24.05.2013 16:53 Merkliste 0

Marokkaner-Plakate: FPÖ-Kandidat tritt aus Partei aus

14.09.2012 | 10:34 |   (DiePresse.com)

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Spitzenkandidaten der Innsbrucker FPÖ, August Penz, Anklage wegen Verhetzung erhoben. Er nimmt nun seinen Hut: "Ich trage das nicht mehr mit."

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In der Fernsehsendung „Tirol heute" hat der frühere FPÖ-Spitzenkandidat der Innsbrucker Gemeinderatswahl, August Penz, am Donnerstagabend seinen Austritt aus der FPÖ erklärt. Der Grund: Entwicklungen der vergangenen Zeit hätten das Fass zum Überlaufen gebracht. „In der letzten Zeit hat es Entwicklungen in der Partei gegeben und ich habe mir gesagt: Das trage ich nicht mehr mit."

Hintergrund sind Wahlplakate mit dem Slogan „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe", die im Wahlkampf für Aufregung gesorgt hatten. Penz wird vorgeworfen, mit den Plakaten „Marokkaner in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft und verächtlich gemacht zu haben", erklärte Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Immerhin habe der ehemals blaue Politiker damit einer „ganzen Volksgruppe unterstellt, kriminell zu sein."

Am Donnerstag erhob die Staatsanwaltschaft daher Anklage gegen den Ex-Politiker wegen Verhetzung. 

"Slogan kam von Partei"

Im Interview mit „Tirol heute" betonte Penz, dass der umstrittene Slogan nicht von ihm, sondern von der Partei stamme. Er habe diesen Spruch abgelehnt und diese „unmöglichen Plakate" auf eigene Kosten sofort entfernen lassen. Zudem habe er sich umgehend beim marokkanischen Königshaus entschuldigt und nach der Gemeinderatswahl auf sein Mandat verzichtet. 

Die nun erhobene Anklage gegen ihn habe ihn daher „überrascht", so Penz. Sein Anwalt, Hermann Holzmann, strebe eine Diversion an.

Tiroler FPÖ von Penz "enttäuscht"

 

Während sich FPÖ-Chef Heinz Christian Strache über die Anklage-Erhebung empörte, zeigte sich der freiheitliche Landesparteiobmann von Tirol, Gerald Hauser, am Freitag "menschlich enttäuscht" von Penz. "Der einzige Fehler, den man uns vorwerfen kann, ist, dass wir Herrn Penz aufgestellt haben", meinte er in einer Aussendung. Weiters betonte er, dass mit den Plakaten "nie eine ganze Volksgruppe gemeint" war.

Penz tue, "indem er uns anpatzt", nichts anderes, als das Geschäft seiner politischen Gegner zu erledigen, führte Hauser aus. "Wir haben das Recht und die Pflicht, auf Missstände hinzuweisen", erklärt er. Penz hätte bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl merken müssen, dass die FPÖ immer hinter ihm gestanden sei und stets Verständnis für ihn gehabt habe.

Verhetzung - § 283 StGB

(1) Wer öffentlich auf eine Weise, die geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu gefährden, oder wer für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder aufreizt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar gegen eine in Abs. 1 bezeichnete Gruppe hetzt oder sie in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft und dadurch verächtlich zu machen sucht.

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

228 Kommentare
 
12 3 4 5 6

Von linken geklagt zu werden ist eine Auszeichnung

und Garant das man recht hat.

Gast: derwiener
17.09.2012 21:30
1 2

Strache

Bitte Strache mitanklagen!

Gast: IO
15.09.2012 18:39
5 1

Die Genossen von der Justiz wieder bei der Arbeit.

Wie gehabt

Gast: Martin_S
15.09.2012 18:14
8 1

Auf diese ganze gekünstelte Aufregung

... nehm ich mir jetzt einen "Mohr im Hemd"!

In Wirklichkeit sind die Blauen feige und ohne Rückgrat

Sie sollten sich ein Beispiel an der Schweiz nehmen. Die Minarettabstimmung wurde trotz hysterischem Gekreisch der gesamten internationalen Presse durchgezogen.
(und war erfolgreich)

Und mittlerweile ist es fast schon eine Ehre, wenn man von den Linken wegen "Verhetzung" angeklagt wird. Das passiert nämlich nur, wenn man NICHT ihre Meinung teilt.

Antworten Gast: piotre
15.09.2012 14:36
5 6

ich bin nicht links..

trotzdem sehe ich in dem plakat hetze

Penz

hat ja nicht zur Gewalt aufgerufen, nicht mal indirekt, also kann von Verhetzung keine Rede sein. Dass Penz, wie schon während des Wahlkampfes jetzt Kindesweglegung betreibt, sagt schon etwas über seinen Charkter aus. Statt dass man sich ernsthaft über das aufgegriffene politische Problem kümmert (es gibt tatsächlich seit Längerem eine kriminelle marokkanische Szene in I), streitet man sich lieber um in der Tat diskutabel formuliertes Wahlplakat.

Antworten Gast: humberto
15.09.2012 14:41
1 3

geh darkidi...bitte..

lesenS doch gscheit, die presse hat ja extra den paragraphen publiziert.

auffordern
aufreizen
hetzen
einer die menschenwürde verletzen weise beschimpfen und dadurch verächtlich machen.

Bezahlte Deutschkurse

wohl versäumt?

Antworten Antworten Gast: Doividl
15.09.2012 16:16
3 0

Re: geh darkidi...bitte..

Sie müssen nicht dauernd die Wahlkampfinstruktionen der Roten zitieren

Antworten Antworten Antworten Gast: wshs
18.09.2012 23:03
0 1

Re: Re: geh doividl...bitte..

Werden Sie hier auch sachlich?

Traurig

dass man den Oe Waehler mit solchen oberflaechlichen, inhaltslosen Botschaften ansprechen kann. Ich meine nicht nur diesen rassistischen Sch... sondern auch die "Slogans" aller Parteien.

Gast: gsi
14.09.2012 22:17
5 1

sauber

Schade, dass österreich langsam zu einer Bananenrepublik verkommt!!!!Ein Land in dem so viele Proleten udn Ungebildete leben. Schade schade !!

Re: sauber

dieses Volk passt eben gut zu seinem bk in bp. leider, aber das Proletariat stellt sowohl in der bevölkerung als auch in der Regierung die Mehrheit.

17 5

Anklage wegen Verhetzung

profil, April 2012 -->
"Knapp 40 Polizisten speziell auf das Marokkaner-Problem abgestellt"

Warum ist das Verhetzung, wenn man auf Probleme aufmerksam macht?

15 4

Re: Anklage wegen Verhetzung

ganz einfach, es darf nicht sein, was nicht sein darf...

Gast: supersauber
14.09.2012 18:41
4 12

Heimatliebe ...

... statt blauer Steuergelddiebe.

Aber der war bestimmt auch wieder nur ein linker Agent Provocateur in der FPÖ - genau wie Andreas Mölzer.

Ich glaube ihm sogar.

Er würde sicher nicht im stande sein, ein Hotel zu führen, wenn er auf so niveaulose Sprüche kommen würde.

politisch korrekt

"Marokkaner-Diebe statt Heimatliebe".

Das wäre zumindest politisch korrekt. Und viele Fürsprecher gäbe es auch.

Gast: Gisela Werbezirk
14.09.2012 18:09
17 4

§ 283 - Wieder so ein Gummiparagraph und ein weiterer Schritt in Richtung Sharia in Österreich??


1 1

Penz hat ein piekfeines Hotel

Ganz im modernen Design, sicher nicht billig. Da werden sich die Gäste gewundert haben über das Plakat vor dem Eingang.

Gast: gegenkorruptionundwehrpflicht
14.09.2012 17:29
10 2

aber beim plakat

der frauenministerin, wo alle männer als schläger diffamiert wurden ist nichts passiert

schöne neue welt

Gast: strelizie
14.09.2012 16:49
2 0

Quereinsteiger

In Tirol wurde Hr. Penz als Quereinsteiger wahrgenommen, eher hatte man den Eindruck, dass Strache den Hotelier, den er zu seinen persönlichen Freunden zählt "Hauser aufs Auge gedrückt hat". Man weiß nicht, ob er zuvor überhaupt Partimitglied war. Quereinsteiger leben kürzer. Sie haben keinen Rückhalt in der Partei, haben sie Erfolg, sind die Neider hinter ihnen her, haben sie Misserfolg, ernten sie Schadenfreude bekommen die Verantwortung für das magere Ergebnis umgehängt. Dass das unsägliche Plakat (oder mehrere davon) auch noch im Garten der Villa von Penz im Saggen gestanden hat (auf Privatgrund), als sie im öffentlichen Raum schon entfernt waren, daran will er sich nun nicht mehr erinnern. Also, wenn er sie schon so schrecklich gefunden hat, hätte er sie wohl als erstes vor seinen eigenen Fenstern entfernen müssen. Wer seinen Fuß offenen Auges ins heiße Wasser hält, darf nicht jammern, wenn er sich verbrennt.

Hut ab

Immerhin ein Mensch der sich auch mal klar gegen unverblümte Ausläunderfeindlichkeit ausspricht. Das macht den Herrn so sympathisch dass ich ihn jetzt fast wählen würde. Und an das blaue Kasperletheater. Es ist schon interessant zu sehen dass es innerhalb dieser Partei und deren Anhänger keinerlei Einsicht gibt. Es wird alles bis zum letzten verteidigt. Wie ein Pitbull der sich in sein Opfer verbissen hat und nicht mehr los läßt. Solche Plakate sind klar verhetzend, ausländerfeindlich und verkünden offen und ohne Ausnahme, daß eine komplette Volksgruppe kriminell ist. Wer das hier nicht herauslesen kann, dem ist nicht zu helfen, denn der will es nicht sehen.Wir machen uns selbst mit solchen Aussagen schlecht. Jeder von uns braucht nur 3 bis 4 Generationen zurück gehen und landet irgendwo in der Türkei, Ungarn. Skowakei. usw. Und wissen Sie was? Ich finde es wundervoll. Wir sollten stolz darauf sein was wir sind und nicht verzweifelt nach einer Identität suchen, die wir nicht sind

Antworten Gast: bratz
26.09.2012 12:23
0 0

Re: Hut ab

3-4 generationen sind sehr großzügig ihrerseits ; ich kenne genau 2 menschen, deren 4 grosseltern österreicher sind, und diese 2 menschen stammen aus ortschaften mit 300 einwohnern !

Re: Hut ab

stimmt. meine Vorfahren kamen aus Boehmen und wurden weil sie deutsche waren nach Österreich vertrieben. wie 360000 andere auch.

 
12 3 4 5 6