20.05.2013 01:02 Merkliste 0

Fekter: "BZÖ-Idee reißt Lücke von 20 Milliarden Euro"

05.10.2012 | 12:28 |   (DiePresse.com)

Die Finanzministerin steht den Steuerplänen des BZÖ skeptisch gegenüber. Eine "Flat-Rate" würde die Reichsten "mega-entlasten", auch die Finanzierung der Sozialausgaben über Steuermittel lehnt sie ab.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

VP-Finanzministerin Maria Fekter erkennt in den Steuerplänen des BZÖ zwar einige gute Argumente. Die würden aber noch kein gutes Modell machen, erklärte die Ressortchefin in der Beantwortung des "Dringlichen Antrags" des Bündnisses in einer Sondersitzung des Nationalrats am Freitagvormittag. Das Konzept des BZÖ würde nach Rechnung Fekters eine Lücke von 20 Milliarden reißen. Damit könnte der Wohlstand in Österreich nicht aufrecht erhalten werden.

Dass am Steuersystem etwas zu korrigieren ist, findet allerdings auch die Finanzministerin. Neben einer spürbaren Entlastung für Familien will Fekter mittelfristig den Eingangssteuersatz senken. Die 36,5 Prozent seien "leistungsfeindlich", ohnehin trage der Mittelstand die größte Steuerlast.

Reichsten würden "mega-entlastet"

Eine "Flat-Rate" von 25 Prozent möge vielleicht wünschenswert sein, aber es gelte zu bedenken, wer davon am meisten profitiere. Denn gerade die Reichsten und Besserverdiener würden damit "mega-entlastet". Nichtsdestotrotz ist nach Meinung Fekters auch beim Spitzensteuersatz Bewegung nach unten nötig. In Deutschland gebe es einen Grenzsatz von 43 und der fange erst bei 250.000 Euro an: "Das würde ich mir für unseren Mittelstand auch wünschen."

Aufräumen will die Ministerin mit den diversen Privilegien im Steuersystem: "Jede Zunft hat ein besonderes Privileg im Steuerwesen." Insgesamt gebe es im System 560 Ausnahmen, kritisierte Fekter.

Was für die Finanzministerin keinesfalls in Frage kommt ist, die Sozialausgaben nicht mehr über Versicherungsbeiträge zu finanzieren sondern über Steuermittel, wie das vom BZÖ vorgeschlagen wurde. Es gebe in Österreich einen sehr breiten Konsens, dass das Sozialversicherungssystem für Pensionen, Gesundheit und Arbeitslosigkeit nicht aus den Augen verloren werden solle.

U-Ausschuss endet am 16. Oktober

Der parlamentarische U-Ausschuss zu den Korruptionsaffären bekommt indes heute sein Ablaufdatum verpasst. Die Koalitionsfraktionen haben zu Beginn der Sondersitzung des Nationalrats einen Fristsetzungsantrag eingebracht, der ein Ende des Ausschusses mit 16. Oktober vorsieht. Am Nachmittag wird der Fristsetzer debattiert und abgestimmt. Ohnehin sind nur noch Ausschusstermine bis 11. Oktober festgesetzt. Der einzige noch ausstehende Zeuge, der bisher fix zugesagt hat, ist der Investor Martin Schlaff, der für den 11. sein Kommen angekündigt hat.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

55 Kommentare
 
1 2
Gast: Allesistmöglich
05.10.2012 15:25
10 1

Fekter als Rechenkünstlerin

Ich bin erstaunt, wie schnell Frau Fekter ausrechnen konnte, was die Vorschläge des BZÖ kosten. Bei den Griechen machen wir ja das große Geschäft.

Gast: Defender
05.10.2012 14:56
8 0

Frommer Wunsch

In Deutschland gebe es einen Grenzsatz von 43 und der fange erst bei 250.000 Euro an: "Das würde ich mir für unseren Mittelstand auch wünschen."

Eine flachere Kurve ist absolut zu begrüßen!

1 0

Das wird uns der EURO kosten. Da profitieren nur wenige.


7 0

Hampelfrau

Krankheitsbedingt konnte ich es es ansehen.
Die wohlgefeilten Worte ohne zu stottern hat sie heruntergelesen und hat nicht einen Moment das Gefühl aufkommen lassen als würde sie verstehen was sie da liest.
Wenn sie vom österreichischen Wohlstand spricht, kommt mir das Schmunzeln, wenn sie auch noch so fest behauptet, dass wir bei den Arbeitslosenzahlen gut da stünden kommt mir das Lachen! Aber, dass sie sich selber als Vertreterin des Mittelsstandes sieht drückte es mir die Tränen aus den Augen.
Sie will laut ihrer Rede etwas dagegen tu, gegen den Auswuchs an ungerechten Steuern....nur wann denn?
Dann, wenn sie international nicht gebraucht wird, dann, wenn die ÖVP nach der nächsten Wahlen in der Versenkung verschwindet?
Nein, liebe Frau Fekter, Ihnenliegt nichts darannauch nur das geringste zu ändern, sonst hätten Sie schon etwas begonnen....Sie sind eine liebe Hampelfrau und Worthülsensammlerin.

18 0

Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

Da wär eine Flat-Tax von 25% ein wahrer Geldsegen für Österreichs Finanzen. Hmmm, ich komm und komm nicht dahinter, warum die ÖVP dagegen ist.

Re: Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

:-))) Danke!

Antworten Gast: Halbwissen
05.10.2012 14:40
3 0

Re: Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

Und von diesen 11 Prozent ziehen Sie bitte die Rettungsmilliarden ab !

5 0

Re: Re: Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

und die diversen Subventionen nicht vergessen und man wird erkennen, dass unterm Strich die Raiffeisen mehr vom Staat kassiert als sie Steuern zahlt und das ist die traurige Wahrheit !!!!!!!

1 0

Re: Re: Re: Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

Das kann ma unterschreiben

Antworten Gast: TI36
05.10.2012 14:37
1 0

Re: Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

Wenn die Streichung von Ausnahmen wirklich umgesetzt wird, ist mit den 11 % auch Sense.

Re: Re: Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

genau darum gehts bei Fair-Tax und co.

3 0

Re: Die Raika zahlt angeblich nur 11% Steuern

Natürlich würden viele gut situierte bei rigoroser Anwendung von 25% mehr zahlen.
Die Spenden an SPÖ und ÖVP würden sich halt radikal verringern.

8 1

Frau Fekter,

eine Einkommensteuersenkung entlastet die reichsten. Halten sie mich für total beklopft, dann sagen sie es bitte auch so, wenn Sie den mum haben!

REICHE ZAHLEN KEINE EINKOMMENSTEUER!

Wenn diese was zahlen, ist es Körperschaftsteuer (gibts die Gruppenbesteuerung noch?) bzw. meistens Kapitalertragssteuer auf entnommene(!) Gewinne.
Wer Einkommensteuer zahlt, dass sind Verdienende, aber auch da haben Reiche das Geld Überstiftungen geparkt. Je Verdienender und Reicher, desto besser sind die Schlupflöcher platziert. Parteispenden haben auch eine kostennutzen Rechnung.

3 0

Re: Frau Fekter,

Ich gebe Frau Fekter allerdings recht, Sozialabgaben und Steuer gehört getrennt.
Versicherungen müssen Personenbezogen sein, denn Österreich ist nicht der einzige Staat auf der Welt. Und gerade das BZÖ regt sich dann wieder auf, wenn ein Zuwanderer Leistungen bekommt, aber nie Steuern bezahlt hat.

Frau Fekter: warum nicht eine Versicherungspflicht (eine pro Person, egal welcher Art der Einkünfte)? Bei sozial Schwachen kann's ja Zuschüsse geben.
Und eine Flattax, mit 25% auf alles. Wenn es sich nicht ausgeht dann halt 35% auf jede Einkunftsart und für jedermann ohne Ausnahmen! Das ist klar und jeder Staatsbürger kann seine Steuer selber ausrechnen. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit in einer Demokratie sein.
Da sie nun eh so schnell im rechnen sind, können sie sich morgen den aufkommensneutralen Flattax %Satz nennen. Wie gesagt bitte alle Ausnahmen (landwirte, sportler, kirche, stiftungen, ... ) herausrechnen.

Gast: GastGastGast
05.10.2012 13:35
3 0

Der eigentliche 'Witz' an der ursprünglichen Flat-Tax

war, daß man einen einheitlichen Steuersatz hat aber dafür auch alle Schlupflöcher wegfallen läßt. Das Steuersystem soll dadurch wesentlich vereinfacht werden, jedoch nicht zu weniger Steuereinnahmen oder zu noch weniger Steueraufkommen für die Spitzenverdiener, Super-Reichen oder Firmen und Konzernen führen.

Man redet aber heute immer nur von der Senkung des Steuersatzes und nicht vom zweiten Teil, dem Wegfall der Schlupflöcher. Das eine ist ohne das andere nicht wirklich sinnvoll.

3 0

250 000

ist also Mittelstand???

Antworten Gast: TI36
05.10.2012 15:16
1 0

Re: 250 000

So wie ich das verstanden habe sind 250.000 die obere Grenze für den Mittelstand.

Wenn man D mit 250 TEUR und die USA mit 340 TUSD nimmt geht das in Ordnung. Man darf ja auch nicht vergessen, dass von den 250 TEUR ja noch ordentlich LSt zu zahlen sind, da bleiben am Ende ja nach Freibeträgen grob 150 TEUR übrig.

0 0

Re: Re: 250 000

Was ist dann die untere Grenze für den Mittelstand wenn das Durchschnittseinkommen des Österreichers 24 000 ist? Ich glaub Fekter und einige andere haben da nicht so ganz in Statistik aufgepasst. Oder will man etwa die Bevölkerung für dumm verkaufen?

Antworten Antworten Antworten Gast: TI36
05.10.2012 17:02
0 0

Re: Re: Re: 250 000

Für D kann ich das nicht sagen, in den USA werden als Untergrenze des Mittelstandes 40 TUSD (frei verfügbar somit nach Steuern und vor Versicherung) angenommen.

Die Frage orientiert sich nicht an dem Lohnniveau sondern an der Kaufkraft. Für Ö würde ich von 35 TEUR als Untergrenze ausgehen.

Antworten Gast: aktenzeichen xyz
05.10.2012 13:48
5 0

Re: 250 000

hatte genau den gleichen gedanken. lustig sind die anderen eintraege weiter unten.

ich bin akademiker incl. mba und bin seit ca. 10 jahren im geschaeft und mache ca. 80k im jahr. ich finde es ist ein supereinkommen, fuehle mich im oberen mittelstand. 250k jahresgage sind meiner meinung nach schon untere oberschicht...

der mittelstand ist eigentlich bloed:
1) glaubt er immer bald mal zur oberschicht zu gehoeren und ist deshalb gegen reichensteuern
2) ein super buffer zwischen arm und reich und wird im krisenfall von den armen ueberfallen und von den reichen gemolken
3) wird mit hypotheken, und autokredit kurz und qualitaetszeitungen klein gehalten um ja nicht aufzumucken.


Gast: bbc
05.10.2012 13:10
1 0

Besser wir profitieren

Wofür sparen - damit mir noch mehr Mrd. an österreichischen Steuern in die Süden schicken können?

Gast: günter 55
05.10.2012 12:58
8 0

Der Steuersatz ist viel zu hoch

Klar, niemand zahlt gerne Steuern. Aber warum machen wir es nicht wirklich wie die Deutschen: max 43% ab 250.000,--. Wenn das dort geht - vergleichbare Ausgangssituation - dann stellt sich wieder einmal die Frage, warum wir alle so "gemolken" werden. Ich bin für die Flat Tax - die Regierung muss halt ordentlich wirtschaften. Und hier beginnt es - es gibt keine Reform des Gesundheitswesens, keine schon so oft angekündigte Beamtenreform ...... und wir alle zahlen dafür. Langsam, aber sicher tendiere ich zu Stronach, etwas skurill, aber in Vielem hat er durchaus Recht

Nun:

1. wie kommt sie auf diesen Betrag? In Ihrer grenzenlosen Inkompetenz kann sie das niemals wissen
2. ist das alles andere als dumm
3. kann man 20 Mia. leicht einsparen, wenn man aufhört Banken und bankrotte Staaten zu finanzieren.
4. kann man vermutlich noch einmal 10 Mia. einsparen, wenn man endlich die Verwaltungsreform durchzieht.

2 0

Re: Nun:

Richtig. Seltsam, dass man im Finanzministerium quasi über Nacht, sowas ausrechnen kann. Bisher hat das immer Wochen gedauert.

12 1

Hohe Steuern ersticken Unternehmertum

Spart endlich bei der Verwaltung. Beamten-Altverträge / Pensionen sind Teil des Problems! Pensionshöchstgrenze nach ASVG einführen. Es besteht keine Notwendigkeit in der Pension auf Kosten anderer auch noch reich zu werden! Eingriffe in bestehende Verträge würden die soziale Gerechtigkeit fördern. An die Großparteien: Setzt die Forderungen des Rechnungshofes um - oder rechnet damit nicht mehr gewählt zu weden! (Eure Strategie nur mehr von Pensionisten und Beamten gewählt zu werden wird scheitern - aus dem einfachen Grund, sehr bald griechische Verhältnisse vorherschend zu haben) Die Leistungsträger werden euer Spiel nicht mehr länger mitmachen! Die hohe Abgabenquote erstickt uns langsam!

Ob das nicht so gewünscht ist?

Schau Dir mal Europa an. So weit das Auge reicht ist die Masche die selbe >

Schulden, Schulden, Schulden um das Sklaventum für die Banken auszubauen.
Dazu kommen dann noch Vokabeln á la "unumkehrbar, alternativlos, etc."
Alles zum Preis von Demokratie-Abbau, Armut & Neuverschuldung.
Wenn wir fertig sind gehört hier ALLES amerikanischen Banken.

Dass wir den Euro nicht brauchen - geschweige denn, dass wir uns diese Fiatwährung nicht weiter leisten können liegt auf der Hand ...

Re: Hohe Steuern ersticken Unternehmertum

Genau, wieder die Pensionisten und Beamte. Die Feindbilder der Nation. Genieren sollt ihr euch,wenn man nicht alt werden will, muss man Jung sterben.

Re: Hohe Steuern ersticken Unternehmertum

Phantastische Idee! Am besten schaffen wir überhaupt alle Pensionen ab und auch die Krankenversorgung für die Alten und Invaliden, die nicht und nicht sterben wollen bzw. als noch so Invalide ohnehin nur simulieren. Noch besser: wir schaffen gleich den gesamten Sozialstaat ab. DANN haben wir nämlich wirklich griechische Verhältnisse.

Antworten Antworten Gast: Genau, 15x Pension 8000,-+ sind ja so sozial
05.10.2012 15:34
5 0

Re: Re: Hohe Steuern ersticken Unternehmertum

Mde Lind, ihr polemisches Gerede lenkt von der Realität ab. Irre Pensionen wie die exorbitanten Dienstordnungspensionen des geschützten Bereichs oder Ministerpensionen á 14.000.- sind Asozial und haben mit einem Sozialstaat nichts mehr zu tun. Wer braucht in der Pension mehr als 5000.- pro Monat?

Antworten Antworten Gast: TI36
05.10.2012 15:19
2 0

Re: Re: Hohe Steuern ersticken Unternehmertum

Von streichen kann keine Rede sein - es ist jedoch ein Fakt, dass es bei uns ein sehr teures GFesundheitssystem gibt und trotzdem haben wir ein Pensionantrittsalter, dass einfach nicht finanzierbar ist (Geburtenrate zu niedrig, Wirtschaftswachstum zu schwach).

 
1 2