Im Burgenland sind heute in allen 171 Gemeinden die Bürgermeister und Gemeinderäte neu gewählt worden. 259.444 Wahlberechtigte hatten die Möglichkeit, für die kommenden fünf Jahre über die politischen Kräfteverhältnisse in den Gemeindestuben zu bestimmen. In jenen Kommunen, wo heute kein Bürgermeisterkandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhielt, findet am 4. November eine Stichwahl statt.
Um 17 Uhr haben die letzten Wahllokale geschlossen. Noch sind aber nicht alle Stimmzettel ausgezählt. Ein Überblick, in welchen ausgezählten Gemeinden sich etwas geändert hat:
- Die VP verliert ihren Stadtchef in der Bezirkshauptstadt Güssing an die Sozialdemokraten. SP-Spitzenkandidat Vinzenz Knor gewann mit 58,6 Prozent der Stimmen den Bürgermeistersessel. Im Gemeinderat hat die SPÖ nun 13, die ÖVP 12 Mandate. Im südburgenländischen Mischendorf kommt es zu einer Rochade mit umgekehrten Vorzeichen: SP-Bürgermeisterin Brigitte Schendl (SPÖ) muss ihr Amt an Martin Csebits (VÖP) abtreten. Im Gemeinderat wanderten zwei Sitze von den Sozialdemokraten zur Volkspartei, die nun elf Mandate hat. Die SPÖ stellt künftig zehn Gemeinderäte.
- In Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt Umgebung) ist die Entscheidung noch nicht gefallen, die Bürger müssen am 4. November zur Stichwahl. Auch in Großhöflein wurde die Entscheidung vertagt: Dort schaffte es der Spitzenkandidat der Liste Burgenland, Wolfgang Rauter, mit 42,9 Prozent in die Stichwahl, SPÖ-Amtsinhaber Oswald Kucher kam nur auf 29,4 Prozent. Und im Gemeinderat ist die Liste Burgenland nun mit acht Mandaten stärkste Fraktion vor der SPÖ mit sieben.
- Kleinste Gemeinde: In Tschanigraben mit 78 Wahlberechtigten schmälerte das Antreten der ÖVP die SP-Dominanz. Statt 100 Prozent kamen die örtlichen Sozialdemokraten "nur" auf 71,8 Prozent, sie verloren zwei Mandate an die ÖVP. Die Wahlbeteiligung war in dem Mini-Ort mit 91 Prozent respektabel.
Kurioses: Kurioses gab es schon vor der Wahl aus Marz, einem Vorort von Mattersburg. zu vermelden: Dort fehlt die SPÖ nämlich auf dem Stimmzettel. Der Spitzenkandidat der örtlichen SPÖ, gleichzeitig Vizebürgermeister, hatte den Wahlvorschlag erst nach Fristende eingebracht. VP-Bürgermeister Gerhard Hüller kam ohne Gegenkandidaten auf 87,6 Prozent der Stimen. Im Gemeinderat sind nur nur noch die ÖVP mit 19 und die FPÖ mit ihren beiden einzigen Kandidaten auf der Liste vertreten.
- Die Ausgangslage: Die SPÖ stellte bisher 88 Ortschefs, die ÖVP 78. In Deutschkreutz amtiert ein Ortschef der Liste Burgenland. Die Bürgermeistersessel in Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg), Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) sowie in Bocksdorf und Rohr (beide Bezirk Güssing) sind in den Händen von Bürgerlisten.
- Spannend wird es in Eisenstadt: Die ÖVP hat in der Landeshauptstadt eine absolute Mehrheit zu verteidigen. Kurioses gab es schon vor der Wahl aus Marz, einem Vorort von Mattersburg. zu vermelden: Dort fehlt die SPÖ nämlich auf dem Stimmzettel. Der Spitzenkandidat der örtlichen SPÖ, gleichzeitig Vizebürgermeister, hatte den Wahlvorschlag erst nach Fristende eingebracht.
Nicht nur im Burgenland wurde heute gewählt: Auch die Bürger in der niederösterreichischen Statutarstadt Krems waren aufgerufen, über die Zusammensetzung des Gemeinderates in den kommenden fünf Jahren zu entscheiden.
(APA/Red.)
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