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Aus für Saualm: Kärnten kündigt Vertrag

05.10.2012 | 11:30 |   (DiePresse.com)

In dem Asylwerberheim soll es zu Übergriffen auf Bewohner gekommen sein. Das Land Kärnten zieht jetzt wegen "Vertrauensverlusts" die Reißleine.

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Das Land Kärnten zieht die Reißleine: Der Vertrag mit der Betreiberin der umstrittenen "Sonderanstalt für mutmaßlich straffällige Asylwerber" auf der Saualm ist gekündigt worden. Die "Sonderanstalt" bleibt geschlossen. Das teilte das Flüchtlingsreferat in Klagenfurt am Freitag mit. Die neue Flüchtlingsbeauftragte Barbara Gutsche nannte Vorwürfe und Anzeigen gegen die Betreiberin und den daraus entstandenen Vertrauensverlust als Gründe für die Kündigung.

Im Zusammenhang mit dem Asylwerberheim liegen mehrere Anzeigen auf. Dabei geht es auch um angeblich mangelnde ärztliche Versorgung der Bewohner bzw. um Übergriffe durch Pflege-und Security-Personal.

Die "Sonderanstalt" ist derzeit aber ohnehin geschlossen. Kürzlich hatte Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler aber noch erklärt, er wolle sie nach Abschluss von Renovierungsarbeiten wieder öffnen. Kritik des Rechnungshofes an den erhöhten Kosten für das Asylwerberheim ließ er nicht gelten: Wenn damit nur eine einzige Straftat verhindert werde, "dann ist es das wert", so Dörfler. VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hatte dagegen gefordert, dass die Anstalt bis zur Aufklärung der Vorwürfe geschlossen bleibt.

Die nun erfolgte Vertragskündigung begrüßt Mikl-Leitner dann auch: Es handle sich um ein "klares Zeichen für die gute Zusammenarbeit, wenn es um die menschenwürdige Unterbringung von Asylwerbern geht", erklärte die Innenministerin am Freitag.

Nachfolgekonzept geplant

Das Land Kärnten will aber wegen der "generalpräventiven Wirkung" an dem Konzept "Sonderbetreuung" für mutmaßlich straffällige Asylwerber festhalten, das Flüchtlingsreferat arbeitet bereits an einem Nachfolgeprojekt. "Die präventive Wirkung eines Quartiers für Personen mit besonderem Betreuungsbedarf hat sich deutlich positiv auf die anderen Asylwerberheime in Kärnten ausgewirkt", stellte die neue Flüchtlingsbeauftragte fest. Wo das neue Heim entstehen wird, ist noch offen.

Causa Saualm

Wegen der "Saualm'" ist bekanntlich auch die Korruptionsanwaltschaft aktiv geworden. Dabei geht es um den Verdacht der Untreue und des Amtsmissbrauchs.

Betroffen sind "Personen", die den Vertrag zwischen dem Land und der Betreiberin abgeschlossen haben, konkret das Flüchtlingsreferat, vertreten durch den nunmehr ehemaligen Flüchtlingsreferenten Steiner. Der Verdacht des Amtsmissbrauchs richtet sich gegen Landeshauptmann Gerhard  Dörfler (FPK), weil dieser die enormen Kosten des großteils aus Landesmitteln finanzierten Asylheims freihändig locker gemacht haben soll.

Verdacht auf Untreue und Amtsmissbrauch
Der Korruptionsanwaltschaft liegen Anzeigen wegen des Verdachts der Untreue und des Amtsmissbrauchs vor. Betroffen sind "Personen", die den Vertrag zwischen dem Land und der Betreiberin abgeschlossen haben, konkret das Flüchtlingsreferat, vertreten durch den damaligen Flüchtlinsreferenten Gernot Steiner.

Beim Vorwurf der Untreue geht es um eine "Überzahlung ohne Gegenleistung", und zwar in der Höhe von 104.010 Euro. Denn das Asylheim auf der Saualm sei laut Rechnungshof im Vergleich zu anderen Grundversorgungsquartieren mit durchschnittlich 16 Prozent "eher gering ausgelastet". Außerdem sei die Auszahlung des erhöhten Tagsatzes aufgrund mangelnder Betreuungsleistungen "nicht zu rechtfertigen".

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Dörfler soll die enormen Kosten des großteils aus Landesmitteln finanzierten Asylheims freihändig locker gemacht haben. Laut Vertrag zahlt das Land der Betreiberin für eine Vollbelegung - egal, wie viele Asylwerber sich auf der Saualm aufhalten - einen erhöhten Tagsatz von 40 Euro. In Summe bedeutet das vertraglich zugesichert mindestens 365.000 Euro jährlich. Zudem garantiert das Land auch die Nachnutzung bis 31. Mai 2014, also insgesamt 1,77 Millionen Euro. Der Kärntner Rechnungshof sieht einen "wirtschaftlich unvertretbaren Aufwand". Da dieser Aufwand an Kärntner Steuermitteln die Beschluss-Freigrenze von 500.000 Euro übersteigt, hätte Landeshauptmann Dörfler laut Geschäftsordnung der Kärntner Landesregierung das Regierungskollegium befassen müssen.

(APA)

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30 Kommentare
 
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Gast: IO
07.10.2012 07:49
0 0

Erstaunlich!

Kein Wort über die Probleme mit Schächtugen dort.
Politisch genehme Berichterstattung?

Die Effen in Kärnten drehen sich so schnell, die

wissen gar nicht mehr, bei welcher Tür sie herausfliegen werden!

Gast: Habe mal Bilder der Saualm angesehen
06.10.2012 18:40
0 1

und mit Bassena Wohnungen verglichen,

die dieser Staat inländischen Kleinpensionisten zumutet, die ihr Leben lang gearbeitet, Steuern und Beiträge bezahlt haben.

Zukunftsvision: Sacher wird Asylpension.*

Zur Finanzierung werden die Pensionen für Inländer gesenkt.

*Warum nicht "The Guest House" ?

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Weder

Gernot Steiner und schon gar nicht LH Dörfler halte ich für so bescheuert, dass sie Vereinbarungen treffen wie sie in o.a. Artikel vorkommen. Wo doch gerade die Asylantenunterbringung im Lande fortwährend beaugapfelt wird und in der Kritik steht. Sollte ein Schaden entstanden sein, werden die Verantwortlichen diesen gutmachen. Ob es Untreue und Amtsmißbrauch gegeben hat?

2 0

?????????

kann mir einer erklären was mutmaßlich straffällige Asylwerber eigentlich sind?

Das sind jene pöse kriminellen Asylwerber ...

vor denen man die Kärntner Bevölkerung zuerst gewarnt hat, um sie dann vor ihnen "beschützen" zu können. Dörfler & Co sprachen bei den Asylwerbern dort ja regelmäßig von "straffälligen Asylanten".

In 2009 hat die Staatsanwaltschaft schriftlich berichtet, dass von 16 damals anwesenden Asylwerber 6 völlig unbescholten waren, also nicht mal eine Anzeige oder Anschuldigung vorlag.
Gegen einige liegen Anzeigen vor, andere haben sich kleinerer Vergehen schuldig gemacht (Diebstahl etc).

Genauer hat es Uwe Scheuch gesagt: „mir ist lieber, es ist ein unschuldiger Asylant auf der Saualm, als umgekehrt“

Ersatzstandort zur Förderung der Multikultur in Kärnten


Ich wüßte schon einen Ersatzstandort für die Saualm. Die Hotels "Obir" (steht leer, ist aber im Ortszentrum) und "Haderlap" (verwandte der Frau Preisträgerin) in Eisenkappel/Zelezna Kapla. Ich freue mich schon auf die schönen Geschichten, wie die slowenische Volksgruppe und die Herren Asylwerber miteinander auskommen. Meine Privatvermutung: Nicht ohne Reibungen!

Was bei uns in Österreich schon alles "menschenunwürdig" ist.

Aber ich verstehe, dass die Gutmenschenindustrie nur das Beste für ihr Klientel will.

Johanna Mikl-Leitner forderte, dass die Anstalt bis zur Aufklärung der Vorwürfe geschlossen bleibt.

Das würde die Gutmenschen-Industrie aber freuen, wenn durch jeden an den Haaren herbeigezogenen Vorwurf diese Sonderanstalten sofort geschlossen würden.

10 2

Jetzt plötzlich, seltsam


Hat nicht Dörfler gerade noch erklärt, dort sei stets alles in Ordnung gewesen und die Saualm werde nur einige Wochen lang saniert?

Demnächst würde sie wieder besiedelt werden.

So viel zur Glaubwürdigkeit des LH Dörfler.

Re: Jetzt plötzlich, seltsam

Tja, der Wind bzw. sein Chef hat sich gedreht.
wenn ihm doch schon gerichtlich Ahnungslosigkeit attestiert wurde...

Re: Re: Jetzt plötzlich, seltsam

was heißt Ahnungslosigkeit? Die Unfähigkeit zur Einschätzung der Konsequenz seiner Entscheidungen wurde ihm attestiert!

gästezimmer

bei mir im waldviertel nennt man sie gästezimmer und in kärnten fremdenzimmer. treffender gehts nicht.

Gast: bergziege
05.10.2012 19:19
5 2

Richtige Entscheidung

etwas zu spät. Aber immerhin.

die lagerleiterinhat eine bestandsgarantie bis 2014

sie bekommt geld obwohl alles leer steht

Gast: Benemax
05.10.2012 15:30
20 29

Gutmenschenfraktion hat sich wieder durchgesetzt

Würde die Saualm, Muhkuhli-Alm heißen, wieviele unnötige politische Diskussionen hätten wir uns erspart. Aber das Wort "Sau" ist halt historisch schwer belastet. Komisch, dass es niemanden gestört hat, solange dort sozialistische Jugenliche ihre Ferien verbrachten. Für die war es jahrzehntelang gut genug, aber für unsere hohen Gäste aus dem Ausland ....


Re: Gutmenschenfraktion hat sich wieder durchgesetzt

Du host an Klescha, mei Liaba, aba kan klan!

7 3

Re: Gutmenschenfraktion hat sich wieder durchgesetzt

Ein paar Unverbesserliche mögen der Schließung nachtrauern. Die Mehrheit der Bevölkerung ist froh, dass diese Baustelle endlich beseitigt ist und unser Land wenigstens in dieser Frage aus der österreichweiten Kritik kommt.

Die Mehrheit der Bevölkerung ist froh...

Da weiß wieder einer ganz genau, was die Mehrheit der Bevölkerung denkt.

Re: Gutmenschenfraktion hat sich wieder durchgesetzt

diese gutmenschen, die ihr geld nicht aus dem fenster schmeissen wollen… tsts

so böse wie sie sind, müssten sie 99% aller österreicher gutmenschen nennen. aus ihrem munde klingt das wie ein kompliment.

30 3

Die Unschuldsvermutung gilt nur für korrupt Politiker


Bei Asylwerbern reicht schon die Mutmaßung, dass sie straffällig geworden wären.

Aber neuesten dürfen ja auch Personen, die des Terrors lediglich verdächtigt werden, bereits gezielt getötet werden.

Ein Ex-Innenminister, der so unendlich blöd war, sich bei seinen Bemühungen Bestechungsgelder zu lukrieren sogar filmen zu lassen, ein so wertvoller Mensch wird jedoch nicht einmal in Untersuchungshaft genommen.

Gast: Uwe S.
05.10.2012 13:24
12 1

"Kröte" muss vor Gericht

Scheuch Kurtl: "Kröten-Sager" hat gerichtliches Nachspiel.

http://bit.ly/QWpsDg

Gast: ROTFRONT
05.10.2012 13:24
14 2

Auweiha! Und wo kommen jetzt für den FPK-Hawara von der BeherbergungsgmbH die Mios her?


Gast: Kärntner Gratler
05.10.2012 12:15
14 12

...Vertrauensverlust

..

seits nicht durchgekommen mit euren "SChutzhaftlager".


Wäre ein ideales

Sanatorium für kärntner Polit-Kriminelle!

hoch obm am berg ist die luft recht dünn


 
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