20.05.2013 17:24 Merkliste 0

Stronach: Studiengebühren mit wenigen Ausnahmen

24.09.2012 | 21:31 |  THOMAS PRIOR (Die Presse)

Am Donnerstag wird Frank Stronach seine Partei vorstellen. Er will eine Flat Tax und ein Berufsheer. Als Richtwert für Studiengebühren könnte die Mindeststudiendauer dienen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Die bildungspolitischen Positionen von Politneuling Frank Stronach? Waren bislang kaum bis gar nicht bekannt. Seit Montag ist das anders: Der Magna-Gründer tritt für Studiengebühren an den österreichischen Universitäten ein.

Allerdings sind in Stronachs Uni-Konzept auch Ausnahmen vorgesehen: In Fächern, deren Absolventen in der Privatwirtschaft besonders nachgefragt sind - technische Studienrichtungen zum Beispiel -, soll es auch Gebührenbefreiungen geben. Die Voraussetzung dafür: „Die Studenten müssen fleißig und gut studieren", wie eine Sprecherin den 80-jährigen Industriellen zitiert. Als Richtwert könnte die Mindeststudiendauer dienen. Details werden vorerst aber nicht genannt.

Zumal Stronach seine Partei samt entsprechendem Programm am Donnerstag in Wien (in der Orangerie von Schloss Schönbrunn) vorstellen wird. Die Bewegung nennt sich „Team Stronach für Österreich", die Parteifarben sind Rot-Weiß-Rot.

Zivildienst für alle

Einige Programmpunkte sickerten bereits am Wochenende durch. Der Milliardär fordert unter anderem eine Reform der Eurozone (mehr dazu ...) und eine Einheitssteuer (Flat Tax) in Österreich.

Im Hinblick auf die Bundesheer-Volksbefragung am 20. Jänner sprach sich Stronach Montagabend im Puls-4-„Herbstgespräch" mit TV-Moderatorin Corinna Milborn und „Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak für „ein kleines, gut ausgebildetes Berufsheer" aus. Daneben soll es einen freiwilligen Zivildienst für Männer und Frauen geben, der zwei Jahre dauert.

Unterstützt wird die Stronach-Partei von einem Weisenrat, dessen Vorschläge in die programmatische Entscheidungsfindung einfließen sollen. Dem Gremium gehörten „Fachleute aus allen Lebensbereichen" an, wurde der „Presse" erklärt - Sportler genauso wie Wirtschaftsprofessoren. Die Namen werden am Donnerstag bekannt gegeben.

Wählerpotenzial von bis zu zehn Prozent

Meinungsforscher bescheinigen Stronach ein Wählerpotenzial von bis zu zehn Prozent. Dabei profitiert die neue Bewegung von der Politik(er)verdrossenheit und dem Bekanntheitsgrad ihres Spitzenkandidaten. Einer Imas-Umfrage zufolge kann sich jeder Dritte vorstellen, bei der Nationalratswahl 2013 die Stronach-Partei zu wählen.

In den nächsten Wochen will das „Team Stronach" Klubstärke im Parlament erreichen, um eine Bühne für den Wahlkampf zu haben. Was es dazu braucht? Zunächst: fünf Nationalratsabgeordnete. Vier hat Stronach schon für sich gewonnen: Gerhard Köfer, vormals SPÖ, sowie die ehemaligen BZÖ-Mandatare Robert Lugar, Erich Tadler und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger.

Einer Klubgründung muss allerdings der Nationalrat zustimmen - es sei denn, Stronach hat fünf Abgeordnete derselben Partei, zum Beispiel vom BZÖ, auf seiner Seite. Dann reicht der Sanktus der Nationalratspräsidentin. Und Barbara Prammer (SPÖ) könnte sich diesem Wunsch wohl nur sehr schwer verweigern.

„Kann mir nicht alle Namen merken"

Im Puls-4-„Herbstgespräch" hatte Stronach dennoch Mühe, die Namen seiner Abgeordneten zu nennen. Als einziger fiel ihm ad hoc Gerhard Köfer ein, der die neue Partei als Spitzenkandidat in die Kärntner Landtagswahl (am 20. Jänner oder im März) führen soll. Er könne sich nicht alle merken - bei Namen sei er immer schon schlecht gewesen, sagte Stronach. Geld habe er jedenfalls keinem einzigen Mandatar geboten: „Die sind einfach begeistert von unseren Werten."

Auf einen Blick

Politneuling Frank Stronach tritt für Studiengebühren an den österreichischen Unis ein. Nur in Fächern, die in der Privatwirtschaft nachgefragt sind, sollen fleißige Studenten von den Gebühren befreit werden. Außerdem fordert Stronach eine Reform der Eurozone. In Österreich will er eine Flat Tax und ein kleines Berufsheer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

16 Kommentare
Gast: Frage
25.09.2012 22:50
0 2

Der er sich nicht leisten kann bleibt über

Studiengebühren
Soll das Studieren etwas für oberen Schicht werden? Man(n) Frau beachte die Kluft wird immer größer.

Oder ist es für das Klientel Draufgänger gedacht?
I
ich probiere es, wird es nicht´s dann geh ich halt unter die Brücke?

Dort wo es fürs Leben nicht reicht, und dadurch ein nicht gerade billiges Studium möglich ist, bleiben hier auf der Strecke.

Auf einmal brauchen wir wieder Leute aus dem Ausland.

Spricht nicht für die Prinzipien von Herrn Stronach.

Wer (Firmen) im Innland investiert, der soll auch weniger Steuern bezahlen.
Wird hier von einem Industriellen nur an Firmen gedacht??

Warum wird nicht in das österreichische Gehirnschmalz investiert????
Nur wer Investiert kann auch Ernten.

Firmen sollen im eigen Land (Österreich) investieren und finden dann aus den eigenem Land keine geeigneten Arbeitskräfte.

Außer:
Studenten mit mittelmäßigen Abschluss weil es sich die Familie leisten kann.
Hervorragende Studenten die sich den Start nicht mal leisten können, bzw. die Familie dadurch Existenzängste haben, bleiben auf der Strecke.

Gast: toro
25.09.2012 16:41
0 0

Für unterhaltung ist gesorgt!

Das wird erst ein Gruselkabinett im Parlament. frankieboy wird die Geistesriesen dieses Landes anziehen. Da wird man noch wehmütig an Gorbach u. Co zurückdenken...

weisenrat "Die Namen werden am Donnerstag bekannt gegeben."

heissa, das wird lustig werden.
entweder gibt es eine liste der c-prominenz.
oder eine aufstellung der geriatrie-patienten.

stronach ist gar nicht echt. er ist ein ziemlich schlechter und daher zu recht unbekannter schauspieler, der engagiert wurde, um allgemeine heiterkeit zu erzeugen!

dass dennoch manche weniger über ihn lachen sondern ihn ernst nehmen, kann leicht erklärt werden:
wenn kinder im kasperltheater das krokodil sehen, dann lachen sie auch nicht sondern schreien.
allerdings sind diese kinder nicht wahlberechtigt. die stronach-ernstnehmer leider schon.

1 0

Re: weisenrat "Die Namen werden am Donnerstag bekannt gegeben."

Stronach hat jedenfalls mehr geschafft als den Taxi-Führerschein.

Re: Re: weisenrat "Die Namen werden am Donnerstag bekannt gegeben."

fast genau so lustig wie stronach selbst sind jene leute, die ein hohes vermögen/einkommen mit positiven eigenschaften gleichsetzen.

mein tipp: schauen sie mal kurz rtl 2. da gibt es u.a. einen sozialporno, in dem ein ehepaar namens geissen vorzeigt, WIEVIEL hirn tatsächlich nötig ist, um viele millionen zu verdienen...

ps.: wie kommen manche leute eigentlich auf die völlig irre idee, politik und wirtschaft gleichzusetzen? vielleicht sollten diese um ihr können auf dem tennisplatz zu verbessern, einen tauchlehrer engagieren!

von innen

Und jezt die präpotente Meldung zum Tag von mir: kennt Stronach eine österreichische UNI von innen ? Geriatriezentrum der MedUNI wäre ein Vorschlag für einen ersten Besuch

Gast: genius
25.09.2012 08:30
0 1

was mich ein bissl wundert:

da wirft er allen anderen vor sich bei "der Wirtschaft" nicht auszukennen, und dann fordert er aber die Flat-Tax weil das jetzige System so kompliziert sei dass er es nicht einmal versteht.

Also wer ein progressives Steuersystem nicht versteht...

1 0

Zum Gruseln

Ich habe gestern mehr oder weniger zufällig den Herrn Stronach im Interview auf Puls4 "genossen":

Zum Gruseln. Der Mann hat Null Faktenwissen. Nur Gemeinplätze und Sinnlosgeblubber. Ja, er werde "hin und wieder" an Nationalratssitzungen teilnehmen, wenn es seine Zeit halt gerade erlaube. Ja, wenns denn sein muss könnne er sich Ausnahmen von seinem Flattax Modell vorstellen. Ob jetzt unter 10.000 , 15.000 oder 20.000 das sind doch nur lästige Detailfragen. Was für ein Ignorant. Der lässt den Lugner als Politclown ja richtig alt aussehen.

Gast: Blitzstudium
25.09.2012 06:53
0 0

Wegen der Forderung nach mittelschichtausbeutenden Studiengebühren ist Stronach für viele unwählbar!!

Seinen Neidkomplex soll er lieber in Kanada abreagieren.

Hat er überhaupt eine österr. Staatsbürgerschaft?
Laut Zeitungsinformationen versteuert er nichteinmal sein Einkommen in Österreich sondern in der Schweiz (Zug), wo er als Milliardär nur einen Minibetrag zahlt!?
Dort hätte er lt. Zeitungsmeldungen seinen Hauptwohnsitz.
Sollte das stimmen:
Wieso hat er dann das passive und aktive Wahlrecht in Österreich? Eigentlich dürfte er es dann ja gar nicht haben.

Wie in allerlei dubiosen Ländern hält sich ein Oligarch eine Partei, was demokratiepolitisch äußerst bedenklich ist.

Dumm ist meines Erachtens, wer in unserer scheindemokratischen Bananenrepublik - die anscheinend solch unseriöse Praktiken zuläßt!!! - die Stronach-Partei wählt.

4 1

Re: Wegen der Forderung nach mittelschichtausbeutenden Studiengebühren ist Stronach für viele unwählbar!!

an alle empoerte und veraengstigte freunde: studiengebuehren und andere etwaige kuerzungen in sozialfinanzierten leistungen sind in laendern und parteien mit liberaler ausrichtung durch GERINGERE STEUERLEISTUNG kompensiert. Im endeffekt soll der buerger damit mehr entscheidungsfaehigkeit, aber auch mehr verantwortung haben.
Und jetzt alle: 1,2,3: nein das wollen wir niiiiicht !
ROFL

Bravo Frank!

Endlich kommt Bewegung in unsere Polit-Landschaft veralteter Parteien,

mit dem ORF und diversen Print-Medien als Sprachrohr zur Machterhaltung dieser Nomenklatura von Berufspolitikern,

die nur jeweils ihr eigenes Klientel absichern und die Bevölkerung immer mehr abzocken.

Er ist anscheinend in seinem Alter geistig jünger und offener als die Jungpolitiker dieser Parteien,die ja eh nur einen sicheren Job bis zur Polit-Pension in den "geschützten Werkstätten" ihrer jeweiligen Parteien anstreben.

Antworten Gast: sodale
25.09.2012 08:43
0 0

Re: Bravo Frank!

also nach dem gestrigen interview bin ich mir der geistigen jugend des herren nicht mehr so sicher...

3 0

Re: Re: Bravo Frank!

Der war vor etwa 20 Jahren - also jedenfalls als er Steyr-Puch übernommen hatte - auch nciht viel besser. Das sagt nichts, der kann nicht reden. Mir ist aber lieber, jemand bringt was weiter und stellt was auf die Beine, also jemand der geschliffen spricht, aber sonst nichts zusammenbringt. Optimal wäre als Politiker freilich beides.

Gast: Till aus dem Haus der Freude
24.09.2012 22:48
2 5

Nicht Stronachs Kandidatur beunruhigt mich,...

...das ist halt lebendige Demokratie- was mich wirklich beunruhigt ist, dass sich Abgeordnete so mirnixdirnix kaufen lassen.

Beim Strasser war's noch ein Skandal, ein paar Monate später ist's schon liebgewordene Usance in der Politik: Kauf' dir einen Abgeordneten, einen Parlamentsklub, ein genehmes Gesetz, mediale Schleimscheißerei, Facebook-Freunde...

...wozu noch Wählen? Diese Volksvertreter gennannten Figuren verschachern Ideale noch vor dem dritten Hahnenschrei und verraten ihre Wähler für ein Butterbrot.

1 0

Re: Nicht Stronachs Kandidatur beunruhigt mich,...

Woher haben Sie das, dass die gekauft wurden? Schließén Sie von sich selbst auf andere oder was? Gibt es irgendeien Hinweis darauf?

wenn stronach 10%

bekommt sind also 90% der österreicher mit unseren alten politikern zufrieden?! Nee!