[WIEN/M. S.] Die „Strafsache gegen Dr. Ernst Strasser wegen § 304 Abs. 2, 2. Fall StGB", wie die Justiz im trockenen Amtsdeutsch vermerkt, kommt ins Rollen - für die als „Prozess des Jahres" titulierte Verhandlung gegen Ex-ÖVP-Innenminister Ernst Strasser steht sowohl der Terminplan als auch die (vorläufige) Zeugenliste fest. Demnach soll am 4. Dezember - als einer von 21 Zeugen - der Chef des Landesamts für Verfassungsschutz, Peter Gridling, aussagen.
Strasser wird Bestechlichkeit vorgeworfen, bis zu zehn Jahre Haft drohen. Er hatte zwei als Lobbyisten getarnten Journalisten in Aussicht gestellt, für 100.000 Euro im Jahr auf EU-Gesetze Einfluss zu nehmen. Strasser bestreitet den Vorwurf der Bestechlichkeit. Zum Prozessauftakt (26. November) ist die Einvernahme Strassers sowie eine Videobefragung des deutschen CDU-Europaparlamentariers Karl Heinz Florenz geplant. Weitere Termine in dem brisanten Verfahren, das vom routinierten Wiener Strafrichter Georg Olschak geleitet wird: 27., 29. November, 3., 4., 6., 11., 13. Dezember. Auch die „Sunday Times"-Journalisten Jonathan Calvert und Claire Newell, die Strasser eine Videofalle gestellt hatten, sind geladen.
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