Kärntens FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler entschuldigt sich für die Äußerungen seines Parteikollegen Harald Dobernig. "Diese Aussagen haben nicht meine Unterstützung. Meine Position ist eine andere. Die Ortstafellösung ist keine 'Einstiegsdroge‘, sondern signalisiert die Mitte der Brücke", sagte er dem "ORF" zufolge am Montag. Er entschuldige sich "in aller Form" bei der Volksgruppe.
Dobernigs Aussagen seien "nicht zeitgemäß", sagte Dörfler. Eine Entschuldigung des Landesrats forderte er aber nicht. In der Atmosphäre einer Veranstaltung könne es schon einmal vorkommen, dass man über das Ziel hinausschieße.
Dobernig hatte am Samstagabend gesagt, der Ortstafel-Kompromiss sei eine "Einstiegsdroge" für die Kärntner Slowenen gewesen, die nun immer mehr Forderungen stellten. Außerdem differenzierte er zwischen Slowenen und "richtigen" Kärntnern - was er am Sonntag wieder zurück nahm.
„Alle, die hier leben und arbeiten und ihre Wurzeln haben, sind Kärntner", betonte Dörfler. Als Landeshauptmann stehe er für ein Miteinander. Es gebe viele gemeinsame Projekte und die Zukunft könne nur "miteinander" heißen.
FPK-Chef Kurt Scheuch hatte sich zuvor hinter Dobernig gestellt. Dazu meinte Dörfler, es dürfe in einer Partei mehrere Meinungen geben. Einen Konflikt gebe es deshalb aber nicht.
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Scheuch fordert Entschuldigung von Botschafter
Scheuch forderte unterdessen vom Botschafter Sloweniens in Wien, Aleksander Gerzina, eine "sofortige Entschuldigung". Gerzina hatte in der "Presse" als Reaktion auf Dobernigs Äußerungen die Freiheitlichen in Kärnten mit einer "Massenbewegung, die in den 30er Jahren erfolgreich war" verglichen.
Scheuch dazu: "Gerzina ist als Botschafter rücktrittsreif". Der Vergleich seiner Partei mit einem totalitären Regime sei "wohl die größte Frechheit, die sich ein offizieller Vertreter eines anderen Landes gegenüber der stimmenstärksten Partei in Kärnten leisten kann". Scheuch fordert eine Besserstellung der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien: "Anstatt die Kärntner Politik zu kritisieren, soll sich Botschafter Gerzina ein Beispiel an uns nehmen und sich am vorbildlichen Umgang Kärntens mit der slowenischen Minderheit orientieren."
Spindelegger rügt "Provinzpolitiker" Dobernig
VP-Außenminister Michael Spindelegger sagte am Montag, man lasse sich das gute Verhältnis zu Slowenien nicht "von einem Provinzpolitiker schlecht machen. Ich möchte mir wirklich verbitten, dass das Verhältnis auf diese Art und Weise angepatzt wird".
Er arbeite ganz im Gegenteil daran, das Verhältnis zum Nachbarland weiter zu intensivieren, betonte Spindelegger. Solche Störungen seien daher fehl am Platz. Der Vizekanzler tritt am Dienstag eine länger geplante Reise nach Slowenien an. Er werde dort eine entsprechende Klarstellung treffen, wenn das gewünscht werde, betonte der VP-Chef.
Für SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos ist Dobernig "rücktrittsreif". Derartige Ansichten hätten "in einer Demokratie nichts verloren", erklärte er am Montag in einer Aussendung. "Leider haben solche Provokationen bei den Freiheitlichen seit Haider Tradition. Eine Volksgruppe derart zu beleidigen, schlägt dem Fass allerdings den Boden aus."
Kabarettisten bei Dobernig
Die Kabarettisten Robert Palfrader, Florian Scheuba und Thomas Maurer übergaben am Montag in Dobernigs Büro einen Geschenkkorb mit Feile, Kärntner Reindling und Zigaretten. Ein Foto der Aktion findet sich auf dem Facebook-Profil von SPÖ-Landeschef Peter Kaiser.
(Red./APA)
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