Im Wiener Rathaus könnte es heuer an die 600 Frühpensionierungen geben. Das hat am Freitag jedenfalls die Wiener ÖVP behauptet. Das wären mehr als in den Jahren 2010 bzw. 2011. Mit Oktober 2012 wurden nach Angaben der Volkspartei bereits 480 Beamte in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Die Stadt Wien will auf Basis dieser Zahl hingegen keine Hochrechnungen für das Gesamtjahr anstellen. Prognosen, so hieß es, seien nur schwer möglich.
Das durchschnittliche Antrittsalter bei den Frühpensionierungen betrug heuer 53,5 Jahre, hieß es am Freitag in einer ÖVP-Aussendung. Der Großteil der Versetzungen in den Ruhestand erfolgte demnach, wie bereits in den Jahren zuvor, im Bereich des Krankenanstaltenverbundes sowie bei den Wiener Stadtwerken. Unter die Kategorie der Schwerarbeiter fallen davon knapp ein Drittel.
Die Bilanz lasse für 2012 knapp 600 Frühpensionierungen erwarten, rechnete der VP-Abgeordnete Wolfgang Ulm - der auch Mitglied der Gemeinderätlichen Personalkommission ist - vor. Er forderte die Umsetzung angekündigter Maßnahmen: "Wenn es gelingen würde, die Frühpensionierungen in Wien zu halbieren oder das Antrittsalter auf das des Bundes zu heben (60,5, Anm.), würde sich der Wiener Steuerzahler jährliche Ausgaben in der Höhe von 100 Millionen Euro ersparen."
"Völlig unterschiedlich"
Es sei erstaunlich, dass es seit Jahren "nicht und nicht gelingt", die Zahl der vorzeitigen Versetzungen in den Ruhestand nachhaltig zu senken, beklagte Ulm. Als Erfolg jahrelanger ÖVP-Kritik sei jedoch zu werten, dass Pensionierungen wegen nicht mehr benötigter Leistung auf einen historischen Tiefstand gesunken seien. 2012 waren laut ÖVP davon nur sieben Personen betroffen.
Wie hoch die Zahl der Frühpensionierungen heuer sein wird, sei nicht vorherzusagen, betonte eine Sprecherin der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ). Man könne nicht wissen, wie viele Menschen wann krank werden. Die Zahlen seien von Monat zu Monat "völlig unterschiedlich". Grundsätzlich sei man aber bestrebt, die Zahl der Frühpensionierungen zu senken und das Antrittsalter anzuheben, wurde versichert.
(APA)
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