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Rudolf Kaske: Nicht so heiß gegessen wie gekocht

06.10.2012 | 17:52 |  von KARL Ettinger (Die Presse)

Kaske wird neuer Präsident der österreichischen Arbeiterkammer. Er ist schon rein optisch das Gegenteil eines hemdsärmeligen, ruppigen Gewerkschafters. Obwohl er in besonderen Situationen auch anders kann.

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Sein Gewerkschaftskollege, der als Sozialminister direkt betroffene Rudolf Hundstorfer, war gar nicht erfreut, Rudolf Kaske nahm sich dennoch kein Blatt vor den Mund: „Mein Job als Interessenvertreter ist es, der Regierung einen Fingerzeig zu geben, dass 190 Millionen kein Pappenstiel sind.“ Heuer im Jänner prangerte er als ÖGB-Arbeitsmarktsprecher „Sozialmissbrauch auf Kosten der Republik“ an, weil Beschäftigte einige Wochen arbeitslos gemeldet werden – trotz einer Zusage für eine Wiedereinstellung beim selben Dienstgeber.

Es war eine jener Situationen, in denen Kaske auch auf Konfrontationskurs zu seinen roten Parteifreunden ging. Das ist einer der Gründe, warum auch außerhalb der SPÖ begrüßt wird, dass der 57-jährige Wiener 2013 Herbert Tumpel als Präsident der Arbeiterkammer ablöst. Nach 15 Jahren soll eine neue offensivere Ära in der Arbeiterkammer anbrechen. Am 17. Oktober steht einmal die Wahl zum Wiener AK-Vizepräsidenten auf dem Programm.

Der gelernte Koch bietet in mehrfacher Hinsicht ein zwiespältiges Bild. Kaske, wie er selbst betont, ein „Arbeiterkind“ aus Wien-Leopoldstadt, hat sich im ÖGB-Apparat vom Jugendvertrauensrat in der Gastgewerbe-Gewerkschaft hochgedient. Der Marsch hat ihn 2006 bis an die Spitze der Vida gebracht, einem Sammelsurium aus Teilgewerkschaften von den machtbewussten Eisenbahnern bis zu den Gesundheits- und Sozialberufen, die hart um ihre Rechte kämpfen müssen.

Kaske hat seine Vorstadt-Bodenhaftung bewahrt. Er hat nicht vergessen, dass die Arbeiterfamilie mit wenig Geld auskommen musste. Dennoch ist er das Gegenteil der hemdsärmeligen Gewerkschafter vom alten Schlag. Es ist kein Wunder, dass sein adrettes Äußeres im ÖGB auch scheel beäugt wurde. Der künftige Arbeiterkammerpräsident, der als Spitzenkandidat der SPÖ-Gewerkschaft in die AK-Wahl 2014 gehen wird, legt Wert auf modische Kleidung. Das geht bis zu seiner Vorliebe für markante moderne Brillen.


Ein grader Michel. Auch sein Auftreten als Gewerkschaftsboss hinterlässt ein ambivalentes Bild. Sein langjähriger enger Kollege in der Gastgewerbe-Vertretung, der schwarze Christgewerkschafter Alfred Gajdosik, beschreibt ihn knapp so: „Ein grader Michel – er war immer ein Gerader.“ „Er ist ein besonnener, sehr kluger Argumentierer“, urteilt ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser. In der Gewerkschaft wird er nicht als blinder Hau-Drauf wahrgenommen, er hat sich ÖGB-intern offiziell wenig Feinde gemacht. Er sei „kein Zündler, kein Scharfmacher“.

Das deckt sich mit dem Selbstbild, das Kaske von sich zeichnet. Dieser sieht sich lieber als „Schlichter“, denn als Einpeitscher. Seinen Ruf in einer breiteren Öffentlichkeit hat allerdings über Jahre hinaus eine Ansage im Jahr 2000, die an die schwarz-blaue Regierung gerichtet war, geprägt: „Wenn einmal dieses Arbeitslosenheer marschiert, dann brennt die Republik.“

Schlecht gebrüllt, denn das trug ihm heftige Kritik ein. Dabei tischt der gelernte Koch seine Menüs nur selten tatsächlich als Gewerkschafter so heiß auf: Zuletzt war das heuer im Frühjahr der Fall: Kaske hat sich mit der Kündigung des Kollektivvertrages im „AUA-Tyrolean-Luftkrieg der Flieger“ auf einen Weg mit einigem Risiko begeben. Er selbst sah dies als Notwehrreaktion auf das Sparpaket der AUA, handelte sich aber eine Konfrontation mit den „Tyrolean“-Betriebsräten ein.


„Auf der Rasierklinge“.
Ein Mann, der aneckt. Das passt in das zwiespältige Bild vom designierten neuen AK-Boss. Er wettert des Öfteren über „modernes Sklaventum“. Gleichzeitig loben selbst Arbeitgebervertreter die Handschlagqualität des Vida-Vorsitzenden. Der Gelobte selbst hat die schwierige Balance heuer so beschrieben: „Unser Job ist der Ritt auf der Rasierklinge.“

Der hätte 2006 beinahe mit einem Totalabsturz geendet, als die Finanzzockereien um die damalige Gewerkschaftsbank Bawag aufflogen. Kaske war bis dahin 17 Jahre lang im Aufsichtsrat gesessen. Nichts mitbekommen? Nichts unternommen? Man habe gefragt, „aber was soll man machen, wenn man belogen wird?“, so Kaskes Reaktion. Seinen Weg an die Spitze der AK hat das nicht verhindert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2012)

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16 Kommentare
Gast: Vogel Strauss
07.10.2012 21:03
1 0

Es fehlt der Hinweis 'Bezahlte Einschaltung'!

Schlimm, dass sich die PRESSE dafür hergibt ...

Gast: Dr. Eisendraht
07.10.2012 16:02
1 0

Witrd sich nächstes Jahr noch mehrmals den Mund verbrennen

Das war doch der, welcher Österreich in Brand stecken wollte, als ihm ein Wahlergebnis um die Jahrtausendwende nicht gefiel

Gast: Klaus
07.10.2012 10:20
0 0

schöner Blumentopf


:-)


Bezahlte Werbeeinschaltung?

Jemanden, der 17 Jahre lang die Schweinereien bei der BAWAG zumindest gedeckt und aus purer Selbstüberschätzung ohne Not den Tyrolean-KV gekündigt hat (was sich noch als Bumerang erweisen wird) als "besonnen", "graden Michel" etc. zu bezeichnen, grenzt qualitativ an einen Prawda-Artikel.

Der Mann ist ein aalglatter Bonze und eitler Geck, der im System großgeworden ist und nur sein Eigeninteresse verfolgt.

Gast: Pips
07.10.2012 08:32
6 0

In

einem meiner Betriebe war er 1976 für 3 Tage als Kellner engagiert. Dann musste er gehen, mangels fachlichem Können. Seine Funktion war offenbar einen Betriebsrat bei den 36 dort damals Beschäftigten zu installieren. Nach seiner Entlassung kamen wilde Drohanrufe seitens der Gewerkschaft. Wurden aber ignoriert. In Summe ein einfach gestrickter Zeitgenosse, wie es eben in seinem Milieu üblich ist, dessen Tätigkeit sich darauf konzentriert möglichst gut auf Kosten anderer zu leben.

8 1

ein "grader Michel"?

das ich nicht lache, jener Herr Kaske der ein vollmundiger ESM Befürworter ist, uns Schulden aufhalst und seinen Freunden in der Hochfinanz zukommen lässt. Eine etwas tiefergehende Recherche über Herrns Kaske Tätigkeiten ausserhalb der AK wäre wünschenswert gewesen!

Ein tendenziöser Artikel über einen weiteren eitlen SPÖ-Bonzen der tagtäglich die zwangsverpflichtete Arbeiterschaft verrät.

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Hören sie doch auf mit der "Hochfinanz"!


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Re: Hören sie doch auf mit der "Hochfinanz"!

Warum? Ist Ihnen das unangenehm?

Gast: NocheinParteiloser
06.10.2012 21:38
7 0

Eine grausige Vermischung von AK und ÖGB!

Die AK ist eine gesetzliche Vertretung für viele Österreicher und ist dafür berechtigt Zwangsabgaben zu kassieren. In dieser Funktion ist es eine Gebietskörperschaft, welche mit Sicherheit die Verfassung, besonders die Menschenrechte, zu beachten hat.

Der ÖGB ist nichts anderes als ein Verein, welche Heute vorwiegend aus Mitgliedern der vielen verschiedenen geschützten Bereichen besteht. Es ist eine Interessensvertretung, welche eine große Gruppe von Menschen vertritt, welche sehr gut von den Leistung deren Mitmenschen, auch auf Kosten der Kinder Österreichs, leben.

Bei diesem Sachverhalt ist es einfach nur unmöglich, dass ÖGBler das Kommando bei der AK bekommen. Der Interessenskonflikt ist einfach viel zu krass und kann niemals gelöst werden.

Dass der AK die Menschenrechte nichts Wert sind, dass zeigt doch auch deren grausiger Posterlschacher, welche die AK zu einer Bonzenhochburg verkommen hat lassen. Nicht nur, dass der Kaske seiner Aufsichtspflicht bei der Bawag niemals nachgekommen ist, der hatte doch auch niemals die Fähigkeiten dazu. Der Muhm bei derOeNB ist genau der gleiche Fall von unfähigen Totalversager, welche im Bonzentum Entscheidungsträgerpostionen erlangen konnten und nur Schaden über Österreich bringen.

Diese grausigen Typen müssen die Österreicher per Zwangsabgaben fett füttern. Bei der WKO werden sogar noch Zwangsabgaben dafür verwendet den eigenen Bonzen eine schöne Betriebspension zu sichern.

Die Österreicher sollten mit den Typen abfahren!

17 Jahre im Aufsichtsrat der BAWAG

Mir wird schlecht, ich fange gleich an zu ko..en.

Arbeiterkammer

Ein Produkt unserer Volksverräter.
Mit Zwangsbeiträgen zum Reichtum für die Aufsichtsräte, Direktoren, und schönes Einkommen der Angestellten.
80% der Arbeiter werden ausgebeutet, Unternehmen wie McDonalds fahren über die Mitarbeiter drüber, der Handel macht mit den Preisen was er will.
Das ist es was unsere Politiker so stark macht.
Wir haben niemand der für uns kämpft.

Wir brauchen wieder Werte, um etwas stolz zu sein auf unser Land.
Team Stronach.

Antworten Gast: UKW
06.10.2012 21:11
3 0

Re: Arbeiterkammer

Arbeiterkammer ist in der Tat das Letzte. Ein Überbleibsel aus dem finstersten Mittelalter.

Antworten Antworten Gast: Johann S
07.10.2012 14:23
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Re: Re: Arbeiterkammer

Die AK wurde im Feb 1920 gegründet,die Handelskammer gibt es bereits seit der Revolution 1848.
Mit den Zeitepochen haben Sie es nicht so sehr.

EUR 220.000 pro Jahr BRUTTO!!!

Mit Lohnnebenkosten eklatant mehr!!!

Diese Zwangsmitgliedsvereine sind einfach nur abzuschaffen!!!!!


Gast: gast45
06.10.2012 19:34
7 1

ganz einfach :-)

Man habe gefragt, „aber was soll man machen, wenn man belogen wird?“, so Kaskes Reaktion. Seinen Weg an die Spitze der AK hat das nicht verhindert.

... keine gelernten köche in aufsichräte von banken berufen .. es macht ja auch keiner einen banker, der noch nie im leben was gekocht hat, zum chefkoch im imperial :-)
das gilt übrigens für bauern oder musiklehrer in ähnlicher rolle genauso .....

Re: ganz einfach :-)

BRAVO!!!!