Wien/Apa. Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) hat sich am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“ in den diversen Korruptionsaffären als „völlig unschuldig“ bezeichnet und die SPÖ für die Ermittlungen gegen ihn verantwortlich gemacht. Die Korruptionsvorwürfe seien völlig haltlos, er werde zu Unrecht „in den Dreck gezogen“. Zum Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Koalitionspartner und Ex-ÖVP-Chef Josef Martinz und den Steuerberater Dietrich Birnbacher meinte er, seine Partei habe mit der Affäre „nichts zu tun“. Von der Affäre rund um die parteieigene Werbeagentur „Connect“ habe er nichts gewusst.
Dörfler bestätigte zudem das Wahldatum in Kärnten: 3.März 2013. Wahlen im Jänner, wie es die Opposition fordert, lehnt er ab, „weil die Wehrpflichtentscheidung zu wichtig ist“. Zudem hat er die Opposition aufgefordert, das „Kasperltheater“ um den Neuwahlantrag zu beenden. Zu den fortgesetzten Auszügen der FPK-Fraktion aus dem Landtag – wenn es zu einer Abstimmung um Neuwahlen kommt – meinte er hingegen, man bewege sich „innerhalb des Verfassungsbogens“. Dörfler verteidigte auch die „Sonderanstalt Saualm“, die zuvor vom Rechnungshof kritisiert wurde. Vorwürfe, dass das Heim zu viel Geld erhalte, wies er brüsk zurück. Bezüglich des ESM meinte der Landeshauptmann, man müsse dieses „windschiefe Haftungsgebilde“ stoppen, daher werde die Landesregierung eine Verfassungsklage dagegen einbringen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2012)
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