25.05.2013 03:46 Merkliste 0

Der wendige Herr Parteivorsitzende

12.10.2012 | 18:34 |  THOMAS PRIOR (Die Presse)

Der langjährige Erbschaftssteuer-Gegner Werner Faymann ist heute dafür. Weltanschauliche Gründe hat das nicht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Was hält eigentlich der SPÖ-Vertrauensmilliardär Martin Schlaff von den Reichensteuerplänen der Genossen? Wird er seinem Ärger in der Löwelstraße Luft machen? Entschlägt er sich nonchalant der Aussage (das tut er bekanntlich gern) und schafft sein Vermögen schnell außer Landes, bevor die sozialdemokratischen Fantasien Wirklichkeit werden? Wir werden es vermutlich nie erfahren.

Die SPÖ jedenfalls ist auf den Dachboden gestiegen und hat für ihren Parteitag zwei Antiquitäten abgestaubt: die Erbschafts- und die Vermögensteuer. Das Motiv dahinter dürfte nicht sonderlich tiefgründig sein: Wenn einem zum Wählerfrust nichts mehr einfällt und man der Meinung ist, mit Reformen keine Wahl gewinnen zu können, sind noch die Reichen da. Denn Neid lässt sich immer schön schüren.

Dabei ist vor allem die Vermögenssteuer, 1994 ironischerweise von einem SPÖ-Finanzminister (Ferdinand Lacina) abgeschafft, ein Anachronismus in einer leistungsorientierten Gesellschaft: Wozu soll sich jemand noch anstrengen, wenn ein schon besteuertes Vermögen noch einmal besteuert wird?

Über eine Erbschaftssteuer kann man diskutieren – aber nur, wenn gleichzeitig die Einkommensteuer gesenkt wird. Die Abgabenquote liegt ohnehin bei 44 Prozent. Interessant ist die Rolle, die der Kanzler in dieser Debatte spielt. Die Erbschaftssteuer wurde am 1. August 2008 abgeschafft. Da war Faymann schon als SPÖ-Chef designiert (gewählt wurde er eine Woche später). In den ersten Jahren seiner Regentschaft lehnte er diese Abgabe vehement ab. Umso bemerkenswerter ist seine heutige Position.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Kehrtwende des SPÖ-Chefs ein Tribut an den linken Parteiflügel ist. Im Zweifelsfall nämlich kam bislang immer noch Faymanns durchaus machiavellistische Vorrangregel zur Anwendung: Erfolg vor Moral. Dieser Bundeskanzler will die Gesellschaft nicht unbedingt verbessern. Er will in erster Linie bleiben, was er ist.

 

E-Mails an: thomas.prior@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

13 Kommentare

Konsequente und gnadenlose ABWAHL der AUFKLÄRUNGSABWÜRGER ÖVPSPÖ!

Man kann ein Problem nicht mit der gleichen Denkweise lösen, die es hat entstehen lassen (A. Einstein).
Und daher ist auch das Problem Korruption mit korruptionsbelasteten Parteien wohl kaum lösbar.

Die Parteien, die diesen Korruptionssumpf politisch zu verantworten haben, die zwar Aufklärungswillen heucheln, aber genau diese Aufklärung mit unglaublicher, kalter Frechheit hintertreiben und verhindern, sollen von der Macht entfernt werden, damit sie sich in der Opposition regenerieren können und dort neue, anständige Leute, befreit von alten Einflüsterern, ihre Chance bekommen.

Wahlverweigerung oder ungültig wählen zementiert nur die üblen Zustände.

==> http://www.korruption-abwahl-jetzt.at <==


Gast: nn
13.10.2012 09:23
10 0

der wendige herr parteivorsitzende

IST EINE REINE SCHANDE FÜR DIE REPUBLIK-WEG MIT IHM!!!

was erwartet man sich vom kanzler ohne bildung anderes?


Antworten Gast: 5742
13.10.2012 10:41
5 0

Re: was erwartet man sich vom kanzler ohne bildung anderes?

Schreiben Sie einfach von "einem Menschen ohne Bildung" denn Kanzler ist das keiner und Mann auch nicht.

Gast: 3vc
13.10.2012 08:01
8 0

Faymann

als wendig zu bezeichnen, ist die Untertreibung des Jahres.

Die Höchstdrehzahl eines Rennwagens ist noch langsam gegen Geschwindigkeit, mit der Faymann sich dreht.

Wenn es für Opportunismus einen Eintrag ins Buch der Rekorde gäbe, Faymann wäre auf Jahre hinaus unschlagbar.

Und den Preis für das weichste Rückgrat im Universum würde er auch gewinnen, en passant.

Adenauer hat einmal gesagt....Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?
Faymann kümmert ja nicht mal sein Geschwätz von morgen, geschweige denn von heute.

Gast: Orange-in-Wien
13.10.2012 03:37
1 0

die ersten 3 buchstaben

mit "une" ersetzen und es passt schon ;).

ja der

teflon-werner, da bleibt nix kleben alles gleitet ab.

SPÖ

Kommunismus in Reinkultur, nichts leisten aber trotzdem ein gutes Leben führen.

0 10

Re: SPÖ

da irren sie!
denn die arbeitsscheuesten im nationalrat sind fpö und bzö!
aber auch die schwarzen arbeiten nur für ihre günstlinge!

Re: Re: SPÖ

heri3, sie sind ein verblenderter roter.

hurra, jagen wir die ganze bande der korrupties zum teufel

eine französische revolution spielt es ja leider nicht mehr. die grosse frage aber ist: was dann? die beispiele in der geschichte und auch derzeit in nordafrika sind leider nicht sehr ermutigend.

Und was ist das für eine Neuigkeit??

Schwach !

14 2

Falsche "Headline"

Es sollte wohl heissen, der "windige" Parteivorsitzende.