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Frank Stronach vor Klubgründung

12.10.2012 | 18:35 |  von REGINA PÖLL (Die Presse)

Als vierter BZÖ-Mandatar wechselt Christoph Hagen ins „Team Stronach“. Dieses drängt auf Klubstatus. Nationalratspräsidentin Prammer will „eingehend prüfen“.

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Wien. Der Nationalratsklub des „Team Stronach“ ist komplett – zumindest theoretisch. Am Freitag trat der einstige BZÖ-Abgeordnete und heutige Stronach-Mann Robert Lugar mit dem jüngsten Erwerb vor die Medien: Christoph Hagen, bisher ebenfalls BZÖ, schließt sich dem austro-kanadischen Unternehmer Frank Stronach für die Wahl 2013 an. Damit zählt dessen Team nun fünf Mitglieder im Parlament: neben Hagen und Lugar auch Erich Tadler und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (alle früher BZÖ) sowie Gerhard Köfer, der früher zur SPÖ gehörte.

Und das ist das Problem: Mit fünf Abgeordneten ist zwar die Mindestzahl für einen Klub erreicht. Doch weil die Stronach-Mitstreiter bei der Wahl 2008 nicht alle zur selben wahlwerbenden Gruppe gehörten, ist der Klubstatus, auf den sie nun drängen, keinesfalls gewiss. Dieser brächte ihnen eine Sockelförderung von 1,2 Millionen Euro im Jahr und weitere 46.200 Euro jährlich pro Abgeordnetem ein. Hauptmotiv für Parteichef Stronach soll aber sein, dass er dann, der Tradition entsprechend, auch bei Fernsehkonfrontationen im ORF geladen wäre. Er selbst war gestern geschäftlich in Kanada.

„Bis Ende Oktober wollen wir so weit sein“, sagte Lugar. Wechselt nicht noch ein BZÖler ins „Team Stronach“, was man „sehr bald“ erwarte, könnte man den Klubstatus auch mit den vier Ex-BZÖ-Mandataren und Ex-SPÖ-Mann Köfer beantragen. In dem Fall müssten alle 183 Abgeordneten über den neuen Klub entscheiden. Wären es doch mindestens fünf Ex-BZÖ-Mandatare, wäre Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) am Wort. „Dann würde ich das mit der Präsidiale eingehend prüfen“, sagte sie der „Presse“. Einmal gab es bereits eine Klubbildung während der Gesetzgebungsperiode: 1993 gründeten fünf Ex-FPÖ-Abgeordnete das „Liberale Forum“. Von einer Vorbildwirkung für das „Team Stronach“ will Prammer dennoch nicht sprechen: Jeder Fall stehe für sich, sagte sie schon früher.

Das „Team Stronach“ bemüht sich nun weiter um neue Mitglieder aus dem Parlament. Als nächste „Überläufer“ des BZÖ gehandelt werden Martina Schenk und Kurt List, sie dementierten bisher. Lugar sagte allgemein, dass es im BZÖ „große Wechselbereitschaft“ gebe. Aber auch einige ÖVP-Abgeordnete hätten schon Interesse angemeldet. Einen Anwärter oder eine Anwärterin habe man sogar abgewiesen, „wir wollen unbelastete Abgeordnete, gerade, was Korruption betrifft“. Namen wollte Lugar keine nennen. Karin Hakl, eine Tiroler ÖVP-Mandatarin, die wegen Telekom-Geldes für ihren Wahlkampf in die Schlagzeilen geraten ist, sei es aber nicht gewesen. Man wolle sich auch möglichst „breit“ aufstellen und mit „sieben bis zehn“ Abgeordneten aus verschiedenen Parteien in die Wahl 2013 gehen, sagte Lugar, der sich auch als möglicher Klubchef des „Team Stronach“ sieht: „Ich bin im Gespräch.“

 

BZÖ-Koordinator „enttäuscht“

Für das BZÖ bedeute Hagens Abgang „kein politisches Loch, im Gegenteil“, sagte Bündniskoordinator Markus Fauland am Freitag der „Presse“. Er sei aber „persönlich enttäuscht“ – auch, weil Hagen ihm, so wie mehreren Journalisten, noch am Donnerstag versichert habe, er werde im BZÖ bleiben. Er habe zuerst mit seinen Freunden sprechen wollen, sagte Hagen dazu am Freitag. Als Grund für seinen Wechsel nannte er, dass BZÖ-Chef Josef Bucher ihn „nicht mehr unterstützt“ habe. Als Hintergrund gilt, dass Hagen – so wie weitere Stronach-Mitstreiter – nicht mehr auf vorderer Stelle auf der BZÖ-Liste für die Wahl 2013 gelandet wäre. Fauland erwartet nun keine Abgänge aus dem BZÖ mehr, es werde bei den heute 14 Mandataren bleiben.

Den Anhängern von Milliardär Stronach wirft Fauland „Söldnertum“ vor. Lugar und Hagen dementierten, mit Geld gelockt worden zu sein: Als Abgeordnete würden sie „keinen Cent“ von Stronach bekommen, sondern ohnehin aus Steuergeld ihre Gehälter beziehen.

Zur Person

Christoph Hagen, 43, war ab 2008 Nationalratsabgeordneter des BZÖ. Von 1999 bis 2004 saß er bereits für die FPÖ im Bundesrat. Am Freitag gab er seinen Wechsel ins „Team Stronach“ bekannt. Bis dieses Klubstatus hat, ist Hagen, ein Polizeibeamter, so wie seine Mitstreiter „wilder“ (parteifreier) Mandatar. [APA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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250 Kommentare
 
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Stronach wird mehr SPÖler anziehen als es das BZÖ jemalsch geschafft hat und hätte!

Dementsprechend, Stronach wird vielleicht VP und FP ein paar Prozenterl abjagen, aber er wird entscheidende Stimmen von Rot und Grün und den Nichtwählern holen.

Stronach wird daher der Sargnagel der GroKo und von Rot-Grün!

ich muss gestehen, dass ich die abgeordneten nicht kenne

daher auch nichs über deren qualifikationen sagen kann, dennoch wurmt es micht, dass herr stronach genau die sesselkleber, gegen die er immer reden schwingt, zu sich ins boot holt!

nun aus sicht eines BZÖ mandatars ist es völlig logisch das sinkende schiff zu verlassen, denn keiner weis wirlich wofür der haufen steht, die resultate der letzten landtagswahlen waren verherend, und mit leuten die petzner und westenthaler sind soweiso keine wahlen zu gewinne, das BZÖ war haider, mit dessen tod hat es alle wahlchancen verloren!

aus meiner sicht aber dränt sich die frage auf, warum ich eine partei wählen sollte, die wie es scheint nur aus opportunisten und hintlerbänklern ohne großartigen qualifikationen zu bestehen scheint, die sich ihre 5000€ jahresgehalt einfach noch für die nächsten 5 jahre sichern möchten!

meiner meinung nach wäre es besser gewesen stronach hätte eine politisch "unbescholtene" mannschaft aufgestellt, aber vermutlich hat er nicht genug leute hierfür gefunden...

Antworten Gast: SonOfTron
16.10.2012 06:06
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Es geht um die Abgeordneten

Es geht einzig und allein um die Zahl an Nationalratsabgeordneten, nicht um die bisherige Karriere der "Überläufer".
Ich würde es so sehen: Finanziell haben sie daraus keinen Vorteil - sie erhalten nicht mehr und nicht weniger Gehalt.
Moralisch finde ich es absolut in Ordnung sich neu zu orientieren. Falschparken führt ja auch nicht zum permanenten Führerscheinentzug.

Und neben der medialen Aufbereitung - wohl bewusst provokativ - gesagt: Es sind auch ÖVP und SPÖ Leute übergelaufen. Das BZÖ ist halt einfach unattraktiver bzw. besteht selbst aus früheren Überläufern. Was soll's. Schlimmer als die bisherigen Großparteien kann Stronach den Karren auch nicht in den Dreck fahren - es kann nur besser werden!

Antworten Antworten Gast: Franz Strohmann
16.10.2012 09:45
0 0

Re: Es geht um die Abgeordneten

egal wo und welches Forum..die Neidhammel und Raunzer wissen alles besser-selber keinen Finger rühren und ev. geringe Bildung aber feixen bis unter der Gürtellinie.
Die Hinterwäldler kapieren es nicht,das sind halt amerikanische (oder ital.) Methoden...
Wer zahlt schafft an..was glauben diese Raunzer denn ?wen werden sie am Wahltag wohl wählen-aus Frust ungültig ? oder wieder die viel kritisierten Altparteien?Frank soll zeigen was er mit seiner Basistruppe schafft-ausserdem wenn er ausreichend Stimmen bekommt werden auch gewichtigere Mitbürger für ihn (und für Öst.) arbeiten wollen-und bitte warum sollen sie nicht dafür bezahlt werden?ist ja kein Steuergeld..
aber bei den zig Funktionären und Bünden mit ihren Pfründen drückt man beide Augen zu.
also Herr Stronach..nicht lockerlassen
die alte Pammerin soll nicht lange herumeiern-der Klubstatus ist legitim und wird nicht von Gottes Gnaden erteilt!
p.s. Frankie kauf dir ausreichend Sendezeiten und mach eine professionelle Homepage ..und denk gefälligst daran-du leitest ein Team, d.h. Mitsprache und Mitbestimmung auf Augenhöhe und bezahl deine Mannschaft-das ist nicht verboten..nur die Neidgesellschaft meckert-egal was du tust

Gast: Die Marie
14.10.2012 19:27
2 0

Wer verlässt als nächstes das BZÖ?

Alle noch verbliebenen BZÖler dementieren.
Aber die Auflösungserscheinungen beim BZÖ werden immer offensichtlicher.

jede stimme für stronach

ist eine für schwarz-rot, also eine verlängerung dieses desasters für weitere 5 (vormals4) jahre.

1 0

Re: jede stimme für stronach

Auch wenn Stronach über 20% bekommt?

Re: jede stimme für stronach

obwohl aufgrund der Zusammenstellung der Mannschaft hier wohl eher von einer weiteren Mutuation der FPÖ/BZÖ auszugehen ist ....

Gast: opteron
13.10.2012 20:07
2 3

Unwählbar

Also diesen Klamauk-Haufen mit ihren altgestrigen Ansichten kann doch kein erstzunehmender Mensch wählen.

Gast: Na so was !
13.10.2012 19:01
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Wie heißen die?

Ein wahrhaft exklusiver Klub: Der Gnadenhof für Politiker!

Antworten Gast: ganau
14.10.2012 00:01
1 1

Re: Wie heißen die?

Gnadenhof trifft es gut. Er ist jka immerhin schon 80 - da ist man nimmer so fit...

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sehr gut

Stronach soll der Grün SPÖVP einheitzen.

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Re: sehr gut

Nein, er soll die Bürger "befreien". Arbeit darf nicht bestraft werden.

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Offener Brief!

Liebe Frau Mag. Prammer, Abg.z.NR!

Betreff: Klubstatus TS,

Ich meine, anlässlicher der Lage in die sich die Regierung und teilw. Opposition selber gebracht haben, wird man dem TS mit 5 Abg.z.NR, die Anerkennung zum Klubstatus nicht mehr absprechen können.
Alles andere wäre beste Parteiwerbung für TS, und der Demokratie in AT nicht sehr dienlich, falls man überhaupt (noch) von Demokratie sprechen kann!

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Rechtshilfe

"..Doch weil die Stronach-Mitstreiter bei der Wahl 2008 nicht alle zur selben wahlwerbenden Gruppe gehörten.." Wo steht das im Gesetz?

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Re: Rechtshilfe

Danke für die bunten stricherl, hat mir bei der suche geholfen! ;-)

§ 7
Abgeordnete derselben wahlwerbenden Partei*) haben das Recht, sich in einem Klub zusammenzuschließen. Für die Anerkennung eines solchen Zusammenschlusses ist die Zahl von mindestens fünf Mitgliedern erforderlich. ... Die Ergebnisse der Konstituierung eines Klubs sowie Veränderungen derselben sind dem Präsidenten unverzüglich schriftlich mitzuteilen.

* die wahlwerbende Partei heißt in diesem Falle "Team Stronach", oder wie muss man das sehen? Dem SPÖ/BZÖ gehören sie ja nicht mehr an.

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Re: Re: Rechtshilfe

Da steht "wahlwerbende" und werben tut man für die Zukunft und nicht für die Vergangenheit.

Wie darf man das sehen?

Ist wahrscheinlich eh unerheblich, aber mich würde es interessieren. Hoffentlich kommt auch mal wer, der nicht nur die TAX vereinfachen will, sondern Gesetzestexte so schreiben lässt, dass man sie mit Pflichtschulabschluss verstehen kann. Das wäre ja eigentlich der Sinn von Gesetzen, welche das Zusammenleben regeln sollen. Wenn Frau Prammer den Text auch erst prüfen lassen will/muss, was soll ich jetzt sagen? ;-)

Antworten Antworten Antworten Gast: zylmurbafi
13.10.2012 19:47
1 0

Re: Re: Re: Rechtshilfe

die prammerin ist wahrscheinlich so wie so viele mittelmässige durchgerutscht.

Gast: wienerboy
13.10.2012 17:09
5 5

genug von spö, övp, fpö, und grüne

sie haben aus den reiches österreich ein armenhaus gemacht! den menschen geht es sehr schlecht in diesen land! meine stimme hat frank!!!

Re: genug von spö, övp, fpö, und grüne

damit wählen Sie auch die ehemaligen Hinterbänkler von BZÖ und SPÖ, die bis jetzt nichts anderes geleistet haben, als im "richtigen Moment" ihre Hand zu heben

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Jagdgesellschaft gegen Stronach

Welches Gegackere gegen Stronach, habt Ihr alle Angst, dass Stronach die korrupten Parteien aufmischt. Dass Abgeordnete von ihren Parteien die Nase voll haben, ist nicht verwunderlich. Da könnt Ihr alle auf die Palme kraxeln! Ich wähle Stonach! Basta.

Antworten Gast: siewollenstreitenmitmir
14.10.2012 00:03
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Re: Jagdgesellschaft gegen Stronach

Niemand hat Angst vorm sonderbaren Opa (80-jährig).

Re: Jagdgesellschaft gegen Stronach

Die Abgeordneten sind das Spiegelbild der jeweiligen Partei und insofern ist das "Team Stronach" schon jetzt unwählbar. Politische Opportunisten par excellence scharen sich um Stronach.

Diesen Abgeordneten geht es nicht um Österreich oder Ideologie sondern nur um ihr politisches Überleben bzw. ihr Abgeordnetensalär. Der jüngste Zuwachs Hagen ist doch das beste Beispiel. Einst FPÖ-Bundesrat, dann wechsel zum BZÖ und jetzt zum Team Stronach.

Wie kann außerdem jemand so schamlos lügen? 24 Stunden bevor er das sinkende Schiff BZÖ verließ dementierte er diesen Schritt noch wortgewaltig.

Antworten Antworten Gast: ist es so ?
13.10.2012 19:00
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Re: Re: Jagdgesellschaft gegen Stronach

Wahrheit, Ehrlichkeit... die rechten ideale für diese Söldnertruppe!

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Re: Re: Jagdgesellschaft gegen Stronach

...kennen Sie Politker, die nicht schamlos lügen?

Das Versagen der anderen Politiker pardoniert Stronach nicht


Tatsächlich tritt Stronach doch mit dem Anspruch an sich ausgerechnet in diesem Punkt von den anderen Parteien zu unterscheiden. Er will kein Politiker sein, nicht lügen und sich den Werten der Wahrheit, Transparenz und Fairness verschreiben und dann umgibt er sich mit diesen Politikern. Das sind Opportunisten in Reinkultur, politische Chamäleons, die nach Belieben ihre Couleur wechseln um nicht (vom Wähler) gefressen/abgewählt zu werden.

Mit der Personalauswahl hat sich Stronach schon einmal vorab disqualifiziert.

 
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