21.05.2013 20:20 Merkliste 0

"Hexenprozess": Martinz sieht sich als "Opfer" der ÖVP

10.10.2012 | 13:34 |   (DiePresse.com)

Der ehemalige Chef der Kärntner ÖVP will wegen der Causa Birnbacher nicht als "Prügelknabe der Nation dastehen" - und übt Kritik am Prozess. Richter Herrnhofer habe versucht, dem Beschuldigten Geständnisse einzureden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der in der Causa Birnbacher verurteilte ehemalige Kärntner ÖVP-Obmann, Josef Martinz, sieht sich als "Bauernopfer" seiner Partei. "Plötzlich war da wer, auf den man all die Aufmerksamkeit schieben konnte", sagt er in einem Interview mit dem Magazin "News" und geht damit ins Gericht mit seinen ehemaligen Gesinnungsfreunden.

"Ich kann mir beim Rasieren jeden Tag in die Augen schauen und mit dem kommunizieren, der mir da aus dem Spiegel entgegenblickt", so Martinz. Sein Anwalt legte umgehend Berufung und Nichtigkeit ein. "Überdrüssig war und bin ich nicht. Aber ich muss jetzt kämpfen, weil ich nicht für immer als Prügelknabe der Nation dastehen will".

Martinz wurde am 1. Oktober im Landesgericht Klagenfurt in erster Instanz wegen Untreue zu einer Haftstrafe zu 5,5 Jahren verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Bekennst du deine Schuld?"

An dem Ablauf des Strafprozesses übt Martinz ebenfalls Kritik. Richter Manfred Herrnhofer habe versucht, dem Beschuldigten immer wieder strafmildernde Geständnisse einzureden, die aber nicht der Wahrheit entsprochen hätten. "Bei den Hexenprozessen ist die sogenannte Hexe ja immer gefragt worden: 'Sagst du dich los, bekennst du deine Schuld?'", fühlt er sich an dunkle Zeiten erinnert.

Martinz, der nach dem belastenden Geständnis des Steuerberaters Dietrich Birnbacher aus der ÖVP ausgetreten war, kritisiert auch seine ehemalige Partei. Dort sei man der Meinung gewesen, "man wäre durch meine Ausgrenzung ein Problem los". Und weiter: "Ich sollte das Bauernopfer der ÖVP sein."

Zum Thema Parteispenden meint Martinz: "Vor der Wahl sind Sie über jede finanzielle Zuwendung froh. Wenn ich höre, dass sich die Bundesparteien über Nacht entschuldet haben, frage ich mich schon, wie das geht."

Martinz: Der Fall des schwarzen Betriebswirts

Alle 11 Bilder der Galerie »

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

21 Kommentare

Insgesamt gibt es etwa 8 Mio. Opfer von rot-schwarz!

Und man hat erst einen Täter!

Antworten Gast: WaltervonderVogelweide
12.10.2012 01:48
0 0

Re: Insgesamt gibt es etwa 8 Mio. Opfer von rot-schwarz!

Der U-Ausschuss brachte die Wahrheit:

Es waren 8 Millionen unter schwarz-blau-orange.

Wenn schon, dann bei der Wahrheit bleiben, Dummie.

6 0

warum packt er nicht aus?

er wurde doch von Schüssel in die Position gebracht, weil er ein williger Erfüllungsgehilfe war(im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der sich mit Haider anlegte)

1 0

Martinz hat erkannt

dass Teile der Bevölkerung die über ihn verhängte Strafe als zu hoch ansehen. Daher macht er jetzt, bevor es zum zweiten Verfahren kommt Stimmung, um die Richter zu beeinflussen. Ob er Erfolg haben wird?

Gast: der Ahnungslose
10.10.2012 16:36
1 0

wenn der richter so ungerecht war,...

...warum packt der liebe herr martinz nicht aus und erstattet anzeige - z.b. wie dirnbacher? der ist ja auch - wie jeder normaldenkene bürger - der meinung, dass es sich bei diesen vorgängen um die mögliche "gründung einer kriminellen vereinigung handelt" (siehe StGB).

ok, dann müssten vielleicht alle politiker rede und antwort stehen - was nie passiert. die sind halt gleicher...

Re: wenn der richter so ungerecht war,...

Vielleicht, weil er wirklich unschuldig ist?

Wohin sind denn die 5,7 Millionen die ordnungsgemäß vom Land ausbezahlt wurden wirklich verschwunden?

Dafür gibt es keinerlei Beweise!!!

0 0

Wer erinnert sich

noch an den herzzerreißenden öffentlichen Brief der Familienangehörigen von Martinz? Ein paar Wochen vor dem Urteil beschwerten sie sich wegen einer vermeintlicher Vorverurteilung, beteuerten kollektiv seine Unschuld und lobten seine Integerheit. Hat er auch seine eigenen Leute angelogen?

Aber mit einem hat er recht....

.... wie konnte die ÖVP (und auch andere Parteien) mehr oder weniger innerhalb eines Jahres Millionenschulden abbauen??

Ein Schelm, der da denkt, dass noch schnell vor inkrafttreten der schärferen Bestimmungen zu den Parteispenden kassiert wurde....

Gast: pkistweranderer
10.10.2012 15:33
0 0

Kein Prügelknabe

Ist er eh nicht - das ist der Dobernig.

Martinz meinte einmal, sein Vorbild sei Strasser

Viele in der ÖVSPÖ nehmen sich Strasser als Vorbild.

Aber es gibt auch in der ÖVP immer noch Menschen die positiv für unser Land arbeiten. Nein, ich meine nicht die Spindeleggers oder Prölls.

Die guten Leute werden leider von den aalglatten, selbstsüchtigen Gestalten an die Wand gedrängt. Auch ändert sich manch positiver Jungpolitiker in schleichender Metamorphose in einen gierigen Schleimer.

Der ÖVP zum Troste, auch andere Parteien kämpfen mit diesem Problem

Antworten Gast: Böhmscheucher
10.10.2012 15:53
0 2

Re: Martinz meinte einmal, sein Vorbild sei Strasser

Wer in der SPÖ hat Strasser als Vorbild?

Ich glaube, Sie verwechseln da ein bisserl was.

Es gibt genug Lobbyisten und "Berater" bei der SPÖ

nur zwei Beispiele aus der Oberliga: Vranitzky nahm für ein kurzes Telefongespräch eine Million Schillinge, Gusenbauer kassierte im Umfeld der Kärntner Hypo € 60 000 Beraterhonorar.
Das könnte man noch endlos fortsetzen.

Was der Strasser kann, können die Roten schon lange.

Gast: betadonna
10.10.2012 15:24
1 0

die strafe ist noch viel zu gering..

wenn er so blöd ist, als einziger innerhalb der gesamten korrupten övp den kopf hinzuhalten, anstatt alle anderen mitzunehmen u. dafür als kronzeuge zu gelten, dann ist er selber schuld..

dummheit gehört bestraft - das passiert ja auch den öst. wählern schon seit jahrzehnten, weil sie immer wieder die gleichen verbrecher-parteien wählen..

Gast: NichtMartinz
10.10.2012 15:18
2 0

...eine vollständige Aussage wäre hilfreicher..

..um die Machenschaften vollständig aufzuklären und nicht Angriffe auf die Justiz.

..da hat wohl viel der Effen auf ihn abgefährt.

Politiker die die Justiz angreifen, wenn diese endlich mal Ihre Arbeit tun, müssen aus der politik sofort entfernt werden, denn das ist eine Untergrabung der weisungsfreien Gerichte.


Gast: Knaller
10.10.2012 15:07
1 0

Ja, die Partei ist froh einen Blitzableiter gefunden zu haben, aber

aber ganz zu unrecht dürfte er ja wohl wirklich nicht verurteilt worden sein. Aber dass die Straße extrem hart ist, finde ich auch.

Hexenprozess

Ein Hexenprozess war ein Prozess ohne Straftat! Aber das ist für ÖVPler wahrscheinlich nicht erkennbar!
Nie mehr wieder ÖVP!

Gast: NP87
10.10.2012 14:36
4 0

Nur Parolen...

...und Schuldzuweisungen an Partei und Justiz (also alle anderen). Keine substanziellen Aussagen des Frisch Verurteilten. Wen soll sowas überzeugen?

Antworten Gast: np00
10.10.2012 15:33
0 0

Wen soll sowas überzeugen?

die fpö

Nicht jammern ...

... "Auspacken"! Jetzt hat er die Chance erheblich zum Reinigungsprozess in dieser Republik beizutragen. Ich bin schwer ueberzeugt, dass da noch unzaehlige politische "Korruptionsleichen" in allen Bundeslaendern auszugraben gibt!

Antworten Gast: Böhmscheucher
10.10.2012 15:54
2 0

Re: Nicht jammern ...

Auspacken wäre prima, dazu fehlen diesem wehleidigen Raunzer jedoch die Cochones.

Alle sind schuld, er ist das arme Bauernopfer. Mir kommen die Tränen.

Gast: sisterle
10.10.2012 13:49
1 0

Sepp, hurch ma zua

bis weit eini in den Prozess host nur bled gegrinst. Seitdem da Birni ausgepackt hot, tuast nur bled redn. Bitte her auf. Vasteck di anfoch irgendwo auf deim Campingplotz. Donkschen.