Eigentlich hatte alles mit einer Urteilsverkündung am heutigen Freitag gerechnet, doch die Anwälte zogen die Verhandung durch Verlesungen in die Länge. Ergebnis: Der Prozess wurde am frühen Freitagabend kurzerhand vertagt. Die Verhandlung wird nun am 1. Oktober fortgesetzt. Frühestens dann wird das mit Spannung erwartete Urteil im Prozess gegen Ex-ÖVP-Chef Josef Martinz, den Steuerberater Dietrich Birnbacher und die Vorstände der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander, fallen.
Birnbacher hatte bekanntlich für die "Begleitung" des Verkaufs der Landesanteile der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank an die Bayerische Landesbank sechs Millionen Euro kassiert. Er gestand, dass geplant war, das Geld zwischen ihm, dem BZÖ und der ÖVP zu dritteln. Auch Martinz gab die Abmachung zu. Wie die anderen Angeklagten bestreitet er aber den Vorwurf der Untreue. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Am Freitag wurde neun Stunden verhandelt. Am Vormittag hatte Birnbacher den Schadenersatzanspruch der Kärntner Landesholding anerkannt. Er nannte eine Summe von 1,1 Millionen Euro. Knapp eine Million habe er zuvor bereits zur Verfügung gestellt. Weiters betonte er, "von Anfang an gewusst" zu haben, dass sein Honorar zu hoch gewesen sei. Doch verschiedene Gutachten, die sechs Millionen als "angemessen" beurteilten, hätten ihn "eingelullt".
Die Verteidigung stellte dann Anträge die Verlesung von etlichen Akten und Gutachten. Der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Manfred Herrnhofer gegen 18 Uhr dazu, die Verhandlung doch zu vertagen. Fünf Plädoyers samt Beratung wären zu lange geworden, hieß es als Begründung.
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