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"Pröll und Häupl müssten einander bekriegen"

02.10.2012 | 09:12 |  Jürgen Streihammer (DiePresse.com)

Ein Jahr vor der Wahl gibt Österreichs Politik ein "vernichtendes Bild" ab. Profitieren dürfte Stronach. Aber auch für eine Mittelstands-Partei sieht der Politologe Filzmaier noch Platz.

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Anders als Ex-Vizekanzler Willi Molterer "reicht's" SP-Regierungschef Werner Faymann und VP-Vizekanzler Michael Spindelegger (noch) nicht. Vorerst steht der Nationalratswahl-Termin im Herbst 2013. Ein Jahr vor dem geplanten Urnengang beleuchtet DiePresse.com mit Unterstützung des Politologen Peter Filzmaier und des Sozialforschers Peter Ulram die politische Großwetterlage. Und, soviel steht fest: Es ist ein Sturm über der Alpenrepublik aufgezogen, die etablierten Parteien geben derzeit ein "vernichtendes Gesamtbild" ab, so Politologe Filzmaier. Zweidrittel bis Dreiviertel der Österreicher hätten laut Umfragen keine gute Meinung von der Regierung. Und die Oppositionsparteien? Die schneiden genauso schlecht ab.

Der von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ angelegte Korruptionssumpf liefert aber ideale Bedingungen für das Gedeihen neuer Parteien. Frank Stronach etwa, austro-kanadischer Milliardär mit Faible für Schilling, österreichischen Fußball und nun auch heimische Abgeordnete, kann sich auf dem Weg in den Nationalrat "nur selbst schlagen", glaubt Filzmaier, auch wegen Stronachs finanzieller Möglichkeiten. Dass die Piraten das Parlament entern, werde dagegen trotz „Gratiswerbung" der erfolgreichen deutschen Kollegen immer unwahrscheinlicher. Es schickt sich eben nicht für eine Kleinstpartei, sich - wie kürzlich geschehen - noch einmal zu spalten. Filzmaier sieht im Parteienspektrum aber noch Platz, etwa für eine Mittelstands-Partei, die sich der Wählergruppe der privaten Angestellten annimmt, mit Blick auf deren Benachteiligung im Vergleich zu Beamten.

Im Wählerteich der Privatangestellten  - das sind immerhin 1,2 Millionen Menschen in Österreich - fischt zwar unter anderen auch die ÖVP, ihr Arbeitnehmerbund sei aber eine „bessere Beamten-Vertretung", bemängelt Filzmaier.

Die ÖVP und ihr Drei-Länder-Problem

Überhaupt ist die ÖVP ein Dauerpatient. Sozialforscher Ulram sieht die "Länder" als größten Hemmschuh für die Volkspartei. Und Filzmaier konstatiert ein "Drei-Bundesländer-Problem", nämlich das "wahltaktische Katastrophengebiet" Wien („zu groß, um ohne es vorne zu sein") und die ÖVP-Hochburgen Oberösterreich und Niederösterreich. Die „vielleicht effektivsten Parteiorganisationen in Österreich" liefern bei Nationalratswahlen nämlich nicht im selben Ausmaß wie bei Landtagswahlen.

(K)Ein Kampf um den Speckgürtel

Filzmaier sieht einen Grund im „unausgesprochenen Nichtangriffspakt" zwischen Wiens SP-Landeshauptmann Michael Häupl und seinem niederösterreichischen VP-Pendant Erwin Pröll. Schauplatz der kampffreien Zone: Der Speckgürtel um Wien, also der Lebensraum von 400.000 Menschen, die weniger als 20 Autominuten nach Wien haben. Filzmaier: "Eine Schlüsselgruppe". "Die starken Landesorganisationen von der SPÖ in Wien und der ÖVP in Niederösterreich müssten einander dort bekriegen." Wollen sie aber nicht. Der Pakt hilft bei Landtagswahlen, auf Bundesebene schade er aber - und zwar beiden Parteien.

Nicht auszuschließen, dass Österreich so im Herbst 2013 Historisches erlebt, nämlich den ersten ersten Platz bei einer Nationalratswahl für die FPÖ. Ulram: "Die FPÖ spielt derzeit mit SPÖ und ÖVP in einer Liga." Er kann sich vorstellen, dass die Freiheitlichen an der 30-Prozent-Marke kratzen - unter zwei Bedingungen: Stronach tritt doch nicht an, und eine Regierungspartei schlittert in eine Krise. Zumindest für letzteren Punkt stehen die Vorzeichen nicht schlecht: Nach der Volksbefragung über die Wehrpflicht am 20. Jänner muss entweder die SPÖ oder die ÖVP eine gefühlte Wahlniederlage verdauen. Für die ÖVP ist die Situation „schärfer". Filzmaier sinngemäß: Bei der SPÖ fängt Verteidigungsminister Norbert Darabos die Kugeln ab, und der ist ohnehin nicht sonderlich beliebt im Wahlvolk. Bei der ÖVP würde es mit Spindelegger den Parteichef treffen.

"Vielleicht wechseln die auch die Positionen"

Problematisch wird die Regierungsbildung, wenn die Altparteien im Herbst auf keine gemeinsame Mehrheit kommen. Eine Koalition mit der FPÖ gilt als äußerst unwahrscheinlich. Und eine Dreier-Koalition mit den Grünen wäre für die ÖVP aus Ulrams Sicht "politischer Selbstmord", weil sich SPÖ und Grüne in vielen Fragen näher wären. Filzmaier glaubt, dass auch Stronach auf die Teilnahme am Verhandlungsspiel spitzt. Mit Positionen wie der Rückkehr zu nationalen Währungen in der Eurozone ist dort zwar nichts zu holen. Filzmaier: "Zynisch könnte man sagen: Stronach hat ja lauter Politiker in seinen Reihen, die schon die Seiten gewechselt haben. Vielleicht wechseln die nachher ja auch die Positionen."

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56 Kommentare
 
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Gast: barra
04.10.2012 02:51
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warum müßten pröll und häupl einander bekriegen?

weil es der herr filzmaier nicht aushält wenn sich 2 nachbarn vertragen?

was stellt er sich denn vor daß die wiener spö im wiener umland erreichen kann? glaubt er wirklich daß sich die menschen dort nach dem wiener gemeindebau- und genossenmief sehnen?
umgekehrt haben ja auch so gut wie alle wiener nicht mehr als 20 autominuten nach niederösterreich. und diese möglichkeit nutzen auch so gut wie alle 1einhalb millionen wiener, und das sind weit mehr als umgekehrt die paar "speckgürtler" nach wien.
aber was hat das mit der nationalratswahl zu tun?
ich wähle auch für gemeinde, land und staat verschiedene parteien. es sind ja verschiedene aufgaben und verschiedene personen.

Interessant, dass das BZÖ überhaupt keine Erwähnung mehr findet.

Das bedeutet doch, dass der, der BZÖ wählt zumindest nichts falsch machen kann, denn er hat nur verhindert, seine Stimme an jemanden zu verschenken, der es nicht verdient hat.


Gast: Sprachgendarm
02.10.2012 22:52
5 0

Deutsch für Ausländer

Sie müssen einander bekriegen, nicht sich.

Warum Sie die bisherigen Parteien nicht mehr wählen können

..., sehen Sie auf:
http://kooperative.mitte.at.tf/home/neue-Partei-warum
Welche Parteien bei welchen Themen mehr oder weniger im Sinn der Bürgermehrheit handeln, sehen Sie auf:
http://unterschiede.kmoe-andere.at.tf
Ist das auch Ihre Sicht? Auf Grund der Positionen, welche von den Parteien sichtbar waren, sehe ich die von den Piraten erst Ende August 2012 richtiger weise abgespaltenen Realdemokraten (RDÖ) als die Partei, welche am meisten im Sinn der Mehrheit der Bürger agiert. Nachteil: keine Millionen für Publicity wie Stronach.
Wenn die Positionen der Partei stimmen, sollte die derzeit noch dünne Organisation kein Hindernis sein, sich durchzusetzen, falls sie nicht auch im Laufe der Zeit ins Fahrwasser der alten Parteien verfällt, und wie die anderen zu wenig mit Mitbewerbern kooperiert, um Lösungen zu erarbeiten. Was mir noch fehlt: ein Bekenntnis in den Parteistatuten, nur für Gesetzespakete einzutreten, welche die Schulden nicht über 60% vom BIP hinaus noch erhöhen. Hätten die RDÖ das in ihren Statuten, was ja noch werden kann, dann wären sei eindeutig konkurrenzlos: für direkte Demokratie und trotzdem nicht gefährdet durch die Fallen der direkten Demokratie, nämlich einer unfinanziebaren unseriösen Politik. Die Themen der Umfragen sind aus meiner Sicht viel versprechend und sind es wert, dass Sie sich das genauer ansehen und mitmachen:
http://forum.rdoe.umfragen.at.tf/
http://forum.rdoe.at/index.php?page=Board&boardID=90

Gast: UKW
02.10.2012 20:17
3 2

Reicht es nicht wenn Filzmaier ständig im ORF und im Standard präsent ist?

Muss man auch noch die Presseleser damit belästigen?

Warum fragt man nicht gleich den Cap oder die Rudas nach deren "objektiven" Meinungen zur politischen Situation in Österreich?

Abgebrühte Spitzenpolitiker ...

Machtelite ( meist im linken Spektrum) u.ihre Interessen, ob persönliche oder organisierte - s. Karriere od. idelogische , die sich hinter den Worthülsen des Gemeinsinns, der allgemeinen Menschensympathie und höherer Werte verbergen, um sie leichter durchzusetzen?
Das getrickst wird ist ja tlws. OK, wir alle tun es gelegentlich, bekanntlich, aber schlimm ist das Systemische daran im polit. Alltag und Geschäft. Viel Theater, viel Bühne und Schein (s.Doppelbödigkeit).
Und vor allem : cui bono, od. in wessen Interesse? Na ja, Volks-od.Bürgerinteressen bleiben meist außen vor.

Ein zu ehrlicher Stronach (im glatten polit.Parkett) wird es daher sehr schwer haben und wahrscheinlich scheitern.
Außerdem die Macht der Sozialpartnerschaft mittlerweile ist ja einbetoniert !

Programm Stronachs wäre Rakete für Mittelstand!

also ich hab vorhin mehr durch zufall gesehen, dass es ja sehr wohl schon ein programm stronachs gibt. es wird noch weiter entwickelt, aber wenn ichs mit den anderen vergleich, besodners övp, ists jetzt schon besser (als grundsatzprogramm und leitlinie). also jedenfalls steht da so viel drinn was den mittelstand voranbringen würde, und grad in diesen familien die lage erleichtern würde, dass mir KEINE mittelstandspartei mehr fehlt!

Re: Programm Stronachs wäre Rakete für Mittelstand!

zB?

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Die „Dick und Doof“ Macher

haben ja schon einen innerparteilichen Krieg geführt und Molterer und Gusenbauer abgeschossen.

Abgeschossen damit es statt Reformen nur Teuerungen gibt und die Zwei weiter von den Plakaten grinsen dürfen und ihre Feste mit Steuergeld ausrichten.

Die Diktion der Presse verwundert mich immer wieder auf's Neue! Ich denke, dass Begriffe wie...

...vernichten oder bekriegen nichts in der politischen Landschaft/Umfeld verloren haben.

Martinez wurde bereits verurteilt

Pröll und Häupl sind sicher nervös.

Ist das Verzocken von Steuergeldern strafrechtlich relevant? Wenn ja, was unternimmt die Staatsanwaltschaft?
In Niederösterreich wurden die Wohnbaugelder der Bürger verspekuliert, auch in Wien betragen die verspekulierten Summen sicher über 1000 Millionen.

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Re: Martinez wurde bereits verurteilt

Der Martinetz wurde scharf verurteilt und bekommt jene Haftjahre von Pröll und Häupl dazu, die diese beiden nie bekommen werden, weil die sattsam bekannten Wiener Staatsanwälte in Wien und Niederösterreich immer beide Augen zumachen.

"Martinez wurde bereits verurteilt"?

Der auch? Und ich dachte nur der Martinz.

4 3

hijodeputin und denken ist ein klassisches Beispiel zweier sich widersprechender Begriffe.

"...klassisches Beispiel..."

"hijodeputin und denken..." = falsch
"hijodeputin und Denken..." = richtig
Krash und Grammatik ist ein klassisches Beispiel zweier sich widersprechender Begriffe.

Gast: Das Recht geht vom Volk aus!
02.10.2012 13:35
11 0

"K)Ein Kampf um den Speckgürtel"

ein wenig zynisch von der Presse wenn es in diesem Abschnitt auch um Michael Häupl geht :)

Nein im Ernst.

"...und eine Regierungspartei schlittert in eine Krise.."

Aber beim Thema Militär sind sich ja SPÖ und ÖVP sogar intern nicht einig was zunächst mal dass normalste der Welt wäre aber wir befinden uns nunmal nicht in der USA oder Deutschland sondern in Österreich.
Der SPÖ-Bürgermeister von Salzburg ist für die Wehrpflicht, Fischer auch, Darabos nicht, Häupl auch nicht bei der ÖVP ist dass selbe

und dass selbe könnte man auch bei anderen Themen wie Bildung oder Studiengebühren fortsetzen.

Diese beiden Partein sind am ende.
Sie waren lange gut für Österreich. Aber sie haben ihren Biss längst verloren. Das manche Parteisoldaten noch verbal wild umsich treten (Cap, Pendl, Amon und Co) ist ja dass beste Beispiel dafür.

Wenn dass so weiter geht wäre ich sogar schon langsam für eine Ersatzregierung und wärend diese Regiert könnte man Behörden, Organisationen und Staatsunternehmen parteipolitisch entfärben.

Anders kann man dieses Land nicht reformieren. Ich meine mal angenommen z.B. Team Stronach würde tatsächlich erster werden und mit einem Top-Team reformen einleiten dann wäre sein Vorhaben noch lange kein Erfolg (so sehr ich ihm/uns so etwas wünsche) solange Gewerkschaftsbosse, ÖBB-,ORF-,Asfinag-,ARBÖ-,ÖAMTC-Manager sowie diverse Funktionäre bei den Kammern nicht entmachtet sind. Andernfalls kann man vermutlich Wetten eingehen dass diese eine Totalblockade anstreben.

Gast: Quatsch
02.10.2012 13:22
3 2

die Partei, die fehlt

. . . sollte Stronach finanzieren:
links: eine christliche Arbeiterbewegung für Familie und soziale Gerechtigkeit,
rechts: Team Stronach
und wir haben wieder eine schlagkräftige Opposition.

eben weil sich pröll und häupl nicht bekriegen ....

sind sie bei den bürgern so beliebt. wir haben ja keine kampfhähne gewählt, sondern wir wollen eine konstruktive zusammenarbeit.

im bund ist diese situation nicht gegeben, weil die övp die position der nr. 2 in dieser regierung nicht akzeptieren will. ergebnis ist blockade, stillstand.

2013 werden diese altparteien ihre mehrheit sicher verlieren, denn stronach erreicht seine 10% der stimmen und die fpö wird über 25% landen.

Gast: H. Hurra
02.10.2012 12:33
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Lugna füa Burgermasta !!!

Lugna füa Burgermasta !!!

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klassisches

Gaunerpaar Österreichs.
Wann werden die Österreicher das kappieren?
Die Wahl 2013 wird es zeigen.

"Wann werden die Österreicher das kappieren?"

Nur wenn sie sich ein Sportkapperl aufsetzen!

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Re: "Wann werden die Österreicher das kappieren?"

Na, wie schreibt man das Anredepronomen Sie?

Re: Re: "Wann werden die Österreicher das kappieren?"

Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Nominativ im Plural.
"Nur wenn sie (die Österreicher)...
Es handelte sich nicht um ein Anredepronomen, Vokativ o.ä.!

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Re: Re: Re: "Wann werden die Österreicher das kappieren?"

Soll ich das riechen, wen Sie meinen? Drücken Sie sich beim nächsten Mal etwas verständlicher aus. Danke.

Ihre Fehlinterpretationen...

...sind erstaunlich!
Die Frage war: "Wann werden die Österreicher das kappieren?"Die Antwort kann sich also nur auf "die Österreicher" beziehen!
Sie sollten einen Krash-Kurs in deutscher Grammatik nehmen!

 
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