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Berlakovich: "Es ist nicht meine Aufgabe, Inserate zu verteilen"

05.10.2012 | 18:25 |  MATTHIAS AUER UND JAKOB ZIRM (Die Presse)

Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich weist den Vorwurf der verdeckten Parteienfinanzierung per Ministeriums-Inserat entschieden zurück. Dass er selbst auf fast allen Inseraten abgebildet war, hält er für notwendig.

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Die Presse: Herr Minister, wissen Sie, wie viele Leser die „Bauernzeitung“ hat?

Nikolaus Berlakovich: Nein. Aber nach meiner Information lesen 80 Prozent der bäuerlichen und forstwirtschaftlichen Betriebe die „Bauernzeitung“. Sie hat also eine große Abdeckung.

Wissen Sie, wem die „Bauernzeitung“ gehört? Im Untersuchungsausschuss am Dienstag gab es da einige Unklarheiten.

Mein Wissensstand ist, dass der Bauernbund an der „Bauernzeitung“ beteiligt ist.

Der ÖVP-Bauernbund ist direkt und über seine Landesorganisationen hundertprozentiger Eigentümer der „Bauernzeitung“. Der Rechnungshof kritisiert in einem Rohbericht, dass Ihr Ressort überproportional in der „Bauernzeitung“ inseriert, was den Vorwurf der verdeckten Finanzierung des Bauernbundes nahelegt.

Diesen Vorwurf weise ich entschieden zurück. Klar ist, dass wir zielgruppenspezifisch inserieren. Die Aktionen des Landwirtschaftsministeriums sollen möglichst viele Betroffene erreichen. Es nutzt nichts, wenn ich agrarische Förderprogramme in der U-Bahn-Zeitung inseriere, die kein Bauer liest.

Würden Sie die Inserate – mit Ihrem Wissensstand von heute – wieder so vergeben?

Als Minister ist es meine Aufgabe, mich um die großen Linien zu kümmern, die Schwerpunkte im Ressort. Es ist nicht meine Aufgabe, Inserate zu verteilen. Das macht die Öffentlichkeitsarbeit. Sie entscheidet je nach Thema, in welchen der jeweiligen Zielgruppenmedien zu inserieren ist. Genau das ist passiert. Der Rechnungshof hat uns vorgeworfen, dass wir in Medien mit untergeordneter Auflage inserieren. Aber es gibt eben im landwirtschaftlichen und auch im Umweltbereich Medien, die keine große Reichweite haben, aber die Zielgruppen abdecken.

Mittlerweile haben mehrere Oppositionsparteien angekündigt, in der Causa Sachverhaltsdarstellungen bei der Staatsanwaltschaft einzureichen. Dabei geht es um den Verdacht auf Beitragstäterschaft zur Untreue und verdeckte Parteienfinanzierung. Was sagen Sie dazu?

Ich kenne den Inhalt der Sachverhaltsdarstellungen nicht, aber ich habe volles Vertrauen in die Arbeit der österreichischen Justiz und bin mir sicher, dass sich die Vorwürfe als haltlos erweisen werden. Mehr will ich dazu nicht sagen.

Erwarten Sie, dass Ermittlungen aufgenommen werden?

Ich will das nicht weiter kommentieren.

Auf 94 Prozent aller Inserate sind Sie persönlich abgebildet, was Ihnen den Vorwurf einbrachte, mit Steuermitteln eine Imagekampagne zu finanzieren. Mittlerweile ist das durch das Medientransparenzgesetz verboten. Waren die Bilder damals richtig und wichtig?

Ich halte es für notwendig, dass sich ein Minister hinter die Aktionen seines Ressorts stellt. Dadurch stärkt er auch umstrittenen Programmen den Rücken. Man muss auch zeigen, dass man persönlich hinter den politischen Inhalten steht.

Der Rechnungshof kritisiert nicht nur die Inseratenvergabe, sondern auch die hohen Ausgaben für den Internetauftritt des Lebensministeriums. 4,39 Mio. Euro soll die neue Website gekostet haben. Haben Sie zu teuer eingekauft?

Ich bin kein IT-Experte. Der Rechnungshof hat aber eine überhöhte Summe für den Relaunch der Website dargestellt, da er den Vertrag für mehrere Jahre zusammengezählt hat. Nach meiner Information hat die Erstellung dieser Webseiten 1,35 Mio. Euro gekostet. Jene des Parlaments etwa 1,9 Mio. Euro.

Den Auftrag für die Website hat – ohne Ausschreibung – das Land-, Forst- und Wasserwirtschaftliche Rechenzentrum (LFRZ) erhalten. Der Rechnungshof hat schon 2001 kritisiert, dass das LFRZ dem Ministerium überhöhte Preise verrechnet. Hätte man das nicht wissen müssen?

Dazu kann ich keine Auskunft geben.

Kennen Sie den alten Bericht?

Nein, den kenne ich nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)

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57 Kommentare
 
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Einsparungen im Lebensministerium

Das perverse ist ja auch, dass, wenn es wahr ist, Gelder illegal an die Partei geflossen sind, jetzt natürlich auch das Ministerium mit seinen Abteilungen gezwungen wird, massiv einzusparen. Einerseits wird Geld herausgesaugt und auf der anderen Seite gesagt: "Man muss sparen". In manchen Bereichen z.B. im Wasserbau und im Forstwesen (inkl. Wildbach- und Lawinenverbauung), wo der Staat viele Aufgaben zu erfüllen hat, wird er bald seine Aufgaben nicht erfüllen können, weil das notwendige Personal und die Strukturen fehlen. Ich hoffe, dass das mal auch stärker in den Medien thematisiert wird.

Gast: agaaga
07.10.2012 11:19
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Man muss auch zeigen, dass man persönlich hinter den politischen Inhalten steht.

das muss man sich auf der zunge zergehen lassen. welche nicht vorhandenen inhalte er da wohl meint...

Gast: RA
07.10.2012 10:44
0 0

Sollen vs Sein

Aufgabe versus Taten

Sicher ist es so, dass es nicht die Aufgabe von B. ist, mit dem Inseratenschmäh unser Steuer-Geld an den Bauernbund zu verteilen.

Aber warum tut er es dann ???
Weil er selbst ein Bauernbündler ist ???
Weil es in Österreich so üblich ist, auch bei der SPÖ ???

Weil er kein Rechtsbewußtsein mehr hat ???

Gast: Todtrauriger
07.10.2012 08:16
1 0

Wir werden Dich vermissen

Lieber Niki!
Traurig nehmen wir die Nachricht über Dein Ausscheiden aus der Bundesregierung wahr. Aber dank einer ÖVP, die sich der Transparenz und Korrektheit verpflichtet hat - und auch kompetent sein will - gab es wohl keinen anderen Weg.
Dein
treuer ÖVP-Wähler

PS: habe gerade gemerkt, ich bin aufgewacht, und mein Bett war nass.

0 0

jeder putzt sich ab

aber jeder ist schuldig
nur nimmt keiner die verantwortung wahr
dabei schickt ihnen ohenhin keiner merh den seidenen schal
leider

es graust mir ...

... vor so arroganten abgehobenen politikerInnen ... nichtssagende faselei! neuwahlen jetzt!

Gast: michael3
06.10.2012 18:46
1 0

Schafft

doch endlich das Landwirtschaftsministerium ab!

Für wie blöd halten sie mich, ...

... Hr. Berlakovich?


Gast: b745
06.10.2012 17:56
4 0

der ist nicht mal mittelmaß


weitere sinnlose Sprüche

es ist eigentlich nicht mein Geld, aber ich gebe es trotzdem meinen Brüdern.

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Re: weitere sinnlose Sprüche

Würden Sie Bauernförderungen in der "Solidarität" inserieren?

6 0

"Es ist nicht meine Aufgabe, Inserate zu verteilen"

Warum tut er es dann?

Gast: magra
06.10.2012 15:35
3 1

nix wissen...

...nix wollen, nix zusammenbringen. klimabilanz schaut schlecht aus. der e10 war auch ein flop des minister. was können Sie uns präsendieren? außer inserate?

verteilt werden nicht Inserate ...

letztendlich ist es Geld, das verteilt wird. Unseres.

Ein Choleriker ...

... der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

Re: Ein Choleriker ... Yep!

.
Der verkraftet die Postings sicher nicht und am Montag in der Früh fliegen wieder die iPads durch`s Büro.

Gast: Poldi Grausam
06.10.2012 13:38
5 0

Da stinkt's an allen Ecken und Enden

Wenn die Parlaments-Homepage 1.9 Millionen Euro gekostet hat, dann ist das auch 10x überteuert!

Übrigens hat das Landwirtschaftsministerium ca 1 Million Euro an die grüne Monika Langthaler und ihre Firma "Brainbows" verteilt, großteils für sehr dubiose Aufträge, wie zB 35.424.- Euro für die Erstellung eines Layouts für eine Broschüre.

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_12040/fnameorig_267370.html

Man erinnere sich auch immer an das jährliche Theater um die Budget-Erstellung. Da behauptet immer jedes Ministerium überhaupt nichts einsparen zu können. Und jetzt hören wir, dass das Geld förmlich zum Fenster raus geschmissen wird.

Gast: Zyni
06.10.2012 13:23
6 0

NIcht meine Aufgabe

D O C H ! Dein Bauernbund.

3 8

unpopulär

Auch wenn die Volksseele kocht - was er sagt klingt ja nicht unvernünftig.

Antworten Gast: Ein Achterl geht allaweil
06.10.2012 15:03
2 0

Re: unpopulär

Peterle, bist Du´s?

13 2

Unwissend, uneinsichtig, unfähig,

und solche Leute wie Berlakovic vertreten uns im Parlament!
Erschreckend!
Ich kann mich damit nicht abfinden, daher ist - unter anderem: Amon, etc. - die ÖVP unter diesen Personen unwählbar.
Abschließende Frage: Gibt´s eigentlich den Spindelegger - oder wie heißt der noch - noch?

studiert wahrscheinlich gerade seine Ethikpunkte!


Gast: Bello
06.10.2012 11:49
8 3

Sie komiker!!!

Aha, ihre Aufgabe ist nur Geld verprassen!!! Alles klar sie Ahnungsloser Politiker!!!

Berlakovich steht für:

* Inkompetenz
* Cholerik
* mangelnde Führungs-Fähigkeit
* Unwissenheit
.
Mehr kann ein Mann gar nicht fehl am Platze sein.

2 0

Re: Berlakovich steht für:

Er passt zu Spindelegger! Genau so inkopetent und farblos. Die ÖVP hat seit Jahrzehnten keine Fürungspersönlichkeiten und wird auch keine bekommen, denn die Nachfolger der abtretenden Parteivorsitzenden sind immer deren Freunde.

Gast: Feher
06.10.2012 10:31
18 2

"Ich bin kein IT-Experte."

Das ist eine der dümmsten, frechen Ausreden der letzten Zeit.
Wenn ich als IT-Minister jetzt einen Dienstwagen für 2 Mio. kaufe, darf ich dann folgendes sagen?
"Ich bin kein KFZ-Experte."

 
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