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Rebellion gegen Faymanns Regie

05.10.2012 | 20:59 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Vor dem Parteitag weht dem Parteichef intern ein starker Gegenwind entgegen. Die Heeresvolksbefragung wird regelrecht zur Zerreißprobe. Eine direkte Konfrontation dürfte in der SPÖ-Zentrale vermieden werden.

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Wien. Alles war von der SPÖ-Zentrale so schön vorbereitet: Der 42. Ordentliche SPÖ-Bundesparteitag am kommenden Samstag in St. Pölten sollte möglichst ohne Querschüsse ablaufen. Mit dem Leitantrag für eine Vermögenssteuer, vulgo „Reichensteuer“, ab einer Million Euro getreu dem Parteitagsmotto „Mehr Gerechtigkeit“ wird die Sehnsucht von großen Teilen der Partei und der Gewerkschaft gestillt. Inzwischen ist Bundeskanzler und SPÖ-Bundesparteichef Werner Faymann ebenfalls auf diese Linie eingeschwenkt.

Eine direkte Konfrontation um Studiengebühren auf dem Parteitag dürfte dank der Regie der Statthalter Faymanns in der SPÖ-Zentrale vermieden werden. Die Suche nach einer Lösung wurde in eine Arbeitsgruppe bis Jahresende vertagt. Ein ruhiger Jubelparteitag wird es für Faymann dennoch nicht. Denn das Drehbuch der SPÖ-Führung, ihn als strahlenden Bundeskanzler und Parteichef darzustellen, ist überholt. Das liegt an zwei Themen: Dem Schwenk der SPÖ-Führung zum Berufsheer samt Entscheidung durch eine Volksbefragung. Und das Nicht-Erscheinen Faymanns im Korruptions-Untersuchungsausschuss. Noch selten hat es wenige Tage vor einem SPÖ-Bundesparteitag so offen Kritik und ein Abweichen vom Kurs der SPÖ-Spitze gegeben.

Nachdem der U-Ausschuss am 16. Oktober im Parlament – ohne Ladung Faymanns – zu Ende gehen soll, dürfte die Debatte, ob das Fernbleiben Faymanns klug war, auch in der SPÖ vorerst abebben. Erst am Donnerstagabend hat der Fraktionschef der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Hannes Swoboda, via ORF beklagt, bei einem Auftreten Faymanns wäre die Sache längst gelaufen. Schon zuvor hatte der SPÖ-Europapolitiker Herbert Bösch im Gespräch mit der „Presse“ Faymann scharf kritisiert: „Das ist eine demokratiepolitische Katastrophe.“

 

Angst vor Niederlage im Jänner

Für Faymann viel gefährlicher ist, dass sich die Heeresdebatte zur SPÖ-Zerreißprobe entwickelt. Spitzenpolitiker vom steirischen Landeschef Franz Voves bis zu Salzburgs Gabi Burgstaller melden Bedenken gegen den Umstieg von der Wehrpflicht auf ein Berufsheer an. Niederösterreichs SPÖ-Chef Sepp Leitner lässt sich für seine Landesorganisation alles offen.

Was viele Genossen Faymann übel nehmen: Er ist mit Verteidigungsminister Norbert Darabos zum Berufsheer geschwenkt, nachdem Wiens Bürgermeister Michael Häupl den Anstoß via „Kronen Zeitung“ gegeben hat. Jetzt wird selbst ein Beschluss am Parteitag gescheut. Parteiintern wird befürchtet, dass die SPÖ bei der Volksbefragung am 20. Jänner 2013 mit der Berufsheer-Variante gegen die ÖVP, die an der Wehrpflicht festhält, eine Niederlage einstecken muss – ausgerechnet vor der Nationalratswahl.

Neben dem offenen Widerstand kämpft die Parteizentrale mit fehlendem Engagement bei Funktionären, bei den Bürgern für das SPÖ-Ziel zu „rennen“. Während sich Darabos verzweifelt abstrampelt, kann sich bis zu einem Viertel der Funktionäre mit einem Berufsheer nicht anfreunden.

Was die Inseratenaffäre betrifft, so mag diese zwar vorerst für Faymann im U-Ausschuss ausgestanden sein. Vom Tisch ist die Causa um Aufträge für Medienkampagnen von ÖBB und Asfinag noch keineswegs: Denn noch laufen die Ermittlungen der Justiz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)

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182 Kommentare
 
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was soll die Aufregung

Schon zuvor hatte der SPÖ-Europapolitiker Herbert Bösch im Gespräch mit der „Presse“ Faymann scharf kritisiert:
„Das ist eine demokratiepolitische Katastrophe.“
Aber:
was kann man schon von einem Bundeskanzler erwarten, dessen Ausbildung sich auf das Lenken eines Taxis beschränkt?


Faymann verdammen

und die schwarz/blauen Finanzbanditen hochjubeln, das ist der faslsche Ansatz!

Gast: Gruselbauer
08.10.2012 10:47
3 0

`s Wernerle

ist ihm sein blödes Grinsen
schon vergangen.

Gast: Fay Wernerle
07.10.2012 18:43
3 0

meine Güte

die Kritik perlt an mir ab!
weil ich bin ein guter Radfahrer
das sagen auch die GrünInnen und das
zählt und was der Michl sagt!

Gutes Bild.

Der Mann ist das personifizierte schlechte Gewissen...

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Re: Gutes Bild.

..."schlechtes Gewissen"???

Ich glaube, er denkt - besser kein Gewissen, als ein schlechtes!!!

Antworten Gast: Der Herzmayr
07.10.2012 16:06
3 0

Re: Gutes Bild.

Ich glaube nicht, dass er ein solches hat. Mir erscheint die Physiognomie eher die eines Menschen zu sein, der über sein nächstes Bubenstück nachdenkt

Gast: na so was!
07.10.2012 14:18
4 0

Danke, Herr Faymann

Hiermit teile ich auch Hrn. Faymann nochmals mit, dass ich aufgrund seiner überzeugenden Art, mit einer demokratischen Einrichtung wie dem Untersuchungsausschuss umzugehen, zu seinen Lebzeiten nie mehr einer der beiden aktuellen Regierungsparteien meine Stimme geben werde. Auf keiner Ebene und in keinem Zusammenhang. Und eine Reihe meiner Bekannten werden es wie ich machen. Er hat soviel für die SPÖ getan, dass es für ein Menschenleben einfach reicht!

https://secure.avaaz.org/de/petition/Korruption_muss_untersucht_werden_bis_zum_Schluss_bis_ganz_nach_oben/?avZARbb&external=


Konsequente und gnadenlose ABWAHL der AUFKLÄRUNGSABWÜRGER ÖVPSPÖ!

Man kann ein Problem nicht mit der gleichen Denkweise lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben (A. Einstein).

Da muss endlich ein bisserl mehr passieren bei uns!
Die Parteien, die diesen Korruptionssumpf politisch zu verantworten haben, die Aufklärung mit unglaublicher, kalter Frechheit verhindern, sollen von der Macht entfernt werden, damit sie sich in der Oppositions regenerieren können und dort neue, anständige Leute, befreit von alten Einflüsterern, ihre Chance bekommen.

Wahlverweigerung oder ungültig wählen zementiert nur die üblen Zustände.

Empört Euch - engagiert Euch!

Re: Konsequente und gnadenlose ABWAHL der AUFKLÄRUNGSABWÜRGER ÖVPSPÖ!

Und wen soll'ma da wählen, 2013, dass es dann besser wird ? Mir fällt da niemand ein...

Re: Re: Konsequente und gnadenlose ABWAHL der AUFKLÄRUNGSABWÜRGER ÖVPSPÖ!

... da leiden wir schon zu zweit ... ;-)

Und dennoch: BITTE zur Wahl gehen, möglichst viele aus dem eigenen Umkreis dazu animieren; trotz aller Vorbehalte gegen die Alternativen zur "Corruption Four" ÖVPSPÖFPÖBZÖ findet sich sicher eine Möglichkeit zum intelligenten Protest ... (hoff' ich halt).

Gast: Grinschgl S
07.10.2012 09:23
2 0

Er flunkert schon wieder grenzwertig!

Die Krone berichtet in höchsten Tönen, dass Faymann einen Gipfel auf höchster europäischer Ebene will, um die Jugendarbeislosigkeit einzudämmen.
Im Vorfeld wird er seinen Du Freund Hollande und SPD Chef Gabriel treffen, um sie mit seinen heissen Luftblasen zu beschwaffen.

Ganz schön großspurig, der mit der Unschuldsvermutung.

Gast: Quinn F
06.10.2012 20:48
17 0

tiefer als Faygmann fällt nächste Woche nur ein Österreicher

Felix Baumgartner, der aus 36 000 m Höhe abspringen wird.

Antworten Gast: Politrocket
06.10.2012 21:35
2 0

...

Die Frage ist.
Wo bzw. als was wird Faymann dann landen?
-ÖBB?
-ÖGB?
-Heute?
-Österreich?
-Krone?
-wieder Wohnbaubereich?
-Arbeitsloser
-Politpensionär
-Consulter?
-Telefonierer? (wie "Vranzl")
-gar Gefängnis?

0 0

Re: ...

Asfinag?
Rathaus?
Gusenbauer Firma?
Rapid Vorsitzender?
Taxifirma, weil das hat er gelernt.


Sein Nachfolger

das wird höchstwahrscheinlich der Steirische VOViles.
Er hat noch die besten Werte aller SPÖ Ponzen.

Re: Sein Nachfolger

"Bonzen" heißt es...ändert aber nix am Problem.

Re: Sein Nachfolger

Das wird wohl der Häupl nicht zulassen....

Der ist so gut wie weg


Re: Der ist so gut wie weg

Na Gott sei Dank, wenn dieses Wu
ürstchen endlich verschwindet! Am besten hinter Gittern!

Gast: Pro mehr Selbstengagement von der Basis
06.10.2012 20:02
7 0

Der Unterschied zwischen der (Internet)-Strategie von den Piraten und der SPÖ unter Faymann ist

Erstere haben echte Mitstreiter und machen und bezahlen deren Kommunikation selbst, Faymann braucht dafür 300 000 Euro Geld (oder waren es gar mehr) vom Steuerzahler, sodass eine Agentur diesen dann Fake-Freunde auf Facebook kauft.
Echte Kontakte, gar Freunde scheinbar schwer schaffbar.

Die einen sind authentisch und denken Politik neu.
Dies allles immer selbst auf eigene Kosten neben der Arbeit, dem Studium etc. machend.
Der Andere ist "profesioneller"Politiker, weder authentisch, noch Politik anders denkend, gar viel verschleiernd (Untersuchungsausschuss) und langt auch stark in Brieftaschen anderer stets zu.

Gast: junger Denker
06.10.2012 19:51
3 2

Ich finde die Piraten spannender als die Roten.


Re: Ich finde die Piraten spannender als die Roten.

Pleonasmus is es keiner, aber was mit Faymann verglichen wird, muss besser sein! Eventuell sind die Ergebnisse offensichtlich!?

Antworten Antworten Gast: junger Denker
06.10.2012 20:58
1 2

Re: Re: Ich finde die Piraten spannender als die Roten.

Ich bin mir sicher, dass die Piraten besser werden als die Roten. Auch als die ÖVP - um gleich die zwei vermeintlichen Schwergewichte zu nennen.
Die ÖVP hat in Graz ja gleich Webseiten der Piraten (18 Webseitennamen) sich gesichert - eigentlich Straftatbestand des unlauteren Wettbewerbs. Aber die Piraten sind (noch) Milde. Die Wahl rückt aber näher..

Über die Art und Weise, wie Piraten untereinander digital vor allem interagieren sind diese es schon längst. Eigentlich ist Wikipedia von der Zusammenarbeits-Mentalität her der Piratenideologie nahe. Viele die Wikipedia vom Inhalt stark mitaufgebaut haben, sind Piraten oder diesen nah. Auch viele andere (teils sehr große) großen Seiten im Netz wurden von Piraten geschaffen; nicht nur als "Nerds" von der Programmierung; auch vom Inhalt, aber auch unternehmerisch. Einige Innovationen beruhen auf "Piraten"
Immer mehr engagieren sich politisch mit Ideen.

Gerade nach aussen und betreff Medien werden diese professioneller. Aber viele sind jung. Und das ist gerade deren Vorteil. In Themen werden diese täglich besser.
Wie erwähnt- manche haben Wikipedia mitaufgebaut. Das Wissen ist im Web vorhanden. Jetzt wird es langsam zu Inhalten gebündelt.

Man muss aber zugeben- die SPÖ und ÖVP machen es Neuen leicht.
Bestehenden politischen Ist-Stand zu verbessern, wäre nicht schwer.

Die Ergebnisse der SPÖ seit 2008?
- immer nur Minuserfolge. Alle 10 letzten Wahlen ein Wahlminus. Auch verdient. Weitere Niederlagen werden folgen.

Antworten Gast: Brauche keine Wahlkulis
06.10.2012 20:11
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Re: Ich finde die Piraten spannender als die Roten.

Stimme ich zu. Gerade bei Unterdreissgjährigen tendieren wenige zur SPÖ.

Diesen reicht die Korruption der Alten. Diese wollen mehr Transparenz und nicht die Staatsschulden, für die diese eh nicht wirklich was können, zurückzahlen, nur weil manche durch Machtpackelei sich und eigene "Hawara" auf Staatskosten stets bereichert haben.
Was mir bei denen taugt- diese listen auch deren eigenes Geld auf. Finde ich top. So gehört sich das. Mich würde interessieren, wie die im Staat Sachen transparenter machen würden. Haben einige intelligente Leute dabei.

 
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