Einen Runden Tisch aller zuständigen Ministerien, Hilfsorganisationen und Fachleute zum Thema Zivildienst forderte am Samstag der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. Die Gesprächseinladungen einzelner Ministerien seien kontraproduktiv und würden nur der "politischen Profilierung" dienen, meinte er nach den getrennten Terminen im Innen- und Sozialministerium in den vergangenen Tagen. Seitens des Bundesheeres hat Generalstabschef Edmund Entacher bekanntgegeben, bis nach der Volksbefragung im Amt zu bleiben.
Der Vertrag des Generalstabschefs - der sich in der Wehrpflichtfrage mit SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos überworfen hatte - läuft bis Ende Jänner 2013. Es war aber kolportiert worden, dass er schon im Oktober in Pension gehen könnte. Dem trat Entacher nun im "Kurier" (Samstag-Ausgabe) und im "profil" entgegen. Er bleibe "bis das alles ausgestanden ist" - nämlich die Volksbefragung, die "ein Schicksalsdatum für das Bundesheer und Österreich" sei.
Sollte sich in der Volksbefragung eine Mehrheit für die Abschaffung der Wehrpflicht aussprechen, müsste auch ein "geeigneter Ersatz" für den Zivildienst gefunden werden. Landau befürchtet, dass die nötige Reform verschleppt wird. Nur mit einem Runden Tisch aller Beteiligten könnte ein unkoordiniertes Vorgehen vermieden werden, sagte er zur Kathpress. Die Caritas schlägt ein Drei-Säulen-Konzept vor - einen organisierten Freiwilligendienst, längerfristige professionelle Angebote und eine stärkere Förderung des Ehrenamtes.
(APA)
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