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ÖVP-Experten schlagen radikale Reformen vor

08.10.2012 | 13:07 |   (DiePresse.com)

Die von Spindelegger eingesetzte Expertengruppe will alle öffentlichen Unternehmen privatisieren und Steuerbegünstigungen abschaffen. Dem VP-Chef gefallen nicht alle Vorschläge.

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Die Expertengruppe "Unternehmen Österreich 2025" hat am Montag ihre Ergebnisse präsentiert. Die von VP-Chef Michael Spindelegger eingesetzte Gruppe von rund 300 Entscheidungsträgern aus Industrie, Dienstleistung, Gewerbe, öffentlicher Verwaltung und Wissenschaft schlägt teils radikale Reformen in allen Bereichen vor.

Die Experten schlagen unter anderem eine Privatisierung über die Börse aller öffentlichen Unternehmen und Beteiligungen an Unternehmen wie Post, ÖBB, OMV und Asfinag vor. Der Staat solle sich auf Kernbereiche wie Hoheitsverwaltung und Daseinsvorsorge beschränken. Das Steuersystem soll vereinfacht werden, indem ein neues integriertes Tarifmodell mit einem niedrigeren Eingangssteuersatz eingeführt wird und diverse Steuerbegünstigungen abgeschafft werden.

Weitere Vorschläge der Experten: Flexiblere Arbeitsmodelle, Erleichterungen bei der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Ausländer, eine Anhebung des Pensionsantrittsalters und die Aufweichung des Kündigungsschutzes für über 50-Jährige. Zudem sollen Bestimmungen in den Kollektivverträgen über Betriebsvereinbarungen umgangen werden können. So sollen Betriebe "in begründeten Fällen" niedrigere Löhne zahlen dürfen als im Kollektivvertrag vorgesehen. Um Nachhaltigkeit zu fördern, soll es für Unternehmen ein Bonus-Malus-Steuersystem geben. Firmen mit einer Nachhaltigkeitsstrategie sollen weniger Körperschaftssteuer zahlen.

Reform des Lehrerdienstrechts

Die Vorschläge für den Bildungsbereich waren schon vor der offiziellen Präsentation durchgesickert, einiges wurde seitdem aber wieder gestrichen (Kernunterrichtszeit für Lehrer von neun bis 15 Uhr und Volksschule nur für jene, die Deutsch sprechen). Vorgeschlagen wird nun, dass Lehrer die gleichen Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche  wie sonstige Angestellten haben und zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichtet werden. Eltern sollen freie Schulwahl haben, Schulsprengel für Pflichtschulen abgeschafft und Schuldirektoren nur auf Zeit bestellt werden. Weiters soll es für Lehrer strenge Aufnahmekriterien geben und in den Klassen maximal 15 Schüler sitzen. Auch für alle anderen Beamten soll es ein neues Dienstrecht geben, das möglichst den Beschäftigungsverhältnissen im Privatsektor angeglichen wird.

Das Persönlichkeitswahlrecht soll gestärkt werden, so dass künftig nicht mehr Parteidelegierte im Parlament sitzen, sondern persönlich gewählte Mandatare. Im Bereich Parteienfinanzierung soll es mehr Kontrolle geben, die Initiative spricht sich aber gegen eine komplette Offenlegung der Vermögensverhältnisse von Politikern aus.

Spindelegger: "Vieles gefällt, manches gar nicht"

VP-Chef Spindelegger nahm die Vorschläge unterschiedlich auf. "Vieles gefällt, manches gar nicht." Als Vision sei die Initiative "tauglich". Einiges, das kurzfristig machbar sei, möchte er noch vor der nächsten Wahl machen. Konkret nannte er die Stärkung des Persönlichkeitswahlrechts. Mittelfristig umsetzbare Vorschläge wie die Steuerreform bedürfen aber einer längeren Diskussion und könnten daher erst in der nächste Legislaturperiode angegangen werden. Einige Ideen, etwa im Bildungsbereich, seien wiederum so "visionär", dass sie nur langfristig angedacht werden können, so Spindelegger.

Einiges will Spindelegger überhaupt nicht in Angriff nehmen, wie zum Beispiel die Aufweichung des Kündigungsschutzes für über 50-Jährige. Er sei aber insgesamt "außerordentlich zufrieden". Das Projekt sei ein "gelungenes Experiment", mit dem er eine politische Diskussion anregen wolle.

Das Projekt wurde nicht aus öffentlichen, sondern aus privaten Mitteln finanziert. Die Experten sehen sich als überparteilich. Ziel sei es gewesen, eine erfolgreiche Wirtschaftsstrategie zu beschreiben, sagte Projektsprecher Bernhard Gröhs.

SPÖ kritisiert "kurzsichtige" Vorschläge

Die SPÖ kann mit den Vorschlägen der Expertengruppe nicht viel anfangen. Finanzsprecher Jan Krainer fand die Ideen zu den Themen Steuersystem und Aufgaben des Staates "enttäuschend" und "kurzsichtig". Nichts abgewinnen kann auch SP-Sozialsprecherin Renate Csörgits dem VP-Papier: "Der Vorschlag, Kollektiverträge zu umgehen, zeigt, dass die ÖVP-Expertengruppe offenbar auf verstaubte Ideen aus der neoliberalen Mottenkiste setzt, anstatt auf das Schaffen von Arbeitsplätzen." Mit Lohndumping lasse sich die Kaufkraft sicher nicht stärken.

(APA)

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84 Kommentare
 
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Gast: ökosozialemarktwirtschaftwirdzugrabegetragen
08.10.2012 21:01
0 1

spindelegger(ÖAAB) und die ÖVP demolieren sich mit solchen sozialabbaudieen des IV und der banken nun selbst.(vor der wahl2013) der soziale wohlstand der arbeitenden bevölkerung soll beseitigt werden- zugunsten einer kleinen superreichen elite;


die Experten sollen die großen Versäumnisse des Euro

kontrollieren, und nicht die gewinnbringenden Firmen privatisieren und die Verluste sozialisieren.

Für mich wäre der Hofer ein Vorbild für Wirtschaftlichkeit, angenehmes Arbeitsklima und prima Bezahlung.
Aber was machen wir dann mit den ganze Juristen usw. Am besten gleich mit einer Grundischerung nach Hause schicken.
Zuerst schaut´s, dass die Sozialversicherungsanstalten zusammengefaßt werden, unnötige idiotische Mehrgleisigkeiten.
Unds was tun wir, wenn große Pirvate pleite gehen, siehe Banken, mit dem Steuerzahlergeld retten.

Gast: Bärenfalle...
08.10.2012 18:08
2 1

Eine sehr bürgernahe Expertengruppe.

Asamer, Nestle, Voest, Baumax, Deloitte, Raiffeisen, Rewe, Constantia, Infineon, Siemens, IBM, Novartis, Erste Bank.

Da fühlt man sich als kleiner ASVGler ja allerbestens vertreten bei der ÖVP.

Reform im Sinne der ÖVP:
Staatsvermögen verschleudern, Billigarbeiter ins Land lassen, Arbeitszeiten flexibilisieren, länger hackeln für weniger Geld und Kollektivverträge aushebeln.

Man könnte glauben die ÖVP will gar nicht auf die Oppositionsbank, die will in die außerparlamentarische Opposition.


Antworten Gast: Beamter, 43
08.10.2012 19:11
2 1

Wie kann man auch als Nicht-Großkonzernbesitzer die ÖVP wählen?

Wie kann man auch als Nicht-Großkonzernbesitzer die ÖVP wählen?

Was ist der Plan hinter einem ÖVP-wählen?

verstehe ich nicht. Die Masse der ÖVP Wähler schadet durch deren Naivität sich und vor allem aber auch andere.

Diese ÖVP, die alle öffentlichen Unternehmen privatisieren will, ist unwählbar.

Gast: Saiffenstayn
08.10.2012 18:00
2 0

Unglaubwürdig diese Vorschläge

Solange nicht alle Steuerprivilegien einschließlich der großzügigen Pauschalierungen abgeschafft werden und ein für alle Bürger einheitliches gleiches Steurrecht geschaffen wird - ohne diese erbärmlichen Ausnahmen für alle und jede ÖVP-Kernwählerschicht -
ist der Steuervorschlag unglaubwürdig

Gast: N=S+R
08.10.2012 17:49
0 1

Wenn man Euch vertreibt, beraubt, bestiehlt, betrügt, schädigt, die Versicherung nicht zahlen will, dann ruft nicht nach dem Staat und seinen Institutionen, sondern macht Euch das künftig mit den Verbrechern selber aus!

Denn für Schutz und Verteidigung Eurer Reichtümer durch Polizei, Militär, Justiz, Gesetzgebung, Bürokratie, Bankenrettung, Katastrophenhilfe, etc. wollt Ihr ja kein Geld (Vermögenssteuern) herausrücken!

So sollen Betriebe "in begründeten Fällen" niedrigere Löhne zahlen dürfen als im Kollektivvertrag vorgesehen.

die betreiben Selbstmord, und werden bei der nächsten Wahl froh sein wenns nicht weiter runterrasselt als gestern in Krems!

Gast: privileg
08.10.2012 17:41
2 0

Wollt ihr den totalen Wohlfahrtsstaat?

Wer alles (erhalten) will, wird am Schluss mit leeren Händen dastehen.

Antworten Gast: Die ÖVP. Selbst alles verantwortet
08.10.2012 18:02
1 1

"Wohlfahrtsstaat" wurde von SPÖ-ÖVP und ÖVP-SPÖ aufgebaut

Auch die Bauernförderungen, Bankenrettungen, dass der Staat bei Banken Geld aufnimmt, statt selbst zu schaffen, ist Wohlfahrtsstaat.

Am meisten Sozialleistungen bekommen Banken. Dies nicht nur in der von Banken geschaffenen Krise.

Gast: Gerechtigkeit
08.10.2012 17:36
0 3

Logischerweise sind dann Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenszuwachssteuern gerechtfertigt, weil Geschenke, Erbschaften und Vermögenszuwächse (leistungslose!) Einkommen für den Beschenkten/Erben/Vermögenden sind und zusammen mit seinem Erwerbseinkommen nach dem Einkommensteuertarif versteuert werden sollten!

Es ist doch allemal gerechter, leistungslose Einkommen versteuern zu müssen, als das bereits einmal versteuerte Arbeitseinkommen beim Ausgeben per Mehrwertsteuer ein zweites mal!
Also weg mit dieser ungerechten echten Doppelbesteuerung per Mehrwertsteuer, denn dabei wird dasselbe Geld desselben Steuerpflichtigen zweimal versteuert!
Wie OMA zu Ihrem Vermögen gekommen ist (redlich erarbeitet, ererbt, erheiratet, erv....., geraubt, gestohlen, erschwindelt, etc.), hat dagegen mit der Steuerpflicht der Erben/Beschenkten nichts zu tun!

Expertengruppe??

Nach den Forderungen zu schließen, waren da nur Mitarbeiter der IV und der WKO dabei!
Alle öfentlichen Unternehmungen privatisieren!?
Na dann - gute Nacht!
Die Müllabfuhr, die Schneeräumung der Straßen und Autobahnen, die öffentliche Beleuchtung ...
Mir genügt schon die Post und die ÖBB!

Öffentliche Grundversorgung muß in der öffentlichen Hand bleiben! Ansonsten steht allein der Wunsch nach Gewinn und Managerboni im Vordergrund.

Antworten Gast: Es reicht mit der ÖVP!
08.10.2012 17:44
1 1

Stellen Sie sich mal vor - Straßen, Wasser - alles privatisiert.

Stellen Sie sich mal vor - Straßen, Wasser - alles privatisiert.

Wie man die ÖVP wählen kann, ist für mich unverständlich.


Re: Expertengruppe??

na ja, immerhin ist die auch nicht unwichtige lebensmittelversorgung in privater hand und funktioniert ganz gut.

von "gute nacht" kann also kaum die rede sein und wenn ihnen die öbb genügt, dann verstehe ich das. nur - die ist im gegensatz zur post nach wie vor 100% in staatsbesitz!

Gast: Englbert
08.10.2012 17:21
2 1

Gott schütze dieses Land vor einer weiteren Regierungsbeteiligung der övp !

Die wollen uns in einen Bürgerkrieg treiben! Eine gewisse Tradition pflegen diese Dollfußepigonen!
Außerdem läßt sich an Bürgerkriegen prächtig verdienen! Graf Ali wird sich die Hände reiben!

Gast: Politics watch
08.10.2012 17:20
1 0

Dass Spindelegger in der ÖVP noch was zu sagen hat, wundert.

Dies kann man nur damit erklären, dass die meisten ÖVP Wähler nicht gerade sehr viel hinterfragen, eher nur nachreden, so auch wenig wirklich verstehen.

Dass man die ÖVP nach all ihrem tun, Staatsschulden machen, dann so tun, als ob man nichts wüsste (Fekter: "Krise konnte ja keiner erahnen") noch wählen kann, zeigt ja von einer ordentlichen Selbstironie und geistigen Selbstverstümmelung von Wählern.

Gast: Jungakademiker
08.10.2012 17:13
0 1

2013 wähle ich die Piraten, weil ich bei denen Politik am meisten mitgestalten kann.

Zudem denken diese Politik neu.
Auch viele Freunde tendieren zu Piraten bzw. engagieren sich schon dort.

Zur Korruptions besetzten ÖVP tendiert keiner öffentlich dies eingestehend; glaube ich auch echt nicht.
Sogar manche vormals konservative Väter von Freunden haben laut Gesprächen mit diesen die ÖVP satt.
Da tendieren viele von denen zu Stronach, ein paar auch zu Piraten.

Antworten Gast: Politics watch
08.10.2012 18:10
0 0

Re: 2013 wähle ich die Piraten, weil ich bei denen Politik am meisten mitgestalten kann.

Bin auch für die Piraten. Diese werden den Korrupten Transparenz zeigen.

Antworten Gast: feel good
08.10.2012 18:05
0 0

Re: 2013 wähle ich die Piraten, weil ich bei denen Politik am meisten mitgestalten kann.

Piraten sind gut.
Mal eine gute Option für Junge.

Re: 2013 wähle ich die Piraten, weil ich bei denen Politik am meisten mitgestalten kann.

Was willst den mit den Kommunisten, die schaffens ja nicht mal bis zur Wahl

Antworten Antworten Gast: Jungakademiker
08.10.2012 17:55
0 0

Re: Re: 2013 wähle ich die Piraten, weil ich bei denen Politik am meisten mitgestalten kann.

Kommunisten? habe ich ja gar keine erwähnt.

Stronach oder Piraten? - wen meinen sSe? - Stronachs Vater war Kommunist- Das war es schon.
-
die Piraten sind sozial-liberal, stehen für eine Stärkung des Individuums. Dennoch ist für diese zum Allgemeinwohl auch Gemeinschaft wichtig. Diese sind daher gegen einen Privatisierungswahn, vor allem gegen ein "alle öffentlichen Unternehmen privatisieren".

Siehe:
http://wiki.piratenpartei.at/wiki/Parteiprogramm

Antworten Antworten Antworten Gast: Die engagierte Wienerin
08.10.2012 18:09
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Re: Re: Re: 2013 wähle ich die Piraten, weil ich bei denen Politik am meisten mitgestalten kann.

Piraten werden immer besser. Gefällt mir sehr stark. :)

Antworten Gast: Pro Vernunft und gegen die ÖVP.
08.10.2012 17:22
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Re: 2013 wähle ich die Piraten, weil ich bei denen Politik am meisten mitgestalten kann.

Glaube auch: Die Wahlergebnisse werden sich 2013 gewaltig ändern.
Schwanke auch zwischen den 2 genannten Optionen.

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republikaner

Die usa als modell für österreich.
Spindi geht 's noch?

Ja vor der Wahl, danach tuts dann brav wieder auf Sozialisten

weil Eure Landeshauptleute brauchen Steuergeld und STaatsunternhmen für die Posten

Gast: Forderda
08.10.2012 16:56
2 1

Ist das die ÖVP die seit mehr als 20 Jahren in der Regierung sitzt?

Und merken gar nicht, dass sie selbst alles mitgetragen haben und brauchen nun wirklcihe Experten, die Ihnen das Wirtschaften beibringen.

Soetwas kann sich nicht einmal eine Volksschullehrerin leisten

Stronach hat es wirklich leicht in Österreich.

Re: Ist das die ÖVP die seit mehr als 20 Jahren in der Regierung sitzt?

Bitte nicht eine Volksschullehrerin beleidigen!

 
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