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Causa Birnbacher: Fünfeinhalb Jahre Haft für Martinz

01.10.2012 | 21:38 |  von Martina Leingruber (Die Presse)

Der ehemalige Kärntner ÖVP-Obmann wurde wegen Untreue verurteilt. Der geständige Steuerberater Birnbacher erhielt drei Jahre teilbedingt, auch die Vorstände der Kärntner Landesholding wurden verurteilt.

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[KLAGENFURT] Nach 13 Verhandlungstagen ist am Montag am Klagenfurter Landesgericht der „Birnbacher-Prozess" mit einer überraschend harten Strafe für Josef Martinz zu Ende gegangen. Der ehemalige Chef der ÖVP Kärnten wurde wegen Untreue zu einer Haftstrafe zu 5,5 Jahren verurteilt. Erschwerend sei die „hohe kriminelle Energie bei einem der schmutzigen Geschäfte Kärntens" gewesen, so der Richter. Dietrich Birnbacher, als Steuerberater Empfänger des Millionenhonorars, erhielt drei Jahre, zwei davon bedingt. Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander, die Vorstände der Kärntner Landesholding wurden zu drei bzw. zwei Jahren Haft verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Die Angeklagten wurden im Zusammenhang mit der Zahlung eines Honorars in der Höhe von sechs Millionen Euro an Birnbacher für dessen Rolle im Verkauf der Hypo-Landesanteile an die BayernLB verurteilt. Der deutsche Gutachter Frank Schäfer hatte den Wert der Arbeit Birnbachers mit maximal 300.000 Euro beziffert. Auch Birnbacher selbst schätze seine Leistung nicht höher ein.

Der Betrag von 5,7 Millionen Euro sei „rechtsgrundlos" anerkannt worden, so das Gericht. Die Bestellung von sechs Gutachtern sei erfolgt, um diese Tathandlung zu verschleiern, Martinz und der „nicht mehr verfolgbare Dr. Jörg Haider" hätten Megymorez und Xander zur Zahlung des Geldes an Birnbacher und damit zur Ausführung der Straftat bestimmt.

"Ein Primat der Politik"

Richter Manfred Herrnhofer sprach in seiner Urteilsbegründung vom System Haider in Kärnten. „Hier gab es ein Primat der Politik. Haider war derjenige, der politisch bestimmt hat." Die beiden Vorstände der Landesholding wären zwar außen vor gelassen worden, hätten die Leistungen Birnbachers aber dennoch hinterfragen müssen. „Es war der ausgesprochene Befehl: Das Honorar ist zu übernehmen." Überwiesen wurde das Honorar in zwei Tranchen „nach wiederholter Aufforderung von Martinz".

Birnbacher hatte im Laufe des Prozesses ein Geständnis abgelegt. Er habe einen Beitrag zur Aufklärung leisten wollen, so der 71-Jährige. „Aus der damaligen Sicht habe ich mich nicht als Werkzeug gesehen. Aus der heutigen Sicht weiß ich, dass ich sehr wohl als Werkzeug missbraucht wurde. Ich bereue es, bei diesem Spiel mitgespielt habe." Sein Anwalt Richard Soyer forderte im Hinblick auf Strafmilderung die Anwendung jener Paragrafen, welche die so genannte „kleine Kronzeugenregelung" betreffen. „Mein Mandant ist ein großer Kronzeuge, ohne ihn wäre eine Aufklärung nicht möglich gewesen." Richter Herrnhofer verneinte, dass hier ein Fall für die Kronzeugenregelung vorliege.

Martinz: Der Fall des schwarzen Betriebswirts

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Die Verteidiger der drei Mitangeklagten versuchten den Villacher Steuerberater als alleinigen Schuldigen darzustellen. „Er hat mit keinem Sterbenswörtchen gesagt, dass 300.000 Euro angemessen gewesen wären", sagte Martin Nemec, Anwalt von Megymorez. Birnbacher sei kein „Saubermann und Aufdecker", er habe Haider und Martinz getäuscht, sagte der Anwalt von Josef Martinz, Alexander Todor-Kostic. Zum Honorar Birnbachers sagte er: „Exorbitant hohe Transaktionssummen verursachen exorbitant hohe Erfolgshonorare." Und weiter: „Es ist nicht strafbar, wenn man danach Parteien nutznießen lässt. Das ist politisch unappetitlich, aber nicht strafbar."

Martinz: „Grauslich für mich"

Martinz selbst sagte in seinem emotionalen Schlusswort, er könne auch heute nicht anders handeln: „Von Anfang an stand das Geschäft für Kärnten im Mittelpunkt. Es ist geglückt, es war in Summe gesehen für Kärnten ein absoluter Glücksfall." Er musste aber auch sich selbst eingestehen: „Es war ein Fehler bei Birnbacher anzufragen. Es war grauslich für mich, und hat ein Erdbeben in Kärnten ausgelöst."

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)

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230 Kommentare
 
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Wofür bekam Herr MArtinz 5 1/2 Jahre Haft?

Man es noch so lange durchkauen, es ändert sich nichts daran: Mit dem ausverhandelten Verkauf wurde ein Umsatz von

1,5 Milliarden Euro

erzielt. Und 0,4 % Honorar am Gewinn für einen Berater (Birnbacher) sind sogar unterbezahlt. Dafür dass Birnbacher in sein Gutachten nicht die Strategie minutiös aufblätterte, gibt es einsichtige Gründe.

Und wenn Herr Birnbacher Herrn Martinz davon 65.000,- € bezahlt (0,004% vom Deal), macht dies zwar keine gute Optik, aber gerechtfertigt keinenfalls 5 1/2 Jahre Kerker.

Vranitzky, der Schulden- und Wähler-Täuscher, "sackelte" von der BAWAG sogar 70.000,-- € für NUR EIN Telefonat als Beratergebühr ein. Und die Bank ging danach mit 3,5 Milliarden € pleite.

P.S.: Das Groteske obbendrein: Für die fahrlässige Pleite der BAWAG sitzt kein einziger in Haft.

Antworten Gast: carinthia1
02.10.2012 20:15
0 0

Re: Wofür bekam Herr MArtinz 5 1/2 Jahre Haft?

@serro Nur weil die einen nicht genügend Aufmerksamkeit und Reaktion auf Gesetzesbasis bekommen haben, heißt das noch lange nicht, dass man später auch die anderen Gauner laufen lassen soll (So nach dem Motto, der eine hat früher den Birnbaum umgehauen, es ist ihm nicht angekreidet worden, da darf der andere Gauner doch auch ungestraft unsere Äpfel stehlen)?

Ganz im Gegenteil. Ist erst einmal in einer Sache nüchtern Recht gesprochen nach den gesetzlichen Möglichkeiten, dann ermutigt das eventuell den Rechtsstaat, auch in anderen Gelegenheiten künftig nüchtern zu urteilen. Darum geht es.
Ganz abgesehen davon hat jeder Verurteilte ein Einspruchsrecht, wenn ihm das Urteil zu hoch erscheint. Ich vermute, es wird auch in diesem Fall herabgesetzt werden.
Von "Politprozess" zu sprechen ist aber Dummheit (oder gar Dreistigkeit), damit wird M. nicht durchkommen. Und die ÖVP wäre gut beraten, sich nicht hinter solche altvordere DD-Kombinationen zu stellen.
Besser einen Neubeginn wagen.

Re: Wofür bekam Herr MArtinz 5 1/2 Jahre?

Der ehemalige Fnanzminister hat einige MILLIONEN Euro, auf einem Liechtensteinischen Konto, woher das viele Geld kommt ist unklar, aber für eine Untersuchungshaft reichte es nicht!Von einem österreichischen Gericht ist
jedes Urteil ein Risiko! Wenn ich soviel Geld wie Grsser auf meinem KONTO hätte, würde ich sofort auswandern!

Re:Vor der österreichischen Justiz gibt es alles,Haft?


3 0

Re: Wofür bekam Herr MArtinz 5 1/2 Jahre Haft?

Ein Brot welches man verkauft und dann wieder zurücknehmen muss weil es schimmelt ist ein guter Verkauf?
Noch dazu müssen wir alle den Schimmel jetzt verdauen.

Antworten Gast: Wolfgang, Villach
02.10.2012 16:08
4 0

Re: Wofür bekam Herr MArtinz 5 1/2 Jahre Haft?

Ein wahnsinnig toller VErkauf!
Der war so gut, dass jetzt Restösterreich mit dem Steuergeld nachhelfen darf!

Wo ist eigentlich der Verkaufserlös von 1,5 Mrd. hingekommen?

Warum verkauft dann das Land Kärnten KELAG Anteile?

Warum werden dann die Schulden in Kärnten MEHR und NICHT WENIGER?


Antworten Gast: Bauchgefühl
02.10.2012 14:44
2 1

Re: Wofür bekam Herr MArtinz 5 1/2 Jahre Haft?

Ja, Herr Unterberger, regens Ihnen auf!
Die gesamte Falottenpartei Kärntens steht hinter Ihnen!

0 0

Re: Re: Wofür bekam Herr MArtinz 5 1/2 Jahre Haft?

?????

Wofür wurde Martinz zu 5 1/2 Jahre verurteilt?

Man es noch so lange durchkauen, es ändert sich nichts daran: Mit dem ausverhandelten Verkauf wurde ein Umsatz von

1,5 Milliarden Euro

erzielt. Und 0,4 % Honorar am Gewinn für einen Berater (Birnbacher) sind sogar unterbezahlt. Dafür dass Birnbacher in sein Gutachten nicht die Strategie minutiös aufblätterte, gibt es einsichtige Gründe.

Und wenn Herr Birnbacher Herrn Martinz davon 65.000,- € bezahlt (0,004% vom Deal), macht dies zwar keine gute Optik, aber gerechtfertigt keinenfalls 5 1/2 Jahre Kerker.

Vranitzky, der Schulden- und Wähler-Täuscher, "sackelte" von der BAWAG sogar 70.000,-- € für NUR EIN Telefonat als Beratergebühr ein. Und die Bank ging danach mit 3,5 Milliarden € pleite.

P.S.: Das Groteske obbendrein: Für die fahrlässige Pleite der BAWAG sitzt kein einziger in Haft.

Gast: Österreicher 123
02.10.2012 13:24
2 0

Abwarten

Ich traue mich wetten: nach allen Instanzen bleiben von den 5 Jahren 4 Jahre bedingt und ein Jahr unbedingt, ein Teil davon vielleicht mit Fußfessel. Es würde mich wundern, wenn Österreichs Justiz plötzlich Charakter hätte und sich traute, tatsächlich Politiker zu verurteilen.

Gast: gurkenhobel
02.10.2012 13:00
1 7

das ist der Beweis, immer

versuchen die Schwarzen der FPK ihre Ferkeleien zu unterschieben. Spindi weiss nicht , wer der Martinz eigentlich ist, Pröll hat von Strasser noch
nie gehört.

3 0

Re: das ist der Beweis, immer

Ihr Posting entspricht wieder einmal ganz der FPö-Verteidigung:
"Immer sind die anderen schuld, nie die FPÖ"!

Unschuldslamm und Sündenbock sind die Wappentiere der FPÖBZÖFPK....!

Haider war der Initiator, der Motor, das Hirn, der Anstifter und der Ausführende in seinem System, sonst niemand.

Jetzt wurden nur die Mitläufer zur Verantwortung gezogen.

Antworten Gast: Dummerchen der Intelligenz
02.10.2012 13:40
7 0

Re: das ist der Beweis, immer

..

ach ihr armen FPKler...

ihr tut nix
ihr habt nix getan
ihr wisst von nix

In Karitnig war die ÖVP ja nur die Peripherie der Macht.

Ich hoffe die Justiz wird auch in den Kern der Macht endlich durchdringen und diesen Sumpf trocken legen.

Steuerdiebe und -vernichter die außerhalb des Rechts diese Taten durchführten, müssen die ganze Härte des Gesetzes treffen, den diese Herren sind leider auch für die Gesetze zuständig.

In Italien herrscht die Mafia und bei uns.....

Gast: Verhandlungs-Kiebitz
02.10.2012 12:56
2 0

Wenn man die Höhe des Schadensvolumen

im Strafmaß umrechnet, wird der Dörfler höchstwahrscheinlich ein lebenslänglich ausfassen.

Super Geschäft für wenn?

Herr Martinz, ich möchte ja gerne wissen, für wenn der Hypo Deal ein gutes Geschäft war?
Für Berlin, für Haider, für andere Handerlaufhalter?
Auf alle Fälle nicht für das Land Kärnten!
Den für die ca. 850 Mille, gibts es ja ein paar Milliarden auf den Deckel, die der Steuerzahler begleichen muss!
Wenn ich der Richter wäre, hätte auf Grund des nebenbei entstandenen Schaden die Höchststrafe verhängt!
Sie hatten nochmals Glück, dass es nur 55 % des max. Strafrahmens gesetzt hat!

Guter Dieb nehmens die Strafe gleich an, bevor der sich der österreichischer Steuerzahler, als Geschädigter dem Verfahren anhängt!

Und Werner Faygmann wird GANZ SICHER leer ausgehen......

Nach JAHRZEHNTEN HÄRTESTER KORRUPTION sind viele Staatsbürger schon sehr gespannt, WANN DER DEUTLICH TIEFERE SUMPF IN WIEN endlich "bearbeitet" werden wird!!!

(Lediglich das kleine "Vranitzkygeniefreunderl" Beppo Mauhart unter die Lupe zu nehmen, wäre schon sehr lohnenswert. Milliardenverlustschwerer Verlust der AUSTRIA-TABAK-WERKE wäre doch einen Blick wert - oder? Korruption war da natürlich NIIIIIIIE im Spiel... Die großen "Genies" in Wien zu durchleuchten, würde Kärnten vergleichsweise klein dastehen lassen.)


Antworten Gast: Kärntner in Wien lebend
02.10.2012 17:19
4 0

Re: Und Werner Faygmann wird GANZ SICHER leer ausgehen......

Also vom Sumpf ist eindeutig Kärnten an vorderster Front und weit vor Wien!
In Kärnten wurden Schulden und Schulden gemacht, doch wie weit ich auch blicke, ich kann nirgends erkennen was mit dem Geld in Kärnten getan wurde!
Kärnten ist in allen Belangen Schlusslicht!

Gast: Held der Arbeit
02.10.2012 12:26
2 0

ein guter Anfang

jetzt nur nicht aufhören. Wenn auch all die anderen Politdefraudanten hinter gittern sind, dann ist in allen Parteien wieder Platz für eine neue Garnitur, dann hoffentlich ehrlicher und ihrem Souverän, nämlich dem Volk, verpflichteten Politiker.

Re: ein guter Anfang

schön weiterträumen!

3 0

Die Staatskapitalisten in allen Parteien!!!

Bitte noch mehr Staat !!!!!
Das Grundübel: Im Angesicht der diversen Krisenszenarios tauchen schon wieder Verfechter des "noch mehr Staat" Prinzips auf. Erst gestern hat der unsägliche Jean Ziegler in einer Puls4 Diskussion wieder unverhohlen nach dem Staat gerufen. Gerade so als sei "der Staat" etwas Abstraktes.

Er besteht aber in den meißten Fällen aus "Geldgebern", deren Einkommen wieder nur aus dem Staatssäckel kommt. Wenn die Fehlplanung, die Fehlsubvention etc. schief geht, dann passiert dem fehlplanenden Staatskapitalisten nichts (Flughafen etc.). Er wird nach dem Peter Prinzip seitlich verschoben mit kaum weniger Honorar.

Daher kann es nur eine Lösung geben: Der Staat kontrolliert effizient und mit allen Möglichkeiten ausgestattet - die Sozialisten in allen Parteien werden aber als verantwortungslose Geldvernichter im Regen stehen gelassen.

Gast: der frosch von der fledermaus
02.10.2012 11:42
3 0

fünfeinhalb jahre -

- das drittel, gute führung, erstmaliger, teurer anwalt und schwuppdiwupp sinds nur noch zweieinhalb

Re: fünfeinhalb jahre -

Die Urteile sind nicht rechtskräftig!
Das Fußvolk glaubt an die Gerechtigkeit und an die Unabhängige
keit Justiz; die Berufungsinstanz wandelt die Urteile in bedingte Strafen um, erledigt, vergessen. Und weiter geht's: supersauber, Unschuldsvermutung, nicht rechtskräftig, ....sh. oben.

Warum so streng bei uns ?

In Griechenland,Spanien,Italien,Portugal,verschwinden Milliarden in den Banken,das sind ganz normale Abschreibungsposten da für gibt es ja den ESM !

MARTINZ.....

GUT SO! Jörg Haider als Fussabstreifer zu verwenden wurde zum ROHRKREPIERER! Die andere KOMÖDIANTEN werden auch noch ihr Schmalz bekommen.

Gast: xxxx
02.10.2012 10:47
3 1

Das passiert, wenn man kein Halstuch-Kurti ist!

Halstuch-Kurtis verkühlen sich eben nicht so leicht!
Die haben ihre eigenen Richterhawara.

Gast: Knaller
02.10.2012 10:42
1 6

Zu hart

Dafür, dass in ganz Österreich (fast) alle Funktionäre Geld für Iher Parteien herausholen, wo immer möglich, ist dieses Urteil zu hart. Es kam eigentlich nur zustande, weil VP/SP/GRÜNE die FP treffen wollte, der Schuss ging aber in eine ungewollte Richtung los.
Ich habe mich jahrzehnte lang maßlos geärgert, wie alle Parteien sich schamlos bedient haben und Funktionäre auch davon profitiert haben. Aber es war irgendwie ein "Gewohnheitsrecht". Es ist zu wünschen, dass dies nun aufhört, aber ganz kann ich es nicht glauben.

 
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