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Martinz-Richter: Keine Angst vor Autoritäten

01.10.2012 | 18:34 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Richter Manfred Herrnhofer sparte nie mit Kritik an der Politik. Und er setzte gegen den Willen des Bischofs den Bau einer Kirche durch. Er hat auch keinerlei Hemmung den Strafrahmen voll auszuschöpfen.

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Klagenfurt. „Wenn man sich die Verurteilungen von verschiedenen Politikern in der Vergangenheit anschaut, so hat die Justiz immer streng nach den Buchstaben des Gesetzes geurteilt und keine Zurückhaltung gezeigt.“ Das sagte Manfred Herrnhofer bereits vor drei Jahren. Nun oblag es ihm, im Birnbacher-Prozess selbst zu beweisen, wie man als Richter politische Skandale korrekt aufarbeitet.

Herrnhofer ist keiner, der sich vor Autoritäten fürchtet. In seinem Wohnort Liebenfels erkämpfte er als Pfarrgemeinderat eine Kirche – entgegen dem Wunsch des Bischofs. Und als Vizepräsident der Richtervereinigung muss Herrnhofer sich auch immer wieder mit der Politik anlegen. So warnt Herrnhofer etwa gern vor „populistischen Schnellschüssen“. Als nach dem Fall Fritzl über höhere Strafrahmen debattiert wurde, ortete Herrnhofer „Ablenkungsmanöver von Leuten, die politisches Kleingeld wechseln“.

Zudem hat der Richter selbst keine Hemmung, den Strafrahmen voll auszuschöpfen, wenn dies nötig ist. 13 Mal musste der Kärntner schon „lebenslänglich“ verhängen. In seinen 16 Jahren als Richter hatte Herrnhofer über einige illustre Gestalten zu befinden. Die Fiat-Uno-Bande, aber auch Mörder und Erpresser galt es, zu verurteilen. Auch BZÖ-Mandatar Stefan Petzner musste sich vor Herrnhofer verantworten, wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses. Petzner kam aber mit einer diversionellen Geldstrafe davon.

 

Richter rügte Haider

Privat frönt Herrnhofer dem Tennisspiel, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im persönlichen Umgang wirkt der 1964 geborene Jurist immer freundlich. Kritik an politischen Zuständen übt er aber gern: 2005 stellte er sich in der Kärntner Ortstafelfrage hinter den Verfassungsgerichtshof und bezeichnete Vorgänge rund um die Wörthersee-Bühne als Fall für den Staatsanwalt. Landeshauptmann Jörg Haider klagte Herrnhofer – und verlor.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)

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7 Kommentare

Keine Angst vor Autoritäten

Gratulation zu so einem Richter !!!!!!!!!!!!!!!!!!

1 0

Ist das nicht der Herr,

der eine Linzer Strafrechtsprofessorin wegen ihrer Kritik über den Tierschützerprozess angezeigt hat ?

Gast: würgerbürger
02.10.2012 23:56
1 0

Petzner kam aber mit einer diversionellen Geldstrafe davon.

Eine "diversionelle Geldstrafe" hätte es unter Fleischhacker nicht gegeben. Zumindest nicht in seinen ersten Jahren.

Gast: WissenderLeser
02.10.2012 21:43
0 4

Ob der Richter anderwo auch keine "Angst" hat?

Ob der Richter bei anderen Dingen auch so urteilt?

Politisch ist dieser Herrnhofer nicht völlig leicht einzuschätzen, jedenfalls Sozifresser scheint er keiner zu sein.

Jedenfalls versuchte/wollte er für den Gemeinderat auf der SPÖ-Liste (der des Bürgermeisters) als "unabhängiger" kandidieren.
Folge: Mediale Aufregung durch das FPK, dann lies er es sein!
Meine Einschätzung: Ein Rechter-Roter Richter.

Ob dieser H. jedoch vor anderen Dingen Angst haben könnte? Beispielsweise vor bestimmten fliegenden Bohnen, diese Frage wurde nicht beantwortet!

Gast: wissenderLeser2
02.10.2012 21:42
0 4

Ob der Richter anderwo auch keine "Angst" hat?

Ob der Richter bei anderen Dingen auch so urteilt?

Politisch ist dieser Herrnhofer nicht völlig leicht einzuschätzen, jedenfalls Sozifresser scheint er keiner zu sein.

Jedenfalls versuchte/wollte er für den Gemeinderat auf der SPÖ-Liste (der des Bürgermeisters) als "unabhängiger" kandidieren.
Folge: Mediale Aufregung durch das FPK, dann lies er es sein!
Meine Einschätzung: Ein Rechter-Roter Richter.

Ob dieser H. jedoch vor anderen Dingen Angst haben könnte? Beispielsweise vor bestimmten fliegenden Bohnen, diese Frage wurde nicht beantwortet!

Gast: HelleOlga
02.10.2012 10:40
7 0

Bravo, endlich ein Richter mit Rückgrat !!


Gast: Hans M..
02.10.2012 06:04
7 1

Solche Menschen braucht das Land

Dann würde Österreich heute besser dastehen auch die Justiz.
Warum fällt mir da gerade die Richterin Sanin ein? Die ist gerade das Gegenteil von Herrn Herrenhofer.
Solche Leute wie die Sanin braucht Österreich wiederum nicht,vorallem nicht die Justiz.