Erste Scharmützel im Vorfeld der Grazer Wahl am 25. November: Die ÖVP segelt auf der Website www.piraten-graz.at als "Black Pirates" unter schwarzer Flagge und will damit offenbar die Piratenpartei ärgern. Die Piraten warfen den "Copy-and-Paste-Klabautermänner der Grazer VP" am Montag vor, Inhalte zu übernehmen, die im Widerspruch zum eigenen politischen Handeln stünden.
Hintergrund ist das Auftauchen der "Black Pirates" könne nur sein, dass sich die Volkspartei nach mehreren Desastern am absteigenden Ast befinde, mutmaßt man bei den "echten" Piraten. Man freut sich zwar darüber, dass die Idee für ein reformiertes Urheberrecht aufgegriffen und Inhalte "fast wortgleich" übernommen worden seien, weist aber darauf hin, dass einige Inhalte der Website dem politischen Handeln der Volkspartei widersprächen: "Das dürfte aber beim Kopieren übersehen worden sein." Offen bleibe, ob die unverhoffte Unterstützung der Grazer VP nun als Parteispende zu verbuchen und damit offenzulegen sei, so der Kommentar.
"Wir wollten als etablierte Partei zeigen, dass wir uns sehr offen mit neuen Themen auseinandersetzen", begründete der Grazer VP-Geschäftsführer die Einrichtung der Website.
Die KPÖ ortete "Anleihen bei den erfolglosen Wahlkampagnen" der Vergangenheit, konkret die Landtagswahlkämpfe 2005 und 2010, als man u.a. verdeckt Plakate gegen die "rote Gefahr" geklebt und ein seltsamer steirischer Panther sein Unwesen vor der Villa von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) getrieben habe. In den frühen Jahren der Grünen war ja der VP nachgesagt worden, Splittergruppen zu sponsern, die dem neuen Mitbewerber Stimmen abspenstig machen sollten.
(APA)
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