18.05.2013 23:19 Merkliste 0

BZÖ-Klausur: "Oberstes Ziel ist Steuern zu senken"

21.09.2012 | 11:53 |   (DiePresse.com)

Bündnisobmann Bucher präsentierte ein Steuerkonzept, das eine "Fair Tax" mit einer Einheitsabgabe von 39 Prozent vorsieht - und kündigte eine "Kärnten-Erklärung" an.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das BZÖ hat am Freitag bei seiner Klubklausur auf eine Steuerreform gedrängt und das orange Steuerkonzept vorgestellt, das eine "Fair Tax" mit einer Einheitsabgabe von 39 Prozent vorsieht. Das derzeitige Steuersystem sei nicht nur ungerecht, sondern vor allem auch "völlig unsozial, aufwendig und kompliziert", kritisierte Klubchef Josef Bucher. Stattdessen plädierte er für eine umfassende Reform, um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu stärken: "Daher ist und bleibt eine der obersten Zielsetzungen, die Steuern zu senken."

"Dieses Steuersystem derzeit macht uns buchstäblich arm", so Bucher, der darauf verwies dass die Durchschnittseinkommen seit 1998 nur um drei Prozent gestiegen sind, die Privatkonkurse steigen und die Armut den Mittelstand erreiche.

"Abgabenquote ist am Plafond"

"Die Abgabenquote ist im internationalen Vergleich schon am Plafond", wetterte der Bündnisobmann weiter. Im orangen "Fair Tax"-Modell ersetze eine Einheitsabgabe von 39 Prozent die Lohnsteuer, die Einkommenssteuer und die Sozialversicherungsbeiträge, so Bucher. Das Entlastungsvolumen beziffert er mit sieben Milliarden Euro, ermöglicht etwa durch eine Verwaltungsreform oder die Steuervereinfachung.

Vorgeschlagen wird auch ein Kinderabsetzbetrag in der Höhe von 9000 Euro pro Kind, frei im Familienverband aufteilbar. Im Gegenzug fallen alle anderen Berechnungen wie Alleinverdienerabsetzbetrag, die Absetzbarkeit bestimmter Betreuungsleistungen oder der Unterhaltsabsetzbetrag weg.

"Nicht auf ÖVP Schmähs hereinfallen"

Kritik übte Bucher bei der Klausur vor allem an den Schwarzen: "Diese ÖVP steht für Schulden und hohe Steuern." Jedes Mal vor Nationalratswahlen würde die Volkspartei mit der Ansage kommen, die Steuern müssen gesenkt werden: "Unsere Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht auf diese Schmähs hereinfallen."

Überhaupt herrsche bei Rot und Schwarz bereits Wahlkampf. "Das darf uns aber nicht davon abhalten, über die Zukunft nachzudenken und das Land in den Fokus zu rücken, nicht die Parteizentralen." Die Nationalratssitzung diese Woche habe gezeigt, wo die Entscheidungen getroffen werden: "Österreich wird regiert von den roten und schwarzen Parteizentralen." Regieren würden auch die beiden Landeshauptleute Erwin Pröll (ÖVP) und Michael Häupl (SPÖ): "Die beiden Hampelmänner auf Bundesebene dürfen zur Belustigung herhalten, das aber zum Schaden der Bevölkerung. Dagegen werden wir ankämpfen mit einer ehrlichen Politik, die gekennzeichnet ist von Anstand und Charakter."

Teilgenommen haben an der Klausur am Wörthersee alle orangen Abgeordneten bis auf Gerald Grosz, er musste Wahlkampftermine in der Steiermark absolvieren und soll am Samstag nach Velden kommen. Zu Gast war auch der EU-Parlamentarier Ewald Stadler. Zum Abschluss der Klausur hat Bucher für Samstag eine "Kärnten-Erklärung" angekündigt.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

11 Kommentare
Gast: kleinerZyniker
30.09.2012 23:14
0 0

leider....

Ich dachte die 39% wären sozial.
Es gibt (man muss kein sozialer Mensch sein, ich bin keineswegs einer) aber nen kleinen Finanzierungsfehler.

Lieber Josef Bucher (oder Berater).
Bei der einstmaligen Flat Tax mit 44% Besteuerung hat jemand mit 30.000 p.M (per mensem) 19.789€ mehr Steuern gezahlt.

Das Problem ist:
Wenn man jetzt 1 Milliarden € verdient p.M.
erhält derjenige einen Steuervorteil von 660 Mio.

Beim 44%igen Steuersatz:
Sind es ein Steuernachteil von 39 Mio!
Schon finanzierbarer dieses System.

Bitte also Herr Bucher lassen sie die 39% gut sein, sonst denkt jeder sie schützen Reiche...


Josf Bucher die alternative

zu den Politkasperl in Kärnten , Der BZÖ Bucher ist sicher die bessere Wahl und wird viele Proteststimmen von FPK SPÖ und Grünen bekommen.

Wo ist da die Steuersenkung?

Wenn man heute 5.000 Brutto im Monat verdient zahlt man als Angestellter 38,5% Abgaben d.h. mit 39% wäre es eine Steuersenkung für Einkommen über 5.000 Brutto 14 mal im Jahr und alle darunter würden mehr zahlen.

Das wichtigste wäre mal den Einstiegssteuersatz von 36,50% massiv zu senken, ist halt komplett daneben dass man bis 11.000 nix bezahlt und dann wenn man 100 Euro mehr bekommt direkt mal 36,50 an Lohnsteuer abführen kann.
Bei 20 oder 25% wäre der Anreiz nicht so hoch dass in vielen Brachen dann nur 20h angemeldet werden und der Rest schwarz ausbezahlt wird um unter dieser Grenze zu bleiben.

Re: Wo ist da die Steuersenkung?

das Angebot lautet:
39 Prozent/
ersetzt die Lohnsteuer oder Einkommenssteuer
UND die Sozialversicherungsbeiträge.

Also insgesamt.

Weniger Abgaben.

Re: Wo ist da die Steuersenkung?

Eine Flat-Tax bringt tendenziell natürlich den hohen Einkommen etwas, das ist soweit kein Geheimnis.
Es dürfte kein Zufall sein, dass der Artikel nichts zu den Themen Freibeträge und Sonderzahlungen sagt. Ohne diese Parameter zu kennen, ist "39% flat" eine Nullinformation.

1 0

Bucher

wäre ja eh wählbar, aber dahinter der Westenthaler??? Wie lange soll der noch irgendwo mitversorgt werden?
Westenthaler weg, bringt wahrscheinlich ein par Prozent Stimmen!

Gast: Analinspektor
21.09.2012 21:43
1 0

san die deppert?


39 Prozent !???

19 Prozent heißt die Lösung - Dafür auf ALLES: Vorallem Stiftungen, braches Vermögen und Bonzeneinkünften: Und damit lässt sich alles finanzieren.

Im Prinzip richtig!!!

Flat tax!!

Gast: Markus Trullus
21.09.2012 17:28
1 0

Falsche Weg

Falsch, Hr Buchner
Oberstes Ziel kann nur sein die Ausgaben des Staates zu senken. Dass dann die Steuern folgen müssen, erachte ich für selbstverständlich. Nur: das will keiner der Paddeien, weil sie dort ihre Wählergruppen "am Tropf " hängen haben.....

Na da bin ich aber gespannt,

wie die 9000€ Kinderabsetzbetrag "frei aufgeteilt werden", wenn der Unterhaltsabsetzbetrag wegfällt;-)
Das läuft im Jahreszwölftel auf knapp 300€ hinaus. Das X-fache des Unterhaltsabsetzbetrages. Dementsprechend lustig dürfte der "freie Aufteilungsprozess" zwischen den Ex-Partnern ablaufen.

Antworten Gast: 6%
21.09.2012 18:57
1 0

Re: Na da bin ich aber gespannt,

gespannt bin ich auch.

ich denke nämlich ebenso wie das bzö, dass man mit reförmchen im steuerbereich nicht weiter kommt. oft sind bekanntlich reförmchen der bessere weg. weniger risiko.

was ja alles (zumindest grossteils) wegfallen müsste:
kindergeld
familienbeihilfe
jahressechstel mit 6%
unterschiede sozialversicherung von arbeitgebern
pendlerpauschale
gesonderte gewinnermittlungsarten für bauern, freiberufler und immobilien
kest

aber so ein plan kann ja fairerweise nicht alle details haben. soviel budget hat eine kleine partei nicht, dies von 100 menschen in mehr als 1000 manntagen zu entwickeln.
ein sinnvoller ansatz ist das konzept aber, so meine ich...