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"Diese Hetze ist für einen Slowenen sehr verletzend"

10.10.2012 | 17:48 |  CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Sloweniens Botschafter Geržina zeigt sich „fassungslos“, auf welchem Niveau FPK-Landesrat Dobernig gegen Kärntner Slowenen hetzt. Er fühle sich dadurch persönlich verletzt.

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Die Presse: Herr Botschafter, Sie haben sehr heftig auf Landesrat Harald Dobernig reagiert, der Kärntner Slowenen absprach, echte Kärntner zu sein.

Aleksander Geržina: Ich habe mit Kärntens Landeshauptmann Dörfler sehr viel Energie in die Lösung der Ortstafelfrage gesteckt. Mein Ziel war es, das Klima in Kärnten zu verbessern. Ich habe in den dreieinhalb Jahren als Botschafter in Wien nie auf antislowenische Äußerungen aus Kärnten reagiert. Ich weiß, wie sensibel das Thema ist, und wollte nie Öl ins Feuer gießen. Aber diesmal hat Dobernig das Fass zum Überlaufen gebracht. Ein Repräsentant der Landesregierung hat gegen die slowenische Minderheit agitiert. Ich habe darauf als Diplomat und Mensch reagiert, weil ich tief verletzt war.

Sie haben die FPK mit faschistischen Massenbewegungen der 30er verglichen. War das nicht übertrieben?

Ich habe dazu alles gesagt. Ich möchte mich zu diesem Vergleich nicht näher äußern.

Dobernig sagt, er sei missverstanden worden. Können Sie das nachvollziehen?

Nein. Ich glaube nicht, dass irgendjemand Dobernig missverstanden hat.

Welche Motivation vermuten Sie hinter der Rede?

Wahrscheinlich wollte Dobernig aus wahltaktischen Gründen ein altes Thema wieder aufkochen. Es macht mich fassungslos, auf welchem Niveau er das getan hat.

 

Was hat Sie dabei persönlich verletzt?

Der ganze Ton, die Hetze sind für einen Slowenen sehr verletzend. Diese Rede beinhaltet einen Aufruf gegen eine Minderheit. Solche minderheitenfeindlichen Töne sind 2012 nirgendwo sonst in Europa zu hören.

 

Sie meinen, dass einzigartig schlecht umgegangen wird mit den Slowenen in Kärnten?

Es wird nicht schlecht umgegangen mit Slowenen in Kärnten. Aber diese Äußerungen von einem Mitglied der Kärntner Landesregierung lassen auf nichts Gutes hoffen.

 

Fordern Sie den Rücktritt Dobernigs?

Es steht mir nicht zu, das zu fordern. Wir haben die Entschuldigung des Landeshauptmanns entgegengenommen. Ich bin auch froh, dass Österreichs Bundesregierung deutliche Worte gefunden hat. Für uns ist die Sache damit erledigt, auch wenn klar ist, dass sich Dobernig nicht entschuldigen wird. Es gibt viel wichtigere Dinge zu tun, in Slowenien und auch für die Beziehungen zwischen Österreich und Slowenien.

 

Kärntens Landeshauptmann Dörfler hat bei den 10.-Oktober-Feiern in Klagenfurt von Slowenien gefordert, die Rechte der deutschsprachigen Volksgruppe anzuerkennen. Ist Slowenien auf einem Auge blind?

Diese Fragen lassen sich nicht vergleichen. Aber wir sprechen darüber, zuletzt auch beim Treffen am Dienstag die Außenminister Sloweniens und Österreichs in Maribor.

Zur Person

Aleksander Geržina (geb. 19. Juli 1966 in Maribor) ist seit Juni 2009 slowenischer Botschafter in Wien. Davor war er an der ständigen Vertretung in Brüssel tätig. Er studierte Geschichte in Wien und London. [APA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.10.2012)

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92 Kommentare
 
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Gast: Gerhard, Lehrling aus Wolfsberg
13.10.2012 11:16
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Das ist das Ergebnis von 13 Jahre FPÖ Regierung in Kärnten

So schauts aus wenn die FPÖ regiert:

http://kaernten.orf.at/news/stories/2553826/

13 Jahre sind genug!

13 Jahre "Stillstand"
13 Jahre "Misswirtschaft"
13 Jahre "bergab mit Kärnten"
13 Jahre sind genug!

Daher sind Neuwahlen und ein Neuanfang wichtig!

Gast: Wolfsbergerin
13.10.2012 11:11
1 0

Wo ist das Geld...

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden verursacht hat in Kärnten!

Das muss doch der Dobernig wissen?

Gast: Dolmenkolm
12.10.2012 07:50
1 1

Ewiges Karawankenpingpong?

Eine offizielle Beschäftigung Sloweniens mit einem Dolm ist erfahrungsgemäß kontraproduktiv: Denn natürlich macht er damit nicht nur auf Kärntner Mundgeruch aufmerksam. Sloweniens eigener ungebrochener Umgang mit dem jugoslawischen Erbe, mit Mord und Vertreibung, apert durch die Geschichte.

Wer das ewige Karawankenpingpong mitspielt, muss sich vorwerfen lassen, letztendlich auch nur zu jenen zu gehören, die Vergangenheitsbewältigung verhindern wollen. Denn die gelingt ausschließlich, wenn sie von innen kommt. Auch in Slowenien.

Gast: Be-obachter
11.10.2012 18:39
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Die Essenz,

die ich einerseits der immerwiederkehrenden Forderung nach mehr slowenischen Ortstafeln, Sprachkursen, slowenischsprachigen Ämtern & Behörden etc. entnehmen kann, ist starker slowenischer Seperatismus.
Es ist ja nun offenkundig, dass die Kärntner Slowenen ihre Schutzmacht in Slowenien sehen.

So wie die Südtiroler ihre Schutzmacht in Österreich sehen.

Vielleicht wäre die nationale Entflechtung das Beste für alle Parteien in dem Sinn. dass die Kärntner Slowenen wieder an Slowenien angegliedert werden und die Südtiroler zu Österreich kommen.

Wie wärs mit einer Volksabstimmung?

Den Kosovaren hat man dieses Verfahren ja auch nicht verweigert.

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Re: Die Essenz,

ach wissen Sie, wenn das, den Slowenen in Kärnten, verbriefte Recht umgesetzt wäre, dann bräuchten die auch keine Schutzmacht.

Und wenn die Ewiggestrigen in Kärnten endlich erkennen würden, dass ihr ethnisch und sprachlich gespeister Nationalismus de facto der Kärntner Kultur zuwider läuft, also zu tiefst anti-kärntnerisch ist, oder wenn sie begreifen würden, dass die Zweisprachigkeit eine Bereicherung und eine historische Konstante in Kärnten ist, so wie Kroatisch und Ungarisch im Burgenland, dann gäb's auch kein Problem. Und wenn dann auch noch erkannt würde, dass dieses ethnozentrische Mäntelchen eine Zwangsjacke ist, dann wären auch die Ewiggestrigen Geschichte.

dennoch bezweifle ich, dass die Kärntner Slowenen ein Schutzmacht überhaupt suchen.

Und dort, wo sie Seperatismus orten, ist genau das Gegenteil: der Versuch, als Slowenen in Kärnten zu leben, wie seit etwa 1300 Jahren. Was sie als Seperatismus bezeichnen, ist ein Rauswurf.

Gast: Das Recht geht vom Volk aus!
11.10.2012 14:20
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Einfach Ekelhaft manche Reaktionen hier!!

Ich wette 90% haben überhaupt keine Ahnung was sie hier unterstützen.

Hauptsache: Fpk > Provokation > jemand ist bleidigt > dieser fordert eine Entschuldigung > die Fpk schießt wie immer zurück und stellt sich als Opfer hin und einige fallen zum Tausendsten mal darauf rein und zollen ihnen kräfitgen Beifall.

Lemminge!

Antworten Gast: Gleichbehandlung Jetzt
11.10.2012 16:54
4 1

Re: Einfach Ekelhaft manche Reaktionen hier!!

Eine Kritik an Slowenien ist keine Unterstützung der FPK! Bitte das zu unterscheiden.

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Re: Re: Einfach Ekelhaft manche Reaktionen hier!!

Kritik an Slowenien mit der Hetze gegen Kärntner Slowenen zu junktimieren aber schon. Zumindest indirekt

Diesen AVNOJ Verbechern kann man nur mehr sagen: "Gosch'n halten!"


Gast: Hammvieh
11.10.2012 12:12
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"Wir haben die Entschuldigung des Landeshauptmanns entgegengenommen."

Wer ist "wir"? Haelt sich dieser freche Mensch fuer einen slowenischen Kaerntner? Oder haelt er die slowenischen Kaerntner fuer Staatsbuerger Sloweniens?

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Re: "Wir haben die Entschuldigung des Landeshauptmanns entgegengenommen."

er is wohl einfach nur Slowene, egal, ob nördlich oder südlich der Grenze oder er ist einfach einer derer, die sich ärgern über diese Aussage von G., die sich schämen, die ungläubig zuschaun müssen und sich wundern, dass so viel konzentrierte Dummheit und Menschenverachtung überhaupt möglich ist, die diesen Nationalismus, einfach unerträglich finden. Oder vielleicht gehört er einfach nur zu 'uns', die es einfach satt haben, dass diese ewiggestrigen Dumpfbacken noch immer in ethnische Kategorien denken und diese als Feinbilder perpetuieren; dass diese rechtsrechte Bagage immer wieder glaubt, sich irgendeine Deutungshoheit anmaßen zu dürfen und berechtigt sei, fest zu stellen, was nun echt und unecht zu sein hat und wie; dass ....

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Re: Re: "Wir haben die Entschuldigung des Landeshauptmanns entgegengenommen."

die sich ärgern über diese Aussage von G.,

--> statt dem 'G' sollte natürlich ein 'D' für Dobernig steh'n, sorry

Antworten Antworten Gast: Hammvieh
11.10.2012 16:22
2 0

Re: Re: "Wir haben die Entschuldigung des Landeshauptmanns entgegengenommen."

Dass sich Kaerntner Slowenen in erster Linie fuer "einfach nur Slowenen, egal, ob noerdlich oder suedlich der Grenze" hielten und keine besondere Loyalitaet zum Land oder zum Staat haetten, war ja nun gerade die Implikation des Herrn Dobrnic. Ich weigere mich allerdings, das zu glauben und bestreite dem slowenischen Botschafter entschieden das Recht, namens seiner oesterreichischen Sprachgenossen eine solche Doppelloyalitaet einzugestehen.

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Re: Re: Re: "Wir haben die Entschuldigung des Landeshauptmanns entgegengenommen."

ich sprach auch vom Botschafter, der is nun mal Slowene und es ist eben völlig unerheblich, ob er nördlich oder südlich der Grenze geboren wurde oder lebt. Und weil er Slowene ist, treffen ihn die Auslassungen des G.gegen kärntner Slowenen. Und weil ich Österreicher bin, treffen mich die nationalistischen Dummheiten des G. Und weil ich Europäer bin, treffen mich die vermythologisierten rechtsnationalen Aussagen eines Orban und die rechtsextremen Ansichten einer Marine le Pen, etc.

Und es handelt sich nicht um Doppelloyalität (was immer das sein soll), sondern einfach um Loyalität mit Slowenen, Österreichern, slowenischen Österreichern, ungarischen, französischen oder österreichischen Roma oder einfach mit Gruppen, die aufgrund ihrer ethnischen oder nationalen Herkunft für unecht erachtet werden.

Ich entnehme Ihren Worten, dass sie mit den Aussagen von Dobernig auch nichts anfangen können, frage mich halt, wie sie jemandem das Recht auf Loyalität absprechen können.

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"Diese Hetze ist für einen Slowenen sehr verletzend"

Das ist sehr bedauerlich, nur völlig irrelevant.

Die armen Slowenen

und die bösen Kärtner............ein dankbares Thema für alle grünen ,heimatlosen Einfachdenker!

Gast: Gleichbehandlung Jetzt
11.10.2012 09:47
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Restitution

Sg. Hr. Botschafter Geržina,

meine Grossmutter war der deutschen Volksgruppe in Slowenien zugehörig. Slowenien hat ihr Menschenrechts-widrig die Staatsbürgerschaft entzogen, aus Slowenien unter Lebensgefahr vertrieben und sie enteignet. Bis heute hat Slowenien keine Restitution geleistet.

Wie würden Sie diese Vorgehensweise bezeichnen? Wann wird Slowenien endlich Restitution leisten? Wie würden Sie die Vorfälle beurteilen, wenn Österreich Slowenen so behandeln würde?

Re: Restitution

Hat das vielleicht was mit den Natsis zu tun, die in Jugoslawien wüteten? Ihr Ewiggestrigen blendet immer die Ursache der schlimmen Wirkung aus!

Antworten Gast: anna.ogris
11.10.2012 16:48
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Re: Restitution

Im Artikel 27 des Staatsvertrages von 1955 verpflichteten sich die Alliierten, ehemals österreichische Vermögenswerte in ihrem Bereich an Österreich zurückzugegeben, ausgenommen davon war Jugoslawien.

Im Bundesgesetz vom 5. Juli 1962, betreffend der Durchführung des Artikels 27 § 2 des Staatsvertrages (11. Staatsvertragsdurchführungsgesetz) verpflichtete sich die Republik Österreich die aus Jugoslawien vertriebenen Altösterreicher finanziell zu entschädigen.
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1962_195_0/1962_195_0.pdf

Offenkundig hat es ihre Großmutter nach 1962 verabsäumt, an die Republik Österreich Vermögensforderungen zu stellen. Jetzt 50 Jahre später sind diese Ansprüche halt verjährt.

Antworten Antworten Gast: Gleichbehandlung Jetzt
11.10.2012 17:10
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Re: Re: Restitution

Nein, hat sie nicht, sondern die Ansprüche mit entsprechender rechtlicher Vertretung aufgrund der Umstände, die ich hier nicht erläutern werde, korrekt gegen Slowenien geltend gemacht.

Antworten Antworten Antworten Gast: anna.ogris
11.10.2012 18:06
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bilaterales Abkommen

(1) Slowenien hat niemanden vertrieben, die Republik Slowenien gibt es erst seit 1991, Ihre Großmutter wurde aus dem sozialistischen Jugoslawien (ab 1945) vertrieben.

(2) Auf Basis eines bilateralen Vertrages zwischen der Republik Österreich und der Volksrepublik Jugoslawien war Österreich für die finanzielle Entschädigung der vertriebenen Altösterreicher zuständig.

(3) Nach 1991 an die neugegründete Republik Slowenien Forderungen stellen, war von vornherein sinnlos. Hat da nur ein Rechtsanwalt ein Geschäft machen wollen?

Das Problem ist,

.... dass wir den Feind im eigenen Land haben. Es sind Österreicher, die verhindern, dass Ihnen Recht zuteil wird.

Antworten Antworten Gast: Lukas
11.10.2012 16:37
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Re: Das Problem ist,

auf die Roten ist Verlass - sie vernadern ihre Landsleute wo sie nur können und merken nicht, daß sie sich dabei selbst schaden.

@SloBo: Was soll das Gejammer???


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Hr.Botschafter! Sie können jede Zeit eine Anzeige erstatten. Der Tatbestand der VERHETZUNG ist erfüllt!


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Re: Hr.Botschafter! Sie können jede Zeit eine Anzeige erstatten. Der Tatbestand der VERHETZUNG ist erfüllt!

Verhetzung gegen Österreich sollte strafbar sein, ist aber politisch korrekt.

 
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