neugierig, ob sie sich diese Wähler bei der nächsten Wahl mit den Piraten teilen.

Re: Die Kommunisten sind so stark in Graz? 11,2%?

Ja, das sind sie, seit es einen gewissen Kaltenecker (oder Kaltenegger?) gegeben hat, der wirklich sozial gedacht hat und als Einziger der Grazer Politikergilde ein anständiger Mensch war; mit Kommunismus hatte das was der gemacht hat nicht viel zu tun.
Wählbar ist derzeit in Graz eigentlich niemand; leider.

Gast: asdfghöl
11.09.2012 17:46
1 3

kpö


ja, klar schöne Pläne fürs Stadion machen...

...und die Mieter stehen dann blöd da!

Nein, danke dieses Mal nicht, Hr. Nagl!

Umfrage

Mein Parlament

AnmeldenAnmelden