"Krone"-Rechnung überraschte Sattlberger

04.10.2012 | 15:29 |   (DiePresse.com)

Der Ex-ÖBB-Kommunikationschef sagte am Donnerstag im U-Ausschuss zur Inseraten-Affäre aus. Auch Ex-Asfinag-Vorstand Lückler kam, entschlug sich aber der Aussage.

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Der Korruptions-U-Ausschuss beschäftigte sich am Donnerstag erneut mit der Inseratenaffäre rund um SP-Bundeskanzler Werner Faymann. Der Vorwurf: Faymann soll sich in seiner Zeit als Verkehrsminister mit teuren Imagekampagnen die Gunst des Zeitungsboulevards erkauft und diese von ÖBB und Asfinag bezahlen haben lassen.

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Walter Sattlberger, Ex-Leiter der Konzernkommunikation der ÖBB (2006 bis 2009), bestätigte, dass er "überrascht" gewesen sei, als er die erste Rechnung der "Kronen Zeitung" für die Kampagne "Unsere Bahn" gesehen habe. Generell gab Sattlberger an, dass auf ihn kein Druck seitens des Kabinetts des damaligen Ministers Werner Faymann (SPÖ) ausgeübt wurde, Inserate zu schalten.

Von der Medienkooperation mit der "Kronen Zeitung" mit dem Titel "Unsere Bahn", in der Faymann 2007 als Ombudsmann für die Probleme der Bahnkunden präsentiert wurde, habe er so erfahren: Es habe ein Treffen zwischen Faymann und dem früheren ÖBB-Generaldirektor Martin Huber im Werk in Simmering gegeben, und nach dem Termin habe ihm Huber bei der Rückfahrt ins Büro mitgeteilt, dass es die Idee gebe, eine Imagekampagne für die ÖBB in der "Krone" zu machen, erzählte Sattlberger. Faymann habe diesbezüglich ein Gespräch mit dem damaligen "Krone"-Herausgeber Hand Dichand gehabt. Von der später folgenden Rechnung der "Krone" sei er überrascht gewesen, aber er habe sich dann daran erinnert, dass es sich offensichtlich um das handle, was Huber ihm damals im Auto erzählt habe.

"So schreiben wir das sicher nicht"

FP-Fraktionsführer Harald Vilimsky sprach Sattlberger darauf an, dass in einer Vorstandssitzung der ÖBB-Holding Sattlbergers Formulierung in einem Antrag geändert wurde, wonach Faymann mit der "Krone" eine Kooperation vereinbart habe. Huber habe sich über diese Formulierung massiv aufgeregt, es habe geheißen "so schreiben wir das sicher nicht", meinte Sattlberger. Huber habe gesagt, er lasse sich von Faymann nichts anschaffen.

Huber, der unter Faymann abgelöst wurde, schilderte ja laut Medienberichten in seiner Zeugenaussage ein Treffen mit Faymanns vormaligem Kabinettschef, dem heutigen Staatssekretär Josef Ostermayer und ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker im Lokal Stadtwirt, bei dem er von Ostermayer auf das Marketing- bzw. Inseratenbudget angesprochen worden sei - mit dem Hinweis, dass sich der Minister eine erkleckliche Summe davon für seine Disposition vorstelle. Er habe nur wahrgenommen, dass Huber sehr "erregt" von diesem Gespräch zurückgekommen sei, gab Sattlberger zu Protokoll.

Lückler entschlägt sich der Aussage

Als erster Zeuge war am Mittwoch der ehemalige Asfinag-Vorstand Franz Lückler. Dieser kündigte bereits in seinem Eingangsstatement an, von seinem Entschlagungsrecht Gebrauch machen zu wollen. Der Grund: Er wird in der Causa als Beschuldigter geführt.

Und Lückler hielt Wort: Die Frage, ob vom Ministerium unter Faymann auf die Asfinag Druck ausgeübt wurde, inserieren zu müssen, beantwortete er ebenso wenig wie jene, ob der Vorstand umgangen wurde. Denn laut dem Grünen Peter Pilz seien nach der Ablöse von Lückler als Asfinag-Vorstand - von der dieser aus der Zeitung erfahren hat - und der Einsetzung von Horst Pöchhacker als neuen Asfinag-Aufsichtsrat Medienkooperationen direkt aus dem Verkehrsministerium über den damaligen SP-Kabinettschef Josef Ostermayer gesteuert worden. Lückler entschlug sich auch dazu der Aussage.

Für nächste Woche sind Investor Martin Schlaff zu den Telekom-Ostgeschäften (als einziger Zeuge zu diesem Thema), Ex-Motorola Manager Joachim Wirth zum Skandal um die Vergabe des Blaulichtfunkes 2004 und Karlheinz Muhr, Investmentbanker und Freund von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, zur Buwog-Affäre geladen. Schlaff hat sein Kommen bereits zugesagt.

(APA)

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16 Kommentare

Auf die Dummheit der österreichischen Wähler

wird man sich bei den nächsten Wahlen wieder verlassen können wenn sie wieder Rot und Schwarz wählen. Sehr schade denn sie hätten einen ordentlichen Denkzettel verdient.

4 0

Das Trauerspiel können sie sowieso einstellen.

Denn wenn's mal losgeht, sind sie alle dran, egal ob sie in dem Drama auftgetreten sind oder nicht.

wartet

wartet auf die nächste wahl und meldet euch schon jetzt beim ams.
es wird keine versorgungsjobs für euch geben.

5 1

Ich bin gespannt

...auf Amon´s Gejammer nach den nächsten Wahlen.

Wahltag ist Zahltag.

Antworten Gast: Das Recht geht vom Volk aus!
04.10.2012 15:27
0 0

Re: Ich bin gespannt

Wieso die ÖVP wird es sogar noch schaffen einen absoluten Verlust als eine absolute Mehrheit zu verkaufen.


Pendl

Pendl kennt seinen Chef - er würde ALLES für ihn tun - ohne Partei ist er nix:

https://twitter.com/mnikbakhsh/status/253816039496896513/photo/1


Gast: gast76
04.10.2012 14:48
6 1

AMON

Herr Amon, ich gratuliere Ihnen zu Ihrer unermüdlichen Parteidienerschaft. Sie haben es mitzuverantworten, dass ihre Partei geradewegs elliminiert wird, und das ist gut so. Und mit viel Glück bekommen sie noch an anderer Stelle die Gelegenheit, sich zu entschlagen. Dort nennt man es dann Aussageveweigerung. Aber ein Urteil wirds dann trotzdem geben.

Von dem roten Pendl red ich gar nicht. Alle das gleiche....

schimpfts nur über den Stronach, solange eure Stimme überhaupt noch öffentlich wahrgenommen wird (werden muss).


Gast: Gutmensch?
04.10.2012 14:31
0 0

...und sie werden trotzdem gewählt....


Gast: Fürbass W
04.10.2012 14:07
7 1

Bin voll bei Harald Vilimsky

FPÖ-Fraktionsführer Vilimsky will sich nun auch an Nationalratspräsidentin und Bundespräsident wenden.

Den Erfolg kann jeder erahnen. Genau Null!

Eine Farce und eine endgültige Festigung des Ranges Bananenrepublik.

2013 muss es einen Neustart geben!


Antworten Gast: hdztr
04.10.2012 15:32
2 3

neustart?

ich fürchte, die grünen werden keine absolute schaffen. und sonst gibts ja nur parteien, die an der korruption beteiligt sind/waren.

Die Regierung hat siche erfolgreich "selbstdisqualifiziert" ...

... Schade dass es so erbärmlich zu Ende geht mit dem U-Ausschuss ... Aber bei einem bin ich mir sicher --> 2013 gibts an "Rumpler", und der ganze Sa.hauffen kriegt eine neue Struktur. ..... vielleicht gut so!@

Pendl hat sich gestern in der ZiB aufgeführt wie ein Diktator!


Hoffentlich halbieren sich die Roten bei den kommenden Wahlen!


5 0

Re: Pendl hat sich gestern in der ZiB aufgeführt wie ein Diktator!

Halbieren ??? warum so großzügig?

Antworten Gast: Das dritte Auge
04.10.2012 14:23
7 0

Re: Pendl hat sich gestern in der ZiB aufgeführt wie ein Diktator!

Halbieren? Sind's ein Roter :) ?

Ganz ehrlich. Ich empfinde das Verhalten der SPÖ als gefährlich!

Sie führen sich fast auf wie eine Diktatorpartei (einzig dass sie keine bewaffneten Soldaten einsetzen können)

Wir Österreicher sollten dieses Verhalten nicht länger dulden und uns (Friedlich) zur Wehr setzen.

Gast: mitdenkende
04.10.2012 13:29
7 1

da wird mir übel!

övp und spö in trauter großkoalitionärer einigkeit - beim vertuschen und die bevölkerung für dumm verkaufen, sinds dick da!

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